Keith Richards

Dass Keith Richards in der berühmtesten Rock-Band der Welt spielt, ist ja wohl so klar wie der alltägliche Sonnenaufgang und auch die Biographie von Richards ist weitläufig bekannt. Deshalb geht es hier hauptsächlich um seine Gitarren, Verstärker und Spielweise!

Punkt 1: Keith ist absoluter Gitarrenliebhaber und weiß selbst nicht mehr wie viele Instrumente er überhaupt besitzt.

Punkt 2: Keith Richards ohne Fender Telecaster wäre ungefähr wie Oktoberfest ohne Bier und deswegen hat er selbstredend zig verschiedene Ausführungen dieses Modells. Seine Hauptgitarre Micawber ist eine ‘57er Telecaster, welche (wie auch die meisten seiner anderen Teles) mit einem Humbucker in der Halsposition bestückt ist.

Vor einigen Jahren spielte Keith auch Music-Man-Gitarren (Silhouette) auf der Bühne, heute greift er gerne mal zur Gibson ES-345, zu einer Custom-Shop-Les-Paul oder seiner Fender Stratocaster. Keith Richards gilt übrigens als Wegbereiter der Fender-Relic-Serie: Weil ihm seine alten Originale zu schade für das raue Tour-Leben waren und neue Modelle an ihm zu uncool aussahen, beauftragte er Fender, ihm einige abgewetzte Teles und Strats zu bauen. Und alte Gibson-Akustikgitarren (u. a. Dove, Hummingbird, J-200, L-1) liebt er natürlich auch, denn „ein echter Kerl spielt zuhause eh nur auf der Akustischen“.

Im Studio bevorzugt Keith Richards kleine Combo-Amps, wie z. B. den Fender Champ, Wells oder Silvertone. Seinen typischen, angezerrten Sound erzeugt er prinzipiell mit zwei Verstärkern (meist alte Fender-Tweed-Twins), wobei einer clean, der andere verzerrt eingestellt ist. Um die gewaltigen Stones-Bühnen beschallen zu können, werden die Signale o. g. Amps durch eine externe Endstufe und Mesa/Boogie-Boxen (4×12“) geschickt. Effekte? Nur wenn’s unbedingt sein muss: MXR Phase-90, Maestro-Fuzz, Ibanez Tube-Screamer, CAE Super-Tremolo …

Keith Richards ist mehr, als ein einfacher Rhythmus-Gitarrist, er ist – nach Chuck Berry der unbestrittene Riff-Meister dieses Planeten. Manche Gitarristen erkennt man an ihrem Ton, an ihrem Sound, an speziellen Läufen – Keith hingegen macht seinen Wiedererkennungswert mit dem Anschlag eines einzigen Akkords klar. Seine Wurzeln liegen im Blues (Robert Johnson, Muddy Waters), seine Leidenschaft und Spielweise sind purer Rock & Roll (Chuck Berry).

Im Laufe der Jahre ist das sog. Open-G-Tuning zu seinem Baby geworden, „weil es einfach ist, damit einen Groove zu starten“. Die tiefe E-Saite zieht er erst gar nicht auf, sondern spielt nur ein 5er-Set (low to high: G-D-G-B-D): „Mit diesem Tuning und nur 5 Saiten bekommst du dieses Klingeln, diesen extra trockenen Biss auf der Telecaster …“

Autor: Tom Riepl

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