Produkt: Hush – Deep Purple
Hush – Deep Purple
Hush: Hol Dir die Playalong-Versionen des Klassikers von Deep Purple!

Meilenstein 1978: Rainbow – Long Live Rock ‘n‘ Roll

(Bild: Universal / Eagle Rock)

Im Mai 1975 stieg Gitarrist Ritchie Blackmore bei der britischen Hardrock-Ikone Deep Purple aus. Schnell hatte er mit Rainbow eine neue Band am Start, die noch im selben Jahr ,Ritchie Blackmore’s Rainbow‘ veröffentlichte.

Mit ,Man On The Silver Mountain‘ und ,Catch The Rainbow‘ bot das Album gleich zwei frühe Klassiker, die die Bandbreite der Band zwischen straightem Hardrock und pathetischen Balladen umrissen. Im Mittelpunkt des Geschehens stand neben Ritchie Sänger Ronnie James Dio, der die Songs mit seinem wuchtigen Gesang und Lyrics über Könige, Ladies und Drachen nachhaltig prägen sollte.

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Letztlich avancierte die Kombination aus Heavy-Riffs mit neoklassischem Anstrich und Fantasy-Elementen zum Konzept für zahllose nachfolgende Metal-Acts. Rainbow und das Duo Blackmore/Dio legten innerhalb kurzer Zeit eine rasante Karriere hin. Und die wurde dann 1978 noch mal getoppt durch ,Long Live Rock ’n’ Roll‘.

Aufgenommen wurde das Album bereits ein Jahr zuvor in den Studios des Château d’Hérouville in der Nähe von Paris. Das Drum-Intro und der Shuffle-Groove des programmatischen Titeltracks zogen den Hörer geradezu in das Album hinein. Das knackige Haupt-Riff war typisch Ritchie Blackmore. Ähnliches kennt man seit dem Deep-Purple-Hit ,Smoke On The Water‘.

Der treibende Rocker ,Lady Of The Lake‘ erinnerte mit den satten Keyboards-Sounds, die jetzt von David Stone kamen, an Ritchies alte Band. Neu war jedoch ein dezent arabisch anmutendes Solo mit Bottleneck, in dem Blackmore die Noten mit Bedacht setzt, um schließlich in einem harmonischen Break zu landen.

Viel Dramatik produzierte Rainbow dann in ,Gates Of Babylon‘. Auch hier erinnern die Harmonien an arabische Musik, bis schließlich im virtuosen Solo – eines der bemerkenswertesten in Blackmores Schaffen – auch neoklassische Einflüsse anklingen. Und schließlich erzeugen die Streicher zusätzliche Tiefe.

Rainbow 1978: Ronnie James Dio, David Stone, Bob Daisley, Ritchie Blackmore und Cozy Powell (Bild: Universal / Eagle Rock)

Tja, und dreht man die LP-Vinylplatte um, folgt der nächste Höhepunkt: das schnelle ,Kill The King‘ mit einem Ronnie James Dio in Höchstform. Schon das neoklassische Intro mit den schnellen Gitarren-Arppeggios ist ein Knaller, genauso wie das scharfe Haupt-Riff des Songs. Und wie Blackmore das Solo mit den Melodielinien des Intros beginnt und in ultraschnelle Pickings wechselt, sich dann Singlenote-Lines und Arpeggien geradezu überschlagen und immer sein markantesFingervibrato durchdringt, ist schon großes Klangkino.

Richie Blackmore wartet auf diesem Album mit einigen bemerkenswerten Gitarren-Sounds auf. So beeindrucken in den ersten Takten des sechsten Songs ,The Shed (Subtle)‘ fette Delay- und Modulations-Effekte in Richtung Flanger/Phaser. Insgesamt glich der Gitarren-Sound bei Rainbow dem bei Deep Purple: satt verzerrt, dennoch definiert und mit einer gewissen Wärme versehen.

Bei Rainbow setzte Ritchie eine 74er-Fender-Sunburst-Strat mit einem „scalloped“ Rosewood-Griffbrett ein. Ritchie erläuterte dies einmal folgendermaßen: „Ich habe mal eine zeitlang auf einer alten Gitarre gespielt, bei der das Holz zwischen den Bünden durch jahrelanges Spielen wie ausgewaschen war. Das hat mir gut gefallen, also habe ich das auch mal an einer Strat probiert. Ich fand heraus, dass ich nun schneller spielen konnte, denn meine Fingerkuppen berührten nicht mehr das Holz des Griffbretts.“

(Bild: Universal / Eagle Rock)

Anfangs spielte er auf seiner Strat die originalen Tonabnehmer, wechselte jedoch zu den Bill-Lawrence-Typen L250 und L450. Der Grund hierfür war recht pragmatisch. Blackmore: „Ich mochte sie nicht sonderlich, aber sie waren unanfällig gegen Störungen. Rainbow hatte über der Bühne einen großen Regenbogen mit 4000 Glühlampen aufgespannt, deren Dimmer knallten mit heftigem Brummen und Summen in mein hoch gepowertes Equipment.“

Weiterhin setzte er Marshall-Major-Amps mit 4x12er-Boxen und einen Aiwa Model 1010 Tape Recorder als Vorverstärker ein. Nach der Veröffentlichung des Albums folgte jedoch ein dramatischer Wendepunkt: Ronnie James Dio verließ Rainbow. Offenbar hatten die zunehmenden Animositäten zwischen ihm und Blackmore ihren Höhepunkt erreicht.

Für Dio begann ein weiterer wichtiger Karriereabschnitt, bevor er schließlich unter eigenem Namen unterwegs war. Er stieg bei Black Sabbath für den gefeuerten Ozzy Osbourne ein. Rainbow existierte weiter, doch Songs und Sound der Band verflachten von Album zu Album, trotz späterer Hits wie ,Since You’ve Been Gone‘ oder ,I Surrender‘. Die Rainbow-Alben mit Dio zählen sicher zu den musikalisch besten und spannendsten der Band.

(erschienen in Gitarre & Bass 05/2020)

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