ZZ Top

Wenn es eine Band gibt, bei der ein Besetzungswechsel heute schlicht undenkbar ist, dann ZZ Top. Das texanische Trio wurde 1969 von dem Gitarrist, Sänger und Songwriter Billy Gibbons gegründet, der nach kurzen Experimenten mit dem Bassisten und Sänger Dusty Hill und dem Schlagzeuger Frank Beard die richtigen Mitstreiter gefunden hatte, um Rock-Geschichte zu schreiben.

Gibbons hatte schon mit 13 seine erste elektrische Gitarre bekommen und war heftigst mit dem Blues- und Rock-Fieber infiziert worden. Mit 18 Jahren gründete er The Moving Sidewalks, eine Band, die psychedelischen Blues-Rock spielte und als Opening Act für Jimi Hendrix’ erste US-Tour engagiert wurde.

Gibbons und Hendrix freundeten sich an und diskutierten viele Stunden über neue Sounds und neue Ideen. Jimi schenkte seinem Kumpel eine pinke Stratocaster und erwähnte ihn in der Dick Cavett-Show als neuen Stern am Gitarristenhimmel.

Der Sound von ZZ Top

ZZ Top hatte spätestens mit dem dritten Album ‚Tres Hombres‘ (1973) zu einem markanten und unverwechselbaren Band-Sound gefunden. Die US-Tour zum Album bescherte der Band zahlreiche ausverkaufte Shows, von denen einige mitgeschnitten wurden. Billy Gibbons erzählt die Vorgeschichte von ‚Fandango‘, dem vierten ZZ Top-Album: “Wir hatten genug Live-Mitschnitte für eine Seite einer LP, und so entschieden wir uns für die ungewöhnliche Lösung, ein Album zu machen, das je zur Hälfte aus Live-Tracks und im Studio produzierten Songs bestand. Wie sich später herausstellte, lagen wir so goldrichtig.“

Dazu trug auch einer der im Studio aufgenommenen Tracks maßgeblich bei: „Einer der Songs, die wir live spielten, ein weiteres Exemplar der Marke ‚Sag alles in drei Minuten‘ war ‚Tush‘. Wir waren gerade in Alabama, als der Song mit dem Riff geboren wurde. Was den Text anbelangt, hält sich die Verwandtschaft zu Bob Dylan in engen Grenzen. … ,Tush‘ fühlte sich aus der Sicht eines Musikers wirklich gut an. Aber im Vorfeld weiß man nie, ob ein Song ein Hit wird oder nicht. Die Aufnahmen machten viel Spaß, und wir versuchten, den magischen Moment einzufangen und reproduzierbar zu machen.“

Tush von ZZ Top

Der Versuch ist gelungen, und ‚Tush‘, übrigens gesungen vom Bassisten Dusty Hill, nimmt in der beeindruckenden Reihe von ZZ Top-Hits eine Sonderstellung ein, was schon alleine die Tatsache beweist, dass die Band das Tune regelmäßig als Zugabe spielt. Der Song beginnt mit dem zweitaktigen Signature-Riff, das dreimal gespielt wird. Es folgen sechs Durchgänge einer Standard-Bluesform in G-Dur. Nichts Spektakuläres eigentlich, aber die ternären Boogie-Patterns so groovy zu spielen, ist eine Kunst für sich.

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