Billy Gibbons

Diese verrückten Texaner! Wollen doch immer ein bisschen anders sein, als der kleine Rest des Landes, der ihren schönen Staat umgibt. Massenhaft Öl, die besten Rinder, die reichsten Männer, die schönsten und blondesten Frauen, die abgefahrensten Gitarren, das schärfste Chili, die größten und wildesten Autos … Billy Gibbons bildet da keine Ausnahme!

Und was die Autos betrifft, Billy Gibbons würde nie sagen „driving a car“, sondern mindestens „rollin’ in an automobile“, das hört sich doch gleich viel pompöser an.

Billy Gibbons auf der Bühne
Franz Holtmann

Es war einmal vor langer Zeit an einem Weihnachtsabend, als Santa Claus nach Houston/Texas kam und dem kleinen Billy eine Gitarre (Gibson Melody Maker) samt Verstärker (Fender Champ) unter den Weihnachtskaktus legte. Anders als die meisten seiner Klassenkameraden, die hauptsächlich auf die Beatles standen, war Billy total dem Blues verfallen, mochte Jimmy Reed, Little Richard, Bobby Bland, Muddy Waters.

Billy Gibbons bei der Arbeit

Recht bald spielte er auch in verschiedenen Bands: The Saints, The Coachmen, The Ten Blue Flames, The Moving Sidewalks. Bei einem Halloween-Party-Gig 1969 lernt Billy zwei Musiker kennen, die mal eben aus Dallas rübergekommen sind, Bassist Dusty Hill und Drummer Frank Beard. In der Pause unterhalten sie sich und irgendeiner schlägt vor, im nächsten Set ein oder zwei Nummern zusammenzuspielen.

Der Funke springt über, die Chemie stimmt und der Rest ist Geschichte. Ja genau, die wohl berühmteste „kleinste Big Band“ der Welt, ZZ Top, entstand ganz zwanglos auf einer Party irgendwo deep in the heart of Texas, ganz ohne TV-Casting.

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