G&B Basics!

Open Tuning: Gitarre stimmen mal anders

Du möchtest deine Gitarre mal neu kennenlernen und sie ganz anders stimmen? Wir haben für dich die klassischen Standard-Stimmungen und die verschiedenen Open-Tunings zusammengefasst!

Stimmtechniken für die Gitarre
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Die STANDARDSTIMMUNG der Gitarre ist

E A D g h e

Diese Art, die Gitarre zu stimmen, ist aber selbstverständlich nicht in Stein gemeißelt, sondern kann auf verschiedenste Arten verändert werden: Du kannst deine Gitarre insgesamt höher oder – meist einen Halbton – tiefer stimmen. Auf diese Weise haben beispielsweise Jimi Hendrix und Stevie Ray Vaughan ihre Gitarre gestimmt:

Es As Des ges b es 

Du kannst auch einzelne Gitarrensaiten anders stimmen: In der härteren Rock-, aber auch in der Folk-Musik ist z.B. das DROP-D-TUNING sehr beliebt:

D A D g He 

Außerdem kann man die Gitarre auch auf einen offenen Akkord stimmen, was besonders im traditionellen Blues von Slide-Gitarristen praktiziert wurde und wird. Bei diesem OPEN TUNING erklingt beim Anschlagen der ungegriffenen Saiten ein Akkord. Hier findest du die gebräuchlichsten Varianten dieser Gitarren-Stimmtechnik:


 

Open-E: E H E g#h e

Open-Em: E H E g h e

Open-A: E A E a c# E

Open-Am: E A E a c e

Open-G: D G D g h d

Open-Gm: D G D g b D

Open-D: D A D f# a d

Open-Dm: D A D f a d

 


 

Open Tunings bieten sich beim Gitarre-stimmen zum Ausprobieren an! Hier einige spezielle Open Tunings: Die Dur-7er-Tunings sind die Eintrittskarte in die Blues-Welt, Open-Moll7 in die traurigen Parallel-Universen. Mit Dur-6er-Tunigs sind Trips nach Hawaii, mit Major-7-Tunings zu George Harrisons Klassiker ,All Things Must Pass‘ möglich.

In der Folk-Music und bei Acoustic-Fingerpickern hat man sogar ein beliebtes Tuning nach den gestimmten Saiten benannt: DADGAD …

 


 

• Open-E6: E H E g# c# e

• Open-E7: E H D g# h e

• Open-Em7: E H E g h d

•Open-Emaj7: E H E g# h d#

• Open-A6: E A E a c# f#

• Open-D6: D A D f# h d

• DADGAD: D A D G a d

 


 

Du möchtest deine Gitarre klassisch stimmen? Kein Problem: In unserem Anfänger-Workshop Basic Rock Guitar zeigt dir Peter Fischer, wie du deine Gitarre stimmen kannst:

 

Gitarre stimmen mit Stimmgabel

Ganz rudimentär, mittels eines Referenztons, arbeitet die STIMMGABEL – meist mit dem Ton A = 440 Hz. Von diesem, also der tiefen A-Saite, ausgehend werden dann die anderen Saiten der Gitarre gestimmt. Als Orientierung dienen dabei:

+ gegriffene Töne: 5. Bund A-Saite = leere D-Saite usw.

+ Flageolett-Töne: 5. Bund A-Saite = 7. Bund D-Saite usw.

+ Kombinationen aus gegriffenen Tönen und Flageoletts.

Gitarre stimmen mit Stimmpfeife

Die klassische STIMMPFEIFE kann alle 6 Saitentöne, ist heute aber kaum noch anzutreffen. Hiermit erzeugte einst der Wald- & Wiesen-Nerd mithilfe von Atemluft Töne, denen er die Saitenstimmung seiner Gitarre anpasste. So etwas gibt’s heute auch online, z.B. den ergooglebaren GIESON TUNER.

Gitarre stimmen mit Stimmgerät

Und dann gibt’s – für Musiker ohne Ohren – auch noch ganz komfortable STIMMGERÄTE, die das Gitarren-Signal via Kabel oder Mikrofon erhalten, in ein optisches umsetzen, und uns mittels einer bunten LED oder eines Zeigers mitteilen, wenn die korrekte Tonhöhe erreicht wurde. Mit so einem Stimmgerät, dass es natürlich auch als iPad und Smartphone-App gibt, kann man außerdem gut die OKTAVREINHEIT eines Instruments kontrollieren, die für eine saubere Stimmung bzw. Intonation bei gegriffenen Saiten Grundvoraussetzung ist.

 

 

Ganz wichtig, wenn du deine Gitarre stimmen möchtest: Beim Stimmen musst du die Saitenspannung immer anziehen, also den gewünschten Ton von unten aus anfahren – das verhindert nachträgliches Verstimmen der Gitarre effizienter, als wenn du die Saite zum Zielton herunterstimmst. Wir wünschen dir viel Erfolg! [1985]

 

Gitarre stimmen mit selbststimmenden Systemen

 

4 Kommentare zu “Open Tuning: Gitarre stimmen mal anders”
  1. Heddi

    Hab da noch eine interessante Variante – mit Stimmgerät:
    Kalibrierung Grundton auf 430 Hz. Hat bei Grundstimmung und Halbton tiefer sehr interessant geklungen. Hatte vor allem beim Covern von einigen end70er und 80er
    Rock/Heavy Songs gut gepasst. In der Klassik habe ich gehört wird es auch angewendet, da man das “wohltemperierte” 440 Hz erst seit Bach mehr und mehr einsetzte.

    Antworten
    • “wohltemperierte Stimmung & a=440 hz Stimmung haben nichts miteinander zu tun! Die kommen auch aus unterschiedlichen Jahrhunderten.

      Antworten
  2. spricht eigentlich etwas gegen eine stimmung wo die tiefe e saite zur den ton g hat, also das gegenteil von drop. will nicht mit capo spielen, das problem ist durch die neue sängerin entstanden, ihr sind die lieder in e zu tief, reicht es wenn man dünnere saiten zb 09 nimmt und den hals anpasst?

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  3. Martin Krieger

    @Der “Kammerton” auf 440Hz wurde sogar erst 1939 auf einer Industrienormkonferenz in London vereinbart. Bis dahin lag er in GB deutlich höher, auf dem Kontinent tiefer, in Deutschland bspw. bei 335Hz, und bei älteren amerikanischen Saxophonen findet man “high” bzw. “low pitch”. Dann kam bekanntlich der 2. Weltkrieg dazwischen, der die Umstellung der Werkzeugmaschinen erheblich verzögerte. Das ist allerdings vor allem für Holzblasinstrumente interessant, die sich dann entsprechend Scheiße intonieren lassen. Das ist etwa so, als müsstest du auf der Gitarre während des Spielens die mangelhafte Bundreinheit durch Bending korrigieren. Ansonsten charmante Idee; kann sein, dass die nach einem in sich stimmenden “low pitch”- Klavier gestimmt haben. Und da ich gerade im Klugscheißermodus bin: “Wohltemperiert” meint “gleichschwebend temperiert”. Bedeutet,dass die zwölf Halbtonschritte innerhalb einer Oktave physikalisch (“pythagoräisch”) nicht mehr exakt stimmen, aber alle gleich “falsch” sind – eben schweben. Dafür ließ sich nun in allen Tonarten spielen, weswegen die Bünde gleichschwebend positioniert sind, während die Saiten untereinander hingegen schwebungsfrei “rein” stimmen sollten. Besonders “Feintunig” der G- und H-Saite sollte daher gegebenenfalls der jeweiligen Tonart nach Gehör angepasst werden. Okay, Klugscheißermodus aus; cheerio und haut ‘rein, Martin

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