Test und Timeline

Duesenberg Starplayer TV: Geschichte der Starplayer TV und Test der Balboa Pearl Red

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Die Geschichte der Duesenberg Starplayer TV

Landmarks & Milestones

Neo-Klassiker sind in der Welt der E-Gitarren recht selten. Zur kleinen Gruppe dieser Modelle zählt die Duesenberg Starplayer TV – sie ist vielleicht sogar ihre ikonischste Vertreterin. Denn spätestens, seit Mike Campbell 2006 in der Super-Bowl Halftime Show seine blau-weiße Starplayer TV spielte, hat sich die Starplayer TV weltweit, und das bis heute, ins kollektive Gedächtnis der Gitarrenszene eingebrannt.

Die vielleicht berühmteste Starplayer TV: Das Mike Campbell-Alliance-Modell. (Bild: Duesenberg)

Und was macht einen Neo-Klassiker aus? Er beruft sich auf die Tradition, aber verliert nicht die Ansprüche der Gegenwart aus den Augen und zeigt eine Eigenständigkeit, die im besten Fall Zeitlosigkeit verspricht. Allesamt Eigenschaften, die die Starplayer TV verkörpert. Zum Erfolg dieses Modells gehört aber auch, dass die Macher in Hannover nicht beim ersten Schritt der frühen Versionen verharrten, sondern über die Jahre immer wieder neue Varianten entwickelten, mit dem Geschick, diesen neo-klassischen Ansatz nie zu verwässern.

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Das Vorläufermodell der Starplayer TV, in ihren Varianten Starplayer I und II, hatte im September 1995 das Licht in den Räumen einer ehemaligen Bäckerei in der Südstadt Hannovers erblickt, war von Dieter Gölsdorf, Firmengründer und Designer der Starplayer, auf den Weg gebracht worden und erfreute sich so großer Beliebtheit, dass bereits 1996 – ob Zufall oder nicht – genau 96 Starplayer gebaut wurden, wie Gölsdorf auf seiner Internetseite schreibt. Ganz schön viel Holz für ihn und sein Team, das zu dem Zeitpunkt aus nur wenigen Mitarbeitern bestand.

Die Firma wuchs über die nächsten Jahre stetig – und zwar in dem Rhythmus, den die Starplayer TV und ihr Erfolg vorgaben. Dem folgend dokumentieren wir im Folgenden alle Ausführungen der Starplayer TV von damals bis heute. Bitte beachten: In dieser Timeline werden nur Starplayer-TV-Modelle berücksichtigt, aber nicht Starplayer I, II und III und auch nicht die Starplayer CBR und der Starplayer Bass. Denn – it’s TV-Time, Baby!

1998

STARPLAYER TV (PHASE I)

Bereits 1998 stellt Gölsdorf die erste Starplayer TV vor – noch auf Basis der ursprünglichen Starplayer, mit flachem, chambered Mahagoni-Boden, flacher Ahorndecke und einem markanten TV-Emblem am oberen Korpushorn. Bis heute rätseln Gitarristen, was das Kürzel „TV” bedeutet, während Dieter Gölsdorf pragmatisch erklärt, dass es einfach eine rundere, flüssigere Modellbezeichnung ergibt. Neu ist das Vibrosonic-Vibratosystem, das fixierbar ist und dessen Arm sowohl links- als auch rechtsseitig eingesetzt werden kann.

1999

STARPLAYER TV (PHASE II)

Die Starplayer TV bekommt eine gewölbte Decke auf den chambered Mahagoni-Boden und das „TV”-Emblem wird durch ein „D” abgelöst. Auch ein eigenes, neues Vibratosystem der Bigsby-Art wird eingeführt.

Spätestens seit 2001, als Ingo Renner als Geschäftsführer und späterer Mitbesitzer das Duesenberg-Team in Hannover übernahm und die Firma dorthin führte, wo sie heute steht, beginnt die Firma – und die Starplayer TV –, richtig Fahrt aufzunehmen. Neben ihren offensichtlichen Qualitäten steigt die Akzeptanz der Starplayer TV in der Szene auch deshalb so rasant, weil sie ihrem Namen alle Ehre macht: Bereits um 2000 herum bringen echte Stars diese Gitarren auf die Bühne.

Zum 25-jährigen Jubiläum der Starplayer erschien eine Starplayer TV in Blattgold in einer Auflage von weltweit 25 Stück. (Bild: Duesenberg)

Carl Carlton und Keb’ Mo sind die ersten bekannten Gitarristen, die die Gitarren mit dem „D” auf der Gitarrendecke spielen. Der Duesenberg-Katalog von 2001 trägt folgerichtig auch die wenig bescheidene Headline: „Guitars For Heroes” – und viele Helden sollten schon bald folgen.

FEATURES DER STARPLAYER TV AB 2003/04

  • Gewölbte Fichtendecke
  • Gewölbter Rücken und Zargen aus Ahorn
  • Ein F-Loch auf der Bass-Seite
  • Hals aus American Hardrock Maple
  • Dual Action Trussrod
  • 647-mm-Mensur
  • Palisander-Griffbrett mit Jumbo-Bünden
  • 12″-Griffbrett-Radius (ab 2009: 12″ bis 14″)
  • Duesenberg Vibratosysteme
  • Duesenberg Hardware, vernickelt
  • Zwei Duesenberg AlNiCo-5-Pickups (Domino und Grand Vintage)
  • Offene, vernickelte Neusilber-Pickup-Kappen
  • Heavy-duty Potis, made in Japan
  • Heavy-duty Ausgangsbuchse, mit platinierten Kontakten
  • Heavy-duty Pickup-Schalter, made in USA
  • PLEK-Bearbeitung (ab 2009)

Ausnahmen dieser Features werden im Text zu den jeweiligen Instrumenten aufgeführt.

2002

STARPLAYER TV RON WOOD
Starplayer TV Ron Wood von 2002, limitiert auf 101 Exemplare. Die erste Alliance-TV des Herstellers. (Bild: Duesenberg)

Die erste Pearl-Top-Version der Starplayer TV schafft tatsächlich den steinigen Weg zu den Rolling Stones. Über Chris Jagger, den Bruder von Mick und Freund von Gölsdorf, gelangte dieses Modell in die Hände von Ron Wood. Er ist von dieser TV mehr als angetan und schickte Gölsdorf einen handsignierten Druck seines Selbstporträts mit der Widmung: „Dieter, the guitar is superb.” Die superbe Starplayer TV Ron Wood wurde in einer Auflage von 101 Stück gebaut und war schnell ausverkauft.

2003

STARPLAYER TV (PHASE III)

Ab diesem Jahr wird die Starplayer TV in der sogenannten Zargenbauweise gebaut, also der traditionellen Art typischer Archtops und Semiakustiks – mit gewölbtem Ahornboden, gewölbten Fichtendecken sowie gebogenen Ahornzargen. Dies ist ein immens wichtiger Schritt in der Starplayer-TV-Historie, bringt er doch durch die ausgeprägtere Hinwendung zum traditionellen Gitarrenbau eine gewisse Ernsthaftigkeit ins Spiel, während auf der anderen Seite zuverlässige, zeitgenössische Funktionalität und makellose Spielbarkeit auf höchstem Niveau geboten werden.

Best of both worlds – Tradition im Design, Moderne in der Funktion – ist ein Markenzeichen der runderneuerten Starplayer TV, die bis heute nach diesem Konzept gefertigt wird. Natürlich liefert die Zargenbauweise auch einen anderen Sound als die vorherige chambered Konstruktion – luftiger, leichter, offener und nicht so einfach in eine bereits vorhandene Schublade einzuordnen. Vielmehr hatte Duesenberg von Anfang an seine eigene Schublade gezimmert und mit dieser Version der Starpayer TV vollendet.

Das grundsätzliche, von Gölsdorf entwickelte, Design ist von stringenten Art-Déco-Anleihen geprägt, in deren Zentrum ein Dreistufen-Motiv steht. Von der Kopfplattenkante bis zur Klinkenbuchse taucht dieses Thema mehrfach auf und sorgt für einen stimmigen, harmonischen und eigenen Gesamteindruck.

Auch die Pickup-Bestückung wird nun definiert: Am Hals ein Domino P90, am Steg ein Grand-Vintage-Humbucker – beide AlNiCo-5-Aggregate, beide in offenen Neusilber-Kappen. Weitere Details – von der 647-mm-Mensur bis zur ausgeklügelten Schaltung für die perlig klingende Mittelstellung beider Pickups – schaffen Signature-Sounds, die eigenständig und unverwechselbar sind.

Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte Duesenbergs ist das eigene Vibratosystem. Es verfügt in der Regel über einen individuell einstellbaren Rundhebel und ermöglicht das einfache Einfädeln der Saiten durch Löcher unter der hinteren Achs-Welle. Dank der perfekten Abstimmung der einzelnen Komponenten arbeitet kein anderes Top-Mount-System so smooth, so musikalisch und so stimmstabil. Über die Jahre treten Design- und Namensvarianten wie Diamond Deluxe, Radiator und Sapphire Deluxe Tremola auf – die großartige Performance bleibt dabei unverändert und bestätigt seinen Ruf als Klassenbester.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Herstellern setzt Duesenberg grundsätzlich auf eigene Hardware – von den Mechaniken über das Vibratosystem bis hin zu Details wie den Pickup-Rahmen, den Gurtknöpfen und den Buchsenblechen. Die Ansprüche der Hannoveraner an Design, Funktionalität und Innovation sind zu hoch, als dass auf handelsübliche Hardware zurückgreifen würde.

Alle weiteren Inkarnationen der Starplayer TV bauen auf dieser aus den Jahren 2003/04 auf.

2004

STARPLAYER TV ST

Starplayer TV mit eigener Tune-o-matic-Brücke u. Stop-Tailpiece. Sie wird bis 2019 gebaut.

STARPLAYER TV LEFTHAND

Die TV für Linkshänder, only in black.

STARPLAYER TV PEARL

Aufgrund der großen Nachfrage werden weitere Starplayer-TV mit Mosaik-Decke gebaut – in den Farben Ice Pearl, Green Pearl, Blue Pearl und Red Pearl.

2005

STARPLAYER TV+

Ergänzung der Domino-P90- und Grand-Vintage-Pickups mit einem Piezo-Pickup unter dem Sattel.

STARPLAYER TV OUTLAW

Aufregend: Eine Starplayer TV mit schwarzem, genarbtem Kunstleder auf der Decke.

2006

STARPLAYER TV MIKE CAMPBELL I

Die vielleicht wichtigste Starplayer TV? Gebaut zum 30-jährigen Jubiläum von Tom Petty and the Heartbreakers, wird sie in der Halbzeitpause des Super-Bowl-Finales gespielt. Die Bilder von Mike Campbell und seiner TV in Catalina Blue mit weißen „racing stripes” gehen um die Welt.

2008

STARPLAYER TV CLASSIC

In der schicken Lackierung „Honey all over”.

2009

STARPLAYER TV REBOUND

Das in Fire-Burst lackierte Modell entsteht in Zusammenarbeit mit Wolfgang Niedecken, dem Sänger von BAP. Hintergrund ist das von ihm initiierte „Rebound”-Hilfsprojekt zur Unterstützung und Reintegration ehemaliger Kindersoldaten in Ostafrika. Der Prototyp der Gitarre wird von Niedecken auf einer Tour gespielt und anschließend versteigert, wobei 100% des Erlöses an das Projekt gehen. Auch bei der Serienversion fließt ein Teil des Verkaufspreises an das Hilfsprojekt. Die Gitarre ist mit zwei Duesenberg Little-Toaster-Pickups und einer Tune-o-matic/Stop-Tailpiece-Kombination bestückt.

Auf Seite 3 geht’s weiter in der Timeline…

Kommentar zu diesem Artikel

  1. Tolle Gitarre, meine Starplayer TV habe ich damals von meinem ersten Gehalt gekauft. Kostenpunkt mit Koffer in den frühen 2000er Jahren: 990€
    Damals allerdings noch ohne PLEK Setup. Leider habe ich diese Gitarre nicht mehr und die heutigen sind preislich für mich unerreichbar geworden. Vielleicht eines Tages wieder 🙂

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