Grade me up!

Test: Sadowsky MetroExpress 21-Fret Hybrid P/J Bass, 4-String

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(Bild: Dieter Stork)

JETZT OHNE BRUMM

Wirklich viel einzustellen gibt es beim Testbass für mich nicht, nur die Sattelhöhe kann minimal tiefer. Das ist dank des justierbaren Just-A-Nut III und dem vollständig beiliegenden Werkzeug gar kein Problem. Das Speichenrädchen für den Stahlstab am Halsende ist auch komfortabel wie immer, die Brücke hat noch Spielraum nach unten, sodass sogar eine Unter-Briefmarken-Saitenlage möglich wäre.

Wer den Bass direkt bei Warwick kauft, kann auch gleich eine PLEK-Behandlung dazubuchen, bei meinem Exemplar sehe ich da keinen Raum für Verbesserungen – alles schon perfekt. Am Gurt hängt der MetroExpress mit leichtem, aber gut beherrschbarem Drang in die Waagerechte. In Kombination mit dem dank Chambering kommoden Gewicht von 3,8 Kilo steht längeren Auftritten nichts im Wege.

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Was sich neu anfühlt, ist die Halsform. Die ist bei gleicher Breite von 38,5 mm am Sattel deutlich dicker als bei meinem ME der ersten Generation (gebraucht als Mod-Plattform erstanden) und auch dicker als auf der Vertriebsseite gelistet, was aus dem C-Shape eher ein U macht. Mir persönlich gefällt das gut, ich hab was in der Hand, ohne dass es unhandlich wird. In Kombination mit der flachen Saitenlage traumhaft zu spielen.

(Bild: Dieter Stork)

Wer das erste Mal einen Sadowsky an den Amp anschließt, sollte bedenken, dass die (sehr guten, griffigen und mit zwei Madenschräubchen garantiert nicht eiernd auf den Potis sitzenden) Potiknöpfe so aufgesetzt sind, dass die scheinbare Neutralstellung den vollen Boost in Bässen und Höhen gibt – und das ist eine Menge!

Tatsächlich neutral ist, die beiden letzten Regler, also den aktiven Boost-only-EQ, komplett zuzudrehen. Aus dem Amp dringt so ein sauberer, moderner PJ-Ton, bei dem tiefes Pfund und glasige Höhen dezent gepusht sind und dem Sound eine angenehm “bearbeitete” Note geben. Schön, dass das jetzt komplett brummfrei geht.

Die Qualität des Balance-Reglers muss ich auch hier wieder hervorheben, die Mischungen sind wirklich breit gefächert, und die Pickups gut aufeinander abgestimmt. Wie bei Sadowsky üblich, läuft der Regler “andersrum”, zum Hals aufgedreht wird der Steg-Pickup lauter. Rogers Logik ist, ihn wie einen Lautstärkeregler für den J-Abnehmer zu verstehen, wer das zu irritierend findet, muss die Anschlusskabel umlöten (lassen).

Die Zugabe in den Tiefen bekommt dem in 60s-Position verbauten J-Style-Pickup sehr gut und macht ihn auch solo uneingeschränkt tragfähig. Noch habe ich den EQ gar nicht weiter angefasst, der auf den ersten Millimetern für meinen Geschmack schon reichlich abliefert. Die tief ansetzenden Höhen sind dabei eher zupackend als luftig. Knackig und fett wird’s mit voll aufgedrehtem Equalizer, was ich mit dem um ein Drittel zurückgedrehten Lautstärkepoti kompensiere.

Ein Zug am Basspoti bringt mich in passive Gefilde, die alles andere als nur ein Havariemodus bei leerer Batterie sind. Die Betonung der Außenbereiche verschwindet, die Mitten treten deutlich hervor, der Sound wird holziger und – naja, eben passiv.

(Bild: Dieter Stork)

Wie bei den älteren US-Modellen kann der Ton nicht weiter mit einer Höhenblende bearbeitet werden, jeglicher Cut muss, ob im passiven oder aktiven Modus, extern erfolgen. Wer gar nicht drauf verzichten mag, kann ja wie beschrieben nachrüsten.

RESÜMEE

Ein rundum gutes Paket hat Sadowsky mit dem Upgrade der MetroExpress-Bässe geschnürt. Man hat sich nicht nur der Kritikpunkte – wie etwa dem Logo (das Auge hört mit …) und dem brummenden Steg-Pickup – angenommen, sondern den Bass auch mit geröstetem Hals und Griffbrett sowie vor allem mit der IFT-Bundierung aufgewertet. In der Bespielbarkeit wie im Ton sind die Ergebnisse exzellent.

Schon passiv finde ich die Pickups absolut überzeugend, auch wenn die Magnete weniger hoch stehen könnten. Aktiv liefert der MetroExpress Hybrid modernen Sadowsky-Ton, der seinerseits schon wieder ein Klassiker ist. Auch bei Gigbag und Werkzeug wurde nicht gespart.

Besonders das robuste, dick gepolsterte PortaBass Express Bag ist mit seiner Fahrradtauglichkeit und Unempfindlichkeit im norddeutschen Regen ein echter Mehrwert. Zum persönlichen Antesten empfohlen!

PLUS

  • Bespielbarkeit
  • Bundierung (IFT)
  • Sound
  • Verarbeitung
  • Gigbag
  • einfache Justierung
  • Preis
  • Optionen (Farbe, Lefthand, Fretless)

MINUS

  • keine passive Höhenblende
  • hochstehende Pole Pieces

ÜBERSICHT

Fabrikat Sadowsky
Modell MetroExpress 21-Fret Hybrid P/J Bass, Roasted Maple Fingerboard, 4-String
Typ viersaitiger Schraubhals-E-Bass
Hardware chrom, Sadowsky Tuner, Sadowsky Quick Release Brücke, Sadowsky S-Security Locks
Hals Ahorn, geröstet
Griffbrett Ahorn, geröstet
Halsbreite Sattel 38,5 mm, XII. 56 mm
Bünde 21
Mensur 34 Zoll
Korpus Okoume
Oberflächen Korpus hochglanz, Solid Sherwood Green Metallic High Polish; Hals matt
Tonabnehmer passiv; Sadowsky P-Style / J-Style
Elektronik aktiv/passiv
Bedienfeld Volume, Balance, Bässe (Pull passiv), Höhen
Saitenabstände Steg ca. 19 mm
Gewicht ca. 3,8 kg
Lefthand-Option ja
Internet www.sadowskybass.de
Zubehör Einstell-Set, Sadowsky S-Security Locks, Sadowsky Portabag
Preis (Street) ca. € 969

(erschienen in Gitarre & Bass 08/2026)

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