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PAF-Vergleichstest: Lindy Fralin Standard/Unbucker

Lindy Fralins Namen kennt man vor allem unter Strat- und Tele-Spielern. Seine Singlecoils sind unheimlich beliebt im Vintage-Lager. Jürgen Kirschner vom deutschen CMS-Vertrieb hat einen so guten Draht zu seinem Zulieferer, dass auch hier Extrawünsche ohne Probleme weitergereicht und erfüllt werden können. Lindy macht’s möglich, und das auch oft in kürzester Zeit. Die Standard Humbucker sind auch hier nur der Ausgangspunkt, sozusagen Lindys vorläufiges Statement zum Thema PAF.

L i n d y F r a l i n S t a n d a r d / U n b u c k e r
(Bild: Udo Pipper)

Ich kenne diese Modelle vor allem von Gitarrenbauer Jörg Tandler, der seine Beauties meist mit diesen edlen Pickups bestückt. Der Output ist relativ gering. Wir haben nur 7 kOhm am Hals und circa 8 kOhm am Bridge-Pickup gemessen. Und das sorgt für eine sehr klare und durchsichtige Wiedergabe. Durchaus vergleichbar mit unserem Referenz-Set. Tonal präsentieren sich die Fralins jedoch wärmer und runder als die 62er PAFs. Verzerrt zeigen sie mehr Quack und Mitten, was besonders Blues-Spielern gefallen dürfte.

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Ein sehr cremiger und sahniger Ton, der jedoch ein wenig matt und glanzlos erscheint. Ich mag diesen Ton unheimlich in Thinline-Modellen, denn hier können diese Pickups perfekt den oft etwas schachteligen Grundton der Halbakustischen kompensieren. Das dichte Mittenspektrum ist die Stärke der Standards. Wer mehr Höhen und Luftigkeit fordert, kann seit kurzem eine sogenanntes „Unbucker“-Set bestellen, das ähnlich den Burstbuckern mit unsymmetrisch gewickelten Spulenpaaren ausgestattet ist, wodurch der Klang präsenter und atmender wird.

Der Unterschied ist nur subtil, aber durchaus entscheidend. Dieses Quäntchen bringt die Fralins noch weiter in die Nähe der PAF-Klangfarben. Besonders auffällig ist die Tatsache, dass die Fralins niemals nerven, immer gefällig und sahnig bleiben. Ihren Bloom entwickeln sie besonders bei hohen Lautstärken, wo sie erstaunlich stabil und konturiert bleiben. Für mich eher ein Blues- und Rock-Pickup, der lieber saftig zerrt als diesen komplizierten, kehligen Hollow Honk zutage bringt, den wir von Peter Green oder Mike Bloomfield kennen.

  • Ausführung: einadrig

>>> Zum großen PAF-Vergleichstest geht’s hier entlang! 

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