Auf den Punkt gebracht

Falken1 Jam King im Test

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(Bild: Dieter Stork)

Während sich die Konkurrenzprodukte auf dem Markt der Gitarren-Multis mit einem riesigen und oft kaum überschaubaren Angebot an Effekten, IRs, Drum-Sounds und Loopern gegenseitig überbieten, setzt Falken1 offenbar auf Understatement.

No Drums, no Looper, no Expression Pedal, aber alle wirklich wichtigen Effekte, Amp-Simulationen und Cab IRs an Bord. Da kann das Manual erstmal in den Karton zurück.

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ÜBERBLICK

Auf dem Stompbox-formatigen, robusten Stahlblechgehäuse finden wir alle Bedienelemente inklusive leuchtstarkem 1,5″ LCD-Display, welches alle relevanten Informationen logisch und übersichtlich bereithält. So gibt die Home/Startseite Auskunft über Input Level, Bluetooth- und Akkustatus, Anordnung der Signalkette, Preset-Nummer und das gespeicherte Patch-Volume. Links vom Display gibt‘s das Master-Volume-Poti (Setting nicht speicherbar), rechts ein Parameter-Endlosrasterpoti mit Tasterfunktion, über das man Preset-Nummer und -Lautstärke direkt anwählen und verändern kann.

Sieben milchig transparente, beleuchtete Taster, deren Beschriftungen auch im Off-Zustand gut zu erkennen sind, signalisieren den Aktivstatus der Effektmodule. Während man über HOME stets unmittelbar wieder die Startseite erreicht, erscheinen nach Betätigung der übrigen 6 Taster die jeweiligen Module inklusive deren bis zu 6 Parameter im LCD.

Befindet man sich auf der Startseite und drückt den HOME-Button erneut, erscheint eine zweite Seite, auf der die Modul-Reihenfolge beliebig angeordnet und ein/ausgeschaltet werden kann. Veränderte Einstellungen werden durch Push&Hold des Para-Reglers gespeichert bzw. auf einen anderen Speicherplatz verschoben.

(Bild: Dieter Stork)

Im Edit Mode der Module MOD und DLY signalisiert das Jam King die Settings der Parameter Speed bzw. Time sowohl als Ziffern als auch durch entsprechendes Blinken der Modultaster. Über den rechten Fußtaster können diese Werte auch durch Tappen variiert werden.

Drückt man beide Fußtaster gleichzeitig und lässt sie wieder los, wird der präzise und ruhig arbeitende Tuner aktiv. Kalibrierbar von A= 430-450 Hz, kann er wahlweise im Mute oder Bypass Mode agieren.

EFFEKTE & IRS

In den Modulen stehen folgende Effekte zur Verfügung:

FX: Gate, Boost+Gate und Compressor

AMP: 15 Gitarren-Amp- und 5 Bass-Amp-Modelle.

MOD: Chorus, Phaser, Tremolo, Flanger, Vibrato, Univibe und Autofilter.

DLY (60-600 ms): Analog, Duck, dTape (Bandecho), Dual (120-1200 ms) und LoFi.

REV: Room, Hall, Swell, Spring, Shimmer und Cloud.

CAB: 15 Gitarren-IRs und 5 Bass-IRs.

Anders als vergleichbare Produkte von Mitbewerbern bietet das Falken1 Jam King kein separates Overdrive/Distortion-Modul. Ich empfinde dies keineswegs als Manko, da Verzerrungen über den Gain-Parameter eines jeden Amp Models umfassend variiert werden können.

Die Palette der Amp-Modelle reicht von Clean-Klängen (Tweed, Deluxe, Rectifier und Venice) über Mid-Gain (Vibroverb, TubeDrive, Crunchy, Brit Rock und Vintage Plexi) bis zu High-Gain (Modern Plexi, DZL HighGain, VS Metal, 5150, CaliDrive und SHR 68). Alle Models bieten hohe Gain-Reserven, unterstützend kann man zudem auch Compressor, Booster und Noise Gate des FX-Moduls hinzuziehen. Klassische Fuzz-Effekte sucht man hier jedoch vergebens. Die Tieftonabteilung bietet die Verstärkermodelle Tube, Rock, G800, Trad und MK201. Alle Guitar Amp Models überzeugen mit authentischen Röhrensounds und reagieren dynamisch auf Saitenanschlag, Spielweise und unterschiedliche Gitarrentypen.

(Bild: Dieter Stork)

Die Modulation-, Delay- und Reverb-Effekte geben sich rauscharm und zeigen hohe Klangqualität. Der Mod-Effekt Auto Filter erzeugt Wah-ähnliche kontinuierliche Filter-Effekte mit variabler Geschwindigkeit, nicht zu verwechseln mit anschlagsgesteuertem Touch Wah.

Auch bei den durchweg gelungenen Boxensimulationen (CAB), die jeweils über die Parameter Level, Low Cut und Hi Cut abgestimmt werden können, treffen wir auf gewohnte Verdächtige: 4×12-Vertreter wie VS, Org V30, Rect, 1960 V30, DZL V30, Red V30 sowie kleinere Cabinets wie Champ, Pro Jr., Studio 1×12, Tweed 1×12, Blues Jr., G Voice, Rect 2×12, Studio C120 und ACThirty. Die Bassvertreter sind Aguilar, Jens10, Studio2, Fridg810 und GardEdn.

Die Presets können nicht vorgewählt und in einem zweiten Schritt aktiviert werden. Das im Display angezeigte Patch ist stets sofort am Start, unabhängig von der Wahl per Para-Regler oder Fußtaster. Für den Live-Einsatz empfiehlt es sich daher, die Patches entsprechend für die Up/Down-Wahl zu sortieren. Mangels Platz bietet das Display keine Möglichkeit, Presets mit Namen zu versehen.

(Bild: Dieter Stork)

Per kostenloser M-EFCS App für Android und iOS, die allerdings nicht auf meinem iMac funktionierte, dafür umso besser auf dem Android Smartphone, lassen sich Patches erstellen und bidirektional per Bluetooth übertragen.

RESÜMEE

Das Falken1 Jam King überzeugt als ultrakompakter Multieffektprozessor und Modeler, dessen (im positiven Sinn) überschaubares Modul-, Effekt- und Parameterangebot echte intuitive kinderleichte Bedienung nicht nur verspricht, sondern auch hält. Neben dem Einsatz als Pocket-Prozessor für zuhause, Probenraum und Bühne, kann es dank Loopback-Unterstützung auch als Audio Interface eingesetzt werden.

Die vom Hersteller angegebene Akku-Laufzeit von mindestens 10 Stunden muss ich nach dem Test auf 8:05 Stunden korrigieren. Eine Vollladung des komplett entleerten Akkus nimmt etwa 5:40 Stunden in Anspruch. Mittels KI wurden die Beschreibungen im deutschen Manual mitunter recht unglücklich übersetzt, z.B. Preset- oder Patch-Nummer heißt hier „Voreinstellungsnummer“, Tuner „Abstimmungsschnittstelle“ u.v.m.

Dennoch kann ich das Jam King ob seiner Klangqualitäten, quantitativ praxisorientierten Ausstattung und demzufolge leichten Bedienbarkeit uneingeschränkt empfehlen.

Plus

  • Amp, Cab- und Effektsounds
  • Dynamik & Nebengeräuscharmut
  • einfache, intuitive Bedienung
  • kompaktes Format
  • Verarbeitung
  • Editor/Patch-Verwaltungs-App fürs Smartphone

Minus

  • Akkuleistung weicht von den Herstellerangaben ab

Übersicht

Fabrikat Falken1
Modell Jam King
Gerätetyp Multieffektpedal mit Amp- und Cab-Simulationen
Herkunftsland China
Speicher 80 User, davon 40 Werkspresets
Display 1,5″ LCD
Prozessor 44,1 kHz, 24 Bit
Effekte 60, 6 FX-Module (FX, Amp, Mod, Delay, Reverb, Cab); Tuner (430-450 Hz)
Anschlüsse Input, Output, Phones, USB-C, Bluetooth
Bedienfeld Para (Endlosrasterpoti + Enter), Master Volume, 7 Taster, 2 Fußtaster
Schalter Power On/Off
Maße 108 x 46 x 113 BHT/mm
Gewicht 410 g
Stromverbrauch 200 mA
Akkubetrieb im Test 8:05 Std., Komplettladung 5:40 Std.
Stromversorgung/Laden 5V/500 mA Netzadapter
Besonderes Loopback-Unterstützung, Presets editieren und verwalten per App
Internet www.kse-music.de
Zubehör USB-A/C Kabel, Manual DE/GB
Preis (Street) ca. € 109

(erschienen in Gitarre & Bass 06/2026)

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