Tipps & Tricks zur optimalen Gitarrenhalseinstellung

Gitarrenhals einstellen: So geht’s!

Da die Saiten eine erhebliche Zugbelastung auf den Hals ausüben (bereits 46,51 kg bei einem .010- bis .046er-Satz, z. B. von D’Addario), haben so gut wie alle Gitarrenhersteller den Hals mit einem Stahlstab verstärkt. Dieser lässt sich entweder mit einem speziellen Einstell- oder einem einfachen Inbusschlüssel justieren. Das Einstellen selbst ist einfach.

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Zugang zum Stahlstab an der Kopfplatte einer Gibson Les Paul

Dreht man den Schlüssel im Uhrzeigersinn nach rechts, wird der Stahlstab angezogen und der Hals bewegt sich nach hinten entgegen des Saitenzugs – und die Saitenlage wird flacher. Beim Drehen gegen den Uhrzeigersinn, also nach links, wird der Stahlstab gelockert, eine eventuelle Verkrümmung des Halses nach hinten wird entspannt und die Saitenlage wird gleichzeitig höher.

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Achtung: Es gibt auch einige wenige Instrumente, bei denen die Einstellung des Stahlstabes nach genau entgegengesetzter Logik funktioniert!

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Schwer bis gar nicht zu erreichen: Der Stahlstab einer Vintage Fender Stratocaster

Und noch ein Hinweis: Viele Instrumente aus neuerer Fernostproduktion haben einen Stahlstab, der in beide Richtungen wirkt. In der Ausgangsstellung am Nullpunkt muss man u. U. einige Umdrehungen (leicht und ohne Widerstand) drehen, bis der Stahlstab in die andere Richtung greift. Ob der Hals gerade ist oder nicht, lässt sich am einfachsten feststellen, in dem man von der Kopfplatte her den Verlauf der Saiten verfolgt. Denn diese bilden immer eine gerade Linie. Die vergleicht man mit dem Verlauf der Bundstäbchen und kann so leicht feststellen, wie der Krümmungsbogen des Halses verläuft. Manchmal hat man anfänglich bei dieser Methode einige „Sehschwierigkeiten“, was sich mit etwas Übung jedoch bald gibt.

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Vorsichtig wird mit einem passenden Schlüssel die Einstellschraube des Stahlstabs bewegt.

„Hängt“ der Hals durch, d. h. ist die Entfernung der Bundstäbchenoberseiten zu den Saiten im mittleren Bereich des Halses deutlich größer als am Halsanfang und -ende, muss der Hals etwas angezogen werden. Ist das Gegenteil der Fall, muss der Stahlstab gelockert werden.

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Beim Einstellen selbst ist darauf zu achten, dass der Einstellschlüssel mit Gefühl, auf keinen Fall aber mit erhöhtem Kraftaufwand betätigt wird. Denn eine abgebrochene Stahlstabschraube würde eine sehr aufwendige und damit teure Reparatur nach sich ziehen. Sollte sich der Hals nicht auf Anhieb gerade einstellen lassen, ist es ratsam, einen Gitarrenbauer aufzusuchen.

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Der Hals dieser Fender Telecaster muss zum Einstellen abgeschraubt werden.

Wie „gerade“ ist optimal?

Über die richtige Halskrümmung gibt es sogar unter Gitarrenbauern unterschiedliche Ansichten. Die einen bevorzugen eine leichte Krümmung, andere bevorzugen eine möglichst gerade Einstellung.

Am schepperfreisten ist es jedoch meist dann, wenn der Hals fast ganz gerade ist. D. h., wenn man am ersten und am letzten Bund z. B. die E-Saite herunterdrückt, sollte in der Halsmitte, also so um den 9. oder 10. Bund herum, ein Abstand von maximal 0,5 mm von der Saitenunterkante zur Bundstaboberkante sein.

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Der erste „Peil-Check“ zeigt, ob ein Hals angezogen oder gelockert werden muss.

Diese Angaben setzen natürlich ein Instrument mit ordentlichem Hals voraus. Bei manchen Gitarren ist jedoch der Verlauf der Halskrümmung nicht sonderlich gleichmäßig, sondern gleicht – übertrieben ausgedrückt – einer Berg- und Talbahn. In diesen Fällen kann es vorteilhaft sein, die Halskrümmung etwas stärker einzustellen, damit die Saiten nicht schnarren. Gleiches hat sich bei Verwendung von sehr dicken Saiten, kombiniert mit einem starken Anschlag des Gitarristen, bewährt.

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Dem Fehler auf der Spur

Ein guter Hals ist dann perfekt, wenn man die Saiten einzeln jeweils am ersten und am letzten Bund herunterdrückt und beim Zupfen der Saite dazwischen (Finger-Akrobatik!) ein klarer Ton hörbar wird. Dann drückt man die Saite am ersten und am vorletzten Bund herunter und prüft durch erneutes Anzupfen wieder, ob ein klarer Ton hörbar ist. Auf diese Art und Weise prüft man das ganze Griffbrett durch. Anschließend macht man die Gegenprobe, indem man die Saite am letzten Bund herunterdrückt und gleichzeitig am zweiten, dann am dritten usw.. Sind bei allen Saiten in allen Stellungen alle Töne hörbar, ist der Hals perfekt eingestellt!

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Es gibt eine einfache Methode zu prüfen, ob der Hals richtig eingestellt ist – siehe Text!

Sind jedoch an einigen Stellen den Saiten keine Töne zu entlocken, so ist der Hals in diesem Bereich verzogen oder ein bzw. mehrere Bünde stehen hier zu hoch. Leider lässt sich in diesen Fällen auch mit einer anderen Stahlstabeinstellung kaum etwas verbessern. Ein Gitarrenbauer würde nun die Bünde abrichten. [1988]

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Kommentar zu diesem Artikel

  1. Als ich ein (der? das?) Truss Rod fester anziehe, oder sogar lockerer mache, lockere ich immer alle Saiten. Damit verringere ich den Verschleiss von den gewinden von ‘Nut’und ‘Rod’, weil den Zugkraft auf dem ‘Rod’ dann viel niedriger ist.

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