Bass

Testberichte, Workshops, Gear-Talk und News: Hier findest du alle Infos rund um den Bass und seinen elektrischen Bruder, den E-Bass!

Schaubild Bass: Alle Teile erklärt
Schaubild: Der E-Bass Aufbau

 

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Was ist ein Bass?

Es gibt E-Bässe und Akustik Bässe wobei erstere in den allermeisten Musikstilen Verwendung finden. Die ursprüngliche Form des E-Basses hat 4 Saiten (Stimmung: E-A-D-G), heute werden jedoch auch häufig 5- (Stimmung: H-E-A-D-G) und 6-Saiter (Stimmung: H-E-A-D-G-C) verwendet. Es gibt außerdem Bässe mit deutlich mehr oder auch deutlich weniger Saiten – hier reden wir jedoch von Exoten.

Die populärsten Hölzer im Bassbau sind traditionell Erle, Esche, Palisander, Ahorn und Mahagoni, wobei Erle und Esche meist nur als Korpushölzer verwendet werden während Ahorn und Palisander bevorzugt bei Hälsen und Griffbrettern zum Einsatz kommt.

Mahagoni ist vor allem durch die Gibson-Instrumente der 50er und 60er-Jahre bekannt geworden und wird damals wie heute sowohl für den Korpus als auch für den Hals verwendet. Die Verbindung von Korpus und Hals ist wie bei der E-Gitarre meist geschraubt oder verleimt, es gibt außerdem auch durchgehende Hälse, denen rechts und links Korpus-Hälften angeleimt werden.

Der elektrische Ton wird, wie bei der E-Gitarre, über Tonabnehmer abgenommen, die aus einer (Singlecoil) oder mehreren Kupferdraht-Spulen (Humbucker) bestehen, die um verschiedene Arten von Magneten gewickelt werden.  Nach dem Prinzip der Induktion werden so die Saitenschwingungen in elektrischen Strom verwandelt und per Kabel oder Sender an den Verstärker weitergegeben, der das Signal verstärkt um es dann an eine Lautsprecherbox weiterzugeben.

Die meisten Bässe sind (wie auch so ziemlich alle Gitarren) bundiert – das Griffbrett ist also durch Bundstäbchen in Halbtonschritte eingeteilt. Es gibt allerdings auch Bässe, die ganz ohne Bundstäbchen auskommen, sogenannte Fretless-Bässe. Sie haben einen anderen Klang, den viele Bassisten als „singend“, „schnurrend“ oder gar „Posaunen-ähnlich“ beschreiben. Fretless-Bässe sind meist auch die beste Alternative, um einen Kontrabass-ähnlichen Ton zu erreichen.

Wie gehe ich beim Bassspielen lernen jetzt richtig vor? Wie halte ich meine rechte Hand, wo ist die linke? Und wie greife ich eigentlich die E-Saite? Antworten liefern dir die Bass-Workshops von Andrew Lauer und Markus Setzer auf der Themenseite Bass lernen!

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Woraus besteht ein Bass?

Ein „richtiger“ E-Bass besitzt eine Mensur von 34″ (864 mm), im Englischen als Longscalebass bezeichnet. Gegenüber der langen Kontrabassmensur (bis zu 44″) ließ sich der kürzere E-Bass deutlich leichter greifen.

Precision und Jazz im direkten Vergleich
Fender Precision Bass und Fender Jazz Bass im direkten Vergleich

Es gab einige Experimente mit verlängerten Mensuren, um auch im tiefsten Klangbereich einen straffen und definierten Ton hinzubekommen. Bei den meisten Instrumenten – egal ob 4-, 5- oder 6-Saiter – hat sich jedoch Fenders ursprüngliche 34″-Mensur beim E-Bass durchgesetzt.

Ein Bass – egal ob es sich dabei um einen elektrischen Bass oder ein akustisches Instrument handelt – hat in der Regel 4 Saiten. Die E-Gitarre oder auch Akustikgitarre 5.

Konstruktion – z. B. Schraubhals oder Neck-Through-Body – und Holzzusammenstellung des Halses haben eher großen Einfluss auf das Klangverhalten des E-Basses, insbesondere auf das Ansprechverhalten des Tons. Korpusmaterial und -masse wirken sich hingegen mehr auf die Klangfarbe des stehenden Tons aus, wobei hier natürlich auch ein komplexes Zusammenwirken vorliegt.

Welcher war der beste Bass von Leo Fender? Dieser Frage gehen die Jungs von Andertons TV nach:

Mehr über Vintage Bässe von Fender kannst du hier nachlesen. 

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E-Bass Hölzer

Je steifer und standfester beim E-Bass der Hals gebaut ist, desto direkter und perkussiver spricht der Ton an und desto besser ist das Sustain. Wer einen direkten und obertonreichen Sound wünscht, sollte bei seinem E-Bass auf harte Hölzer und eine möglichst steife Konstruktion achten. Beim E-Bass hat zudem das samtig-warme Ansprechverhalten von „weich“ gebauten Instrumenten seinen Reiz. Die für den Fender Precision E-Bass ausgewählten Holzarten werden bis heute am häufigsten verwendet: Esche und Erle für den Korpus, hartes Ahornholz für den Hals.

Gibson RD Bass 2018
Ein Gibson RD Bass 2018 aus Ebony

Freilich sind im Laufe der Jahre – vor allem seit dem Edelbass-Boom ab Ende der 1970er Jahre – noch etliche andere, meist tropische Hölzer wie z.B. Mahagoni, Palisander, Wenge, Bubinga, Walnut (dt. Walnuss), Ebenholz sowie Linde, Pappel, Kirsche, Padouk und Amaranth, hinzugekommen.

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Der Hals-Aufbau

Die Beschaffenheit des Halses ist beim E-Bass für Spielbarkeit und Klang entscheidend. Gegenüber dem Kontrabass hat der E-Bass den Vorteil des bundierten Halses – die richtige Intonation ist also denkbar einfach. Daher blieben bundlose Fretless-Instrumente zunächst die Ausnahme. Das hat sich mittlerweile etwas geändert.

Fretless Precision Modell
Das Konstruktionsmerkmal eines Fretless Basses: keine Bundstäbchen

In den letzten Jahren hat der E-Bass ohne Bünde eindeutig an Beliebtheit zugelegt. Dies gilt übrigens auch in bemerkenswerter Weise für den Standbass, der in der transportfreundlichen elektrischen Solidbody-Version (Electric Upright) eine Renaissance erlebte.

Am Anfang war der Basshals wirklich einteilig aus Ahorn gebaut. Aber bald bekam der E-Bass, ähnlich wie die klassischen Saiteninstrumente, ein aufgeleimtes Griffbrett, in das die Bundstäbchen eingesetzt wurden.

Als beliebtestes Material wurde vor allem Palisander-Holz verwendet, welches wiederum seit den 1980er Jahren bei teureren Bässen durch das dichtere Ebenholz weitgehend verdrängt wurde. Auch das dem Palisander ähnliche, aber härtere Pau-Ferro (Eisenholz) und die grob strukturierte, braunschwarze Wenge werden für E-Bass-Griffbretter verwendet.

Einteiliger Ahornhals mit angeschäfteter Kopfplatte
FOTO: Dieter Stork
Einteiliger Ahornhals mit angeschäfteter Kopfplatte

Unter dem aufgeleimten Griffbrett ist im E-Bass-Hals ein versteifendes Metallteil verborgen, der Halsspannstab. Die Saiten üben unterschiedliche Zugkräfte auf den Hals aus und würden ihn verbiegen. Um diesem entgegenzuwirken, muss der Basshals eine Justiermöglichkeit besitzen. Durch eine Schraubmutter am korpusseitigen Halsende oder am Übergang zur Kopfplatte einstellbar, lässt sich der Halsstab beim E-Bass bogenmäßig anspannen, um eine optimal geringe Hohlkrümmung des Halses zu erreichen. Denn völlig gerade darf beim E-Bass der Basshals nicht eingestellt sein, da sonst die Saiten zu schnell die Bundstäbchen berühren und Scheppergeräusche verursachen.

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Stimm-Mechaniken

Seit den Anfangszeiten hat sich am Ausstattungsprinzip eines E-Basses wenig geändert. Auf der Kopfplatte finden sich entweder offene oder gekapselte Stimm-Mechaniken, die im Grunde gleich funktionieren. Durch eine Fettfüllung arbeiten gekapselte Mechaniken in aller Regel etwas leichtgängiger, zumal sie meist auch die feingängigere Untersetzung besitzen, die exaktes Feinstimmen einfacher macht.

Die Kopfplatte des Walnuss- Modells ist durch einen Karbon-Aufleimer verstärkt.
FOTO: Dieter Stork
Die Kopfplatte eines Peavey Cirrus 4 Tiger Eye

Bei den Headless-Bässen ohne Kopfplatte sind die Stimm-Mechaniken grundsätzlich anders aufgebaut. Bei dieser Art E-Bass muss das Saitenende nicht auf eine drehbare Achse aufgespult werden, es reicht, wenn die Stimm-Mechanik sie einfach in Achsrichtung „lang zieht“. Der rechteckige Tunerblock (von engl. to tune = stimmen), der sämtliche Stimm-Mechaniken in einer Baueinheit zusammenfasst, sitzt bei Headless-Bässen am Korpusende hinter dem Steg. Für kopflose Bässe sind spezielle Saiten gebräuchlich, die an beiden Enden kleine Messingröllchen (engl. Ballends) besitzen.

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Stegsysteme

Das Steg-System beim E-Bass dient der Justage der Saiten. Steg-Konstruktionen fallen bei Bässen ausgesprochen vielfältig aus, da die Ausführung der Stegmechanik (engl. Bridge) einen starken Einfluss auf die Tonentwicklung nimmt.

Grundsätzlich sollen alle Saiten möglichst separat in der Höhe einstellbar sein. Auch sollten sich die Auflagepunkte (Saitenreiter genannt) für die einzelnen Saiten in Längsrichtung verschieben lassen, damit beim E-Bass die Oktavreinheit optimal einjustiert werden kann.

Warwick-Rockbass-Corvette-5
Schwarzer Warwick Rockbass

Als Stegmaterial eignet sich zum Beispiel Messing hervorragend. Je massiger und stabiler der Steg gebaut ist, desto direkter, strahlender und gesünder ist der Ton. Auch diverse Gussmaterialien reichen an Messing heran, wobei aber „weiche“ Qualitäten mit hohem Aluminiumanteil wiederum Obertöne schlucken können. Manche Stege besitzen Saitenauflagen aus Edelstahl, was sich beim E-Bass ebenfalls gut bewährt hat. Ganz aus Stahl gefertigte Stege können zur Klanghärte neigen, und Aluminium-Konstruktionen erzeugen erfahrungsgemäß einen eher spröden, nicht sehr sustainreichen Ton.

Zur Erinnerung kommt hier noch mal das Schaubild, wie ein Bass aufgebaut ist. Es zeigt, wo sich die Bünde, Tonabnehmer, das Griffbrett und Co. genau befinden:

Schaubild Bass: Alle Teile erklärt
Schaubild: Der E-Bass Aufbau

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Der Bass-Verstärker

Einen Verstärker (auch “Topteil” oder im Englischen “Amplifier” bzw. kurz “Amp”) benötigt man, um das sehr schwache Signal des Basses so weit zu verstärken, dass es an einer Lautsprecherbox brauchbare Schallpegel erzeugt. Außerdem kann mit dem Verstärker auch Einfluss auf den Klang genommen werden – hierfür haben die meisten Geräte eine Klangregelung (Auch „Equalizer“ oder kurz “EQ”) mit Reglern für Bass-, Mitten- und Höhen-Frequenzen an Bord.

Ein Bass Topteil von Ampeg
Ampeg V-4B Bass Head: Ein Topteil von Ampeg

Einige Bassverstärker verfügen außerdem über die Funktion, das Signal zu verzerren (Stichwort: Overdrive/Crunch/Distortion) oder mit integrierten Effekten (z.B. Kompression oder Chorus) zu verfremden.

Grundsätzlich bestehen alle Verstärker aus einer Vor- und einer Endstufe, wobei die Vorstufe in erster Linie für die Vorverstärkung und Klangformung zuständig ist, während die Endstufe die Leistung und damit auch die Lautstärke erzeugt.

Die Leistung eines Verstärkers wird in Watt angegeben. Je höher die Leistung/ Wattzahl, desto höher die maximale Lautstärke, wobei dieses Prinzip durch verschiedene Faktoren (gefühlte Lautstärke, Bassgehalt des Signals, Klirrfaktor etc.) in seiner Aussagekraft eingeschränkt wird und daher eher als grobe Faustregel gilt.

1959er Fender Tweed Bassman

Verschiedene Verstärker- (Röhrenverstärker vs. Transistorverstärker) und Endstufen-Techniken (Class A, Class AB, Class D, Class B etc.) beeinflussen nämlich ebenfalls den Klangcharakter eines Verstärkers und machen es schwer, pauschale Aussagen zu treffen.

Besonders in Live- und Studio-Situationen braucht man häufig ein zweites Bass-Signal für den Tontechniker, das nicht in die Bassbox, sondern an ein Mischpult geht, um den Bass auf der großen Beschallungsanlage (PA) hörbar zu machen. Hierfür bieten moderne Bassverstärker einen DI-Ausgang, der über eine XLR-Buchse ein symmetrisches Signal mit Line-Pegel ausgibt.

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Die Bass-Box

Um das von dem Verstärker erzeugte Signal in Schall zu wandeln, braucht es eine Lautsprecherbox. Im Wesentlichen handelt es sich hier um ein Gehäuse aus Sperrholz, Spanplatte oder MDF, das auf der Front mit einem oder mehreren Lautsprechern versehen ist.

Zwei Bassboxen
FOTO: Tom Schäfer
Zwei Bassboxen von FMC

Sperrholz (auch “Multiplex”) ist aufgrund seines Klangs und seiner Stabilität ein sehr beliebtes Material und wird meist bei höherwertigen Boxen verwendet – wenn es leicht sein soll, kommt auch Pappel-Sperrholz zum Einsatz. Spanplatte ist deutlich schwerer und je nach Verarbeitung auch weniger langlebig – ähnliches gilt für MDF (Mitteldichte Holzfaserplatte), wobei einige wenige Hersteller auf die akustischen Eigenschaften aufgrund der hohen inneren Dämmung von MDF schwören.

Im Inneren werden die meisten Lautsprecherboxen zugunsten der Stabilität und des Klangs durch Verstrebungen versteift und mit Dämmmaterialien ausgekleidet, um ungewünschte Resonanzen zu minimieren.

Die gängigen Lautsprechergrößen für Bassboxen werden in Zollmaßen angegeben. Populär sind 10″-, 12″- und 15″-Lautsprecher (auch “Speaker”), selten sieht man auch 18″-, 8″- oder 5″-Varianten. Sehr populär sind aufgrund ihres ausgewogenen Breitband-Sounds 10″-Lautsprecher, die häufig als Quartett (4×10″ Box), Sextett (6×10″) oder Oktett (8×10″, die vielleicht legendärste Bassbox von Ampeg) Verwendung finden.

15″-Speaker waren in den 70er-Jahren sehr populär und sind auch heute noch zu finden. Sie klingen häufig bassiger und “runder” als ihre kleineren Kollegen und werden deshalb gerne genutzt, um den Sound einer zweite Box (z.B. 4×10″ oder 2×10″) etwas anzudicken. Viele moderne 15“-Lautsprecher taugen auch für erstaunlich breitbandige und leistungsfähige Boxen.

12″er-Lautsprecher liegen klanglich meist zwischen den beiden bereits erwähnten Formaten – ihnen wird außerdem oft ein rockiger Klangcharakter nachgesagt. Um den Bereich der obersten Höhen besser abbilden zu können, sind viele Bassboxen heutzutage mit einem Hochtöner ausgestattet, dessen Lautstärke man meist mit einem Regler oder Schalter auf der Rückseite justieren kann.

Ein wichtiges Merkmal einer jeden Box ist ihr Widerstand (auch “Impedanz”), der in Ohm angegeben wird. Die meisten Bassboxen haben 4Ohm oder 8Ohm, sehr selten sieht man auch Boxen mit 2Ohm, 16Ohm oder 5,3Ohm bzw. 2,7Ohm (meist 6×10″). Die Impedanz ist wichtig, weil sie auf den Verstärker abgestimmt werden sollte.

Die meisten Transitor-Topteile entfalten ihre volle Leistung an einer Boxen-Impedanz von 4Ohm, an 8Ohm halbiert sich die Leistung meist – die maximale Lautstärke sinkt also. Die Mindest-Impedanz eines Transistor-Verstärkers sollte außerdem auf keinen Fall unterschritten werden, sonst droht ein Endstufen-Schaden.

Zwei Boxen können auch parallel an einen Verstärker gehängt werden – das Wort parallel ist hier wichtig, weil die Lautsprecher-Ausgänge eines Verstärkers und die Eingangsbuchsen einer Box (falls mehrere vorhanden sind) in aller Regel parallel und nicht seriell geschaltet sind. Die Impedanzen der angeschlossenen Boxen werden deshalb nach den Regeln einer Parallelschaltung verrechnet: Zwei 8Ohm-Boxen ergeben in Parallelschaltung 4Ohm, mit zwei 4Ohm-Boxen kommt man auf 2Ohm.

Ungleiche Impedanzen sollte man nach Möglichkeit nicht kombinieren, da die Kräfteverteilung der Verstärkerleistung so aus dem Gleichgewicht gerät (parallel angeschlossen bekommt eine 4Ohm-Box doppelt so viel Leistung wie eine 8Ohm-Box ab). 4Ohm und 8Ohm ergeben in Parallelschaltung außerdem 2,7Ohm – damit unterschreitet man die Mindestimpedanz der allermeisten Transistor-Topteile.

 

Welche Rolle die Bassgitarre in der Band einnimmt, erfährst du hier. Wenn du dich auch für Gitarre spielen interessierst, oder mehr über Noten erfahren möchtest, ist unser Fachmagazin Gitarre & Bass das richtige für dich!

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