Marshall Amps

Ohne die Verstärkung aus dem Hause Marshall wäre so manche Band nicht erfolgreich & so mancher Song nicht unsterblich geworden. Erfahre hier, warum!

 

Seit 50 Jahren begleitet Marshall nun die Geschichte der Rock-Musik und hat dabei das ein oder andere Kapitel mehr als nur mitgeschrieben.


<<<Inhaltsverzeichnis>>>

Marshall im Wandel der Zeit

Marshall in den Sixties

Marshall in den Seventies

Marshall in den Eighties

Marshall in den Nineties

Marshall Lexikon

» weiterlesen

Anzeige

Marshall im Wandel der Zeit

Natürlich lässt sich vortrefflich darüber streiten, ob ein Verstärker die Kreativität eines Musikers insoweit beeinflussen kann, dass andere Dinge aus ihm herauskommen, als es mit einem anderen Amp der Fall gewesen wäre. Tatsache aber ist – und das kann jeder Musiker bestätigen – dass ein guter Sound inspiriert!

Vor diesem Hintergrund ist es sicherlich nicht übertrieben zu behaupten, dass die Geschichte der Rock-Musik ohne die Innovationen von Marshall völlig anders verlaufen wäre. Dabei macht es keinen Unterschied, ob es tatsächlich die Marshall-Verstärker waren, die unzählige Musiker in den letzten 50 Jahren zu derartigen Höchstleistungen angetrieben haben oder ob Jim Marshall mit seinen Entwicklungen einfach nur den Zahn der Zeit getroffen und mit seinen Amps etwas aus den Musikern herausgekitzelt hat, das sowieso schon da war.

Die Sichtweise ändert im Ergebnis nichts an den Tatsachen. Ob im Blues-Rock der 60er-Jahre mit Jimi Hendrix oder Eric Clapton, ob die Hardrocker der 70er, wie Deep Purple und Van Halen, die Schwermetaller von Motörhead und Iron Maiden in den 80ern oder aktuelle Bands wie die Red Hot Chili Peppers und System Of A Down – alle zogen ihre Inspiration auch aus dem Sound von Marshall-Verstärkern. Und so liest sich der folgende Streifzug durch die (Riff-)Geschichte der Marshall-Benutzer wie das Who-Is-Who der Musik.

Marshall kann auch Bass – hier im Video wird der JMP MK-1 Super Bass demonstriert: 

Die wichtigsten, bekanntesten und einprägsamsten Riffs sollen hier, chronologisch und nach Jahrzehnten geordnet, vorgestellt werden. Die Auswahl dieser Riffs erhebt keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, sondern ist lediglich eine subjektive Sammlung von weithin bekannten Songs, die auf Marshall-Verstärkern gespielt und/oder komponiert wurden und damit in untrennbarem Verhältnis zur Geschichte der Firma und zur Geschichte des Rock stehen.

FOTO: Udo Pipper
1991er Marshall JTM45 Reissue

Zurück zur Übersicht

 

Marshall in den Sixties

Anfang der 60er-Jahre erlebte die Musikwelt eine markante Wende. Kamen bis dahin alle gitarrenrelevanten Musikstile wie Jazz, Blues oder Rock & Roll aus den USA, verlagerte sich die Entwicklung nun nach England, wo plötzlich Blues-, Rock- und Beat-Bands wie die Beatles, die Rolling Stones, The Who, Led Zeppelin oder Cream aus dem Boden schossen.

Marshall-Box
1966er Marshall Bass-Box

Man kann diesen Trend als logische Konsequenz der damals immer mehr global agierenden Plattenindustrie sehen, die es nun auch den Briten ermöglichte, ihre amerikanischen Vorbilder zunächst kennen zu lernen und anschließend zu adaptieren und weiterzuentwickeln.

Nicht von der Hand zu weisen ist jedoch auch der Einfluss des noch jungen Jim Marshall, der als Fender-Kopist begann, anschließend jedoch den Klang der elektrischen Gitarre in eine neue Richtung lenkte und in Sachen Zerrsounds Maßstäbe setzte, die im Prinzip bis heute ihre Gültigkeit behalten haben. Und das noch dazu damals für einen erschwinglicheren Preis als die Importe aus Übersee.

Wie jede technische Entwicklung brauchten auch die Röhren-Amps aus dem Hause Marshall ein Weilchen, bis sie in Gitarristenkreisen Fuß gefasst hatten. Aber schon in den mittleren bis späten 60er-Jahren gehörten so prominente Gitarristen wie Eric Clapton, Pete Townshend, Jimmy Page oder Jimi Hendrix zu den Verehrern der neuen Marke und fanden darüber ihre persönliche Ausdrucksweise, ihren ureigenen Sound. Die frühen Marshall-Verstärker der JTM- und JMP-Serien wurden damals nicht selten auch von Bassisten benutzt. Einer der ersten: John Entwistle von The Who.

60s Marshall Sounds

  • The Who: My Generation (1965)
  • Jimi Hendrix Experience: Purple Haze (1967)
  • Cream: Sunshine Of Your Love (1967)
  • Led Zeppelin: Whole Lotta Love (1969)

Zurück zur Übersicht

 

Marshall in den Seventies

War man im Jahrzehnt zuvor noch in der Findungsphase, was sich musikalisch mit den dazugewonnenen Overdrive- und Distortion-Sounds umsetzen ließ, so ist der markante Klang der Marshall-Amps aus der Musik der 70er-Jahre nicht mehr wegzudenken. Schließlich markiert dieses Jahrzehnt die Blütezeiten von Stilen wie Hard Rock, Heavy Metal und später: Punk, die allesamt ohne die Verzerrung und vor allem den infernalischen Druck der Marshall-Verstärker in dieser Form nicht möglich gewesen wären.

FOTO: Dieter Stork
Marshall Combo-Verstärker und Topteil im Vintage-Style, für E-Gitarre

Was dann übrigens auch die Amerikaner gemerkt haben, man denke an ZZ Top, Allman Brothers Band, Lynyrd Skynyrd, Kiss und unzählige andere. Hand in Hand mit der von Marshall geprägten Entwicklung geht mit Sicherheit auch die Etablierung des Powerchords als einfache aber wirksame Basis unzähliger, legendärer Gitarren-Riffs, allen voran natürlich Deep Purples ,Smoke On The Water‘, frei nach dem Motto: Was schert uns die Terz!

In dieses Jahrzehnt fällt auch die Erfindung des Master-Volume-Reglers, der im Falle von Marshall mit den Master-Lead-Modellen der JMP-Serie zum Standard wurde und uns heute ermöglicht, verzerrte Sounds auch in erträglicheren Lautstärken benutzen zu können.

70s Marshall Sounds

  • Free: Alright Now (1970)
  • Deep Purple: Smoke On The Water (1972)
  • ZZ Top: La Grange (1973)
  • U.F.O.: Rock Bottom (1974)
  • Lynyrd Skynyrd: Sweet Home Alabama (1974)
  • Aerosmith: Walk This Way (1975)
  • Thin Lizzy: The Boys Are Back In Town (1976)
  • Ramones: Blitzkrieg Bop (1976)
  • Van Halen: Ain’t Talkin’ ‘Bout Love (1978)
  • Police: Roxanne (1978)
  • AC/DC: Highway To Hell (1979)
  • Kiss: I Was Made For Loving You (1979)

Zurück zur Übersicht

 

Marshall in den Eighties

Ob Jim Marshall 1962, als er anfing Gitarrenverstärker zu bauen, schon ahnte, dass 20 Jahre später, zumindest was die großen Rock-Bühnen dieser Welt betrifft, seine Amps nicht nur als Verstärker, sondern auch als Einrichtungsgegenstände Verwendung finden sollten? In den 80er-Jahren wurden vor allem die 4×12″-Cabinets aus dem Hause Marshall zum beliebtesten Bühnenmobiliar unzähliger Gitarristen und Marshall damit zum gefragten Innenausstatter von Rock-‘n’-Roll-Bands.

Im Steckkastensystem wurden ganze Bühnenrückwände mit den schwarzen Holzkästen ausgekleidet. Doch Vorsicht, was nach viel aussieht, muss nicht unbedingt auch viel bringen. Also verließen immer mehr sogenannte Dummies, sprich reine Boxen ohne Speaker, die Marshall-Fließbänder, um den Gitarrenhelden bei ihrer Lautstärke-suggerierenden, mitunter protzigen Selbstdarstellung unter die Arme zu greifen.

80s Marshall Sounds

  • Ozzy Osbourne: Crazy Train (1980)
  • Motörhead: Ace Of Spades (1980)
  • Black Sabbath: The Mob Rules (1981)
  • Iron Maiden: Run To The Hills (1982)
  • Metallica: The Four Horsemen (1983)
  • Scorpions: Rock You Like A Hurricane (1984)
  • Yngwie Malmsteen: Rising Force (1984)
  • Slayer: Raining Blood (1986)
  • Def Leppard: Armageddon It (1987)
  • Whitesnake: Here I Go Again ’87 (1987)
  • Joe Satriani: Satch Boogie (1987)
  • Guns N’Roses: Sweet Child o’Mine (1988)
  • Pixies: Where Is My Mind (1988)
  • Jeff Beck: Savoy (1989)

 

Du hast einen Vintage Verstärker und würdest gerne wissen, was er wert ist? Hier gehts zum Marshall Price-Guide! 

Zurück zur Übersicht

 

Marshall in den Nineties

Mit dem Abebben der Vorliebe für Virtuosität und lange Haare in der Gitarrenmusik gerieten auch einige der namhaften Marshall-User ein wenig in Vergessenheit und immer weniger neue sogenannte Gitarren-Heroes rückten nach. Nicht dass niemand mehr Marshall-Verstärker spielen wollte, doch die Musik, für die die Firma mit ihren Amps lange Jahre stand, war nicht mehr gefragt, hardrockende Riffs und schnelle Gitarrensoli waren einfach aus der Mode geraten.

Hinzu kam der Erfolg einiger anderer Firmen, die es schafften, sich neben Marshall als Ausrüster für Bands und Musiker der härteren Gangart zu etablieren. Dennoch entstanden auch Ende letzten und Anfang diesen Jahrtausends Gitarren-Riffs, die die Rock-Musik prägten und die ohne Marshall-Amps vermutlich nie das Licht der Musikwelt erblickt hätten. Oder anders klingen würden.

90/00s Marshall Sounds

  • Red Hot Chili Peppers: Give It Away (1991)
  • Rage Against The Machine: Killing In The Name (1992)
  • Lenny Kravitz: Are You Gonna Go My Way (1993)
  • Blur: Song 2 (1997)
  • System Of A Down: B.Y.O.B. (2005)

Wenn du mehr erfahren willst, empfehlen wir unsere Amp Station FAQ zu Marshall Amps oder das großen Sonderheft! 

Autor: Marian Menge

Zurück zur Übersicht

 

Marshall Lexikon

 

18 UND 20 WATT SERIES

1965 brachte Marshall drei kleine Combos auf den Markt – den 1958 (2×10″), 1973 (2×12″) und 1974 (1×12″). Diese Verstärker orientierten sich technisch tendenziell am Watkins-Dominator-Kofferverstärkers, einem britischen Konkurrenzprodukt, und wirkten äußerlich wie eine Mini-Ausgabe des Bluesbreaker-Combos. Zwei EL84 saßen in der Endstufe, und die Ausstattung glänzte mit Hall und Tremolo.

Diese Combos wurden nur zwei Jahre gebaut, ehe die 20 Watt Series sie ersetzte, die von 1967 bis 1974 gebaut wurde. Diese Serie bestand aus fünf Topteilen inkl. eines PA-Heads und sechs Combos.

 

2100

50-Watt starker Lead-and-BassVerstärker, der nur zwischen 1973 und 1976 gebaut wurde, einen 1987-Lead- mit einem 1986-Bass-Kanal kombinierte und nur über Mailorder zu bekommen war. Im Paul-Weller-Signature-Amp erlebte der 2100-Combo 2008 eine Wiederauferstehung in einem spektakukären Brit-Pop-Outfit.

 

2150

Ein 100 Watt starker 1×12″- Combo, der einzige MarshallAmp mit vier Inputs plus Master-Volume. Der von von Steve Grindrod (-> Grindrod, Steve) entwickelte Amp wurde 1978 vorgestellt und nur kurz gebaut.

 

5F6A

Kennziffer für die Schaltung des 59er Fender Bassman, an dem sich die Entwickler des ersten Marshalls orientierten.

 

ALVAREZ, SANTIAGO

Ab 2005/06 Marshall-Chef-Designer, der u. a. für die JVM-Serie, den Slash-Amp AFD100 und die MG-Serie verantwortlich war.

 

AVT SERIE

Nachdem man bei den beiden Valvestate-Serien gute Erfahrungen mit Solid-State-Komponenten gemacht hatte, stellte Marshall im Jahr 2000 die AVT-Amps vor, die eine 12AX7-Röhre in der Vorstufe hatten und deren Endstufen eine neue, sogenannte Dynamic-Clip-Schaltung präsentierten, die ein Röhren-ähnliches Endstufenverhalten simulierte.

 

ARTIST SERIE

Die Artist-Serie erschien parallel zur JCM-800-Serie zwischen 1984 und 1991, die Verstärker (3203 Top, 4203 1×12″- Combo) waren 30 Watt stark und mit Solid-State-Vor- und Röhren-Endstufe ausgestattet. Nicht zu verwechseln mit der -> Artisté-Serie!

 

ARTISTÉ SERIE

Von 1971 bis 1978 wurde die Artisté-Serie produziert; sie bestand aus den Topteilen 2048 (50 Watt) und 2068 (100 Watt), dem Combo 2040 (50 Watt, 2×12″), einer 2×12″- und einer 4×12″-Box (2049, bzw. 2069). Sowohl die Tops als auch der Combo dieser Artisté-Serie waren mit einem Federhall ausgestattet.

 

BEANO

Spitzname eines Albums von John Mayall & The Bluesbreakers (Clapton liest auf dem Cover-Foto einen Beano-Comic), aber auch Kurzformel für den einzigartigen, fetten Sound, den Eric Clapton mit einer Gibson Les Paul und einem Marshall-Bluesbreaker-Combo auf diesem Album schuf.

 

BESPANNSTOFFE

Genauso klassisch wie die Technik der Marshall-Amps ist ihr äußeres Erscheinungsbild, geprägt durch die Vielzahl der Front-Bespannstoffe der Boxen und das -> Kunstleder, mit dem Boxen, Combos und Tops bezogen sind. White: der erste von Marshall benutzte Stoff, von 1962 bis 1965 eingesetzt. Grey Bluesbreaker: von 1965 bis 1968. Brown Bluesbreaker: von 1965 bis 1968, sehr selten verwendet. Brown Basket Weave: meist in Verbindung mit purple-farbenem Kunstleder verwendet.

Salt and Pepper, auch Grey Basket Weave genannt, von 1968 bis 1973 Checkerboard: von 1972 bis 1975 sowie bei diversen Reissues. Light Straw: bei Club-and-Country-Combos eingesetzt. Black: von den Achtzigern an bis heute. Der erste schwarze Stoff, der ab ca. 1976 eingesetzt wurde, war eher dunkelgrau und blich im Laufe der Zeit aus. Black and Silver Thread: 1975, selten.

Zurück zur Übersicht

 

BIG M

Ab 1966 kam Marshall auch in größeren Stückzahlen auf den deutschen Markt. Hier gab es aber einen Trompeten-Hersteller, der die Rechte am Markennamen Marshall besaß und den Engländern verbot, unter diesem Namen ihre Produkte anzubieten. Kurzerhand taufte Jim seine Marshalls in Big M um, um sich etwa ein Jahr später die Rechte an seinem Namen auch in Deutschland zu sichern. Aber auch: Mitte der 70er-Jahre baute der amerikanische Marshall-Vertrieb in den USA eigene Boxen, die er ebenfalls Big M nannte – billigere Aggregate, die mit Eminence-Speakern bestückt waren und hauptsächlich im Verbund mit den neuen Transistor-Amps angeboten wurden.

 

BLOCK LOGO

Wurde ab ca. 1964 verwendet, erst als sogenanntes „Transition“ Silver-Block-Logo, mit dunkelroter Schrift auf silbernem Grund, später dann als Gold-Block-Logo auf goldenem Grund. Ab ca. 1966 wurde dann in unterschiedlichen Variante das -> Script Logo verwendet.

 

BLUESBREAKER

Spitzname eines Marshall-Combos, zuerst im Jahr 1965 als Modell 1961 als 4×10″-, und als Modell 1962 als 2×12″-Combo vorgestellt. Es gab zwei Serien, Eric Clapton erspielte sich mit einem 2×12″-Combo der zweiten Generation als Gitarrist von Johny Mayall & the Bluesbreakers ab 1966 Ruhm und Ehren. Aber auch: Marshall Verzerrer-Pedal (ab 1991).

 

BLUESBREAKER HOUSE

So nannte Jim Marshall seinen Bungalow.

 

BOXEN

Eine energische Faustsportart! Aber auch: Lautsprecher-Gehäuse, wichtig für den Sound, wichtig für die Optik. Die typische Marshall-Box ist längt eine Ikone des Rock ‘n‘ Roll, und immer noch aktuell! Heute hat Marshall acht 4×12″- (jeweils in abgeschrägter und gerader Bauform) und acht andere Boxen im Programm. Hier sind sie im Überblick, zuerst die 4×12″-Boxen:

1960A/B – 300 Watt, Celestion G12T-75, mono/stereo, 760 × 830 × 365 mm

1960AV/BV – 280 Watt, Celestion G12 Vintage, mono/stereo, 760 × 830 × 365 mm

1960AX/BX – 100 Watt, Celestion G12M25, mono, 760 × 830 × 365 mm

1960AHW/BHW – 120 Watt, Celestion G12H-30, mono, 760 × 830 × 365 mm 1960TV – 100 Watt, Celestion G12M-25, mono, 770 × 820 × 365 mm

425A/B – 100 Watt, Celestion G12C, mono/stereo, die Vintage-Modern-Box, 770 × 755 × 365 mm

1960DMA/B – 280 Watt, Celestion G12V30, mono/stereo, Dave-Mustaine-Signature-Boxen, 770 × 755 × 365 mm

M412A/B – 300 Watt, 12AX75 Speaker, mono, 770 × 755 × 365 mm, günstiger Preis dank Fertigung im Fernen Osten, aus der JMD-Serie.

Wie eine Box gebaut ist, also die beiden Grundtypen, unterscheidet Marshall mit den Ziffern A bzw. B . Dabei steht A für angled (= abgewinkelt) und B für base oder bottom (= Basis, Boden).

Andere Boxen:

1912 – 1×12″, 150 Watt, Celestion G12B150, mono, 510 × 465 × 290 mm

1922 – 2×12″, 150 Watt, Celestion G12T75, mono/stereo, 675 × 515 × 260 mm

1936 – 2×12″, 150 Watt, Celestion G12T75, mono/stereo, 740 × 600 × 305 mm

1936V – 2×12″, 140 Watt, Celestion G12 Vintage, mono/stereo, 740 × 600 × 305 mm

JVMC212 – 2×12″, 150 Watt, Celestion Vintage und Heritage, mono, 690 × 490 × 265 mm

C110 – 1×10″, 15 Watt, Celestion G10F15, mono

2061 – 2×12″, 60 Watt, Celestion G12H30, mono, 650 × 665 × 305 cm, aus der Handwired-Serie

1974CX – 1×12″, 20 Watt, Celestion G12M-20, mono, 610 × 535 × 230 mm. Diese 1974CX ist als Ergänzungs-Box zum 1974X-Combo aus der Handwired-Serie gedacht.

Zurück zur Übersicht

 

BRAN, KEN

War ab 1962 Jim Marshalls rechte Hand. Er entwickelte die ersten Marshall-Amps und leitete Marshalls Entwicklungsabteilung bis weit hinein in die 70er-Jahre, ehe er sich mit einer großzügigen Aktien-Abfindung zurückzog.

 

BROWN SOUND

Beschreibung des Sounds, den Eddie van Halen bei den ersten Van-Halen-Alben erzielte. Hierzu benutzte er einen nicht modifizierten 100 Watt JMP Super Lead aus den 60er-Jahren. Alle Volume- und Ton-Regler standen auf 10 (also voll auf), er verwendete ein Ohmite Variac, das die Spannungsversorgung des Amps von den in den USA üblichen 110 Volt auf ca. 90 Volt absenkte, die brachiale Endlautstärke wurde durch einen Lastwiderstand gezähmt. Live verwendete er dann lange Zeit den Marshall-Amp mit Dummy-Load quasi als Preamp, der dann von H&H V800 Mosfet-Endstufen hochverstärkt wurde. Effekte wie das Echoplex wurden mit dem Dummy-Load-Signal gespeist.

 

CAPRI

1966 und 1967 wurden nur knapp 100 Stück dieses 5- Watt/1×8″-Vollröhren-Combos gebaut. Er war nur für Mailorder-Kunden erhältlich und sah mit seinem rotem Kunstleder und weißem Front-Bespannstoff so gar nicht wie ein Marshall-Amp aus.

 

CELESTION

Englischer Lautsprecher-Hersteller, der seit 1962 mit Marshall zusammenarbeitet. 1924 gegründet ist Celestion damit die Lautsprecherfirma mit der längsten Tradition, die heute noch im Geschäft ist.

 

CLASS 5

Eine kleine Serie kleiner Produkte, im Zentrum ein 5 Watt starker Vollröhren-Amp mit einem Kanal und einer Class-ASchaltung. Die Serie besteht aus Top (C5H), 1×10″-Combo (C5- 01) und Box (C110).

 

CLUB AND COUNTRY SERIES D

ie Stiefkinder des MarshallProgramms, denn über diese Serie findet man so gut wie nichts in den Firmenunterlagen. Wie ihr Name schon sagt, sollten diese Verstärker, die 1978 vorgestellt wurden, vor allem Country-Musikern gefallen, sprich: den in diesem Genre erfolgreichen Fender-Amps wie Twin und Super Reverb das Wasser abgraben. Drei 100-WattCombos beinhaltete diese Serie: 4140 (2×12″), 4145 (4×10″) und 4150 (4×10″ Bass). Die Amps hatten KT77-Endröhren und waren mit braunem Tolex bezogen, den Cowboy-Look vervollständigte die strohfarbende Frontbespannung. Nur sechs Jahre ritten die drei Amps durchs Marshall-Programm.

 

CMI

Für die selbe Firma, die u.a. auch -> Park-Amps in England verkaufte, baute Marshall einige wenige Amp-Serien unter dem Firmenlogo CMI – Cleartone Musical Instruments. Hauptsächlich PA-Equipment, aber auch drei Gitarren-Amps wurden 1976 und 1977 angeboten.

 

DR.

Das College of Music in den USA verlieh Jim Marshall die Ehrendoktorwürde. Aus dem unter einfachsten äußeren und beschwerlichen gesundheitlichen Bedingungen aufgewachsenen Jim Marshall, dessen Vater eine Imbissbude betrieb, war im Laufe der Zeit Dr. Jim Marshall -> OBE geworden.

 

CRAVEN, DUDLEY

Assistent von Ken Bran (-> Bran, Ken), der als 18-jähriger mitentscheidend an der Entwicklung der ersten Marshall-Amps beteiligt war. Er verließ mit 21 bereits wieder die Firma, um in die Großstadt London zu ziehen.

 

DISCO UNIT

1974 stellte Jim Marshall die Disco Unit vor, bestehend aus einem Paar Boxen (Mod. 1995), einer Transistor-Endstufe (Mod. 1994 Slave) und einem Plattenspieler (Mod. 1993). Nur ein paar wurden gebaut, dann kümmerte sich Marshall wieder um Live-Musik.

 

DOYLE, MICHAEL

Ausgewiesener Marshall-Experte und Autor der Bücher ‚The Sound of Rock‘ und ‚The History of Marshall‘ EL34-KRISE Marshall und EL34-Endröhren gehören ähnlich fest zusammen wie Marshall und Celestion-Speaker. Kein Wunder, dass die Mannen um Jim Marshall nervös wurden, als Anfang der 90er-Jahre Tesla, die Röhrenfabrik in der damaligen Tschechoslowakei, die Segel strich. Tesla war einer der wenigen verbliebenen Hersteller guter EL34-Röhren. Der eigene EL34-Vorrat in England war schnell aufgebraucht, und es blieb nichts anderes übrig, als auf russische 5881-Röhren auszuweichen. Diese Röhren sind den 6L6 sehr ähnlich, 6L6 steht aber für Fender-Sound. Ein Unding für die zahlreichen Marshall-Fans, die längst vergessen hatten, dass die Geschichte Marshalls mit einem JTM 45 samt 5881-Endröhren begonnen hatte. 1997 konnte der russische Hersteller Svetlana nach einer intensiven Zusammenarbeit mit Marshall dann eine neue EL34 vorstellen, die den Standards der Engländer genügte.

 

FABULOUS FLEE-REKKERS

Die Band, in der Jim Marshalls Sohn Terry Saxofon spielte – und zusammen mit den -> Sensational Flintstones die ersten Endorser von Marshall-PABoxen, Anfang der 60er- Jahre.

Zurück zur Übersicht

 

GELEGENHEITSJOBS

Jim Marshall begann im Alter von 13 1/2 zu arbeiten: Zuerst auf einem Schrottplatz, in einem Baustoff-Geschäft, als Bäcker in einer Keksfabrik, dann als Einkocher in einer Marmeladen-Produktion, als Schuhverkäufer und in einer Fleischkonservenfabrik. Später ging er zu einer Ingenieur-Schule, um anschließend (1946 bis 1949) als Werkzeugmacher bei Heston Aircraft sein Geld zu verdienen. Seit 1942 war Jim Marshall übrigens Mitglied einer Unterhaltungs-Combo, erst als Sänger und Step-Tänzer, dann beorderte man ihn ans -> Schlagzeug.

 

GOLD BLOCK LOGO

Siehe -> Block Logo

 

GOODMANS

Englischer Lautsprecher-Hersteller, mit dem Marshall Anfang der 60er-Jahre und damit vor der Partnerschaft mit der Firma -> Celestion zusammenarbeitete.

 

GO OVER BIG…

… with Marshall! Der erste Werbeslogan der Firma sagt eigentlich alles: Größer als Groß!

 

GRINDROD, STEVE

Der einstige Marshall-Chefentwickler arbeite von 1973 bis 2000 in -> Milton Keynes; vorher war er für Tom Jennings und dessen Firma Vox tätig, zu der er 2000 als Geschäftsführer und Chef-Entwickler zurückkehrte. Seit 2009 leitet er in Partnerschaft mit der International Audio Group seine Firma Albion, die Amps in einer eigenen Fabrik in China baut, in der Grindrod auch vor Ort mitarbeitet.

 

GUV´NOR

Spitzname Jim Marshalls, aber auch der Name eines Marshall Verzerrers. JCM Abkürzung für den Namen Jim Charles Marshall.

 

JCM 600 SERIES

Die JCM-600-Serie löste 1997 die wenig erfolgreiche -> JTM Series ab, kam wieder in einem Marshall-typischen, schwarzen Design und entsprach technisch der 60 Watt starken JTM60- Linie. Die 600er-Serie bestand aus dem JCM600 Top, den Combos JCM601 (1×12″) und JCM602 (2×12″) und den vier Zusatzboxen C12 (1×12″), C212 (2×12″), C410A (4×10″, abgeschrägt) und C410B (4×10″, gerade). JMP Abkürzung für Jim Marshall Products JMP-1 Erster und bisher einzige programmierbarer 19″-Röhren-Preamp der Marshall-Geschichte; war von Ende der Achtziger bis 2006 auf dem Markt. JTM Abkürzung für die Namen „Jim & Terry Marshall“. Terry ist Jims Sohn, ebenfalls Musiker (Saxofonist) und sein Geschäftspartner in den frühen Marshall-Jahren.

 

JTM 45 D

er Amp, mit dem alles begann, 1962 entwickelt von Ken Bran (-> Bran, Ken).

 

JTM SERIES

Zwischen 1995 und 1998 aufgelegte Serie rund um die Verstärker JTM 30 und JTM 60. Sie nahmen nicht nur wegen ihres Äußeren (Vintage-Brown-Tolex) eine Sonderposition ein, sondern auch wegen ihrer brillanten Vintage-Sounds. Die Verstärker waren zweikanalig (clean, Overdrive) aufgebaut, hatten Federhall und eine moderne Ausstattung mit frequenzkorrigiertem DI-Out und einem seriellen (JTM 30), bzw. mit je einem seriellen und parallelen Effektweg (JTM 60). Die JTM30-Verstärker, die es als 2×10″- und 1×12″-Combos gab, hatten 5881-Endröhren, während die JTM-60-Endstufen von Marshalltypischen EL34 betrieben wurden. Neben dem JTM600-Topteil gab es hier noch drei Combos (1×12″, 1×15″ und 2×12″). Die JTM-Serie, die nicht besonders erfolgreich war, rundeten drei Zusatzboxen (1×12″, 2×12″, 4×10″) ab. JVM Abkürzung für die Namen „Jim & Victoria Marshall. Victoria ist Jims Tochter.

 

KITCHEN-MARSHALL

Die Musikladenkette Kitchen beauftragte 1966 Marshall, eine eigene Amp-Reihe zu bauen, die das Block-Logo Kitchen-Marshall bekam. Es wurden hauptsächlich PA-Verstärker und – Boxen gebaut, aber auch einige Gitarrenverstärker.

 

KNOCHEN-TUBERKULOSE

Jim Marshall, geboren am 29. Juli 1923, litt seit frühester Kindheit an Knochen-Tuberkulose, einer chronischen Entzündung im Körper, bei der es auch zur Eiterbildung im Knochen, zur Zerstörung von Knochensubstanz und zu entsprechenden Änderungen der Knochenform kommen kann. Dies hatte zur Folge , dass er den größten Teil seiner Kindheit von den Knöcheln bis zu den Achseln eingegipst war. Jim Marshall war insgesamt nur drei Monate in der Schule, um sich dann ab 13 1/2 Jahren, als er wieder gesund war, mit -> Gelegenheitsjobs über Wasser zu halten.

 

KUNSTLEDER

Genauso klassisch wie die Technik der Marshall-Amps ist ihr äußeres Erscheinungsbild, geprägt durch die Vielzahl der -> Bespannstoffe und das Kunstleder, mit dem Boxen, Combos und Tops bezogen sind. Black Levant: 1965 bis 1974. Black on Green: sporadisch ab 1966 eingesetzt. Orange Levant: im 1972er-Katalog angeboten. Purple Levant: in 1968er- und 1972er Katalogen, bei diversen Reissues und der Haze-Version von 2012. Red Levant: in 1967er-, 1968er- und 1972er-Katalogen Blue Levant: im 1967er-Katalog und bei den 30th Anniversary-Modellen. Dark Brown Elephant: für Club-and-Country-Combos White Elephant: 20th Anniversary Modelle, Randy-RhoadsSignature u. a. Black Elephant: Der MarshallStandard ab 1975.

 

METAL LOGO

Die ersten JTM-45-Tops trugen eine rote Marshall-Schrift auf einer Metallplatte, gerne Coffinoder Badge-Logo genannt. Es wurde von dem -> Block-Logo abgelöst. MAJOR Ein 1967 auf der Basis eines HiFiVerstärkers entwickeltes Gitarren-Topteil mit 200 Watt Ausgangsleistung.

 

MARSHALL COUNTRY CLUB

Kein Marshall-Verstärker, sondern ein Golfclub in Marshall, Michigan (USA). Aber: Marshall hat allerdings Verstärker namens -> Club and Country gebaut.

 

MARSHALL GUITAR

Eine richtig laute E-Gitarre ließ Marshall für Spinal-Tap-Gitarrist Nigel Tufnel 1992 bei Jackson/USA bauen. Alle Parts wie Knöpfe, Panel, Logos, Keder, Buchsen etc. stammten aus dem Marshall-Baukasten, der eigentliche Clou war die ansteckbare Nachbildung einer 1960B-Box. Insgesamt wurden vier Marshall Guitars gebaut.

Zurück zur Übersicht

MERCURY

Modell 2060 Mercury, seltener 1×12″-Combo, der nur 1972/73 gebaut wurde. Mit Transistor-Vorstufe und EL84-bestückter Endstufe, die fünf Watt erzeugte. Weitere Besonderheit: Den Combo gab es nur in Rot und Orange.

 

MILTON KEYNES

Die Stadt, in der die Marshall-Fabrik zu Hause ist. Hier alle Adressen der diversen Marshall-Fabriken, von 1962 bis in die Gegenwart: 1962 – 1964 Jim Marshall & Son 76 Uxbridge Road Hanwell, W7 1963 – 1964 (nur Boxen-Fertigung) Jim Marshall & Son 93 Uxbridge Road Hanwell, W7 1964 – 1966 20-30 Silderdale Road Hayes, Middlesex 1966 – 1968 Lyon Road, Bletchley Milton Keynes 1968 – 1984 First Avenue, Bletchley Milton Keynes 1984 bis heute Denbigh Road, Bletchley Milton Keynes Milton Keynes hat etwa 200.000 Einwohner und hat neben Marshall noch einige andere interessante Fakten zu bieten – wie z. B. das längste Einkaufszentrum der Welt, Europas größte Skihalle mit echtem Schnee und die National Bowl, ein beliebter Ort für große Open-Air-Konzerte. Das Straßenbild von Milton Keynes wird zum einen durch viele Beton-Kühe (!) geprägt, aber auch durch eine moderne Straßenarchitektur, denn Milton Keynes entstand am Reißbrett erst in den 60er-Jahren. Die Straßen sind schachbrettartig angeordnet und durch zahlreiche Kreisverkehre verbunden, die Dichte der Kreisverkehre ist selbst für englische Verhältnisse außergewöhnlich hoch.

 

MINI STACKS

Marshall hat ab 1984 Mini-Versionen seiner Stacks vorgestellt. Bei den Boxen handelte es sich um verkleinerte 4×10″- oder 2×12″-Formate, bei den Verstärkern wurden zum Teil sogar klassische Röhren-Amps auf das kleinere Format gebracht: So war der 2204S die Mini-Marshall-Variante des 50-Watt2204 aus der JCM-800-Serie, der 3203 stammt aus der Artist-Serie (Solid-State-Preamp, Röhren-Endstufe, und Modell 3210 Lead Mosfet 100 war komplett in Solid-State-Technik aufgebaut; ein Transistor-Amp also.

 

MITCHELL, MITCH

John „Mitch“ Mitchell (1947- 2008) war vielleicht der talentierteste Schlagzeugschüler Jim Marshalls. Er wurde später, ab Ende 1966, weltberühmt als Mitglied der Band Jimi Hendrix Experience.

 

MODE FOUR

2003 eingeführte, ultrastarke Hybrid-Amp- und Boxen-Serie für die Metal-Fraktion.

 

MS-SERIE

Vielleicht die meistverkauften Marshall-Amps? Das mag an der Größe liegen, denn MS ist nicht umsonst das Kürzel für Microben-Stack. Kaum größer als eine Zigarettenschachtel, entfachte der 1990 vorgestellte 1 Watt starke MS-2 (Halfstack) einen Höllenlärm, der von seinem Fullstack-Bruder (ab 1995 im Programm) noch getoppt wurde. Die MS-Serie gibt es in vielen verschieden Farben, sie ist bis heute im Marshall-Katalog vertreten.

 

NARB

Für den Musikladen Sound City baut Marshall 1974 Amps und Boxen unter dem Namen Narb – Ken Brans (-> Bran, Ken) Familiennamen rückwärts buchstabiert. OBE Abkürzung für Order of the British Empire – ein britischer Verdienstorden, den Jim Marshall 2004 von der Queen verliehen bekam und der den Mann aus einfachen Verhältnissen in den Offiziersstand versetzte. PARK Für seinen Freund und Geschäftspartner Johnny Jones bauten Jim Marshall und seine Mannen ab 1965 aus Marshall-Restbeständen eine eigene Verstärker- und Boxen-Reihe namens Park. Johnnys Firma Cleartone Musical Instruments (CMI), bis 1965 der Marshall-Vertrieb für Nord-England und durch die Verbindung Marshalls mit Rose Morris aus dem Spiel, brachte die Park-Produkte, heute natürlich genauso gesucht wie die Originale, bis 1982 in die englischen Läden. Dann ließ Marshall die Park-Serie auslaufen, um etwa zehn Jahre später den Namen wieder zu beleben – mit günstigen Transistor-Amps, made in Fernost: Park – Son of Marshall.

 

PEPPY AND THE NEW YORK TWISTERS

Band von Ken Bran (-> Bran, Ken), aus der er Anfang der 60er ausstieg, um bei Pan Am zu arbeiten, bevor er einen Anruf von Jim Marshall bekam, der dringend einen Service-Techniker suchte.

 

POPULAR

Modell 1930 Popular, seltener Marshall-Vollröhren-Combo, der nur 1972 und 1973 gebaut wurde; mit zwei Kanälen, 1×12″-Speaker-Bestückung und Tremolo-Effekt.

 

PIPING

Keder, Einfassung, z. B. um den Front-Bespannstoff einer Box.

 

POWER BRAKE

PB 100 Marshall Power Attenuator, dessen leistungsreduzierende Technik dem 19″-Stallgefährten SE100 entliehen worden war.

 

POWER BUILDER

Kaum bekannt, nicht erfolgreich, seiner Zeit weit voraus – der Power Builder war ein um seine Endstufen-Sektion erleichterter Marshall-Amp, der 1967 mit dem Ziel auf den Markt kam, als Preamp aktiven, mit 50 Watt starken Röhren-Endstufen ausgerüsteten 2×12″-Boxen vorzustehen. Bis zu zehn Boxen konnten von einem einzigen Power Builder mit JMP-MarshallSound versorgt werden. Nur knapp 50 Stück wurden gebaut.

 

PURE EVOKE-1S

Ein Digital-Radio im Look der Marshall-Amps. Gibt’s im Fan-Shop auf www.marshallamps.de

Zurück zur Übersicht

 

QUEEN’S AWARD FOR EXPORT

1984 und 1992 erhielt Marshall diesen Preis für außerordentliche Erfolge im Export-Business.

 

REVERSED LOGO

Bezieht sich auf die ersten JTM-50-Verstärker, deren Typenbezeichnung (JTM) auf dem Front-Panel in Gold auf schwarzem Grund ausgeführt war. Dieses Logo nennt man auch Black Flag, da es wie eine Flagge aussieht.

 

RÖHREN

Essentieller Bestandteil der meisten Marshall-Schaltungen ist die Bestückung mit Röhren in Vor- und Endstufen, aber auch vielmals in der Gleichrichter-Funktion. Folgende Röhrentypen verwendet(e) Marshall:

ECC83

Vorstufenröhre mit dem meisten Gain.

 

GZ34

Gleichrichter-Röhre, seit den Siebzigern in den meisten Amps durch eine Dioden-Gleichrichtung abgelöst.

5881 (6L6)

Die erste Endstufen-Röhre, die Marshall benutzte, als man noch vom Fender Bassman beeinflusst war. Sie kam dann Mitte der 90er Jahre in der -> EL34-Krise in den JTM-30-Amps zum Einsatz, aber auch größtenteils in der JCM-900-Serie.

KT66 (6L6)

Die britische Version der amerikanischen 6L6. Sie wurden in der JTM-45-Produktion verwendet, wenn 5881 nicht verfügbar waren, aber z. B. auch in den ersten 100-Watt-Amps. 6L6 Amerikanische Röhre, die heute in einigen Reissue-Modellen eingesetzt wird.

EL34

Die klassische Marshall-Endstufenröhre. Seit 1966 in fast jedem Marshall-Amp im Einsatz.

EL84

Bekannt als Endröhre für Vox-Amps wie AC30 und AC15, hat Marshall diese verkleinerte EL34 z. B. früher bei den -> 18-Watt-Combos und dem 20-Watt-Top verwendet, aber auch z. B. bei Amps der JCM-2000-Serie. Hier spielten der DSL401 und der DSL201 mit EL84.

KT88

Mächtige Endröhre, die als Quartett erstmals 1967 im Marshall Major Anwendung fand.

6550

Ersatzröhre für die teure KT88, die kaum noch gebaut wird. Marshall verwendete sie in der 2000er Serie und mit nicht weniger als acht Stück beim VPA 400-Bass-Amp.

KT77

Heavy-duty-Version einer EL34, nicht gerade preisgünstig und deshalb nur in wenigen Marshalls zu finden.

6V6

Eigentlich eine Röhre typisch für ältere Fender-Amps wie z. B. Deluxe Reverb. Marshall hat diese Low-output-Endröhre im Studio 15 „Little Fatty“ eingesetzt, aber auch im Haze und den neuen DSL15H und DSL15C.

ECL86

Eine Hälfte der Röhre ist als Triode, die zweite als Pentode gebaut. Diese seltene Röhre wurde im -> Popular und im -> Spezialist als Treiberröhre für den Hall verbaut.

 

ROSE MORRIS

Englische Vertriebsfirma, mit der Marshall von 1965 bis 1981 zusammenarbeitete.

 

REVERB FUZZ UNIT

Im Gehäuse des 20-Watt-PATopteils brachte Marshall 1968 diesen Effekt auf den Markt, in Transistor-Technik, mit einer Hammond-Hallspirale. Das Gerät war auch ohne Fuzz-Effekt erhältich, beide wurden in den frühen Siebzigern aus dem Programm genommen.

 

SCHLAGZEUG

Seit 1942 arbeitete Jim Marshall als Schlagzeuger, nahm aber 1946 Unterricht bei dem berühmten Jazz-Drummer Max Abrams und begann 1949, selbst Unterricht zu geben. Bis zu 65 Schüler hatte er pro Woche und verdiente sich damit das Geld, um 1960 sein eigenes Boxenbau-Business zu gründen. In seiner aktiven Zeit galt Jim Marshall als der beste singende Schlagzeuger Englands!

Zurück zur Übersicht

SCRIPT LOGO

Ca. 1966 eingeführtes Logo, das sich in verschiedenen Größen und Ausführungen (ganz weiß, Gold auf Weiß) bis heute gehalten hat.

 

SENSATIONAL FLINTSTONES

Die Band, in der Rod Freeman Gitarre spielte und sang – und zusammen mit den -> Fabulous Flee-Rekkers die ersten Endorser von Marshall-PA-Boxen, Anfang der 60er-Jahre. Rod Freeman war Verkäufer in Jim Marshalls erstem Laden.

 

SERIEN

JTM 45 1962 – 1966

JTM 50 1966 – 1967

JTM 45/100 1965 – 1967

Major 1967 – 1974

18 Watt 1965 – 1967

Park 1965 – 1982

20 Watt 1967 – 1974

JMP 1967 – 1981

JMP Solid State 1973 – 1980

Artisté 1971 – 1978

2000 1981 – 1989

JCM 800 1981 – 1985

Artist 1981 – 1991

Solid State 1981 – 1991

Mini Stacks 1984 – 1991

Integrated Bass System 1985 – 1995

25th Anniversary 1987 – 1990

Reissue ab 1988

9000 1989 – 1997

JCM 900 1990 – 1999

MS ab 1990

30th Anniversary 1992

Park: Son of Marshall 1993 – 1998

Dynamic Bass System 1994 – 2000

JTM 30 1995 – 1998

JTM 60 1995 – 1997

35th Anniversary 1997

JCM 600 1997 – 1999

JCM 2000 DSL ab 1997

JCM 2000 TSL 2000 – 2012

VBA 400 ab 1998

Valvestate I 1991 – 1993

Valvestate II 1993 – 1999

AVT 2000 – 2009

MG ab 1998

Mode Four ab 2003

JVM ab 2006

MB ab 2006

Vintage Modern ab 2007

Class 5 ab 2009

JMD:1 ab 2010

MA ab 2012 50th Anniversary 2012

 

SILVER BLOCK LOGO Siehe -> Block Logo

 

SOLID STATE SERIES

Bereits in den 70er-Jahren stellte Marshall Transistor-Verstärker vor, aber die JMP Solid State Series war alles andere als erfolgreich. In der Dekade zwischen 1981 und 1991 wurden dann eine ganze Reihe neuer Solid-State-Amps veröffentlicht, die der Markt deutlich besser akzeptierte. Angefangen von dem 12- Watt-Micro-Stack-Topteil 3005, bis hin zu dem bärenstarken 150-Watt-Topteil 3315, umfasste die Serie nicht weniger als vier verschiedene Amp-Tops, 17 Combos (darunter fünf für Keyboard-Verstärkung) und zwei 1×12″/75-Watt-Boxen.

 

SPECIALIST

Modell 2046 Specialist, seltener 1×15″-Combo, der nur 1972/73 gebaut wurde. Er war der erste Marshall-Amp mit einer Platine und hatte Hall- und Tremolo-Effekte. Überhitzungs-Probleme, die nicht gelöst werden konnten, stoppten die Produktion.

 

STUDIO

15 Modell 4001 Studio 15; dieser Combo mit dem Spitznamen „Little Fatty“ hatte als erster Marshall 6V6-Endröhren, einen XLR-Output und einen eingebauten Power-Attenuator. Der 18-Watt/1×12″-Combo wurde von 1986 bis 1992 gebaut.

TREMELOES

Englische Beat- und Pop-Band und eine der ersten Formationen, die mit Marshall-Equipment unterwegs waren. Und deren Name permanent falsch geschrieben wurde und wird – sogar auf dem Titelbild des ersten Marshall-Katalogs.

 

VALVESTATE

Ab 1991 auf dem Markt erfolgreich eingeführt, repräsentiert die Valvestate-Serie die erste Hybrid-Serie Marshalls mit einer ECC83 in der Vorstufe und einem Endstufen-Design, dass der HiFi-Technik entlehnt wurde. Die erste ValvestateSerie wurde von 1991 bis 1993, die zweite von 1993 bis 1999 gebaut.

 

WOMAN TONE

Gitarrist Eric Clapton schuf in seiner Cream-Phase zusammen mit einem Marshall-Verstärker und Humbucker-Gitarren (Gibson Les Paul, SG, ES-335) den sogenannten Woman-Tone. Das Rezept: Beide Ton-Regler komplett zurückdrehen und den Toggle-Schalter in die Mitte stellen. Nun den Volume-Regler des Steg-Pickups um etwa ein Drittel zurückregeln und den Verstärker in eine starke Verzerrung bringen. Auf diese Art entsteht ein mittiger, fast synthetischer Sound – eben der berühmte Woman Tone.

Autor: Heinz Rebellius

 

« Zurück nach oben