Gitarre

Es gibt grundsätzlich rein akustische Gitarren, rein elektrische Gitarren – und natürlich alles dazwischen, wie zum Beispiel eine simple akustische Gitarre mit Tonabnehmer, die ja so auch schon quasi „elektrifiziert“ ist. Nähern wir uns dem Thema an, indem wir die Grundtypen der Gitarre definieren!

Verschiedene Gitarrentypen auf rotem Untergrund

 

» weiterlesen

Anzeige

 SOLIDBODY nennt man die klassische Brettgitarre, deren Korpus also in der Regel aus massivem Holz besteht. Klassische Beispiele sind die Fender Telecaster und Stratocaster oder die Gibson-Modelle Les Paul, SG (Solid Guitar) und Firebird. Solidbody-E-Gitarren sind die am häufigsten zu findenden elektrischen Instrumente.

 SEMIACOUSTIC, auch Semiakustik- oder Halbresonanz-Gitarre genannt. Diese Instrumente verfügen über einen Hohlkorpus mit Resonanzöffnungen (F-Löcher), in den ein massiver Block eingelassen wurde, der meist vom Halsansatz bis zum hinteren Gurt- knopf reicht. Der Resonanzkörper ist also nur noch halb vorhanden, daher rührt der Name Halbresonanz. Gibsons ES-335, die man von Jam-Rocker Warren Haynes, Fusion-Player Larry Carlton oder Rock & Roller Chuck Berry kennt, oder Jazz-Gitarrist John Scofields Ibanez AS-200 sind typische Semiacoustic-E-Gitarren. Sehr viele Blues- und Rock-Gitarristen wie B.B. King, Alvin Lee, Eric Clapton und Freddie King spielten Semiacoustics.

• ARCHTOP bedeutet eigentlich „gewölbte Decke“, hat sich aber als Synonym für die dicke Jazz-Gitarre mit den klassischen F-Löchern als Resonanzöffnungen eingeschlichen: eine Vollresonanzgitarre, die also auch rein akustisch gespielt funktioniert, aber zusätzlich mit einem oder mehreren Tonabnehmern plus Reglern ausgestattet ist. Alle großen Jazz-Gitarristen wie Wes Montgomery, George Benson, Attila Zoller, Joe Pass, aber auch Blues-Musiker wie Eric Clapton oder Rock & Roller und Volksmusiker haben schon immer auch Archtops eingesetzt.

• THINLINE-E-Gitarren sind ein Kapitel für sich, denn für diesen Begriff gibt es mehrere, sich teils widersprechende Definitionen: + Thinline-E-Gitarren sind mit Tonabnehmern ausgestattete, vollakustische Instrumente, nur eben mit einer Zargenhöhe (= Korpusdicke) von von ca. 5 cm. Sie haben keinen durchgehenden Block o.ä. im Korpusinneren, womit sie sich von den Semiacoustics klar unterscheiden. Die klassische Thinline-E-Gitarre ist die Gibson ES- 330, die u.a. vom Jazz-Gitarristen Grant Green gespielt wurde. Aber auch Rocker wie Merkwürden Ted Nugent mit seiner Byrdland oder Pop-Stars wie der Italiener Zucchero – er spielt u.a. eine ES-120 – konnten schon mit Thinline-Gitarren gute Musik machen.

+ Das Fender-Modell Telecaster-Thinline wäre nach dieser Definition natürlich keine Thinline; sie wurde oft als SEMISOLID-Typ bezeichnet. Bei diesem Gitarrentyp – wie auch bei der Framus Jan Akkerman – wurden aus dem massiven Body mehr oder weniger große Hohlkammern ausgefräst.
+ Hier ist der andere, ebenfalls verbreitete THINLINE-Definitionsansatz: Demzufolge ist „Thinline“ ein Oberbegriff für alle hohlen und halbhohlen Gitarren, die eine Zargentiefe von ca. 5 cm nicht überschreiten. Eine semiakustische ES-335 ist demnach genauso eine Thinline wie eine vollresonante ES-330. In Bezug auf die Fen- der Thinline Telecaster bedeutet das: Letztendlich definieren sich die Unterschiede zwischen semiakustisch und halbmassiv (semiso- lid) aus dem Verhältnis von umbauter Luft zum Holzanteil. Ist da mehr Luft (z.B. ES-335), dann ist sie semiakustisch; bei mehr Holz (z.B. Tele Thinline) ist es eine halbmassive Gitarre.

• WILLKOMMEN IN DER MUSIKERWELT der Widersprüche und Ungereimtheiten, in der das Tremolo an der Gitarre in Wahrheit ein Vibratosystem ist (weil es eben die Tonhöhe verändert), und der Vibrato-Effekt an den allermeisten Verstärkern ein Tremolo (weil hier die Lautstärke moduliert wird). Und genau so ist der Chorus nicht nur ein Gitarreneffekt, sondern auch die englische Bezeichnung für Refrain – und im Jazz auch noch für einen Im- provisationsdurchgang über die komplette Form. Ein Beispiel: Wenn John Scofield mit seiner Thinline/Semiacoustic und Chorus einen Chorus nur über den Chorus von ,Blowing In The Wind‘ spielt, dann ist es wichtig, dass man weiß, was alles gemeint sein könnte. Verstanden?

• WAS MAN SONST NOCH ÜBER DIE GITARRE WISSEN SOLLTE: Eine Gitarre kann aus laminiertem – also schichtverleimtem – Holz, oder aber aus massiven HÖLZERN bestehen. Der HALS einer Gitarre kann bei allen Typen entweder aufgeschraubt, eingeleimt oder aber durchgehend sein. Weitere wichtige Charakteristika einer E- Gitarre sind die SAITEN – es gab im Prinzip fast alles von der viersaitigen Framus-Peter-Kraus-Gitarre bis zu den flirrenden Sounds von Roger McGuinns elektrischer 12string-Rickenbacker bei The Byrds. 7-saiter-Archtops spielte schon in den 30er-Jahren der Jazz-Gitarrist George Van Eps, also lange bevor Ibanez Steve Vai 1990 seine Universe-Signature baute und dann auch die Nu-Rocker dieses Instrument entdeckten. Tosin Abasi von Animals As Leaders spielt sogar eine Achtsaitige, genau wie Jazz-Gitarrist Charlie Hunter.

Und dann unterscheiden sich E-Gitarren auch noch durch die Pickups, deutsch: TONABNEHMER. Singlecoils, Humbucker und Piezo-Pickups sind die gängigen Grundtypen. Die Elektrik (Regler, Schalter) der meisten E-Gitarren ist passiv, nur relativ wenige haben einen Vorversstärker und aktive Klangregelung an Bord, wofür diese Instrumente dann Batterien (ver)brauchen.

>>HIER geht es zu unserem beliebten GITARREN ABC SONDERHEFT<<<

Sonderheft Gitarren ABC

« Zurück nach oben