Bass

Testberichte, Workshops, Gear-Talk und News: Hier findest du alle Infos rund um den Bass und seinen elektrischen Bruder, den E-Bass!

Schaubild Bass: Alle Teile erklärt
Schaubild: Der E-Bass Aufbau

 

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Woraus besteht ein Bass?

Ein „richtiger“ E-Bass besitzt eine Mensur von 34″ (864 mm), im Englischen als Longscalebass bezeichnet. Gegenüber der langen Kontrabassmensur (bis zu 44″) ließ sich der kürzere E-Bass deutlich leichter greifen.

Precision und Jazz im direkten Vergleich
Fender Precision Bass und Fender Jazz Bass im direkten Vergleich

Es gab einige Experimente mit verlängerten Mensuren, um auch im tiefsten Klangbereich einen straffen und definierten Ton hinzubekommen. Bei den meisten Instrumenten – egal ob 4-, 5- oder 6-Saiter – hat sich jedoch Fenders ursprüngliche 34″-Mensur beim E-Bass durchgesetzt.

Ein Bass – egal ob es sich dabei um einen elektrischen Bass oder ein akustisches Instrument handelt – hat in der Regel 4 Saiten. Die E-Gitarre oder auch Akustikgitarre 5.

Konstruktion – z. B. Schraubhals oder Neck-Through-Body – und Holzzusammenstellung des Halses haben eher großen Einfluss auf das Klangverhalten des E-Basses, insbesondere auf das Ansprechverhalten des Tons. Korpusmaterial und -masse wirken sich hingegen mehr auf die Klangfarbe des stehenden Tons aus, wobei hier natürlich auch ein komplexes Zusammenwirken vorliegt.

Welcher war der beste Bass von Leo Fender? Dieser Frage gehen die Jungs von Andertons TV nach:

Mehr über Vintage Bässe von Fender kannst du hier nachlesen. 

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E-Bass Hölzer

Je steifer und standfester beim E-Bass der Hals gebaut ist, desto direkter und perkussiver spricht der Ton an und desto besser ist das Sustain. Wer einen direkten und obertonreichen Sound wünscht, sollte bei seinem E-Bass auf harte Hölzer und eine möglichst steife Konstruktion achten. Beim E-Bass hat zudem das samtig-warme Ansprechverhalten von „weich“ gebauten Instrumenten seinen Reiz. Die für den Fender Precision E-Bass ausgewählten Holzarten werden bis heute am häufigsten verwendet: Esche und Erle für den Korpus, hartes Ahornholz für den Hals.

Gibson RD Bass 2018
Ein Gibson RD Bass 2018 aus Ebony

Freilich sind im Laufe der Jahre – vor allem seit dem Edelbass-Boom ab Ende der 1970er Jahre – noch etliche andere, meist tropische Hölzer wie z.B. Mahagoni, Palisander, Wenge, Bubinga, Walnut (dt. Walnuss), Ebenholz sowie Linde, Pappel, Kirsche, Padouk und Amaranth, hinzugekommen.

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Der Hals-Aufbau

Die Beschaffenheit des Halses ist beim E-Bass für Spielbarkeit und Klang entscheidend. Gegenüber dem Kontrabass hat der E-Bass den Vorteil des bundierten Halses – die richtige Intonation ist also denkbar einfach. Daher blieben bundlose Fretless-Instrumente zunächst die Ausnahme. Das hat sich mittlerweile etwas geändert.

Fretless Precision Modell
Das Konstruktionsmerkmal eines Fretless Basses: keine Bundstäbchen

In den letzten Jahren hat der E-Bass ohne Bünde eindeutig an Beliebtheit zugelegt. Dies gilt übrigens auch in bemerkenswerter Weise für den Standbass, der in der transportfreundlichen elektrischen Solidbody-Version (Electric Upright) eine Renaissance erlebte.

Am Anfang war der Basshals wirklich einteilig aus Ahorn gebaut. Aber bald bekam der E-Bass, ähnlich wie die klassischen Saiteninstrumente, ein aufgeleimtes Griffbrett, in das die Bundstäbchen eingesetzt wurden.

Als beliebtestes Material wurde vor allem Palisander-Holz verwendet, welches wiederum seit den 1980er Jahren bei teureren Bässen durch das dichtere Ebenholz weitgehend verdrängt wurde. Auch das dem Palisander ähnliche, aber härtere Pau-Ferro (Eisenholz) und die grob strukturierte, braunschwarze Wenge werden für E-Bass-Griffbretter verwendet.

Einteiliger Ahornhals mit angeschäfteter Kopfplatte
FOTO: Dieter Stork
Einteiliger Ahornhals mit angeschäfteter Kopfplatte

Unter dem aufgeleimten Griffbrett ist im E-Bass-Hals ein versteifendes Metallteil verborgen, der Halsspannstab. Die Saiten üben unterschiedliche Zugkräfte auf den Hals aus und würden ihn verbiegen. Um diesem entgegenzuwirken, muss der Basshals eine Justiermöglichkeit besitzen. Durch eine Schraubmutter am korpusseitigen Halsende oder am Übergang zur Kopfplatte einstellbar, lässt sich der Halsstab beim E-Bass bogenmäßig anspannen, um eine optimal geringe Hohlkrümmung des Halses zu erreichen. Denn völlig gerade darf beim E-Bass der Basshals nicht eingestellt sein, da sonst die Saiten zu schnell die Bundstäbchen berühren und Scheppergeräusche verursachen.

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Stimm-Mechaniken

Seit den Anfangszeiten hat sich am Ausstattungsprinzip eines E-Basses wenig geändert. Auf der Kopfplatte finden sich entweder offene oder gekapselte Stimm-Mechaniken, die im Grunde gleich funktionieren. Durch eine Fettfüllung arbeiten gekapselte Mechaniken in aller Regel etwas leichtgängiger, zumal sie meist auch die feingängigere Untersetzung besitzen, die exaktes Feinstimmen einfacher macht.

Die Kopfplatte des Walnuss- Modells ist durch einen Karbon-Aufleimer verstärkt.
FOTO: Dieter Stork
Die Kopfplatte eines Peavey Cirrus 4 Tiger Eye

Bei den Headless-Bässen ohne Kopfplatte sind die Stimm-Mechaniken grundsätzlich anders aufgebaut. Bei dieser Art E-Bass muss das Saitenende nicht auf eine drehbare Achse aufgespult werden, es reicht, wenn die Stimm-Mechanik sie einfach in Achsrichtung „lang zieht“. Der rechteckige Tunerblock (von engl. to tune = stimmen), der sämtliche Stimm-Mechaniken in einer Baueinheit zusammenfasst, sitzt bei Headless-Bässen am Korpusende hinter dem Steg. Für kopflose Bässe sind spezielle Saiten gebräuchlich, die an beiden Enden kleine Messingröllchen (engl. Ballends) besitzen.

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Stegsysteme

Das Steg-System beim E-Bass dient der Justage der Saiten. Steg-Konstruktionen fallen bei Bässen ausgesprochen vielfältig aus, da die Ausführung der Stegmechanik (engl. Bridge) einen starken Einfluss auf die Tonentwicklung nimmt.

Grundsätzlich sollen alle Saiten möglichst separat in der Höhe einstellbar sein. Auch sollten sich die Auflagepunkte (Saitenreiter genannt) für die einzelnen Saiten in Längsrichtung verschieben lassen, damit beim E-Bass die Oktavreinheit optimal einjustiert werden kann.

Warwick-Rockbass-Corvette-5
Schwarzer Warwick Rockbass

Als Stegmaterial eignet sich zum Beispiel Messing hervorragend. Je massiger und stabiler der Steg gebaut ist, desto direkter, strahlender und gesünder ist der Ton. Auch diverse Gussmaterialien reichen an Messing heran, wobei aber „weiche“ Qualitäten mit hohem Aluminiumanteil wiederum Obertöne schlucken können. Manche Stege besitzen Saitenauflagen aus Edelstahl, was sich beim E-Bass ebenfalls gut bewährt hat. Ganz aus Stahl gefertigte Stege können zur Klanghärte neigen, und Aluminium-Konstruktionen erzeugen erfahrungsgemäß einen eher spröden, nicht sehr sustainreichen Ton.

Zur Erinnerung kommt hier noch mal das Schaubild, wie ein Bass aufgebaut ist. Es zeigt, wo sich die Bünde, Tonabnehmer, das Griffbrett und Co. genau befinden:

Schaubild Bass: Alle Teile erklärt
Schaubild: Der E-Bass Aufbau

Wie gehe ich beim Bassspielen lernen jetzt richtig vor? Wie halte ich meine rechte Hand, wo ist die linke? Und wie greife ich eigentlich die E-Saite? Antworten liefern dir die Bass-Workshops von Andrew Lauer und Markus Setzer auf der Themenseite Bass lernen!

Welche Rolle die Bassgitarre in der Band einnimmt, erfährst du hier. Wenn du dich auch für Gitarre spielen interessierst, oder mehr über Noten erfahren möchtest, ist unser Fachmagazin Gitarre & Bass das richtige für dich!

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