Meilenstein

AC/DC & Ballbreaker

Vor genau 20 Jahren veröffentlichten AC/DC ihr Album ,Ballbreaker‘. Für die Kult-Hardrocker und ihre Gemeinde war dies sicherlich eine spezielle Platte, denn Phil Rudd, der bereits in den 70er Jahren zum Line-Up gehörte, saß nach langer Pause wieder hinter den Drums. Rudd trommelte nicht nur in der legendären 70s-Besetzung mit Sänger Bon Scott, er war auch an den beiden Hit-Alben ,Back In Black‘ (1980) und ,For Those About To Rock‘ (1981) beteiligt.

Ballbreaker von ACDC
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Im Mai 1983 stieg er aus, mitten in den Arbeiten zu ,Flick Of The Switch‘ – angeblich wegen persönlicher Probleme und Unstimmigkeiten mit Rhythmus-Gitarrist Malcolm Young. Für AC/DC-Maniacs war nach dem Tode von Frontmann Scott 1980 ein weiteres wichtiges Band-Mitglied nicht mehr dabei, auch wenn Rudds Nachfolger Simon Wright und Chris Slade in den folgenden Jahren einen guten Job machten. Nun war das Dream-Team der frühen 80er Jahre, bestehend aus Angus Young (g), Malcolm Young (g), Brian Johnson (voc), Cliff Williams (b) und Rudd, wieder zusammen.

Weiterhin hatte man mit Rick Rubin einen ausgekochten Produzenten angeheuert, der bereits mit den Beastie Boys, The Cult, Johnny Cash und Red Hot Chili Peppers gearbeitet hatte. Und auch schon für AC/DC selbst, denn Rubin hatte die ’93er Single ,Big Gun‘ produziert, die später für den Soundtrack des Arnold-Schwarzenegger-Films „Last Action Hero“ verwendet wurde. Im Sommer/Herbst 1994 fanden in New York die ersten Sessions zu ,Ballbreaker‘ statt.

Die Ergebnisse wurden allerdings nie veröffentlicht, und im Frühjahr 1995 begann man noch einmal mit den Aufnahmen in den Ocean Way Studios in Los Angeles. Als Co-Produzent wurde zusätzlich Mike Fraser hinzugeholt. ,Ballbreaker‘ erschien schließlich im Herbst 1995 und erreichte in den amerikanischen Billboard-Charts einen Rang 4. Im Anschluss daran gab’s die obligatorische und gigantische Welt-Tournee. Und wie klangen AC/DC 1995? Niemand wird ernsthaft behaupten, die Band hätte in über drei Dekaden irgendwann einmal ihre klare musikalische Ausrichtung grundlegend geändert. Und das war auch nicht auf ,Ballbreaker‘ der Fall. Geboten wurde der typische bluesige Hardrock inklusive virtuoser Angus-Soli und Rotz-Gesang von Brian Johnson.

Bemerkenswert sind sicherlich die erste Single-Auskopplung ,Hard As A Rock‘ und die wirklich drückenden Midtempo-Rocker ,The Furor‘ und ,Burnin’ Alive‘. Weitere Höhepunkte sind der treibende Blues-Shuffle ,Boogie Man‘ und das Titelstück im ,Let There Be Rock‘-Feeling: Wirklich Weltklasse, wie bei ,Ballbreaker‘ Drummer Rudd ohne Ansage auf das HauptGitarren-Riff und den Achtel-Bass einsteigt. Unterm Strich: kein schlechtes AC/DCAlbum! Die Gitarren klingen wie gewohnt sehr direkt und nur wenig bis gar nicht verzerrt.

Natürlich spielte Angus eine Gibson SG, wahrscheinlich in Kombination mit RöhrenTops (meist von Marshall) und 4×12-Box(en). Bruder Malcolm setzt seit Jahren eine Gretsch Jet ein, bei der nur noch der Steg-Pickup vorhanden ist; und das diese Gitarre während der Aufnahmen benutzt wurde, ist mehr als wahrscheinlich. Wie schon die übrigen Veröffentlichungen der AC/DCRemasters-Serie, kommt jetzt auch ,Ballbreaker‘ im schönen Digipak inklusive 16seitigem Farb-Booklet, das neben dem OriginalComic-Artwork von Marvel auch unveröffentlichte Fotos und ausführliche Liner-Notes enthält.

Zudem bietet die CD, die für unter 10 Euro im Handel ist, Zugang zu diversen Bonüssen auf www.acdcrocks.com. Der digital remasterte Sound ist durchaus ein Kaufanreiz. Im 1:1- Vergleich mit der ’95er Ausgabe klingt ,Ballbreaker‘ 2005 in den tiefen Frequenzen runder und insgesamt etwas weicher und breiter. Die Track-Liste entspricht allerdings (wie bei allen Remasters-Versionen) dem originalen Album, Bonus-Tracks sind also Fehlanzeige – schade, auf so etwas stehen Fans eigentlich. In der Reihe fehlt übrigens nur noch das 2001er Album ,Stiff Upper Lip‘, bis zur Wiederauflage müssen wir wohl noch bis 2011 warten 😉

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