G&B Basics!

Gitarrenhölzer und andere Materialien

Natürlich spielt in der E-Gitarren-Herstellung Holz immer noch die erste Geige, obwohl bei einigen Hölzern mittlerweile das Thema Nachhaltigkeit intensiv diskutiert wird. Hier eine Aufstellung der Holzarten, die im E-Gitarrenbau eine Rolle spielen!

James Trussart Steelcaster
James Trussart Steelcaster

Wobei unsere Übersicht der Gitarrenhölzer recht grobporig ist, wenn man bedenkt, dass von den meisten hier genannten Holzarten viele Gattungen und Arten existieren, die sich in ihren natürlichen und physikalischen Eigenschaften mitunter stark unterscheiden können.

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+ ERLE

Verwendung: Body-Holz

Herkunft: Europa, Nordamerika

Spezifizierung: mittlere Festigkeit und Dichte

Klangcharakter: unterstützt einen obertonreichen Klang mit zurückhaltendem

Bassbereich

 

+ ESCHE

Verwendung: Body-Holz

Herkunft: Europa, Nordamerika

Spezifizierung: sehr unterschiedlich

Klangcharakter: durchsetzungsfähig, spritzig

 

+ SUMPFESCHE

Verwendung: Body-Holz

Herkunft: Lousiana/USA

Spezifizierung: mittelhart

Klangcharakter: sanft, höhenreich, dynamisch

 

+ LINDE

Verwendung: Body-Holz

Herkunft: Europa, Nordamerika

Spezifizierung: weich

Klangcharakter: anschlagsbetont, relativ wenig

Sustain, eher dunkler Klang

 

+ PAPPEL

Verwendung: Body-Holz

Herkunft: USA, Asien

Spezifizierung: weich

Klangcharakter: eher dunkel, wie Linde

 

+ MAHAGONI

Verwendung: Body, Hals

Herkunft: Mittel- und Südamerika, Afrika, Kuba

Spezifizierung: relativ steif, weiche bis mittelharte

Dichte (je nach Art)

Klangcharakter: weich, ausgewogen, langes Sustain

 

+ AHORN

Verwendung: Hals, Griffbrett, Decke, selten

für den Body, Sustainblock

Herkunft: Europa, Nordamerika

Spezifizierung: relativ hart

Klangcharakter: breitbandig, mittenbetont, definierte Bass- und

Höhenanteile

 

+ PALISANDER

Verwendung: Griffbrett, Hals (selten),

Steg (bei Archtops)

Herkunft: Ostindien, Südamerika, Afrika

Spezifizierung: große Festigkeit und Dichte

Klangcharakter: voll, rund, kräftig, luftig und harmonisch

>>> Beachte die neuen CITES-Artenschutz-Regelungen! 

 

+ EBENHOLZ

Verwendung: Griffbrett, Steg (bei Archtops)

Herkunft: Asien, Afrika

Spezifizierung: sehr hart und schwer

Klangcharakter: direkter Ton, schnelle Ansprache,

ebenmäßiger Klangverlauf

 

+ PAU FERRO

Verwendung: Griffbrett

Herkunft: Südamerika

Spezifizierung: große Festigkeit und Dichte

Klangcharakter: voll, rund, kräftig, schnelle Ansprache

 

+ KORINA / LIMBA

Verwendung: Body, Hals

Herkunft: Afrika

Spezifizierung: mittlere Dichte und Festigkeit

Klangcharakter: gutmütig, spröde, ausgewogen, mit definierten

Bass- und Höhenanteilen

 

+ LAMINAT / SPERRHOLZ

Verwendung: Body (bei preisgünstigen massiven sowie

Voll- und Halbresonanz-Gitarren)

Herkunft: je nach verwendeten Hölzern

Spezifizierung: hohe Festigkeit

Klangcharakter: neutral

 

Alternativen

Das Thema Holzverknappung wird in diesen Tagen immer präsenter.  Ein rigoroses Handelsverbot für Rio-Palisander gibt es schon seit vielen Jahren, aber auch andere Hölzer wie z. B. Ebenholz und südamerikanisches Mahagoni stehen auf den Listen der Holzschützenden Organisationen ganz weit oben. Da wird es Zeit für die Gitarrenbauer, sich nach tauglichen Alternativen umzuschauen – und viele sind auch fündig geworden.

Hagstrom Metropolis
Hagstrom Metropolis aus Pawlonia-Holz

So ist z. B. Cedro ein sehr guter Ersatz für Honduras- und südamerikanisches Mahagoni, und auch das afrikanische Khaya ist schon im Gitarrenbau etabliert, wo es ebenfalls anstelle des Mahagoni eingesetzt wird. Recht aktuell ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt ist Pawlonia, ein extrem schnell nachwachsendes Holz, das in etwa die klanglichen Eigenschaften von Erle haben soll. Als eine der ersten namhaften Firmen hat Hagstrom dieses Holz entdeckt, das auch gerne für Boote und Surfbretter benutzt wird, und stellt einige Serien damit her. Im Hagstrom-Jargon wird dieses Holz Empress genannt.

In nordischen Ländern, in denen Flora und Fauna deutlich kälteren Temperaturen ausgesetzt sind, wachsen zudem einige Holzarten, die sich für den Gitarrenbau eignen. Finnische Birke kommt z. B. als Substitut für Ahorn als Deckenmaterial zum Einsatz.  Und: Es gibt auch Gitarrenbauer, die bewusst mit einheimischen Hölzern experimentieren. Siehe dazu die entsprechende Kolumne in dieser Ausgabe!

 

Andere Materialien

Natürlich gibt es immer wieder Hersteller, die mit anderen Werkstoffen Gitarren bauen. Allerdings sind diese bisher noch nicht ihrem Nischen-Status entwachsen, denn die Mehrzahl der Gitarre spielenden Musiker setzt weiterhin auf Holz.

  • METALL

Metall im Gitarrenbau ist alles andere als neu. Die Brüder Dopyera bauten in den 1920er-Jahren für ihre Firmen National und Dobro diverse Instrumente aus Metall. Der italienische Designer Wandré baute viele seiner ungewöhnlichen Gitarrenkreationen aus Aluminium, und in den 1970er- und 80er-Jahren versuchten amerikanische Hersteller wie Kramer und Travis Bean, mit Metallhälsen zum Erfolg zu kommen. In Bezug auf seine akustischen Eigenschaften und seine relativ leichte Bearbeitbarkeit, scheint das Aluminium tatsächlich ein geeigneter Werkstoff für den Gitarrenbau zu sein. Wobei dabei auch die Tatsache eine Rolle spielt, dass Metallgitarren natürlich hohl sein müssen – wenn nicht, wären sie viel zu schwer. Der Franzose James Trussart zum Beispiel baut seine Gitarren aus Aluminium. Meist verwendet er klassische Designs wie die Gibson Les Paul oder Fender Telecaster und erzielt damit beachtliche Verkaufserfolge.

Nick Page Baron Gitarre
Nick Page Baron

Der Berliner Gitarrenbauer Nick Page fertigt ebenfalls E-Gitarren aus Aluminium, in denen sich verschiedene Vintage-Elemente auf innovative Art mischen und die spezielle Art der Oberflächengestaltung jedes Instrument zu einem eigenen Kunstwerk werden lässt.

  • KUNSTSTOFFE

Die erste E-Gitarre der Welt, Rickenbackers „The Frying Pan“-Lapsteel, war aus Bakelit, einem Kohlefaser-Stoff. Dann begannen in den 1960er-Jahren mehrere Hersteller, mit Glasfaser-verstärktem Kunstharz zu arbeiten.  Z. B. Valco, die Gitarren aus sogenanntem Res-o-Glas herstellte. Für die Firma Ampeg baute der Engländer Dan Armstrong E-Gitarren und -Bässe aus durchsichtigem Plexiglas, die Ende der 90er-Jahre wieder neu aufgelegt wurden.

FMW baut mit Plexi
Auch FMW baut mit Plexi

Auch einige deutsche Hersteller haben den Werkstoff Acryl für sich entdeckt. FMW, die Berliner Firma des Physikers Frank-Michael Weber, hat sich ganz dem Acryl verschrieben, weil, wie Frank-M. Weber sagt, die geringe innere Dämpfung und die hohe Steifigkeit von Acrylglas zu einem hervorragenden Sustain führen müssten. Die Schwingungseigenschaften dieses Materials seien vor allem wesentlich konstanter und vorher präziser bestimmbar als die Eigenschaften eines beliebigen Tonholzes.

In Finnland stellt die Firma Flaxwood innovative Gitarren aus einem Stoff her, dessen Basis zwar immer noch Holz ist, dieses wird aber zerfasert, mit einem geheim gehaltenen Bindemittel versetzt und sowohl für den Hals wie den Korpus in Formen gegossen.  Spielt man diese Gitarren, kommt nie der Gedanke auf, dass ihnen ein Kunststoff zugrunde liegt.  Aristides aus den Niederlanden baut Gitarren aus dem wundersamen Stoff Arium, der im Wesentlichen aus verschiedenen Harzen besteht, die mit mikroskopisch kleinen, hohlen Glaskügelchen vermischt sind. Dieses strukturell eher fragile Gemisch wird von einer stabilen Außenhaut aus Vinylesther, Glasfiber und Carbon-Gewebestreifen umschlossen.

Die Firma hat mittlerweile einige berühmte Musiker als Kunden gewonnen, die sich begeistert über klanglichen Möglichkeiten der Aristides-Gitarren äußern.  Natürlich dürfen wir bei solch einer Aufstellung die Pioniere dieser Art von Gitarrenbau nicht vergessen. Ned Steinberger mit seinen Headless-Instrumenten aus Carbonfiber, aber auch die Amerikaner Modulus Graphite, Modes Graphite, Status Guitars aus England oder Miller Guitars aus Deutschland bauten oder bauen Instrumente aus diesem Kohlenfaser-Verbundstoff, der in vielfältiger Form zwar Einzug in den Gitarrenbau gehalten hat, sich aber als Werkstoff für den Bau einer kompletten Gitarre nicht hat durchsetzen können.

Neben Ned Steinberger konnte sich bisher nur der Amerikaner Ken Parker mit alternativen Materialien in Szene setzen. Gegründet in den frühen 1990er-Jahren von Ken Parker und dem Elektronik-Experten Larry Fishman (der später mit seinen Pickups für Akustik-Instrumente eine eigene, erfolgreiche Karriere startete), beinhalteten die Parker-Gitarren mehrere Innovationen und unterschieden sich nicht nur in den verwendeten Materialien, sondern auch im Design deutlich von den traditionell aufgebauten Gitarren. Korpus und Hals bestanden aus einem Holzkern, meist leichte Pappel, der mit glasfaserverstärktem Kunststoff aus Kohlenstoff- und Glasfaser umhüllt war. Diese Bauweise ermöglichte den Bau extrem leichter Gitarren mit gleichzeitig hoher Robustheit.

Die Duesenberg DCS-CM-RS
Die Duesenberg DCS CM-RS hat eine auflackierte Metalloberfläche mit echter Rost-Patina.

Die erste Parker-Gitarre war die Fly Vibrato Deluxe, die mit magnetischen und piezokeramischen Pickups ausgestattet war und erstmals elektrische und akustische Klänge produzieren konnte. Ken Parker verkaufte seine Firma im Jahr 2004 an US Music Corp.; heute werden Parker-Gitarren Seite an Seite mit Washburn-Custom-Shop-Gitarren in der Nähe von Chicago gebaut. Das Programm ist vielfältiger, aber das ursprüngliche, radikale Konzept wurde aufgeweicht. So gibt es z. B. längst Parker-Modelle, die komplett aus Holz gebaut sind. Ken Parker selbst hat sich nach dem Verkauf der Firma vom Big Business auf die Herstellung extravaganter Archtop-Gitarren umorientiert.

Lackierung

Der Sinn einer Lackierung ist nicht in erster Linie, die Optik einer Gitarre zu verschönern, sondern das Holz vor Beschädigungen und Feuchtigkeit zu schützen. Zu diesem Zweck wurden die ersten E-Gitarren mit sogenannten Nitrozellulose-Lacken (kurz: NC- oder Nitro-Lacke) versiegelt. Nitrolacke bestehen ursprünglich aus einer Mischung aus Schießbaumwolle (Collodium, auch Nitrocellulose genannt), natürlichen oder synthetischen Harzen und einem Lösungsmittelgemisch.

Meist werden fünf bis acht dünne Schichten aufgetragen. Nach dem Auftrag verdampft das Lösungsmittel und die Festkörper des Lackes (ca. 20 bis 30 %) verbleiben auf der Gitarre. Nitrolack hat eine natürliche Farbe und muss nicht eingefärbt werden, was aber durchaus möglich ist. Er ist allerdings nicht in der Lage, die UV-Strahlung des Sonnenlichts zu absorbieren. Deshalb verbleichen dunkle, oder vergilben helle Nitrolackierungen im Laufe der Zeit.  NC-Lacke lassen sich leicht mit Nitro-Verdünnung anlösen; so ist eine Reparatur kein Problem.

Plexiglas-Body
Ampeg Dan Armstrong mit Plexiglas-Body

Mittlerweile findet Nitrolackierung der ursprünglichen Art nur noch in kleinen Betrieben statt, während Lacke auf synthetischer Basis am häufigsten anzutreffen sind. Sie sind nicht nur härter als Nitro-Lack, sondern auch viel einfacher zu verarbeiten. Diese Polyurethan-Lacke, kurz PUR-Lacke genannt, haben einen Festkörpergehalt von mindestens 50 %, was bedeutet, dass nur halb so viele Schichten wie bei Nitro-Lack aufgetragen werden müssen.

Warum gar nicht mal so selten dennoch die PUR-Lacke in unnötig satten Stärken aufgetragen werden, bleibt wohl ein Geheimnis der Hersteller. PUR-Lacke können nach dem Aushärten nicht mehr angelöst werden, was bedeutet, dass Lackschäden nicht zufriedenstellend repariert werden können.  Neben den PUR-Lacken sind die DD-Lacke weit verbreitet. Sie bestehen aus einem Stammlack (Desmophen) und einem Härter (Desmodur), entwickelt von der Firma Bayer in Leverkusen. Wie die PUR-Lacke sind die DD-Lacke schnell zu verarbeiten und bieten dem Instrument eine guten Schutz, sind aber ebenfalls nicht mehr anlösbar.

Auch Polyester-Lacke (UP-Lacke) sind weit verbreitet. Sie bestehen aus einem Stammlack, in Styrol gelöstes Polyesterharz, und einem chemischen Härter, organische Peroxide. Das Finish ist sehr hart und lässt sich sehr gut auf Hochglanz polieren. Allerdings ist es stoßempfindlich und wird meistens aufgrund des hohen Festkörpergehalts von 90 % viel zu dick aufgetragen.

Duesenberg hat die Themen Metall und Lacke auf interessante Weise verquickt. Hier werden Gitarren-Rohlinge aus Holz mit einer Art Metall-Speziallack versehen, der der gesamten Gitarre einen verrosteten Look verleiht.

Warwick/Framus arbeitet seit einigen Jahren mit einem selbst entwickelten, ökologisch nachhaltigen UV-Lackiersystem. In Kooperation mit Lackproduzenten, Anlagenherstellern und Warwick entstand eine innovative und hochwertige Hightech-Beschichtung aus wasserbasiertem UV-Lack, der nur noch in einer sehr dünnen Schicht aufgetragen wird und innerhalb von Sekunden (!) unter Zugabe von UV-Licht in einer Stickstoffumgebung aushärten kann. Dadurch wird nicht nur der hohe Energieverbrauch einer üblich langen Aushärtungs-Phase eingespart, sondern auch der Lack härter und transparenter. Die so lackierten Instrumente sind sehr kratzfest und lösemittelbeständig. Zudem liegt der Anteil an Lösungsmitteln in diesen Hochglanz-UV-Lacken unter 10 %, was bedeutet, dass schon sofort nach der Aushärtung keine Diffusion mehr vorhanden ist.

Flaxwood aus Finnland

Fazit: Für den Klang einer Gitarre ist weniger entscheidend, welcher Lack verwendet wird, sondern wie stark er aufgetragen ist.  So sind moderne Gitarren heute oftmals mit einer dünnen Schicht PUR-, DD- oder, wie im Fall von Warwick/Framus, UV-Lack behandelt, die alle das Instrument besser vor äußerlichen Einwirkungen schützen als eine Nitro-Lackierung, und die es trotzdem atmen lassen.

Kein Lack, sondern…

Einige Randgruppen-Firmen, vor allem aber einige Hersteller in den 1960er-Jahren, kamen mit Gitarren auf den Markt, die nicht lackiert, sondern mit anderen Materialen bezogen waren. In Italien, aber auch in Schweden bei Hagstrom machte man reichlich Gebrauch von Zelluloid, Perloid und anderen farbigen Kunststoffen, die vorwiegend aus dem Akkordeonbau stammten. In Deutschland wurden früher Gitarren-Bodies bei Höfner, Klira, Framus und anderen auch in schickes Kunstleder gehüllt. Und einige wenige Firmen haben sich sogar richtigem Leder verschrieben, wie z. B. Leather Guitars aus dem schwäbischen Backnang.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Ach herrje. Wann hört Ihr endlich mal auf, bei E-Gitarren verschiedenen Hölzern Klangeigenschaften anzudichten. Das hat doch Manfred Zöllner schon 2010 eindrucksvoll wiederlegt. Und wenn Euch die physikalischen Grundlagen zu komplex sind lest einfach mal nur die Einleitung durch, indem er die größtenteils doch sehr widersprüchlichen Bewertungen der unterschiedlichen Fachblätte und Redakteure zu den Klängen einzelner Hölzer aufführt. Spätestens dann sollte man auch ohne natruwissenschaftlichen Hintergrund verstehen, dass diese angedichteten Eigenschaften eher rein subjektiven Stimmungsbildern entstammen.

    https://gitec-forum.de/wp/wp-content/uploads/2017/05/gesamt.pdf

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  2. Es ist doch sehr verwirrend mit den nun auf der Artenschutzliste stehenden unterschiedlichen Edelhölzern für den Gitarrenbau.Rio Palisander,mittlerweile auch schon Ebenholz,und viele weitere Tropenhölzer werden für den Gitarrenbau von etlichen Firmen überhaupt nicht mehr verwendet.Ibanez benutzt für die neue Mini-Version der elektrischen Iceman IC/Paul Stanley mikro nun sogar schon New Zealand Pine,also schlicht und einfach Pinienholz für das Griffbrett der besagten Schrumpf-Iceman.Wo bleibt eigentlich ein aktueller Testbericht dieser niedlichen Mikro Iceman in Gitarre & Bass? Vielleicht Berichte ich einfach mal salopp über diese Iceman Mikro,und schildere hier mal meine ersten Eindrücke? Ich finde diese kleine Iceman mit Short Mensur wirklich total süß! Für insgesamt 260,-€uro hielt mein Händler sie für mich bereit.Sicher,bei diesem Dumpingpreis macht man dann auch kleinere Abstriche in Form von einfachsten Standard Saiten,nicht voll deckend schwarzer Hochglanzlackierung,optische kleine Fehler beim Binding am Pappelkorpus,und die Paul Stanley Signature vom KISS Lead Gitarristen und langjährigen Ibanez Endorser wurde auf der immerhin verspiegelten Halsstababdeckplatte aus Plastik natürlich auch nur maschinell aufgedruckt.Zwar ist ja nicht nur in Insiderkreisen hinlänglich bekannt,dass die Verwendung von Pappel(Poplar) sowie Linde(American Basswood) für Solid Bodies eher an ein weiches und leicht zu verarbeitendes Holz erinnert,das mitunter gerne als preisgünstigere Alternative im härteren Rock Gewerbe benutzt wird,jedoch gerade für diesen Musikstil gut geeignet zu sein scheint.Bei dieser enorm verkürzten Mensur ist auch keineswegs ein extrem langes Sustain zu erwarten.Dies ist eben rein physikalisch überhaupt nicht möglich.Aber ein relativ kurzes und durchaus knackiges Attack bei Power Chords kommt allemal gut herüber.Es wurden werkseitig zwei Infinity Humbucker eingepflanzt,die bereits mit leichter Zerre durchweg richtig schön rockig klingen können,und clean gespielt ordentlich klar und tonal sauber agieren. Die Ähnlichkeit mit 3/3 Gotoh Tunern in chrome ohne Markenangabe geht völlig in Ordnung,sie sind stimmstabil und gut verarbeitet.Die geschrumpfte Ibanez Iceman ist garantiert keine unbrauchbare Elektrische für die noch unerfahrenen Kids,sondern viel mehr ein echter Eye-Catcher mit akzeptablen Klang und gutem Handling.Faktisch agiert dieses kleine “IIbanez Eis-Männchen” in der Liga skurriler Miniature E-Gitarren mit zukünftigem Sammlerpotenzial.Diese Iceman ist wirklich kein Kinderspielzeug,dafür wäre sie in klebrigen Kinderpfötchen echt viel zu schade! Ich vermute,dass diese Iceman im Kleinformat aus China wohl nicht auf Dauer beim Händler um die Ecke abhängen wird,denn wer sie einmal in Natura erblickte,darauf spielte,und ganz ehrlich ist,wird sie spontan sofort kaufen und sie sowieso innigst lieben.Ich hatte Glück,mein Händler vor Ort bekam nur eine einzige Iceman PS 10 in pech-schwarzer Lackierung inklusive einem beigelegten Ibanez Bordbüchleins,einem beigefügten Halsstab-Inbusschlüssel,einer hauchdünnen Cordura-Gitarrentasche mit aufgedrucktem Ibanez Logo,und einem einfachen Gitarrenkabel vom Ibanez Vertreter übergeben.Die Hardware an dieser Iceman ist übrigens keineswegs “billig”,sie ist absolut okay und wertet diese Iceman eher noch auf.Worauf wartet ihr also noch,greift zu,wenn ihr sie seht.Dies ist keine inszenierte Werbeanzeige,sondern meine ganz eigene persönliche Erfahrung mit eben dieser kleineren Iceman-Modelltype von Ibanez.❄️

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  3. Es erweckt den Anschein, als ob die seltenen und mittlerweile unter das CITES Abkommen fallenden Hölzer allein für den Gitarrenbau draufgehen. Das stimmt so nicht. Die verwendeten Hölzer werden zum Großteil im Möbelbau, sowie auch als Konstruktionsholz verwendet. Der Anteil der bei Gitarren verwendeten Hölzer ist so gering, dass es eigentlich nicht einmal erwähnenswert wäre.

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    1. Vollkommen korrekt. Im Grunde sind die Holzmengen für Saiteninstrumente, die pro Jahr verwendet werden, nicht der Rede wert. Vermutlich lässt sich mit der Zellstoffwochenproduktion eines bekannten Windelherstellers, die gesamte Weltproduktion an Instrumenten holzmäßig erledigen. Ansonsten dürfen wir uns als Musiker bei der Billigmöbelindustrie bedanken ….

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  4. Ein Kommentar noch zu ‘Klanghölzern’. Die gibt es an sich garnicht. Der Begriff ‘Klangholz’ gaukelt etwas Besonderes vor, was jedoch nicht existiert. Holz ust ein Baustoff mit dem sich (auch) Saiteninstrumente bauen lassen. Es gibt geeignete Hölzer und auch weniger geeignete. That’s it. Gerade Linde, Erle und z.B. Esche sind nichts anderes als günstige Bauhölzer, die auch beim Hausbau eingesetzt werden. Da ist nichts speziell ‘klangliches’ dabei. Leo Fender wäre als Geschäftsmann nie auf die Idee gekommen, teure Hölzer einzusetzen. Seine Intention war die günstige Massenware, leicht zu beschaffen, leicht zu bearbeiten; eben Esche und Erle. Mehr steckt nicht hinter ‘Klanghölzern’.

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  5. Der ganze Mist mit dem Klangholz kommt eigentlich aus dem Tastenintrumentenbau.Flügel, Klaviere, Cembalo naturgemäß muß eine solche Konstruktion einiges an Gewicht aushalten können. Da aber verschiedene Anbieter auch um den Kunden werben, mussten eigenschaften erfunden werden. Das hat sich bis heute erhalten. Beispiel bei einer Sitar zählt die Holzeigenschaft überhaupt nicht nur wer sie gebaut hat eventuell das Alter. Akustische Gitarren gelten auch nicht schließlich gibts ja Silent-gitarren. Bei e-gitarren werden sogar schon Obsthölzer verwendet und da muß man wirklich Staunen – aber man hat schon eine Strät aus Pappe gebaut. Das zeigt doch was für ein Unsinn hier in Gitarre und Bass erzählt wird.

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  6. Bei all den Hölzern die aufgezählt wurden, hat man das einfache Fichtenbrett für den Body von E-Gitarren wohl vergessen, oder geht das garnicht?

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