Zwei tolle Gitarren mit Drang zur Bühne

Naturally: Baton Rouge X21S/FJEC-SCC & X61C/FJEC-N

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(Bild: Dieter Stork)

Manchmal ist es schwierig, das Besondere in einer Gitarre zu finden und herauszustellen. Hier war es leicht!

Und, um die Katze gleich aus dem Sack zu lassen: Diese beiden Baton Rouge Modelle sind die ersten Steelstrings mit einem Cole Clark Pickup-System … außerhalb einer Cole Clark Gitarre. Das ist wirklich interessant und macht neugierig, denn der renommierte australische Hersteller bezeichnet seinen Tonabnehmer in aller Bescheidenheit als „the world’s most natural sounding pickup“. OK, das ist ‘ne Ansage! Aber grundsätzlich geht es hier natürlich erstmal um Baton-Rouge-Gitarren – und ein Pickup ist schließlich auch nur so gut, wie die Klampfe, in der er verbaut ist.

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THE MAKING

Die Modellbezeichnungen wirken zunächst etwas kryptisch, sie erklären aber ganz gut die Basics.

Bei der X21S/FJEC-SSC steht das S für Spruce und somit für die Decke aus massiver deutscher Fichte. FJ (Flatcut Jumbo) beschreibt die Korpusform mit flach-rundlichem Cutaway. EC steht hier nicht für Eric Clapton, sondern für Elektronik von Cole Clark. Am Schluss wird mit SCC das Finish „Screwed Charcoal Satin“ benannt. Wir haben hier also eine Jumbo Steelstring mit massiver Fichtendecken und Zargen und Boden aus Ahorn. Der Mahagonihals ist am 14. Bund angesetzt und trägt ein Griffbrett aus Ovangkol – auch der Steg ist aus diesem Holz gefertigt.

20 Bundstäbchen sind ins Griffbrett eingesetzt, beim Polieren der Bünde und dem Rundfeilen der Bundenden wäre noch ein bisschen mehr drin gewesen. Die Saiten laufen bei einer Mensur von 630 mm über Stegeinlage und Sattel aus Knochen zur Kopfplatte mit offenen Mechaniken. Die kleinen stylischen Butterbean-Stimmwirbel sind matt verchromt … sieht cool aus.

Zwei Besonderheiten beim Hals sind noch zu erwähnen. Erstens: Mit einer Breite von 46 mm am Sattel bietet er komfortabel viel Platz für saubere Fingersätze. Zweitens: Das sehr dünne Mattfinish der Halsrückseite ist in die tieferen Poren eingesunken. Das erzeugt ein nicht ganz so smoothes Spielgefühl für den Daumen … leicht gewöhnungsbedürftig.

Die X61C/FJEC-N hat die gleiche Korpusform, die Decke ist allerdings aus massiver kanadischer Zeder mit Natural Finish, Boden und Zargen sind hier aus „Exotic Mahogany“. Steg und Hals sind aus den gleichen Hölzern wie bei der X21, aber: das Griffbrett ist mit 43 mm am Sattel deutlich schmaler und die Mensur beträgt hier 650 mm.

(Bild: Dieter Stork)

Die spannendste Gemeinsamkeit der beiden Probanden ist dann das Pickup-System von Cole Clark. Es hat die Bezeichnung PG3MK2. Der Erfinder/Entwickler Paul Gale stellt hier tatsächlich drei verschiedene Klangquellen zur Verfügung, die sich frei kombinieren und mischen lassen. Da ist der sechsteilige Piezo unter der Stegeinlage, ein Face-Sensor innen an der Decke und ein Kondensator-Mikrofon. Der Piezo liefert den klanglichen Hauptanteil, die Stärke liegt hier in der Feedback-Unempfindlichkeit.

Als Minuspunkte stehen immer eine gewisse Härte und Unnatürlichkeit zu Buche. Da kommt dann der Face-Sensor ins Spiel, der natürliche Mitten beisteuert, ohne die Rückkopplungsgefahr nennenswert zu erhöhen, und der die Decke besonders für perkussive Spielweisen empfänglich macht. Für das letzte Quäntchen Naturklang fügt das Mikrofon Höhen oberhalb der beiden anderen Klangquellen hinzu, und sorgt für „Atem“ und „Luft“ im Sound-Gefüge. Zur Klangabstimmung stehen ein (Master)-Volume-, ein Blend-, und ein Mic-Regler zur Verfügung.

Außerdem gibt es Fader für Treble, Mid und Bass, die in neutraler Mittelstellung leicht einrasten. Unten auf der Zarge finden sich Klinke-Output und Batteriefach. Die beiden Test-Gitarren haben keinerlei Gurtpins, die werden aber laut Vertrieb bei den Serien-Modellen dann installiert sein.

Praxistest und Resümee auf Seite 2

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