Equipment

James’ erste Gitarre

Auch Rocklegende James Hetfield hat einmal klein angefangen. Die Marke seiner ersten und von ihm selbst bearbeiteten Gitarre scheint ihm nicht wichtig gewesen zu sein:

„Das war ein billiger Haufen Scheiße, den mir meine Mutter gekauft hatte. Mit einem einzigen Pickup. Diese Gitarre hat einfach nie die Stimmung gehalten. Ich weiß nicht mal mehr, was das für eine Marke war, aber ich habe sie ungefähr 20 Mal angemalt. Natürlich hatte ich auch die Eddie-Van-Halen-Streifen darauf – und allen möglichen Kram.

Meine erste richtige Gitarre war eine ’69er SG, die ich für 200 Dollar von einem Typen kaufte, der in der lokalen Schüler-Band spielte. Ich hatte noch viel zu lernen.“

Im Guitar Center sprach der Gitarrist über die Gitarre als Ausdrucksform für ein schüchternes Kind:

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Als Kind nahm Hetfield Klavierunterricht. Erst durch seinen Schulfreund John Zander kam er mit einer Gitarre in Berührung:

„Mein bester Schulfreund John Zander und ich liebten einfach Musik. Wir waren richtig verrückt danach. Er stand auf Kiss – ich auf Aerosmith. Und irgendwann tauchte er mit einer akustischen Gitarre auf, die seinem Onkel gehörte.

Als ich diese Gitarre in die Finger bekam, hatte ich keine Ahnung, wie ich die Saiten runterdrücken sollte – aber ich wusste, dass ich Gitarre spielen wollte. Eben seit ich dieses Aerosmith-Poster gesehen hatte: Joe Perry und Steven Tyler sahen so wahnsinnig cool aus. Und sie schienen so viel Spaß zu haben.”

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James’ Lieblingsgitarren

James Hetfield ist bekannt für den Umgang mit Explorer Gitarren, scheint anderen Modellen aber auch nicht abgeneigt zu sein:

„Mein Lieblingsstück, das ich aber nur im Studio einsetze, ist eine ehemals weiße, jetzt gelbe Explorer – weil ich sie über die Jahre mehrfach lackiert habe. Aber ich werde mich nie von ihr trennen. Ganz einfach, weil das die Gitarre ist, auf der ich meinen Sound gefunden habe. Halt eine nette Gitarre mit einem extrem runden Klang. Und dann diese Form!

Die Explorer-Form passt einfach am Besten zu mir. Obwohl: In letzter Zeit habe ich auch wieder einige Les Pauls probiert, und die klingen auch nicht schlecht (grinst). Beide Gitarren sind richtig heavy, haben ein sehr stabiles Mahagoni-Holz, klingen wahnsinnig gut und fühlen sich noch besser an. Wobei ich die Explorer allerdings ein bisschen lieber habe – allein wegen der Balance.

Aber die Les Paul macht auch ’ne Menge Spaß – genau wie übrigens die SG. Bei einigen Stücken haben wir auch eine Baritone-Gitarre benutzt – einfach, um mal was Neues zu probieren. Die Baritone heißt übrigens „The Grinch“ – das Modell mit den grünen Hotrod-Flammen. Das Ding klingt richtig gemein.“


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Hetfield-Themenspecial


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Hetfield und ESP Gitarren

Die Signature-Modelle ESP LTD Vulture Black und ESP LTD Iron Cross Snow White deuten es an: James und ESP E-Gitarren gehen weite Strecken der Karriere gemeinsam. Das hat gute Gründe:

„Ganz einfach: Weil das tolle E-Gitarren sind, sie einen guten Klang haben und handwerklich höchsten Ansprüchen genügen. Deshalb haben wir ja auch so ein gutes Verhältnis zu der Firma – ganz abgesehen davon, dass sie uns noch nie enttäuscht hat.

Sie baut uns alles, was wir brauchen, ist immer offen für Vorschläge und Veränderungen und ist ein sehr, sehr wichtiger Partner geworden, auf den wir uns uneingeschränkt verlassen können. Das ist schon etwas Besonderes – zumal über all die Jahre. Deshalb halten wir an dieser Verbindung fest.“

LTD Vulture James Hetfield
Signature LTD Vulture (Bild: Dieter Stork)

Zur Hetfield Signature Vulture gibt es natürlich einen Test zum kostenlosen Download!

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Das Verhältnis von Hetfield zu Gibson

Gibson wird wohl nie die Wahlheimat für James‘ Sound bieten. Dass der Hersteller der originalen Les Pauls Metallicas Endorsementgesuch ablehnte, scheint einen bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben:

„Das hat mich noch enger mit ESP zusammengeschweißt, weil ich erst in dem Augenblick erkannt habe, was ich an ihnen habe und dass unsere Beziehung wirklich etwas Besonderes ist. Eben, weil mich Gibson da auflaufen ließen als wäre ich ein Nobody, der sich wer weiß was herausnimmt, indem er sie um Unterstützung bittet.

Das war wirklich krass und nicht sehr nett. Wahrscheinlich war es die Retourkutsche dafür, dass wir den ESP-Explorer-Nachbau damals so populär gemacht haben. Das hat sie wohl ziemlich gewurmt. Und deswegen haben sie ESP ja auch verklagt. Wobei ich selbst über die Jahre immer wieder die eine oder andere Gibson-Explorer benutzt habe – weil das einfach gute Teile sind.“

Die Explorer-aus-dem-Jahr-1963-Sammlung

James Hetfield sammelt E-Gitarren. Näher: Explorer-Gitarren. Aus dem Jahr 1963, seinem Geburtsjahr:

„Das ist das, was man einen Tick nennt – so eine Sache, für die es eigentlich keine Erklärung gibt. Außer natürlich, dass ich 1963 geboren wurde, und irgendwann auf den Trichter kam, alle möglichen Gitarren aus dieser Zeit zu sammeln. Nach dem Motto: Wenn ich aus dem Jahr stamme, dann können die Gitarren von damals auch nicht so schlecht sein.

Oder andersrum: Ich brauche ein Werkzeug, das genauso alt ist, wie ich. Das dieselbe Klasse und Reife besitzt.

So eine Spinnerei – und nichts, was man irgendwie ernst nehmen sollte. Ich meine, einige Leute sammeln Briefmarken oder Autos aus bestimmten Jahrgängen – ich tue das halt mit Gitarren. Und zwar nicht nur mit Explorern.

Ich habe auch SGs, Les Pauls, Telecaster, Rickenbacker und Martin-Akustik-Gitarren. Jede Menge Kram, der viel wert ist, zu dem ich aber eine rein emotionale Beziehung habe. Also nichts, worüber man sich groß den Kopf zerbrechen sollte.

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Die Band Metallica

Der Sound von James Hetfield

James Hetfield spielt das gnadenloseste Downstroke Picking, meist über Explorer-Gitarren mit EMG-Pickups. Dafür wird er von mancherlei Gehör geliebt und vergöttert. Doch auch Soli und Shredding-Parts beherrscht Hetfield, der sie gekonnt bei Metallica einsetzen kann.

Für den richtigen Hetfield-Sound gibt es übrigens das EMG JH Set, Steg- und Hals-Pickup, mit dem einige Fans sicher gern mal Enter Sandman spielen wollen:

Helfen beim Hetfield-Sound: Das EMG James Hetfield Set BC
Helfen beim Hetfield-Sound: Das EMG JH Set BC

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James Hetfield und Cliff Burton

Der frühere Metallica-Bassist Cliff Burton ist während einer Tour mit gerade einmal 24 Jahren bei einem Busunglück im September 1986 verstorben. Für James Hetfield und die anderen Bandmitglieder ein Schock. Das nachfolgende Album wurde das erste mit Jason Newsted.

In dem Video von Metallic TV sprechen die Musiker über den tragischen Verlust:

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James Hetfield privat

Der Metallica Gitarrist wurde als James Alan Hetfield am 3. August 1963 in Downey, Kalifornien, geboren. Sein Vater war Trucker, die Mutter Opernsängerin – beide Eltern waren fundamentale Christen und Mitglieder in der Christian Science.

Hetfield selbst steht der Kirche kritisch gegenüber, weswegen die Biografie seiner Eltern in Metallica Songs wie The God That Failed thematisiert wird:

Mit seiner Ehefrau, der Argentinierin Francesca, hat er drei Kinder. Die Namen seiner Kinder (Castor Virgil, Cali Tee und Marcella Francesca) hat er auf seiner Brust tätowiert.

In dem Interview bei Bild spricht der Metallica Frontmann über Tattoos, Lemmy Kilmister und seine zweite Ehefrau, Lars Ulrich:

https://youtu.be/v_Gw9C7g5Po

James Hetfield ist übrigens auch Schauspieler. In dem Film “Extremely Wicked, Shockingly Evil And Vile” ergatterte Hetfield die Rolle als Officer Bob Hayward, der den Serienmörder Ted Bundy 1975 bei einer Kontrolle festgenommen hatte.

Bisher hatte James Hetfield auch schon mehrere Cameo Auftritte wie hier in der Serie Billions:

Weitere private Details zu dem Metallica Frontmann findest du in der 2017 veröffentlichten Hetfield-Biografie „Tell ‘Em All“ von Mark Eglinton.

James Hetfield und der Alkohol

Während der Aufnahmen zu St. Anger ließ James seine Alkoholsucht in einer Reha-Anstalt behandeln. Nach einem Aufenthalt von elf Monaten konnte er weiter am Album arbeiten. Hetfield erinnert sich:

„Da haben sich wirklich viele Sachen angestaut, und zu trinken war eine Art damit umzugehen. Das war pure Medizin – genau wie Essen, Computerspiele oder alle anderen Sachen, mit denen du nicht mehr aufhören kannst, wenn du erst einmal anfängst.

Ich schätze, dass wohl jeder irgendeine Art von Abhängigkeit hat – das müssen nicht immer die großen Drei sein: Alkohol, Drogen oder Sex. Essen ist zum Beispiel ein mindestens genauso großes Problem – vor allem in Amerika.

Es gibt immer etwas, in das man sich flüchten kann – eben, weil es in dieser Welt so viel Druck gibt, und die Leute auf ganz unterschiedliche Weise damit umgehen. Ich für meinen Teil bin davor weggelaufen – bis ich es leid war zu laufen. Also habe ich mich umgedreht und mich den Problemen gestellt.“

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James Hetfield und die Politik

James Hetfield ist in seinen Songs und in der Öffentlichkeit oft kritisch mit Kirchen und anderen Glaubensgemeinschaften umgegangen. Auch der Politik gegenüber hat er starke Meinungen:

„Politik ist einfach etwas, mit dem ich mich immer nur ein paar Minuten am Stück befassen kann – weil ich dann angewidert und wütend bin, und ganz schnell etwas anderes machen muss. Ganz abgesehen davon, dass das unglaublich frustrierend ist.

Ich höre zu und höre zu und versuche diese Leute zu verstehen und halbwegs sympathisch zu finden. Egal, wer es auch ist. Dabei ist es doch so: Wenn du genug Geld hast, kannst du dir das beste Sport-Team der Welt zusammenkaufen.

Aber Politiker geben noch viel mehr Geld aus als diese ganzen Sport-Mäzene – was widerwärtig ist. Zumal man sich ernsthaft fragt, wozu das überhaupt nötig ist. Denn wenn sie wirklich so gut sind, warum brauchen sie dann so viel PR? Warum müssen sie so viel Energie, Zeit und Geld aufwenden, um sich in der Öffentlichkeit zu präsentieren?

Daran merkst du schon, dass da etwas nicht stimmt – dass das alles eine Illusion ist. Und was für einen Blödsinn sie dann vor laufender Kamera erzählen! Ich meine, ich stelle mich ja auch vors deutsche Publikum und sage: ‚Ihr seid die besten Fans der Welt.‘

Und vielleicht meine ich das sogar so. Aber dann trete ich in Portugal auf und sage: ‚Mann, ihr seid wirklich das allerbeste Publikum der Welt.‘ Und vielleicht meine ich auch das ganz ehrlich. Aber es sieht falsch aus – und es klingt auch so.

Und das ist alles, was diese Politiker machen: Sie fliegen durch die Gegend, und erzählen den Leuten überall genau das, was sie hören wollen. Das ist ein reiner Popularitätswettbewerb. Was ich ziemlich frustrierend finde – und deshalb will ich damit auch nichts zu tun haben.“

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Legendäre Auftritte von James Hetfield & Metallica

James Hetfield hat im Laufe seiner langen Karriere mehrere Auftritte hingelegt, die in die Rockgeschichte eingegangen sind – häufig zusammen mit Kollegen wie Lemmy oder Axl Rose. Hier kommen ein paar der größten Hetfield-Auftritte:

Mit den Musikern von Guns N‘ Roses traten Metallica vor über 25 Jahren als The Gak auf:

Die Amerikaner lieben den Auftritt: Kirk Hammett und James Hetfield performen die US-Hymne bei einem Eishockey Finale:

James Hetfield gemeinsam mit Lemmy Kilmister – ohne Motörhead hätte es laut Hetfield Metallica nie gegeben:

Musik liegt in der Familie – James Hetfield mit seiner ältesten Tochter Cali und Akustikgitarre:

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Metallica und das San Francisco Orchester spielen Nothing Else Matters:

Und noch ein Metallica Klassiker zum Schluss – Master Of Puppets:

Diskografie mit Metallica

  • Kill ’Em All (1983)
  • Ride the Lightning (1984)
  • Master of Puppets (1986)
  • Garage Days Re-Revisited (1987)
  • … And Justice for All (1988)
  • Metallica / „The Black Album“ (1991)
  • Load (1996)
  • ReLoad (1997)
  • Garage Inc. (1998)
  • St. Anger (2003)
  • Death Magnetic (2008)
  • Hardwired…to Self-Destruct (2016)