Hausbesuch im Vintage-Himmel

Joe Bonamassa und sein Equipment

Für viele Musiker gilt Joe Bonamassa als einer der besten Gitarristen der Welt, der erfolgreichste der vergangenen Jahre ist er ganz sicher. Ein Ruf, der sich bei Joe Bonamassa in ausverkauften Hallen, imposanten Verkaufszahlen und starker Medienpräsenz manifestiert. 

Joe hat eine Seite, die er gerne hinter Sonnenbrille und Anzug kaschiert: Die des Voll-Nerds, der gar nicht genug Gitarren und Amps horten kann, der in einem regelrechten Museum lebt und sich selbst als Vintage-Junkie bezeichnet. Zur Veröffentlichung seines neuen Albums ,Blues Of Desperation‘ lud er Gitarre & Bass ins Allerheiligste: sein Anwesen im Laurel Canyon nahe Los Angeles, das ganz im Zeichen der sechs Saiten steht.

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Joes Nachbarschaft ist vom Feinsten: Eine Seitenstraße vom Laurel Canyon, in der einst Joni Mitchell, Stephen Stills, James Taylor, Stevie Nicks und andere 60s- und 70s-Helden residierten. Heute ist immerhin noch Neil Young übrig. Und Youngster Joe Bonamassa. Letzterer lebt in einem gut versteckten Haus, das sich hinter einem unscheinbaren Tor und einer endlosen Zufahrt verbirgt bzw. schon auf halber Strecke mit einer netten Überraschung aufwartet: Ein Nachbau des berühmten Las-Vegas-Ortsschildes in Originalgröße – mit leicht verändertem Text, „Welcome To Fabulous Nerdville California“, aber authentischer Beleuchtung. „Das habe ich anfertigen lassen, weil ich das für einen netten Gag hielt.

Das Licht schaltet sich jeden Abend um Punkt 17:30 Uhr an“, so der Hausherr, der in T-Shirt, Jeans und Baseballkappe empfängt und prompt zur Tour durch sein Reich bittet – oder zumindest die aufgeräumten Teile davon: Ein einstöckiges, weißes Gebäude im spanischen Kolonialstil der 1940er – mit einem Wohnzimmer, das eigentlich nicht aussieht, als ob hier wirklich jemand wohnen würde. Außer einem Kamin, einem Tisch und einer Couch, geht es hier nur um kunstvoll gerahmte Original-Konzert-Poster aus den 60ern und 70ern. Teile, nach denen er scheinbar lange gesucht hat – und mit denen er sich auskennt. So erklärt er ausführlich, wie er die Echtheit anhand der Knicke und Klebrückstände erkenne, führt dann weiter zu einer Anrichte, auf der sich Neon-Schilder aus alten Gitarrenläden befinden und zeigt auf einen Decken-Schmuck der etwas anderen Art: Auf einem Regal unter dem Holzdach steht ein Verstärker-Schätzchen neben dem anderen …

Dann geht es weiter ins Gitarren-Zimmer, wie es Joe tituliert: 20 Quadratmeter Gibson Les Pauls sowie Fender Strato- und Telecasters in Reih und Glied – natürlich aus den 50s und 60s, zum Teil noch auf den Pappständern aus der Fabrik. Dazu weitere Verstärker-Raritäten, seltene Effekte und gerahmte Fotos – Klein-Joe mit B.B. King, David Crosby/Stephen Stills, Paul McCartney oder auch ein Autogramm von Stevie Ray Vaughan. Joe posiert mit stolzer Brust vor seinen Schätzen, und bekommt große Augen, als der Verfasser dieser Zeilen einem seiner Gitarrenlieblinge namens Paula gefährlich nahe kommt: „Vorsicht! Die kostet ein paar Hunderttausend.“

Weshalb sich die Frage nach einstöpseln und anschlagen von selbst erledigt: Wir befinden uns in einem Reliquienschrein, nicht in einem Musikladen oder Proberaum. Anschließend geht es in die Küche, wo der Sohn eines Musikhändlers Kaffee kocht und erzählt, dass er das Haus erst Mitte 2015 erworben und bezogen habe – weil er in seiner eigentlichen Lieblingsstadt, Nashville, TN, keine adäquate Behausung gefunden habe. „Also nichts mit diesem Ausblick und einem solchen Gästehaus.“ Womit er die Tür zum Garten öffnet – und ein Holzdeck mit Panoramablick über Los Angeles präsentiert. „Wenn es geregnet hat und richtig klar ist, kann man bis zum Pazifik blicken.“ Dabei fixiert mein Auge eher ein schmuckes Nebengebäude, über dem ein Neonschild „Nerdville USA“ verkündet, und in dessen Inneren sich eigentlich ein Studio befinden sollte. Eigentlich.

„Hier haben in den 70ern Rod Stewart und Fleetwood Mac aufgenommen. Aber die Wahrheit ist: Ich brauche kein Heimstudio und ich mache auch keine Homerecordings. Also habe ich das Mischpult verkauft und benutze die großen, alten Boxen am Fernseher und um Musik zu hören.“ Quasi als Spielzimmer, in dem sich zudem seine Amp-Sammlung, weitere Gitarren und Neonschilder, goldene Schallplatten und massive Bildbände über Vintage-Klampfen stapeln. „Ist das nicht ein bisschen viel?“, will ich von ihm wissen. Doch Joe zuckt mit den Schultern. „Ich bin eh kaum zu Hause, weil ich bis zu 200 Konzerte im Jahr spiele – und um ein paar Tage auszuspannen, ist das hier super. Es ist wie eine Spielwiese für Nerds.“ Im wahrsten Sinne des Wortes. Doch kommen wir zum eigentlichen Anlass des Besuchs: Bonamassas mittlerweile zwölftes Studio-Epos, das am 25. März in Deutschland erscheint; passend zum Karfreitag erscheint da zumindest der Titel …

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FOTO: ANDERS, RICK GOULD
Little Joe Bonamassa zwischen David Crosby und Stephen Stills, die schon damals älter aussahen, als sie heute sind.

Joe, ,Blues Of Desperation‘ ist dein zweites Album mit Eigenkompositionen. Willst du uns irgend etwas beweisen?

Joe Bonamassa: (lacht) Ich finde, das neue Album ist eine Fortsetzung von dem, was ich mit ,Different Shades Of Blue‘ begonnen habe. Obwohl: Ich hatte schon ganz früh in meiner Karriere ein Album mit eigenen Songs, das mir aber nicht besonders gefiel. Also habe ich eine Zeitlang darauf verzichtet und zwar bewusst. Einfach, weil ich das Selbstvertrauen in meine Fähigkeiten als Songwriter verloren hatte. Aber vor drei Jahren entschied ich mich, es noch einmal zu versuchen. Damals mit Kevin Shirley als Produzent. Ich war so zufrieden mit dem Ergebnis und fand die Songs so toll, dass ich bei diesem Ansatz bleiben wollte. Mir war es nur wichtig, dass es diesmal noch ein bisschen besser wird – was die Songs, die Arrangements und die Themen betrifft. Eben, um nicht nur mich zu fordern, sondern auch den Zuhörer. Und das Tolle war, dass ich dabei wieder in Einklang mit meinem inneren Songwriter gelangt bin und mehr Selbstbewusstsein erlangt habe. Ich wusste, dass ich ein Album mit eigenen Songs machen kann – und genau das habe ich getan.

Beim letzten Mal hast du noch auf die Unterstützung von erfahrenen Songwritern aus Nashville zurückgegriffen. Bist du es diesmal alleine angegangen?

Joe Bonamassa: Nein, es sind dieselben – und ich habe sogar noch einen weiteren eingebracht: Tom Hambridge, mit dem ich Stücke wie ,Mountain Climbing‘ geschrieben habe. Aber derjenige, mit dem ich am besten klarkomme, ist weiterhin James House. Zusammen sind wir unglaublich schnell und produktiv.

Und für das gesamte Album habt ihr wirklich nur fünf Tage gebraucht?

Joe Bonamassa: Mehr ist auch nicht nötig. Wenn die SongIdeen stehen, die am meisten Zeit in Anspruch nehmen, geht es relativ fix. Und ich schreibe ja auch nicht im Studio. Niemals. Ich empfinde das als regelrechten Albtraum. Wenn da Leute rumstehen, die nur auf mich warten, flippe ich regelrecht aus. Ich kann das nicht haben, wenn ich einen solchen Druck spüre.

Ist das schon öfter passiert?

Joe Bonamassa: Natürlich! Und es ist auch gut, dass es passiert ist, weil ich dadurch ja erst weiß, wie ich reagiere. Es gibt Leute, die tatsächlich völlig unvorbereitet ins Studio gehen und keinerlei Vorstellung davon haben, was sie da machen wollen. Sie legen einfach los und kriegen tatsächlich irgendwie ein Album zusammen. Was ich für völlig verrückt halte – und nie hinbekäme. Denn ich komme nun mal aus dieser Schule, in der es heißt: „Wir haben nur 10.000 Dollar, um dieses Album zu machen – was vier Tagen Studiozeit entspricht.“ Und das bedeutet: Je besser vorbereitet du bist und je stimmiger die Songs sind, desto schneller gelingt es dir, diese Vorgabe zu erfüllen. Wenn du eine Band am Start hast, die nur halb so gut ist wie meine, die mich im Studio wie auf der Bühne begleitet, schaffst du das auch. Dann ist es wirklich einfach, zwei oder drei Stücke am Tag einzuspielen. Genau das haben wir getan – und zwar ohne Extras. Wir hatten elf Songs und das war’s. Overdubs gab es keine, weil die Jungs alles im ersten Take hinkriegen. Auf diese Weise haben wir das Ganze schon am Morgen des fünften Tages abgeschlossen. Es war alles ganz entspannt.

Warum musst du dafür extra nach Nashville? Gibt es in Los Angeles keine vernünftigen Session-Musiker mehr?

Joe Bonamassa: Es gibt immer noch Jungs wie Dean Parks, Michael Landau, Steve Lukather oder Gregg Bissonette. Oder auch Hutch Hutchinson und Lee Sklar. Die Besten der Besten. Und doch ist es anders als damals – ich schätze nicht, dass sie noch so beschäftigt sind wie früher als sie bis zu drei Sessions am Tag bestritten haben. Aktuell scheint Nashville der letzte Ort zu sein, wo solche Musiker noch genug Arbeit haben – und entsprechend eingespielt und tight sind. Zumindest solange sie auch gewillt sind, auf Demos mitzuwirken, denn das ist ein weiterer Markt. Wenn Songwriter anderen Künstlern Stücke anbieten – nicht mir, aber richtig großen Künstlern –, müssen sie die auf einem silbernen Tablett servieren. Also in Form einer professionellen Aufnahme. Deshalb wirken Jungs wie Michael Rhodes an Demos wie an späteren Sessions mit.

So war es auch mal in LA, aber mittlerweile hat hier jeder ein Studio in seinem Haus. Deswegen ist diese Art von Arbeit regelrecht versiegt. Egal, wie gut die Session-Musiker sind. Niemand benutzt zum Beispiel mehr einen Live-Drummer – nicht einmal bei einer teuren Produktion und schon gar nicht bei Demos. Einfach weil die Budgets knapp sind. Oder anders formuliert: Es gibt keine mehr!

Weshalb viele Studios schließen mussten, während die Infrastruktur in Nashville noch sehr gesund scheint?

Joe Bonamassa: Ganz genau. Ich bin z.B. öfter am East Iris Drive, weil sich dort die Werkstatt von Joe Glazier befindet – ein Typ, der meine richtig teuren Gitarren wartet. Er ist der einzige, dem ich vertraue. Und wenn ich ihn besuche, ist da fast jedes Haus ein Studio. Also 26 Stück in einer einzigen Straße, und alle in einem Radius von wenigen Fußminuten. Aber selbst die sind nicht immer ausgebucht. Es kam schon öfter vor, dass ich in der Stadt war und plötzlich irgendeine Idee hatte, die ich festhalten wollte. Da habe ich bei den größeren Studios angerufen und gefragt, ob sie einen Demo-Raum für mich hätten.

Irgendeine Abstellkammer, in der ich kurz ein paar Ideen raushauen kann. Doch wenn ich da aufschlage, geben sie mir Studio B – einen riesigen Raum mit einer edlen Neve-Konsole. (lacht) Einfach, weil außer mir niemand dort ist. Und da sitze ich dann und spiele in mein iPhone und brauche das ganze Equipment überhaupt nicht. Das zeigt, was da für ein Konkurrenzkampf herrscht – wie überall in der Musik. Ich weiß nicht, wie die Szene in zehn Jahren sein wird, aber es wird sicherlich nicht leichter, geschweige denn besser, wo die Leute doch jetzt meinen, dass Musik umsonst wäre. Denn sie zu produzieren kostet weiterhin Geld. Deshalb hat es ein bisschen was von Poker: Wer zuerst einknickt, verliert. Und wer alles preisgibt, ebenfalls. Ich meine, lasst euch das auf der Zunge zergehen: U2 haben ihr letztes Album verschenkt.

Das war für mich das Signal, dass es höchste Zeit wird, den Job zu wechseln und einen anderen Weg zu finden, seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Im Ernst! Wenn ein großer Act wie U2 seine Musik einfach verschenkt, welche Chance haben dann Künstler mit weniger Geld, die von den Verkäufen ihres Produkts abhängen? Wie sollen die überleben, wenn diese Einnahmequelle nicht mehr existiert? Denn ganz ehrlich: Der einzige Grund, warum ich ,Blues Of Desperation‘ machen konnte, ist der, dass ich genug Einheiten von ,Different Shades Of Blue‘ verkauft habe. So einfach ist das. Und ich habe keine Ahnung, ob das in zehn Jahren noch möglich ist bzw. welchen Wert Musik dann hat – sowohl was Live-Konzerte, wie auch Studio-Alben betrifft.

Aber dein Label läuft hervorragend. Was du da in den letzten zehn Jahren erreicht hast, ist doch beeindruckend.

Joe Bonamassa: Ja, wir hatten eine Menge Glück. Und das seltsamerweise zu einer Zeit, als die CD-Verkäufe in Amerika komplett eingebrochen sind und etliche Großhändler dichtgemacht haben. Aus irgendeinem Grund haben wir es tatsächlich geschafft, jedes Mal mehr Einheiten umzusetzen. Im Vergleich zu Adele oder Beyoncé sind es zwar immer noch wenig, aber die Zahlen steigen kontinuierlich. Und das ist ein eindeutiges Indiz, dass meine Fan-Gemeinde lieber Alben kauft, statt sich mit irgendeinem Stream zu begnügen. Zudem arbeiten wir sehr hart, um das Ganze am Laufen zu halten und jedes Mal aufs Neue mit einem tollen Artwork, mit hochwertigem Vinyl und speziellen Editionen aufzuwarten. Was dem Ganzen einen zusätzlichen Wert verleiht und die Fans dazu bewegt, das physikalische Produkt zu erwerben. Zumal sie wissen, dass jeder Euro gleich wieder in das nächste Album investiert wird.

Das neue Album scheint jede Art von Blues auszuloten, die es gibt …

Joe Bonamassa: Das versuchen wir zumindest. Denn ich bin nun mal ein Blues-Künstler, ich werde so kategorisiert und ich bin extrem stolz darauf. Aber wenn du mein bisheriges Werk genauer unter die Lupe nimmst, sind 50 Prozent davon eben kein Blues – vielleicht sogar noch mehr. Selbst dem erfahrensten Politiker dürfte es schwerfallen, das als Blues zu verkaufen. Denn das ist es nicht. Einiges davon ist Americana, einiges Hard Rock und anderes Country-Musik.

Mit der einen oder anderen Verbeugung vor Jeff Beck und Eric Clapton?

Joe Bonamassa: Aber sicher! Das ist etwas, zu dem ich immer zurückkehre. Als dieses Album fertig war, meinte ich zu Kevin: „Nicht, um hier angeberisch rüberzukommen, aber wir sind doch verdammt gut, wenn es um Blues-Rock geht.“ Eben diesen großen, bombastischen, matschigen Blues-Rock aus der Ära zwischen 1968 und 1974. Er erinnert mich daran, wo ich herkomme und wo meine Wurzeln liegen. Also Heavy Blues-Rock, dargeboten in typisch britischer Manier. Der ist ganz tief in meiner DNA verankert.

Wie kommt es, dass du den britischen dem amerikanischen Blues vorziehst?

Joe Bonamassa: Weil ich immer ein großer Fan von Clapton, Beck und Page war – in genau dieser Reihenfolge. Und natürlich mag ich den Chicago-Blues, B.B. King und ganz besonders Albert King. Und ich liebe Freddie – also die drei Kings – genau wie die Boston-Sachen von Duke Robillard oder die Texas-Geschichten von Anson Funderburgh und Stevie Ray. Ich bin regelrecht verliebt in die frühen Stevie-Ray-Sachen. Was ja nichts Außergewöhnliches ist: Jeder Gitarrist, der eine Stratocaster durch einen Fender-Amp spielt, will wie er klingen. Was in den späten 90ern – als ich ein Teenager war – dafür sorgte, dass da eine regelreche Bewegung an Gitarristen war, die die Musik von Stevie Ray Vaughan systematisch ruiniert haben. Zumindest in meinen Ohren. Sie haben ihn komplett imitiert und quasi nur neue Texte zu Stü- cken wie ,Cold Shot‘ geschrieben, was so offensichtlich wie schlecht war.

Als ich 2004/2005 endlich in der Lage war, in England zu touren, dachte ich: „Jetzt wird alles besser – jetzt treffe ich endlich ein paar Gitarristen, die Les Pauls und Marshall-Amps spielen und mir das Gefühl geben, zu Hause zu sein.“ Doch als ich mir die Szene anschaute und erkannte, was da abging, war ich ziemlich schockiert – es war dasselbe wie in den USA. Also die abgeschabte Stratocaster mit dem großen Kaugummi-Fleck zwischen den beiden Pickups. Dazu Cowboy-Hüte und dieselben abgegriffenen Licks. Es war ein einziges Wiederkauen – und ich konnte es nicht glauben. Da fehlte jegliche Referenz an die Tradition, der sie eigentlich folgen sollten – nämlich John Mayall & The Bluesbreakers, Alexis Korner, Free und all die Sachen, die aus Irland kamen.

Da gab es zum Beispiel diese angesagte Band namens The Hoax. Alles, was sie gemacht hat, war Stevie Ray zu kopieren, auf ganz ungenierte Weise. Was in mir die Erkenntnis auslöste: „Entweder kapiere ich es nicht, oder ich bin wirklich allein auf weiter Flur.“ Denn die Ironie war, dass ich dieses Kind aus Amerika war, das den Engländern genau die Musik zurückverkaufte, die sie ja eigentlich selbst kreiert hatten.

Ich habe das gemacht, was ursprünglich von ihnen kam, und was sie irgendwie vergessen hatten. Denn ich habe Songs wie ,Had To Cry Today‘ gebracht, Jethro Tull gecovert und kein Geheimnis aus meiner Begeisterung für Yes gemacht. Zumal ich ziemlich schnell ein Publikum gefunden habe, das mich mit offenen Armen empfangen hat.

Beim letzten Album hast du 20 verschiedene Gitarren und zwölf verschiedene Amps benutzt. Wie viele waren es diesmal?

Joe Bonamassa: Diesmal habe ich alles zurückgefahren – und das ganz bewusst. Ich habe nur ein paar von den Fender Tweed Amps verwendet, die in dem klimatisierten Raum nebenan stehen. Dazu eine Telecaster oder eine Fender Nocaster, die ja das Vorläufer-Modell der Telecaster war, aber im Grunde dieselbe Gitarre. Außerdem eine 59er Les Paul, eine alte Stratocaster, eine Gretsch für den Cowboy-Sound in ,Drive‘ und ein paar akustische Gitarren – das war´s. Also ein sehr überschaubares Arsenal. Und ich bin eh der Meinung, dass zu viel Auswahl die Kreativität einschränkt. Einfach weil du dich dann von deinem ursprünglichen Anliegen ablenken lässt und sagst: „Oh, was habe ich denn hier?“

Und: „Wie würde das wohl durch einen Deluxe Reverb klingen?“ Ehe du weißt, wie dir geschieht, sind die Originalidee oder das Solo, das dir vorschwebte, nicht mehr so frisch. Eben, weil du dich hast ablenken lassen. Und deswegen spiele ich lieber ein tolles Solo mit einem bescheidenen Gitarren-Sound, als den Fokus auf einen wer weiß wie tollen Sound zu legen, aber lediglich ein mittelprächtiges Solo zu spielen. Das Optimum wäre natürlich beides, aber wenn ich wählen müsste, würde ich mich immer dafür entscheiden.

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FOTO: ANDERS, RICK GOULD
Amps, Amps, Amps, und davor ein paar E-Gitarren aus dem sechsstelligen Preisbereich.

Das ist fast ironisch: Du hast eine gigantische Auswahl an den edelsten Gitarren und Verstärkern der Welt und doch kannst und willst du sie nicht für deine Musik einsetzen…

Joe Bonamassa: Was mit den zwei Facetten meines Lebens zu tun hat: Da sind der Musiker und der Sammler. Letzterer legt Wert darauf, dass alles in makellosem Zustand ist – bis auf den einen Verstärker mit dem gelben Anhänger. Denn das ist der, den ich regelmäßig benutze. (lacht) Also das kann man auch sehen. Dagegen wird das meiste von dem, was hier steht, diesen Raum nie verlassen. Einfach, weil es seit 50, 60 Jahren konserviert wurde – während der Kram, den ich auf der Bühne oder im Studio verwende, meist nicht in sonderlich gutem Zustand ist. Aus dem einfachen Grund, weil er regelmäßig benutzt wird.

Wie groß ist deine Sammlung mittlerweile? Hast du noch einen Überblick?

Joe Bonamassa: Vor zwei Tagen wäre ich nicht in der Lage gewesen, da eine exakte Antwort zu geben – einfach, weil ich es nicht gewusst hätte. Ich hätte vermutet, dass ich vielleicht 140, 150 Gitarren besitze. Aber dann musste ich die Versicherung für meine Sammlung erneuern und feststellen, dass es deutlich mehr sind. Nämlich 242 Gitarren. Was damit zusammenhängt, dass ich so viel unterwegs bin und schlichtweg vergesse, was sich alles angehäuft hat. Deswegen ist es auch höchste Zeit, sich von einigen Sachen zu trennen – zumal ich auch noch ca. 200 Verstärker habe. Was mit den Worten eines weisen Mannes bedeutet: Viel zu viel.

Demnach wirst du dich in Zukunft etwas zurückhalten?

Joe Bonamassa: Auf keinen Fall! Ich bin eben ein GitarrenJunkie – ich kann gar nicht genug kriegen. Und meine Lieblingsgitarre ist immer die, die ich gerade erworben habe. Zum Glück ist mir da in letzter Zeit nicht viel untergekommen. Das meiste, was mir angeboten wird, ist recycelter Müll.

Existiert Rosie, deine allererste Gitarre, eigentlich noch?

Joe Bonamassa: Nur noch der Korpus. Ich habe sie irgendwann zerlegt. Und zwar nachdem mein Vater sie ins Schaufenster seines Ladens gelegt hatte und die Sonne dafür sorgte, alle Autogramme, die sich darauf befanden, auszubleichen. Das hat mir echt das Herz gebrochen. Und deswegen habe ich sie zerlegt. Der Body ist jetzt in der Garage. Ich sollte das Ganze irgendwann mal wieder zusammensetzen – also auf irgendeine coole Weise. Einfach, weil mit dieser Stratocaster so viele Kindheitserinnerungen einhergehen.

Trennst du dich auch von Sachen?

Joe Bonamassa: Im Grunde ist es so, dass ich mich am Ende eines Jahres von den zehn Prozent meiner Sachen trenne, die nicht ganz so toll sind. Also von 20 Gitarren, die ich einem Laden hier in L.A. auf Kommissionsbasis gebe. Eben, weil es Modelle sind, von denen ich weiß, dass ich sie nie benutzen werde, oder weil es sich um Kram handelt, bei dem ich mich verkauft habe. Wo einfach der Junkie in mir zugeschlagen hat und ich quasi nichts dagegen tun konnte. Diese zehn Prozent, von denen ich mich trenne, ersetze ich ziemlich schnell wieder. Denn wenn ich auf Tour bin, gehe ich regelmäßig auf Gitarren-Safari. Soll heißen: Mike, mein Gitarrentechniker, und ich nutzen jede freie Minute, um die lokalen Musikgeschäfte in den Städten abzuklappern, in denen ich auftrete. Und in neun von zehn Fällen finde ich nichts. Aber dann sind wir in Roanoke, Virginia, und ich sehe zwei Musikgeschäfte und kaufe sechs Amps in 30 Minuten. Wobei ich aber nichts mehr auf eBay erwerbe.

Warum nicht?

Joe Bonamassa: Weil das keinen Spaß macht. Das einzige, was ich da kaufe, sind schwer zu findende Ersatzteile oder einen Motor für eine meiner Uhren. Ansonsten ist es mir zu simpel ,eine Sammlung mit Sachen zusammenzustellen, die man im Internet findet. Da fehlt mir dieser Aspekt des Losziehens und Entdeckens. Sprich: Der Spaßfaktor ist nicht vorhanden. Ich meine, alles, was hier rumsteht – die Neonschilder, die Gitarren, die Amps und die Memorabilia – habe ich selbst zusammengetragen, indem ich in Kellern, Garagen und Dachböden rumgestöbert habe. Die Neonschilder sind zum Beispiel aus den Erbmassen von irgendwelchen Musikgeschäften – und alles geht mit einer Geschichte einher und passt zum Thema und Design dieses Hauses. Ich sammle nur Gegenstände mit einem musikalischen Bezug. Aber keine Antiquitäten und dergleichen.

Gibt es eine persönliche Obergrenze dafür, was du bereit bist, für eine Gitarre auszugeben? Wo liegt deine Schmerzgrenze?

Joe Bonamassa: Ich bin in der glücklichen Situation, dass ich ein bisschen Geld in der Musikindustrie verdient habe. Aber ich bin halt nicht super-reich. Es gibt Leute, die meinen, dass ich Abermillionen von Dollar habe. Aber das ist nicht der Fall. Ich habe viel davon gleich wieder ausgegeben – außer das, was in meine Rücklagen, den sogenannten „Oh Shit“-Fund geflossen ist.

Wie, du hast einen Notgroschen?

Joe Bonamassa: Aber natürlich! Den braucht man in der heutigen Zeit und in der heutigen Musikindustrie – weil da so viel schieflaufen kann. Aber was auf mein ganz normales Konto geht, hält meist nicht lange vor, weil ich mich nicht beherrschen kann, wenn mir etwas Cooles vor die Flinte kommt. Es ist in etwa so, als würde man einem Hund einen ganzen Beutel mit Futter hinstellen. Den wird er komplett leerfressen, egal ob er Hunger hat, oder nicht. Er kann sich da einfach nicht zurückhalten – und mir geht es genauso.

Also würdest du auch bei einer 30.000 -Dollar-Gitarre nicht lange zögern?

Joe Bonamassa: Das ist eine Menge Geld – und insofern tut es mir natürlich schon weh. Keine Frage. Aber: Wenn es ein Musterbeispiel für eine Gitarre ist – also sie ist in hervorragendem Zustand, sie ist wahnsinnig selten oder was auch immer – dann muss man auch entsprechend viel dafür hinblättern. Diese Teile finden sich nicht mehr in irgendwelchen Wäscheschränken; wenn sie zum Verkauf gelangen und einigermaßen rar sind, kosten sie auch entsprechend. Nur: Sie sind eine gute Investition. Denn man bekommt sein Geld eigentlich immer wieder – und meistens mit ein bisschen Gewinn. Es ist einfach eine solide Geldanlage. Und natürlich versuchen die Leute mir ständig etwas zu verkaufen. Was ich auch schätze.

Allerdings sind einige der Meinung, dass ich völlig überzogene Preise zahlen würde, nur weil ich ein bekannter Sammler bin. Dabei vergessen sie ein wichtiges Detail: Ich bin der Sohn eines Gitarrenhändlers und lasse mich nicht übers Ohr hauen. Ich meine, ich versuche niemanden abzuzocken, aber ich zahle nicht irgendwelche völlig überzogenen Preise. Ganz im Gegensatz zu einigen Gitarristen, die ich kenne, die plötzlich einen Haufen Geld verdient haben und sich unbedingt eine Sammlung zulegen wollten. Die haben Preise für einige Sachen bezahlt, bei denen ich nur mit den Ohren schlackere: sogenannte „love it forever prices“. Was bedeutet: Du solltest das, was du dir da zugelegt hast, besser für immer lieben, weil du sonst extrem viel Geld verlierst.“ Nämlich das, was du zu viel bezahlt hast. Unter Sammlern, gibt es viele schwarze Schafe. Da ist schon Vorsicht geboten.

Wird deine Sammlung je komplett sein?

Joe Bonamassa: Um ehrlich zu sein: Würde ich jetzt aufhören, hätte ich alles, was ich je wollte – und noch mehr. Natürlich habe ich noch ein paar Sachen auf dem Zettel, die ich mir dieses Jahr gern zulegen würde. Also falls ich ihnen irgendwo begegnen sollte, werde ich mit Sicherheit zuschlagen. Aber gleichzeitig habe ich kaum noch Platz in meinem Haus. Und ich habe tonnenweise Gitarren, die ich nie spiele. Also versuche ich mich schon etwas einzuschränken, selbst wenn es mir schwerfällt.

Nach Live-Spielen scheinst du auch süchtig zu sein, wenn man sich deine Tourpläne der vergangenen Jahre anschaut. Jetzt spielst du in England auch noch drei Tribute-Shows für Jeff Beck, Jimmy Page und Eric Clapton …

Joe Bonamassa: Es wird ähnlich wie mit dem Three Kings-Programm vom letzten August, als wir ein Freddie-, ein B.B.- und ein Albert-Set gespielt haben. Eben als Ausdruck meiner Ehrerbietung für diese Musik. Ich spiele diese Tribute-Konzerte nicht, um zu zeigen, was für ein toller Gitarrist ich bin oder weil ich mich auf eine Stufe mit diesen Künstlern stellen möchte. Alles, worum es mir geht, ist die Musik zu spielen, die ich liebe – und zwar so gut ich kann, mit den besten Musikern, die ich kenne. Was ein großer Spaß ist – der beste, den es gibt.

Rufst du Eric und Jimmy auch an, und fragst, ob sie mitspielen wollen?

Joe Bonamassa: Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie Interesse daran haben. Ich mein, ich würde auch nicht zu einem Tribute-Konzert für Joe Bonamassa gehen – das wäre mir eher peinlich. Wobei das Spannende an diesen Shows allein die Tatsache ist, dass die Künstler, die wir diesmal ehren, noch lebendig und sehr aktiv sind. Von daher frage ich mich, ob die Reaktion des Publikums vielleicht ein bisschen anders ausfällt als bei Howlin’ Wolf, Muddy Waters und den drei Kings. Und auch, was die Kritiker davon halten. Wahrscheinlich ist es das Riskanteste, was ich je gemacht habe, weil es die meistverehrten Gitarristen der Welt sind, und weil die Leute da einen Vergleichswert haben. Also: Sie können durchaus nachvollziehen, wie nah oder fern ich dem Original bin und ob ich ihm tatsächlich gerecht werde. Das bereitet mir schon ein bisschen Kopfschmerzen, aber wir werden sehen, was passiert.

Könntest du dir auch eine Zusammenarbeit mit jemandem wie Jack White oder Dan Auerbach vorstellen?

Joe Bonamassa: Bislang habe ich weder Jack noch Dan getroffen. Aber ich habe den größten Respekt vor ihnen. Diese Jungs haben etwas für den Blues getan, was schon lange niemandem mehr gelungen ist. Jack White hat es zum Beispiel geschafft, junge, weiße College-Kids für die gute, alte Bukka-White-Schule zu begeistern. Was die meisten seiner Fans vermutlich gar nicht wissen. Und davor verneige ich mich aufs Tiefste. Genau wie vor den Black Keys. Ich liebe das Album ,Brothers‘, das sie vor ein paar Jahren veröffentlicht haben. Das fand ich wirklich stark. Obwohl ich als Liebhaber dieser Musik sofort an ,Electric Mud‘ dachte. Also sie haben sich wirklich stark bei Muddy Waters bedient.

Eben dieser morsch und klapprig anmutende Blues, den ich so liebe. Und den kriegen die Black Keys richtig gut hin. Insofern würde ich sie gerne kennenlernen. Und was ich noch zu Dan Auerbach sagen muss, ist folgendes: Er hat Dr. John so gut produziert, wie das seit 35 Jahren niemandem mehr gelungen ist. Da kann ich ihm nur gratulieren. Denn die meisten Dr.-John-Platten sind nicht so stark, wie sie sein könnten. Doch bei Dan stimmen die Band, die Produktion und der Sound. Mein Kompliment!

Also steht einem weiteren Trip nach Nashville nichts im Wege?

Joe Bonamassa: Na ja, ich schätze mal, sie sind bestimmt gut beschäftigt. Und ich bin mir auch nicht sicher, ob sie mit jemandem wie mir arbeiten würden. Also ob sie mich als interessanten Künstler einstufen würden. Ich fände es jedenfalls spannend, und ich weiß, dass sie gerne schnell und effizient arbeiten – genau wie ich. (lacht) Sie könnten mich aber genauso gut erst mal zu einer Session einladen. Ich verspiele mich eigentlich kaum. (lacht) [1998]

 

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8 Kommentare zu “Joe Bonamassa und sein Equipment”
  1. Dirk GPunkt

    Das liest sich sehr bedrückend mit der Musikindustrie und macht mal wieder klar und deutlich wer am Hebel sitzt und den Musikmarkt bestimmt und bestimmen möchte was wir zu hören haben. Ich denke solche Musiker wie Joe werden immer ihr Auskommen haben. Unbekanntere Musiker hingegen werden ihr Dasein am Existenzminimum verbringen.

    Antworten
  2. Ja, liest sich beeindruckend aber auch etwas seelenlos. Schade wie verkommen
    die Branche mittlerweile ist und sich immer nur etwas Neues einfallen läßt nur
    damit Mr. X und Y dafür werben, uns vorgaukeln man braucht immer das Neuste,
    das Beste ist es sicherlich nicht immer. Aber wir lassen uns infizieren statt mal
    Kaufboykott, dann würde sich das Spiel zugunsten der Nerds und Player sicher
    ändern!

    Antworten
  3. Da kann ich nur zustimmen,denn ein Kaufboykott wäre sicherlich gar nicht so verkehrt.Daß nicht einmal mehr echte Drummer vor Ort mitwirken,ist auch echt enttäuschend.Von wegen,alles Original und Live,und mit sämtlich anwesenden Musikern und Vocalisten im Studio aufgenommen.Alles nur reine Verarschung! Absolut traurig und billig,wie die Käufer doch beschissen werden.Da bleib ich doch auch zukünftig besser bei unseren kleinen Rockbands,die auch live on Stage in Berlin-Kreuzberg richtig ehrliche und handgemachte Musik für uns Fans machen.Joe Bonamassa scheint ja wahrhaftig vom GAS-Sammler Virus alter Gitarren und Amps infiziert zu sein.Ist aber ein schönes und sehr teures Hobby,das sich unsereins wohl kaum in diesem Ausmaß jemals leisten könnte.Aber genügend Gitarrenfanatiker und renitente Sammler scheint es ja derzeit doch noch zu geben,ansonsten wäre die ungestillte Nachfrage bezüglich alter Vintage Saiteninstrumente auch in Europa zu horrenden Preisen kaum zu verstehen.Mal ehrlich,wieviele Elektrische Gitarren kann man denn bei einer Session wirklich spielen?!? Ich denke,etliches Sammlergehabe ist doch heute häufig enorm überzogen,mitunter pure Angeberei,Egoismus,und elitärer Snobismus erster Güte.Aber,die Verkäufer möchten ja auch weiterhin sehr lukrative Geschäfte mit ihren reichen Kunden abschließen,schließlich stinkt Geld ja bekanntlich nicht.Jedem das Seine,dies ist anscheinend das Credo sammelwütiger und finanzstarker Vintage Freaks aus aller Herren Länder.Da kostet eine alte heruntergerockte Gibson Les Paul oder eine Fender Strat eben schon mal ein paar Hunderttausend €uro oder U.S.-Dollar,was soll´s,das Geld muß doch unter die Leute gebracht werden.Ob diese hohen Summen überhaupt in der Relation zum Instrument stehen,scheint vermutlich ein ganz anderes Kapitel zu sein,über das man besser nicht sprechen möchte.Vintage Gitarren sind aber auch wirklich polarisierend,daran besteht überhaupt kein Zweifel.

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  4. Schnapspick is on the Road.

    Joe Bonamassa zeigt hier u.a. auch eine begehrte alte Gibson Flying V. Eine wahrhaftig imposante Gitarre.Im Auftrag von Joe himself,wurde sie vor einiger Zeit ja bekanntlich in streng limitierter Version bei Epiphone in Korea aus massivem Limbaholz mit edlem Blackwood Griffbrett und hellbraunem Hardshellcase mit Arthur Amos Aufdruck wieder aufgelegt.Die uralte originale Gibson Flying V hingegen,ist ja vermutlich das derzeit teuerste gebrauchte Saiteninstrument weltweit,sofern man überhaupt eine solche besagte Rarität auf dem Gebrauchtmarkt findet.Hier schwirrt der Vintage Hype und Verkaufspreis bekanntlich dermaßen in extrem schwindelnde Höhe,daß einem als Sammlerfetischist sogleich der Unterkiefer vor Erstaunen herunterklappt und die Luft weg bleibt.Tröstlich zu wissen,daß die besagte neuwertige Epiphone aus koreanischer Fertigung optisch,soundmäßig und verarbeitungstechnisch dieser kultigen Gibson kaum negativ nachsteht,außer dem evtl. überbordenden Hype,der anscheinend von dieser seltenen Gibson Flying V in eingeschworenen Sammlerkreisen momentan kursiert.Ist ja hauptsächlich wohl auch eine Preisfrage,oder?!?🎱

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  5. Paul Ramon

    Den Satz in etwa könnten die Stones auf ihrer ersten Amerika- Tour in den 60er gesagt haben, dass die Engländer den Amerikanern den Blues zurückgebracht haben.
    „Entweder kapiere ich es nicht, oder ich bin wirklich allein auf weiter Flur.“ Denn die Ironie war, dass ich dieses Kind aus Amerika war, das den Engländern genau die Musik zurückverkaufte, die sie ja eigentlich selbst kreiert hatten.

    Zu knappes Budget: Ist ja auch günstiger ein zusammen gesampeltes Album zu produzieren
    da man sich überall digital etwas klauen und verwerten kann. Nur was am Ende dabei herauskommt ist dieser Einheitsbrei den viele von uns Musikern einfach nur zum kotzen finden. Ich bin letztens mit meinem Analog- Fahrrad an ein paar Blagen vorbeigefahren. Von weiten habe ich schon diesen Rap Einheitsgroove mit ultrafetten Bass gehört und dann setze der Gesang ein: Bin gerade aus dem Knast gekommen und du hast mit meiner Frau rum gemacht der so ähnlich. Die Kinder waren geschätzt so zehn Jahre alt. Aha dachte ich, so eine Scheiße hören die Kids heute. Na dann gute Nacht.

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  6. Stefan Räbiger

    Etwas abgestanden dieses Interview, inzwischen dauert es nur noch ca. 1 Woche und sein neues Album Redemption erscheint. Wie man aus mehreren im Studio aufgenommenen Videos sehen kann, arbeitet er immer noch mit einem und wenn ich mich richtig erinnere beim letzten Album sogar teilweise mit 2 Drummern im Studio.

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  7. Andreas Zeitvogel

    Thx a lot – sehr informativ und unterhaltsam … Lektüre &
    Videowatch hat echt Spaß gemacht!
    Keep on trucking: Andreas

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  8. gitarrenwerner

    den klugen vorrangegangenen kommentaren kann ich nur voll u. ganz zustimmen, denn vor etwa 40 jahren fing ich an mich mit “alten” gitarren zu beschäftigen der vergleich mit neuen gitarren hat mir gezeigt das viel der neuen instrumente klanglich nicht weniger im vergleich sind aber die hälse sind häufig labil u. verbogen, was ich bei noch keiner vintage gitarre sehen konnte. was die irren preise betrifft wird sich das irgendwann von selbst regulieren u. meinetwegen kann der bonamassa haben was er will das ist mir schnurz, haben macht nicht wirklich glücklich nur bescheidenheit u. zufriedenheit bringts wahrhaft.

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