Fender Tone Master ’59 Twin JB Edition: Joe Bonamassas Tweed-Twin wird digital
von Redaktion,
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(Bild: Fender Musical Instruments Corporation)
Ausgerechnet Joe Bonamassa, einer der eifrigsten Sammler von Vintage-Röhrenamps, bekommt von Fender einen digitalen Signature-Verstärker. Der Tone Master ’59 Twin-Amp JB Edition orientiert sich am „High-Powered“-Tweed-Twin der späten Fünfziger, lässt sich von 85 Watt auf ein halbes Watt herunterregeln und bringt Hall, Effektweg und XLR-Ausgang mit.
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Seit 2019 überträgt Fender mit der Tone-Master-Serie seine Röhrenklassiker ins Digitale. Den Anfang machten Deluxe Reverb und Twin Reverb, später folgten unter anderem der Super Reverb und der Modeler Tone Master Pro. Nach Fender-Angaben verkaufen sich viele Tone-Master-Modelle inzwischen rund dreimal so oft wie ihre Röhren-Pendants. Ein Signature-Modell gab es in der Reihe bislang nicht. Das ändert sich mit dem Tone Master ’59 Twin-Amp JB Edition, den Fender gemeinsam mit Joe Bonamassa entwickelt hat.
(Bild: Fender Musical Instruments Corporation)
Vorbild: der „High-Powered“-Twin
Als Vorlage dient die Schaltung 5F8-A, Fenders „High-Powered“-Tweed-Twin, gebaut von 1958 bis Anfang 1960. Mit vier Endröhren vom Typ 5881, rund 80 Watt und zwei Jensen-P12N-Zwölfzöllern war er seinerzeit ein ausgesprochen lauter Amp. Bonamassa nutzt solche Twins seit Jahren auf Tour und im Studio. Abgestimmt wurde die digitale Version laut Fender auf seine eigenen Exemplare. Und auf Tour ist sie auch schon seit geraumer Zeit im Einsatz, wie Joe selbst bereits über Instagram geleakt hatte. Kein Wunder, schließlich ist die Tone-Master-Version verblüffend leicht: ein Segen für den Touralltag.
(Bild: Fender Musical Instruments Corporation)
Einen Signature-Twin auf dieser Basis gab es schon einmal: 2018 brachte Fender den ’59 Twin-Amp JB Edition als Röhren-Combo mit handverdrahtetem Eyelet-Board heraus, in limitierter Stückzahl und für rund 3.500 US-Dollar. Laut Fender war er gefragt, aber teuer und schwer. Die Tone-Master-Version soll beides ändern.
(Bild: Fender Musical Instruments Corporation)
Die Bedienung folgt dem Original: zwei Kanäle (Normal und Bright) mit je zwei Eingängen, die sich wie beim Original brücken lassen, dazu Treble, Bass, Middle und Presence. Wie bei Tweed-Amps üblich, sitzen die Regler mit Chicken-Head-Knöpfen auf einem oben liegenden Panel. Hinzu kommt ein zuschaltbarer Reverb: Den Federhall, den der Tweed-Twin nie hatte, liefert hier ein Faltungsalgorithmus.
„Ich wollte ihn hassen“
Interessant ist der Amp vor allem wegen seines Namensgebers. Joe Bonamassa gilt als eingefleischter Vintage-Verfechter. Schon vor Jahren sprach er im G&B-Interview von rund 200 Verstärkern in seiner Sammlung. Entsprechend offen fällt sein Kommentar aus: „Ich wollte ihn hassen“, gibt er zu. Am Ende seien sich alle Beteiligten einig gewesen, dass der neue Amp „straffer, druckvoller und besser“ gewesen sei. Max Gutnik, Produktchef der Digitalsparte bei Fender, geht noch weiter: besser als das Original. „Ich hätte nie gedacht, dass ich es noch erleben würde, neben einem Digital-Amp zu sitzen“, so Bonamassa. Inzwischen spielt er die Tone-Master-Version bereits live, auch wenn ihm das Kritik von Puristen einbringt. Ob die Tone Master JB Edition im direkten Vergleich tatsächlich mithält, muss ein Test zeigen.
(Bild: Fender Musical Instruments Corporation)
Von 85 Watt bis Zimmerlautstärke
Der praktischste Unterschied zum Vorbild sitzt auf der Rückseite: Ein Leistungswahlschalter bietet neben der vollen Leistung von 85 Watt fünf abgesenkte Stufen bis hinunter auf 0,5 Watt. So soll der Tweed-Twin-Sound auch im Club oder zu Hause nutzbar werden, wofür ein Original-Twin schlicht zu laut ist. Bei einer Vorab-Präsentation konnten wir den Amp bereits mit 20 und mit 85 Watt hören: enorm laut und präsent, mit viel Körper und Headroom.
(Bild: Fender Musical Instruments Corporation)
Bestückt ist der 2×12″-Combo mit zwei eigens entwickelten Celestion-JB-Neodym-Lautsprechern, die Gewicht sparen sollen. Laut Hersteller wiegt der Amp nur schlanke 13,6 kg bei 67,3 × 44,5 × 26,7 cm (B × H × T). Das Gehäuse besteht aus massiver Kiefer mit Tweed-Bezug, das Netzteil arbeitet mit 100 bis 240 Volt.
(Bild: Fender Musical Instruments Corporation)
Effektweg, Line-Out und eigene IRs
Für zeitbasierte Effekte gibt es einen Einschleifweg. Ein Vintage/Tight-Schalter auf der Rückseite soll die Bassansprache anpassen.
(Bild: Fender Musical Instruments Corporation)
Für Recording und Direktabnahme steht ein symmetrischer XLR-Line-Out mit Level-Regler und Ground-Lift bereit, drei Boxensimulationen auf IR-Basis sind an Bord.
(Bild: Fender Musical Instruments Corporation)
Aufgenommen haben Bonamassa und sein Team die Impulsantworten laut Fender im Hollywood-Studio Sunset Sound, wo unter anderem schon Van Halen ihr Debüt und die Beach Boys Teile von „Pet Sounds“ eingespielt haben. Über die kostenlose Tone Master IR Manager App lassen sich zudem Mikrofonierungen wählen und eigene Impulsantworten laden. Ein Zweifach-Fußschalter und eine Schutzhülle gehören zum Lieferumfang.
Preis (UVP): Fender Tone Master ’59 Twin-Amp JB Edition ca. € 2.099