Mühe und Inspiration oder einfach nur Glück?

10 Gitarren-Ikonen über ihre bekanntesten Riffs

Es ist schwer zu sagen, wie ein tolles, unvergessliches Riff entsteht – ein echtes Rezept gibt es bis heute nicht. Einige sind das Ergebnis von Mühe und Inspiration, während andere aus heiterem Himmel zu fallen scheinen. Hier sind die Entstehungsgeschichten von 10 klassischen Gitarren-Riffs inklusive Zitate ihrer Schöpfer.

„You Really Got Me“, The Kinks

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Dave Davies: „Es gab da diese Platte, die mein Bruder Ray und ich sehr mochten. Sie hieß The Train and the River und sie ging so: ,ba-ba ba-ba‘. Ray ging auf dem Piano im Vorderzimmer Zuhause ab, inspiriert von diesem Song. Er kam mit diesem zwei-Noten-Riff, das ich auf der Gitarre spielte. Als ,You Really Got Me‘ erschien, war es so anders. Ich erinnere mich noch daran, als ich den Song das erste Mal im Radio hörte… Ich dachte, es sei jemand anders und ich sagte: ,Sind das wir? Das sind wir!‘“


 

„(I Can’t Get No) Satisfaction“, The Rolling Stones

Keith Richards: „Ich gehe wie gewohnt mit meiner Gitarre ins Bett, wache am nächsten Morgen auf und sehe, dass das Aufnahme-Band bis zum Ende durchgelaufen ist. Und ich denke: Ich habe nichts aufgenommen, aber vielleicht habe ich ja im Schlaf den Aufnahme-Knopf getroffen.‘ Also habe ich wieder zum Anfang zurückgespult und Play gedrückt. Und dann kam in einer Art gespenstischen Version [die ersten Lines von ,Satisfaction‘]. Danach kamen 40 Minuten, in denen man mich schnarchen gehört hat.“


 

„Sunshine of Your Love“, Cream

Eric Clapton und Jack Bruce kamen angeblich gerade vom Jimi Hendrix Konzert in London, als sie das Riff erfanden. „Bei der Entstehung des Songs haben wir das Riff als erstes geschrieben“, erzählte Bruce Ultimate Guitar. „Ich habe das Riff erst nur auf dem Kontrabass gespielt. Und dann wusste ich, dass das ein Song werden musste, aber es hat lange gedauert. Eric hatte die Idee der musikalischen Wendung. So wurde es veredelt. Wir haben das Riff nur gesungen, weißt du, eine Variation des Riffs.“


 

„Birthday“, The Beatles

Die Beatles planten eine frühe Recording-Session, sodass sie gegen 21 Uhr eine Pause machen konnten, um den Fifties Rock and Roll Streifen Schlagerpiraten (Original-Titel ‚The Girl Can’t Help It‘), featuring Little Richard, zu sehen, welcher sein TV-Debüt in Großbritannien machte. Paul McCartney erklärt in seiner Autobiografie Many Years from Now: „Wir dachten, ,Warum denken wir uns nicht was aus?‘ Wir hatten gerade ein Riff auf Lager und haben alles rund um dieses Riff arrangiert. Wir sagten, ,wir steuern erst ein paar Takte auf das Riff zu, dan spielen wir es ein paar Takte.’” Lennon erinnert sich daran, dass McCartney , der durch den Film voller Nostalgie-Gefühl war, einen Fifties-Style Rock and Roll Song schreiben wollte. „Ich glaube, Paul wollte einen Song schreiben wie ,Happy Birthday Baby‘, den alten Fifties Hit. Aber im Studio war es irgendwie zu gekünstelt. Es war ein Stück Müll.“


 

„Whole Lotta Love”, Led Zeppelin

„I wanted a riff that really moved, that people would really get, and would bring a smile to their faces”, erzählte Jimmy Page BBC News. „Aber als ich es mit der Band gespielt habe, lief es wirklich auf Hochtouren. Der Plan war, dieses Riff und seine Bewegung zu benutzen; es war so bedrohlich und zugleich auf eine Art schmeichelnd.“


 

„Smoke on the Water“, Deep Purple

„Ich habe versucht, ein Highlight bei dem, was wir bei Deep Purple machen zu setzen, deshalb wollte ich etwas so starkes“, berichtet Gitarrist Ritchie Blackmore Guitar International. „Aber das Ding ist, ich habe Menschen es spielen sehen und sie haben es immer nur geklimpert. Ich spiele die Noten tatsächlich mit zwei Fingern gleichzeitig, mit dem Daumen und dem Zeigefinger. Nur die beiden Noten. Es ist ein Fingerstyle-Riff.“


 

„Layla“, Derek and the Dominos

„Wir haben viel Zeit damit verbracht, zusammen an den Gitarren zu arbeiten und Duane [Allman] war instrumental sehr in der Entwicklung des Songs involviert“, sagte Eric Clapton Uncut. „Er kam mit diesem Riff an, welches es ziemlich ähnlich in Albert Kings Song ,As The Years Go Passing By‘ gibt. Das original ist ein langsamer Blues und es gibt eine Zeile, die geht so: ,There is nothing I can do, if you leave me here to cry‘, und die haben wir verwendet.“

 


 

Sweet Child O’ Mine“, Guns N’ Roses

Slash: „Ich habe einfach meine Gitarre gespielt und Izzy [Stradlin] seine. Es war mitten am Nachmittag. Wo das Riff herkam? Ich erinnere mich wirklich nicht mehr daran. Ich habe dieses Muster gespielt – “it was one of those things I was in the process of discovering as I came up with each note, and sort of turned it into something that kept rotating.” Entlang des Weges begann Izzy diese Akkorde zu spielen, die dahinter stehen. Der Song schrieb sich mehr oder weniger von alleine“


 

„Pretty Vacant”, The Sex Pistols

Bassist Glen Matlock, der den größten Teil der Melodie schrieb, sagt, er habe das Riff von ABBAs Hit ‚S.O.S.‘ gestohlen. „Das Riff kam im Moonies zu mir, einer im Obergeschoss liegenden Bar in der Charing Cross Road, gegenüber vom Cambridge Theatre“, erinnert Glen sich in seiner Autobiografie I Was A Teenage Sex Pistol. „Ich war an einem Mittag da, um mir meinen Weg durch das wöchentliche Stempelgeld zu trinken, als ABBAs S.O.S. aus der Jukebox kam. Ich habe das Riff gehört, ein einfach wiederholtes Oktaven-Muster. Alles, was ich getan hab, war, dieses Muster zu nehmen und es leicht zu verändern – um genau zu sein habe ich eine Quinte mit eingebaut. Ich hab’s, dachte ich. Was könnte einfacher sein?“ Später erklärte er der Zeitung The Guardian: „Being at art school and being hip to the Dadaists and Marcel Duchamp, you’d nick something and make it your own. Wenn ich nicht clean geworden wäre, hätte es niemand jemals gemerkt.”


 

„Beat It“, Michael Jackson

Sobald man weiß, dass Michael Jackson gesagt wurde, er solle ,a black ‚My Sharona‘‘ schreiben, fängt man an, das Gitarren-Riff zu verstehen, das ‚Beat It‘ zu Grunde liegt. „With two months to get Thriller done, we dug in and really hit it”, sagte Produzent Quincy Jones der Los Angeles Times. „Michael, Rod [Temperton, Songwriter], der große Ingenieur Bruce Swedien und ich haben so viel Zeit mit allen zusammen verbracht, dass wir schnell geworden waren und sehr effizient arbeiten konnten. Ich sagte Michael, dass wir einen schwarzen Rock ‘n‘ Roll Song brauchten – a black ‚My Sharona‘‘ – und einen ‚begging tune‘ für das Album. Er kam zurück mit ‚Beat It‘ und Rod kam mit ‚The Lady in My Life‘.“

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