PATENT APPLIED FOR

19 PAF-Pickups im ultimativen Vergleichstest

Er ist einfach nicht tot zu kriegen! Die Rede ist von der ersten und zugleich vermeintlich genialsten Humbucker-Kreation aus dem Hause Gibson. Der leider auf einen phonetisch dämlichen Namen geprägte PAF-Pickup ist als Original heute nicht mehr zu bezahlen. Dabei soll er doch so unvergleichlich zart und cremig klingen, dass es schon beinahe an ein Wunder grenzt. Zahlreiche Hersteller köcheln seither mit alchemistischer Akribie nach der Humbucker-Welt-Formel und zaubern mehr oder weniger gute Kopien aus dem Hut. Und offenbar scheint keiner von denen es so richtig hinzukriegen. Oder vielleicht doch?

PAF Pickup
(Bild: Udo Pipper)

Nur wenige Details sind noch bekannt aus Seth-Lovers Pickup-Küche, dem Erfinder des Humbucker-Doppelspulers, der aufgrund einer offenbar ewig währenden Warteschleife beim amerikanischen Patentamt seine frühen Werke mit jenem „Patent Applied For“-Aufkleber versah, der heute buchstäblich Gold wert ist. Echte PAFs sind endgültig passé. Sie kosten oftmals mehr als die Gitarren (z. B. Gibson ES-175), in die sie zwischen 1957 und 1962 eingebaut wurden. Sind sie günstig, kann man ein Pärchen ab circa € 3000 ergattern. Mit zwei weißen Pickup-Spulen gehen sie auch schon mal für knapp € 10.000 über den Tisch.

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Hype, Irrwitz, Legendenwahn? Oder gar die Belle Epoque des Humbucker-Klangs? Hier soll nicht nur geklärt werden, warum das so ist, sondern auch, ob es inzwischen Repliken gibt, die den Originalen das Wasser reichen können. Zusätzlich haben wir von 14 Testmodellen ein identisches Klangbeispiel erstellt…

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Original

Wir denken zunächst noch gar nicht über die Reproduzierbarkeit dieser Pickups nach. Um den PAF ranken sich so zahlreiche Legenden und Missverständnisse, dass ein Exkurs zum Thema: „Wie klingt eigentlich ein PAF?“ die absolut wichtigste Voraussetzung ist, um sich dem Thema zu nähern. Klickt man in der Ebay-Suchmaschine unter PAF die Entertaste, wird man so zahlreich fündig, dass es einen fast erschreckt.

Bald festigt sich der Eindruck, dass alle Pickups, die zwei Spulen haben und nur im Entferntesten an die Gibson-Originale erinnern, mit PAF betitelt werden. Manche nennen so etwas Marketing-Strategie. Für mich ist es jedoch nichts anderes, als der glatte Schwachsinn. Unter einem PAF sollen daher hier ausschließlich jene Pickups verstanden werden, die Gibson zwischen 1957 und 1962 herstellte. Alle anderen sind Kopien, Kopien von Kopien … oder einfach nur Wunschdenken.

Ein PAF ist ein PAF! Basta! Die Gründe für seine Berühmtheit sind ebenfalls schnell aufgezählt: Jimmy Page, Eric Clapton (mit John Mayall und Cream), Mike Bloomfield, Peter Green, Paul Kossoff, Peter Frampton, Dave „Clem“ Clempson, Duane Allman und Dickey Betts.

Während Jimi Hendrix mit seiner Strat schon eine neue und noch folgenschwerere Ära einläutete, standen diese Protagonisten mit Gibson Les Pauls der glorreichen Endfünfziger-Baujahre auf Bühnen und in Tonstudios, um uns allen zu zeigen, wozu ein guter Gibson PAF taugt: Zarte Blues-Linien, explodierende Rock-Soli, harte Riffs und wimmernde Slide-Akrobatik. Und immer mit dieser herrlich schmatzenden Verzerrung, ob nun in Kombination mit großen Marshalls, Blackface-Fenders oder einem Vox AC-30.

Der Klang war immer pure Verzückung. Anlass genug, um Tausende von Gitarristen zu motivieren, nach dieser Klangformel zu suchen. Mitunter eine Lebensaufgabe! Obwohl uns ein guter PAF der Lösung ein ganzes Stück näherbringt, gehört natürlich weit mehr dazu. Womit wir bei einem heiklen Thema angelangt wären, dass bisher kaum in Betracht gezogen wurde.

PAF-Lügen?

Ein PAF klingt sagenhaft fett, ein PAF hat scheinbar ewiges Sustain, ein PAF bringt die schönste Verzerrung, ein PAF kann dieses und jenes …!? Die Gerüchteküche ist so farbenfroh, dass man fast blind werden könnte. Dabei sind auch PAFs nur Tonabnehmer, sprich Mikrofone, die den Klang eines Instrumentes in äußerst geringe Ströme verwandeln, die in einem Verstärker auf Lautstärke gebracht werden. Mehr nicht!

Ein PAF allein macht noch keinen PAF-Sound, soviel zur Warnung an manische Anhänger, die kurz davor stehen, mehrere Monatsgehälter für ein gut erhaltenes Pärchen zu investieren. Man benötigt natürlich auch die „richtige“ Gitarre dazu, deren Elektrik zudem dem Kontext der späten Fünfziger folgt (Potis, Schaltung, Kondensatoren). Entscheidend war jedoch die Holzqualität, die Gibson in diesen Zeiten zur Verfügung stand. Denn nur Material und Verarbeitung entscheiden über fetten Klang, Sustain und Klangtiefe.

Der PAF ist praktisch nur noch das I-Tüpfelchen. Und dieses Quäntchen Klangfarbe ist gar nicht so fett und mittig wie die Legenden berichten. Ein Beispiel: Etwa 1980 erstand ich auf dem Frankfurter Flohmarkt eine ziemlich hässliche Les-Paul-Kopie japanischer Herkunft, die außerdem durch zahlreiche Umbauten verunstaltet worden war.

Sie kostete mich DM 15 und war eigentlich für eine Art PeteTownshend-Einlage gedacht, das heißt, ich wollte sie auf der Bühne zertrümmern (… hab ich dann auch gemacht). Nur zum Spaß habe ich sie zuhause mal an meinen Amp angeschlossen und konnte feststellen, dass sie gar nicht so schlecht klang. Ich untersuchte dann die Pickups und entdeckte den berüchtigten PAF-Aufkleber unter der Bodenplatte, der mir damals freilich noch nicht viel sagte. Ich entschloss mich, die PAFs noch aufzuheben und baute für den „riot on stage“ irgendwelche Wühlkisten-Pickups ein.

Ich testete die Pickups später in verschiedenen (Gibson-) Gitarren, verschenkte sie aber bald darauf, da ich sie als zu dünn und schrill empfand. (Welch ein Frevel!) PAFs haben in aller Regel nur wenig Output, sie klingen meist schlank und erinnern mitunter sogar an Telecaster-Pickups. Von allen hier aufgeführten Testkandidaten eignen sich die Originale am wenigsten zur saftigen Übersteuerung eines Marshalls. Sie bleiben im Gegenteil unheimlich lange clean.

Ich konnte auch nicht feststellen, dass ein PAF mehr Sustain bringt. Dieses Parameter war übrigens bei allen Tests immer nur auf die Gitarre selbst zurückzuführen. In Verbindung mit einer erlesenen Honduras-Mahagoni-Bohle scheinen sich diese „harmlosen“ Pickups jedoch schnell in Untiere verwandeln zu können, die beißen, gurgeln, spotzen, nageln und sogar blühen. So einfach soll das sein?

Bauplan

Im Prinzip ist der Bauplan eines PAFs kein großes Geheimnis. Die Patent-Schriften werden sogar für ein Paar Euros im Internet versteigert. Dazu gehört eine metallene Bodenplatte, zwei Spulenkörper mit je sechs Polepieces, von denen eine Seite per Schrauben höhenverstellbar ist, dazu ein Alnico-Magnet mit rauer Oberfläche sowie je 5000 Wicklungen mit lackiertem AWG-42- Kupferdraht.

Zur Verschönerung gab’s noch eine vernickelte Neusilber-Kappe oben drauf. Fertig! Hält man sich an diese Rezeptur, hat man im Handumdrehen einen Pickup gefertigt, der einem Original schon gefährlich nahe kommt. Wäre da nicht die Wissenschaft, die uns lehrt, dass kleinste Unwägbarkeiten, unterschiedliche Drahtlacke und Magneten, ins Metaphysische oder Grenzwissenschaftliche ragende Materialtoleranzen und Wickelspannungen das Langweilige in das Aufregende und das Hässliche in das Schöne, Wahre, Gute verwandeln können. Es ist eben doch nicht so einfach. Bisher hatte es noch keiner geschafft, einen „echten“ PAF mit all seinen Farbschattierungen und Querulanzen zu kopieren.

Es gibt da einen enzoklopädischen Streit über die Drahtbeschaffenheit, die idealen Magneten oder die individuelle Handschrift desjenigen, der per Hand den Spulendraht führt und die Wicklungsspannung kontrolliert. Jeder Hersteller interpretiert seine PAFI-Idee aufs Neue. Für uns Konsumenten ist das prima, denn wir können uns mittlerweile einer schlaraffenland-artigen Auswahl bedienen, die kaum Grenzen zu kennen scheint.

Charakter

Neulich schrieb der amerikanische Gitarrenguru Dan Erlwine in einem amerikanischen Forum sinngemäß (www.lespaulforum.com): „Wenn die besten Pickups wie ein gut geübter Kantorei-Chor klingen, dann ist der PAF eher ein trällernder Kinderchor unterm Weihnachtsbaum mit allen schiefen Tönen und Unwägbarkeiten.“ Lyrisch, was? Aber er hat irgendwie recht.

Der PAF profitiert von Zufälligkeiten, die bei seiner Entstehung offenbar für Widersprüche sorgten, die seinen unvergleichlichen Charme ausmachen. Ein PAF ist wie die Quadratur des Kreises, ein Mythos, dem man sich offenbar immer nur nähern, aber nie ganz erreichen kann. Aufgrund der damals willkürlichen Handarbeit bei Gibson sind zudem alle PAFs etwas verschieden, daher ist es umso so schwerer, von dem PAF schlechthin zu sprechen.

Es gibt vielmehr zahlreiche, unterschiedliche. Versuchen wir dennoch kurz die Gemeinsamkeiten aufzuzählen. Da ist zunächst diese unverkennbare Klarheit, die eher an Fender- als an heutige Gibson-Pickups erinnert. Dunkel und mittig klingen andere Produkte, nicht der PAF. Das Frequenzspektrum füllt er mit einem soliden Boden (nicht zu verwechseln mit Bass), der immer stabil und knackig zu bleiben scheint. Darüber steht jener von Dan Erlwine beschriebene Laienchor, der gerade aufgrund seiner Unzulänglichkeiten eine unnachahmliche Mehrstimmigkeit erzeugt, die oft den Eindruck erweckt, gleich mehrere Gitarristen spielten unisono (Doublenotes).

Es klingt oft wie ein Harmonizer-Effekt. Noch weiter darüber scheinen Flöten zum Einsatz zu kommen: farbenfroh süße Obertöne, die sich willkürlich überlagern und bei härterem Anschlag zu noch kontrastreicheren Spektren aufblühen (Bloom). Dennoch klingen diese Pickups immer dynamisch komplex und dicht, bieten Kompression, ohne zu zerfransen, eine Softness, ohne ihre Definition einzubüßen. Die Messlatte liegt hoch, will man all diese Charaktereigenschaften, die diese Pickups offensichtlich gewissen Nachlässigkeiten bei der Herstellung verdanken, nachahmen.

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Historie

Das PAF-Zeitalter lässt sich grob in drei Epochen einteilen. Die ersten Modelle von 1957 hatten noch keinen „Patent Applied For“-Aufkleber. Da damals beim Wickeln auch keine Zählmaschinen eingesetzt wurden, sind ihre Impedanzen völlig unterschiedlich. Es wurde einfach so lange Draht auf die Spulen gewickelt, bis sie voll waren. Da gab es dann Pickups mit 7 kOhm, andere hatten bis zu 11 kOhm oder alle Werte dazwischen.

Um 1959 hielt man sich konsequenter an die Vorgabe, jede Spule mit 5000 Wicklungen zu versehen. Gleichzeitig wechselte die Farbe der Spulenkörper von Schwarz auf Creme. Hardliner meinen, diese Pickups klangen am besten. Noch so eine Legende! Circa 1960 wechselte die Spulenfarbe wieder auf Schwarz, ein Zählwerk sorgte für exakte 5000 Windungen und die Magneten wurden flacher und kürzer. Unklarheit herrscht weiterhin über die Magnet-Legierungen.

In der Regel wurde jedoch Alnico II verwendet. Ab circa 1960 fast ausschließlich Alnico V, was die Frequenzpeaks mehr in die oberen Mitten verlagerte, wodurch die Pickups etwas heißer und metallischer klingen sollen. Vermutlich kamen manchmal auch Alnico III und IV zum Einsatz. 1962 wurde der „Patent Applied For“-Aufkleber endlich durch einen mit der tatsächlichen Patentnummer ersetzt.

Diese PAT-Pickups sind im Prinzip mit den späten PAFs identisch, auf dem Gebrauchtmarkt aber wesentlich billiger. Noch diesen Sommer habe ich ein Set für € 250 erstanden. Erst 1965 wechselte dann der Draht, später auch der Spulenkörper, der jetzt mit einem aufgeprägten T versehen war. Die sogenannten T-Tops klingen aber immer noch sehr gut (Larry Carlton hat diese Pickups in seiner 68er 335). Sie wurden bis Ende der Siebziger Jahre verwendet.

Test

Das Teilnehmerfeld besteht aus insgesamt 19 PAF-Klonen unterschiedlicher Hersteller. Darunter befinden nicht nur etablierte Größen wie Gibson, Seymour Duncan oder DiMarzio, sondern auch teils exotische Boutique-Produkte kleinerer Hersteller wie Jim Wagner, Andreas Kloppmann oder Boris Dommenget. Getestet wurde in einer ausgesuchten Gibson Historic Collection Les Paul Standard 1959, die mit original 1959er Spraque-Bumblebee Folien-Kondensatoren bestückt wurde. Dieses Instrument war unglaublich wichtig für den Test, denn wie bereits erwähnt, kommt man dem PAF-Ton nur in Verbindung mit dem richtigen Holz (Primär-Ton) auf die Spur.

Ein Seymour Duncan Antiquity z. B. würde zwar in einer billigen Fernost-Les Paul-Kopie immer noch ganz gut klingen, sein tatsächliches Potential aber nie ganz offenbaren. Alle Pickups wurden mit Kappen (Neusilber) getestet, um gleiche Bedingungen zu schaffen. Die Kappen tragen auch ein Quäntchen zum Sound-Ergebnis bei. Die Pickup-Höhe wurde zuerst immer gleich eingestellt, dann nach einem individuellen Sweetspot, die den Pickup jeweils am besten klingen ließ. In dieser Einstellung haben wir schließlich alle Pickups in einem Tonstudio aufgenommen. Test-Amp war der Marshall 1974 Combo (Test siehe in G&B 12/2004).

Testaufbau: 2003 Gibson Les Paul Historic Collection Reissue „Tom Murphy“; Marshall 1974 Combo mit Zusatz-Box; Mikrofone: AKG D-21, 47er Neumann CM7; Playback und Aufnahme von Udo Pipper, 14 Klangbeispiele sind downloadbar unter www.gitarrebass.de
Testaufbau: 2003 Gibson Les Paul Historic Collection Reissue „Tom Murphy“; Marshall 1974 Combo mit Zusatz-Box; Mikrofone: AKG D-21, 47er Neumann CM7; Playback und Aufnahme von Udo Pipper, 14 Klangbeispiele sind downloadbar unter www.gitarrebass.de (Bild: Udo Pipper)

Die Schaltung dieses Amps ist so einfach, dass die Unterschiede der verschiedenen Pickups sehr deutlich zutage kommen konnten. Als Referenz stand uns ein echtes PAF-Set von 1962 zur Verfügung. Insgesamt ein Prozess, der mehr als drei Monate in Anspruch nahm. (Und: Löten kann ich jetzt!).

Nun muss eingestanden werden, dass man bei Produkten, die offensichtlich der geschmacklichen Prägung des Zuhörers gehorchen, niemals zu absoluten Ergebnissen gelangen kann. Schön ist, was gefällt.

Meine Testergebnisse unterliegen daher auch meiner persönlichen Vorstellung von einem PAF-Sound. Ich habe mir es nicht nehmen lassen, auch einige echte Les Paul Bursts anzuhören, die nun wirklich Aufschluss über den Stand der Dinge geben konnten. Den verständlicherweise anonym bleibenden Besitzern sei Dank. Außerdem gibt es da noch zahlreiche Aufnahmen, die mit PAF-Sounds aufwarten, die für uns alle eine Messlatte darstellen sollten.

 

Im großen PAF-Pickup-Tests angetreten sind:

 

Gibson ’62 PAF

Gibson 57 Classic

Gibson Burstbucker 1&2 / PRO

WCR Goodwoods

WCR Crossroads

WCR Fillmores

WCR Darkbursts

Seymour Duncan SH-159 Modell

Seymour Duncan Pearly Gates

Seymour Duncan Seth Lover

Seymour Cuncan Antiquity

Häussel Vintage Humbucker

Lindy Fralin Standard /Unbucker

Rockinger Classic

Di Marzio PAF Classic/Virtual PAF

Dommenget PAF

Kloppmann 58/59

 

Resümee

Ich muss schon zugeben: Das war ein hartes Stück Arbeit. Jedes Set hat seine Stärken, denn es gab immer eine Spielart, bei der bestimmte Probanden besonders überzeugend auftrumpfen konnten. Zählt man unterm Strich die Leistungspunkte zusammen, haben die Kreationen von Andreas Kloppmann und Boris Dommenget eindeutig die Nase vorne.

Soviel PAF auf einmal hatte sonst kein Pickup zu bieten. Und das macht schon ein bisschen stolz, denn beide Hersteller kommen nicht aus dem PAF-Wunderland USA, sondern aus (Nord-) Deutschland. Überzeugend auch die Modelle von WCR, Gibson, Fralin und Seymour Duncan, die ich eher als PAF-Interpretationen für bestimmte Klangvorstellungen ansehe.

Das Feld ist groß und mannigfaltig, und ich hoffe unsere Versuche und Beschreibungen helfen ein wenig, unter den richtigen Produkten zu suchen, denn ein persönlicher Test ist unumgänglich. Ihr wisst ja: Jeder Jeck ist anders! [1983]

 

Dieser Artikel stammt aus der Gitarre & Bass Ausgabe 2/2005  – die angegebenen Preise sind daher nicht mehr aktuell. 

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Drei Fragen bleiben: (1) Haben 57 Classics den nun Neusilberkappen oder nicht?! Falls nein, wäre das doch eine einfache, preiswerte Upgrade-Maßnahme. (2) Welche der verschiedenen PAF-Versionen von Dommenget (PAF 78, PAF 84, PAF 93) wurden denn hier getestet? (3) Was wären denn laut Dan Erlewine die “besten Pickups, die wie ein gut geübter Kantorei-Chor klingen?

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    1. … auf der Seite von Boris Dommenget sind zu dem Soundfile von Udo die PAFs 84 und 93 genannt.

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  2. Erstmal Respekt für die Arbeit die du dir mit diesem Test gemacht hast.
    Aus meiner Sicht ist dieser Hype der um diese alten Materialien gemacht wird, also die Originalen PU nicht die nachgemachten ja nicht zum aushalten. Vor allem was manche Leute dafür bezahlen. Irrsinn.
    In den 50er Jahren bis hin in die 60er Jahre waren die heute so hochpreisigen Les Pauls die absoluten Ladenhüter (wo ist mein Flux-Compensator?) Damals hatte offensichtlich kaum einer das Potential dieser Gitarren erkannt. Erst als sich einige Gitarrenhelden mit diesen Gitarren bewaffneten schnellten die Verkaufszahlen bei Gibson in die Höhe.
    Ich sehe das auch so, einzelne PU machen noch keinen Sound man muss das Ganze betrachten. Des Weiteren macht es den Unterschied wer sich eine solche Gitarre umhängt. Mich erstaunt immer wieder was so ein Joe Bonamassa aus einer Gitarre rausholt ohne jegliche Effekte. Ich vermute, dass Geheimnis dieser PU liegt in der Ungenauigkeit bei der Herstellung und dies egal ob es sich dabei um Gibson oder Fender PU handelt.

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  3. Viel Arbeit, in der Tat – danke für alle Bemühungen! Und: gut zum Anhören – schön gespielt!

    Was mir so durch den Kopf geht: …. verstehe ich das jetzt richtig: die Referenz war ein Set Gibson PAF, 1962 hergestellt? Und die anderen Pickups wurden danach beurteilt, wie nahe sie dieser Referenz kamen? Inwiefern ist denn das nun überhaupt eine Referenz – denn gemäss den Ausführungen von Udo P. gab es damals eine erhebliche Streuung in der Fertigung bei Gibson. Mit anderen Worten: wie sehr klingt denn das vorliegende Set von original PAFs nach PAF? Meine Vermutung ist, dass die aus Pickup-Fertigungstoleranzen beruhenden maximalen (Klang-) Unterschiede von einem original PAF zu einem anderen original PAF grösser ausfallen als die grössten Unterschiede in vorliegenden Testfeld.

    Wie sieht es mit der Alterung aus? Altert ein Pickup? Wenn ja, ist dann der Klang des PAF, wie er in den Jahren der Fertigung war, massgebend, oder der Klang, den er zu EC’s Bluesbreaker-Zeiten hatte, oder der Klang zu der Zeit, wie der Les-Paul-Hype so richtig losging, oder der Klang heute?

    Ganz andere Frage: wie sehr konnte denn sichergestellt werden, dass der Gitarrist immer gleich gespeilt hat? Abgesehen von den von Aufnahme zu Aufnahme recht anders gehaltenen Phrasierungen sind in den Aufnahmen erheblich Unterschiede (z.B. in der Spieldynamik) zu hören, die ganz sicher nicht vom Pickup her kommen, die aber die Klangempfindung sehr beeinflussen.

    Meine – unmassgebliche – Meinung ist, das die getesteten Pickups alle ganz gut klingen, und dass die Unterschiede gegenüber dem. was der Gitarrist draus macht, völlig untergehen. Bei den meisten Pickups ist vermutlich die Tagesform des Spielers massgeblicher als der objektive Sound. So gesehen hätte ich mehr davon gehabt, die Zeit, in der ich mich mit diesem Vergleichstest auseinandergesetzt habe, am Instrument mit Üben mir nicht so leicht fallender spielerischer Aspekte zu verbringen ;-). Ein Vorsatz mehr für 2017 ….

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  4. Lieber Udo Pipper, erstmal ganz großen Dank an soviel Mühe, hatte den Test schon in G& B gelesen, und danach meine historic LP 59er Re mit “guten Kloppmännern” umgerüstet. Was für eine Enttäuschung!!!
    Fazit: Sie sind mir nicht nur zu teuer für das was sie bieten, nein sie haben den gleichen
    Zerrgrund wie auch die Gibson Burstbuckers…Von daher gefallen mir die Klopps gar nicht! Zuviel des guten wenn man ein Zerrpedal nutzt!!!
    Seit ich allerdings Amber Spirits of 59 drin habe, zu einem akzeptablen Kurs, ist die LP schon viel näher am Beano, Kossoff Sound dran, und vor allem nicht soviel Hype um Humbucker die zwar gut sind aber überteuert. Und die Mär ist ohnehin nur von Leuten zu erkennen die damals schon den Ton hörten, z. B. ich!”!!! Und Udo??? Jahrgang 1948…

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  5. Ich habe mir vor Jahren schon mal die Soundvergleiche angehört und jetzt mit besserem Wiedergabeequipment nochmal. Ganz ehrlich: Ich kann allenfalls minimale Soundunterschiede feststellen, und nur im direkten A/B Vergleich ! Nach diesem Test würde ich sagen, es ist eigentlich egal, welchen Pickup man wählt. Oder ist jemand in der Lage, blind aus den Soundfiles den Dommenget oder den Fralin herauszuhören ? Hier bestätigt sich : Den Sound macht die Gitarre und der Spieler. Ich habe selbst unzählige Pickups in unzählige Gitarren eingebaut und ausgebaut und war oft von dem Ergebnis enttäuscht. Es gibt unzählige Tests mit abstrakten Beschreibungen, Soundfiles unterschiedlichster Qualität und Videos, bei denen man keine Unterschiede heraushören kann, aber es gibt kaum direkte Vergleichsmöglichkeiten. Gut wäre eine Testmöglichkeit im Musikladen, z.B. wo man verschiedene Pickups, vormontiert auf einem Stecksystem, von hinten in eine gute Gitarre (Strat oder Les Paul) stecken und nacheinander mit seinem Lieblingsamp ausprobieren könnte. Das würde die PU Preise sicher weiter erhöhen. Wenn ich aber darüber nachdenke, was ich an Geld für PU ausgegeben habe – gekauft, eingebaut, getestet und gebraucht weiter verkauft und die Zeit……

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  6. Probiert mal die Gibson “Livebucker”, sofern diese noch zu bekommen sind.

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  7. Wie wäre es denn,wenn man die Pickups mit Nummern versehen würde,dann baut Kollege A
    die Pickups ein und Kollege B testet ohne zu wissen welche Marke dahintersteht.Die Eindrücke werden notiert und erst zum Schluss wird offenbart welche Marken es waren.

    Ich bin mir sicher, dass so ganz andere Ergebnisse herauskommen würden. Ich baue selber
    Tonabnehmer und habe einiges an Erfahrung sammeln können.

    Gruß,
    alexander

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  8. Wann testet ihr mal Staufer PU’s ?

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