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Test: Sadowsky MetroExpress 21-Fret Hybrid P/J Bass, 4-String

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(Bild: DIETER_STORK)

Vor fünf Jahren hatte ich das Vergnügen, zwei Bässe aus der MetroExpress-Reihe zu testen, der Einstiegsklasse in die Sadowsky-Welt. Entstanden aus der Kooperation zwischen Sadowsky und Warwick als neuem Vertrieb und Hersteller, kombinierte die Reihe typische Features mit dem Know-how chinesischer Fertigung. Zeit für einen frischen Blick auf den aktuellen MetroExpress Hybrid Bass.

Hybrid steht hier für eine Bestückung mit PJ-Pickups, daneben gibt es wie gehabt JJ, aber auch M, MJ und reine P-Bässe. Was gibt’s Neues am Instrument?

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SADOWSKY, LOGO

Die Überarbeitung geht schon beim Logo auf der Kopfplatte los. Während die erste Version noch ein schmuckloses „RSD” für „Roger Sadowsky Design” zeigte, prangt hier nun der Sadowsky-Schriftzug, darunter steht in kleineren Lettern „MetroExpress”. Schon optisch eine deutliche Aufwertung!

Eine praktische Aufwertung ist der Saitenniederhalter im Hipshot-Stil, der den quer über alle Saiten geschraubten Metallbügel ersetzt und jetzt das Einhängen der drei hohen Saiten ermöglicht. Gleich geblieben sind die Mechaniken, die ebenfalls nach Hipshot aussehen, aber gut zwanzig Gramm pro Stück schwerer sind. Wobei es von Sadowsky jetzt ganz neu neben den Light-Mechaniken auch Ultra-Light-Mechaniken gibt, die sogar die Hipshots unterbieten.

Das Material für den Hals ist geblieben, allerdings wird das Ahorn jetzt einer Torrefizierung, gemeinhin Röstung genannt, unterzogen. Geröstetes Ahorn wird auch für das aufgeleimte Griffbrett verwendet. Eine weitere deutliche Änderung und Aufwertung gibt es bei der Bundierung zu vermelden.

War die erste Version noch mit normalen, durchgehenden Bundschlitzen gebaut, kommt die neue Generation mit der von Warwick entwickelten „Invisible Fretwork Technology”, kurz IFT.

Hier werden die Schlitze ins Griffbrett ein- aber nicht durchgesägt und die Bundstäbchen vor dem Einsetzen entsprechend bearbeitet, sodass sich ungebrochene Griffbrettkanten ergeben. Zusätzlich sind die Bundenden aufs Allerfeinste verrundet – wirklich beeindruckend.

Etwas mehr Kontrast könnten die Punkteinlagen bieten, die vor allem auf der Vorderseite bei schummeriger Bühnenbeluchtung kaum noch auszumachen sind. Ein Anreiz mehr, ohne Hinkucken zu spielen! Angeschraubt ist der Hals ohne Halsplatte mit vier einzelnen, eingelassenen Halsbefestigungs-Muffen, wie gehabt ist der Korpus aus Okoume.

Sadowsky-typisch ist er leicht verkleinert, ein ⅞-Jazz-Bass also. Zusätzlich zu den üblichen Shapings für die Armablage und die Rippen gibt es eine Aussparung von hinten im unteren Cutaway, um den Zugang zu den hohen Lagen zu erleichtern.

Zu den Neuerungen gehören auch die Tonabnehmer. Nicht der Stil an sich, PJ gab es vorher auch schon. Ein Kritikpunkt war allerdings, dass neben dem von Haus aus brummfreien P-Style-Pickup der J-Style ein Single Coil war, mit den unvermeidlichen Einstreuungen. Das hat sich nun geändert, auch der Abnehmer am Steg ist jetzt ein Humbucker.

Bei der Überarbeitung sind die Pole Pieces bei beiden weiter aus den fest sitzenden Kappen gewandert, was je nach Spielweise schon mal unangenehm werden kann. Positiv zu vermerken sind dafür die Gewindeschrauben, mit denen sich die passabel unterfütterten Pickups in der Höhe fein justieren lassen.

Der Vintage-Look wird durch ein vierschichtiges Schlagbrett in einem schönen rot-braunen Schildpattmuster untermauert. Das Tortoise passt gut zum perfekt ausgeführten Finish in „Sherwood Green Metallic High Polish”, einem satten Dunkelgrün mit mildem, feinem Sparkle.

Die Elektronik befindet sich auf der ebenfalls im Vintage-Stil gehaltenen Control Plate aus Metall. MetroExpress-typisch ist der Verzicht auf die „Vintage Tone Control”, also die passive Höhenblende, sodass sich die Anordnung Volume, Balance, Höhen und Bass ergibt. Ein passiver Betrieb ist trotzdem möglich, indem das Bass-Poti gezogen wird.

Zugang zur Batterie gibt es von achtern über die große, Warwick-typisch ohne Werkzeug zu öffnende E-Fach-Abdeckung. Saubere Abschirmung mittels Kupferfolie gibt es hier zu sehen, und dass die Elektronik überarbeitet wurde und jetzt mit Steckverbindern kommt, was die Optik nochmal weiter aufräumt.

Was es nicht mehr gibt, ist der VTC-Nachrüstsatz. Wer die Höhenblende haben möchte, muss die komplette Elektronik tauschen – was zu einem, wie ich finde, fairen Preis machbar wäre.

Die Brücke ist gegenüber der ersten Inkarnation noch solider geworden und bietet weiterhin die Möglichkeit, die Ball Ends einfach einzuhängen. Gurtpins, die an Schaller erinnern, aber damit nicht kompatibel sind, komplettieren die Hardware – Gegenstücke für den Gurt liegen natürlich bei.

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(Bild: Dieter Stork)

JETZT OHNE BRUMM

Wirklich viel einzustellen gibt es beim Testbass für mich nicht, nur die Sattelhöhe kann minimal tiefer. Das ist dank des justierbaren Just-A-Nut III und dem vollständig beiliegenden Werkzeug gar kein Problem. Das Speichenrädchen für den Stahlstab am Halsende ist auch komfortabel wie immer, die Brücke hat noch Spielraum nach unten, sodass sogar eine Unter-Briefmarken-Saitenlage möglich wäre.

Wer den Bass direkt bei Warwick kauft, kann auch gleich eine PLEK-Behandlung dazubuchen, bei meinem Exemplar sehe ich da keinen Raum für Verbesserungen – alles schon perfekt. Am Gurt hängt der MetroExpress mit leichtem, aber gut beherrschbarem Drang in die Waagerechte. In Kombination mit dem dank Chambering kommoden Gewicht von 3,8 Kilo steht längeren Auftritten nichts im Wege.

Was sich neu anfühlt, ist die Halsform. Die ist bei gleicher Breite von 38,5 mm am Sattel deutlich dicker als bei meinem ME der ersten Generation (gebraucht als Mod-Plattform erstanden) und auch dicker als auf der Vertriebsseite gelistet, was aus dem C-Shape eher ein U macht. Mir persönlich gefällt das gut, ich hab was in der Hand, ohne dass es unhandlich wird. In Kombination mit der flachen Saitenlage traumhaft zu spielen.

(Bild: Dieter Stork)

Wer das erste Mal einen Sadowsky an den Amp anschließt, sollte bedenken, dass die (sehr guten, griffigen und mit zwei Madenschräubchen garantiert nicht eiernd auf den Potis sitzenden) Potiknöpfe so aufgesetzt sind, dass die scheinbare Neutralstellung den vollen Boost in Bässen und Höhen gibt – und das ist eine Menge!

Tatsächlich neutral ist, die beiden letzten Regler, also den aktiven Boost-only-EQ, komplett zuzudrehen. Aus dem Amp dringt so ein sauberer, moderner PJ-Ton, bei dem tiefes Pfund und glasige Höhen dezent gepusht sind und dem Sound eine angenehm “bearbeitete” Note geben. Schön, dass das jetzt komplett brummfrei geht.

Die Qualität des Balance-Reglers muss ich auch hier wieder hervorheben, die Mischungen sind wirklich breit gefächert, und die Pickups gut aufeinander abgestimmt. Wie bei Sadowsky üblich, läuft der Regler “andersrum”, zum Hals aufgedreht wird der Steg-Pickup lauter. Rogers Logik ist, ihn wie einen Lautstärkeregler für den J-Abnehmer zu verstehen, wer das zu irritierend findet, muss die Anschlusskabel umlöten (lassen).

Die Zugabe in den Tiefen bekommt dem in 60s-Position verbauten J-Style-Pickup sehr gut und macht ihn auch solo uneingeschränkt tragfähig. Noch habe ich den EQ gar nicht weiter angefasst, der auf den ersten Millimetern für meinen Geschmack schon reichlich abliefert. Die tief ansetzenden Höhen sind dabei eher zupackend als luftig. Knackig und fett wird’s mit voll aufgedrehtem Equalizer, was ich mit dem um ein Drittel zurückgedrehten Lautstärkepoti kompensiere.

Ein Zug am Basspoti bringt mich in passive Gefilde, die alles andere als nur ein Havariemodus bei leerer Batterie sind. Die Betonung der Außenbereiche verschwindet, die Mitten treten deutlich hervor, der Sound wird holziger und – naja, eben passiv.

(Bild: Dieter Stork)

Wie bei den älteren US-Modellen kann der Ton nicht weiter mit einer Höhenblende bearbeitet werden, jeglicher Cut muss, ob im passiven oder aktiven Modus, extern erfolgen. Wer gar nicht drauf verzichten mag, kann ja wie beschrieben nachrüsten.

RESÜMEE

Ein rundum gutes Paket hat Sadowsky mit dem Upgrade der MetroExpress-Bässe geschnürt. Man hat sich nicht nur der Kritikpunkte – wie etwa dem Logo (das Auge hört mit …) und dem brummenden Steg-Pickup – angenommen, sondern den Bass auch mit geröstetem Hals und Griffbrett sowie vor allem mit der IFT-Bundierung aufgewertet. In der Bespielbarkeit wie im Ton sind die Ergebnisse exzellent.

Schon passiv finde ich die Pickups absolut überzeugend, auch wenn die Magnete weniger hoch stehen könnten. Aktiv liefert der MetroExpress Hybrid modernen Sadowsky-Ton, der seinerseits schon wieder ein Klassiker ist. Auch bei Gigbag und Werkzeug wurde nicht gespart.

Besonders das robuste, dick gepolsterte PortaBass Express Bag ist mit seiner Fahrradtauglichkeit und Unempfindlichkeit im norddeutschen Regen ein echter Mehrwert. Zum persönlichen Antesten empfohlen!

PLUS

  • Bespielbarkeit
  • Bundierung (IFT)
  • Sound
  • Verarbeitung
  • Gigbag
  • einfache Justierung
  • Preis
  • Optionen (Farbe, Lefthand, Fretless)

MINUS

  • keine passive Höhenblende
  • hochstehende Pole Pieces

ÜBERSICHT

Fabrikat Sadowsky
Modell MetroExpress 21-Fret Hybrid P/J Bass, Roasted Maple Fingerboard, 4-String
Typ viersaitiger Schraubhals-E-Bass
Hardware chrom, Sadowsky Tuner, Sadowsky Quick Release Brücke, Sadowsky S-Security Locks
Hals Ahorn, geröstet
Griffbrett Ahorn, geröstet
Halsbreite Sattel 38,5 mm, XII. 56 mm
Bünde 21
Mensur 34 Zoll
Korpus Okoume
Oberflächen Korpus hochglanz, Solid Sherwood Green Metallic High Polish; Hals matt
Tonabnehmer passiv; Sadowsky P-Style / J-Style
Elektronik aktiv/passiv
Bedienfeld Volume, Balance, Bässe (Pull passiv), Höhen
Saitenabstände Steg ca. 19 mm
Gewicht ca. 3,8 kg
Lefthand-Option ja
Internet www.sadowskybass.de
Zubehör Einstell-Set, Sadowsky S-Security Locks, Sadowsky Portabag
Preis (Street) ca. € 969

(erschienen in Gitarre & Bass 08/2026)

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