Ritchie Blackmore

Richi Blackmore

Mit “Smoke on the Water” schrieb Ritchie Blackmore das vielleicht berühmteste Gitarren-Riff der Rock-Geschichte. Und auch sonst mangelte es in der Karriere des ehemaligen Deep-Purple- und Rainbow-Gitarristen nicht an Höhepunkten – obwohl sein Charakter mindestens so schwer sein soll wie seine Riffs…

Richtie Blackmore zählt zweifelsohne zu den Pionieren des Rocks und gilt berechtigterweise als einer der einflussreichsten Gitarristen der letzten Dekaden. Bereits in den 70er-Jahren verband er klassische Einflüsse geschmackvoll mit Bluesrock und wird daher gerne als Vorreiter des neoklassischen Metals aufgeführt. Aber auch schlichte und eingängige Riffs, wie das des Deep-Purple-Klassikers “Smoke on the Water” gehen auf sein Konto. Dieser 1972 auf dem “Machine Head”-Album veröffentlichte Song gilt mit über 12 Millionen verkauften Einheiten als eines der meistverkauften und bekanntesten Werke der Rockmusik.

Blackmore wurde am 13. April 1945 in Weston-super-Mare im Südwesten Englands geboren. Seine erste Gitarre bekam er bereits mit elf Jahren von seinem Vater geschenkt – ein Jahr klassischen Unterrichts inklusive, was seinen späteren Stil nachhaltig prägen sollte.

Obwohl er zu Beginn seiner Zeit bei Deep Purple noch eine Gibson ES-335 verwendete, wechselte Blackmore schon bald (1970) zur Fender Stratocaster, die er übrigens von Eric Clapton erwarb. “Der Hals war total verbogen und sie war sehr schwer zu spielen. Ich mochte jedoch den präzisen Sound.” Es sollte zwei Jahre dauern, bis der Großmeister sich an die neue Begleiterin vollends gewöhnte. Später höhlte er die Bundstäbchen seiner Stratocaster aus, um ein noch präziseres Vibrato zu erzeugen und schraubte auch an den Tonabnehmern herum.

So virtuos er auf seinen sechs Saiten zu Werke ging, so exzentrisch und schwierig erwies sich Ritchie im Bandgefüge. Exemplarisch für sein ungezügeltes Temperament gilt der Vorfall beim 74er-Auftritt von Deep Purple beim California Jam: “Nach Streitigkeiten mit dem Fernsehsender ABC verlor Ritchie Blackmore am Ende des Konzerts die Beherrschung und schlug mit dem Kopf seiner Gitarre auf das Objektiv einer Fernsehkamera ein. Anschließend ließ er einen seiner drei Marshall-Türme von seinem Roadie in Brand setzen; durch die Verwendung von zu viel Benzin als Brandbeschleuniger geriet die Situation jedoch außer Kontrolle und endete in einer heftigen Verpuffung, die den Gitarristen fast von der Bühne schleuderte; die demolierten Teile des Equipments warf Blackmore anschließend ins Publikum.” (Wikipedia)

1976 verließ Blackmore Deep Purple. 1984 erfolgte eine Reunion, die jedoch nur bis 1993 hielt, da es wieder zu Konflikten mit den restlichen Bandmitgliedern kam. Nach seinem ersten Ausstieg, gründete der umtriebige Gitarrist Rainbow, zu deren Sängern mitunter das Ausnahmetalent Ronnie James Dio (Heaven and Hell) zählte. Auch hier geriet Blackmore mit der Band aneinander und löste sie auf. 2016 spielte Rainbow mit einer komplett neuen Besetzung drei Konzerte – der aktuelle Status der Band ist unklar.

Momentan ist Blackmore mit seiner vierten Ehefrau Candice Night in ihrem gemeinsamen Projekt Blackmore’s Night aktiv, wo er eine Art Renaissance-Rock spielt, der gerade in der Mittelalter-Szene großen Zuspruch findet. Dort verwendet er auch altertümliche Saiteninstrumente wie Mandoline, Domra sowie Drehleier.

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