Guter Sound zum Mitreisen gesucht!

Laney DB-EAST-PRE Nathan East Preamp im Test

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FLEXIBILITÄT & CHARAKTER

Fange ich in der Praxis doch mit dem cleanen FET-Kanal an, der über den Main-Out meine Bassanlage füttert. Zwischen neutralem Pedal und Bypass ist so gut wie kein Unterschied zu hören, es scheint mir minimal wärmer und griffiger zu werden.

Schon bei neutralem EQ kann der Tilt-Regler mit nur einem kleinen Dreh aus der Mittelstellung den Ton trockener oder fetter machen, was in manchen Kombinationen von Bass/Amp/Raum schon den entscheidenden Unterschied machen kann. Zwischen 10 und 14 Uhr ist der Regler für mich am nutzbarsten, um Linde das Mumpfen zu nehmen oder meiner Ganz-Ahorn-Rick-Kopie Fundament zu verpassen.

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Weit Richtung Treble wird es arg dünn, während der Bass-Bereich auch tiefer ausgelotet werden kann. Reggae, Dub und Synth-Bässe sind so abrufbar und können mit der folgenden Klangregelung auch wieder Definition und Ortbarkeit eingehaucht bekommen.

Der EQ selbst ist ebenfalls effektiv ausgelegt, auch hier sind kleine Reglerbewegungen deutlich hörbar. Hatte ich dem Digbeth-Preamp-Pedal britisches Klingeln beim Höhenregler attestiert, ist die Nathan-East-Version offener und luftiger, was auch edle, smoothe Slaps ermöglicht.

Der Rest des EQ ist gleich geblieben: Der Tiefmittenregler hat vor allem im Boost in allen drei Schalterstellungen sehr vokalen Charakter, der im Extrem auch schon mal nervig werden kann – weniger ist hier doch mehr. Der Hochmittenregler gefällt mir vor allem leicht im Minus gut, da räumt er den Ton schön auf, andererseits kann er im Plus für Ortbarkeit sorgen.

Auch die Röhren-Seite des Pedals wurde in Zusammenarbeit mit Nathan verändert und erweitert, nicht nur in der Variabilität, sondern auch im Grundsound. Das reguläre Pedal ist von vornherein spitzer und im Bass gestrafft, das East-Pedal ist in allen Stellungen, auch in der modernen mit aufgedrehtem Range-Regler, ohne EQ-Einsatz weniger aggressiv.

Ansonsten geht es auch hier von clean über leichtes Anknuspern in deftige Drive-Bereiche, die sehr flexibel regelbar sind und ein gutes Spielgefühl bieten. Kombiniert mit dem FET-Kanal für Definition und Fundament ergibt sich eine homogene Mischung, bei der bei sorgfältiger Abstimmung der Volume-Regler kein Lautstärkesprung entsteht – außer, man möchte das. Zerre mit leichtem Clean-Anteil kann sich genauso gut hören lassen wie ein Clean-Sound mit unterschwelligem Röhrenknurr. Sehr praxistauglich und gut einsetzbar!

Das gleiche Soundbild entfaltet sich auch am Kopfhörerausgang mit dem DI-Schalter auf Post. Etwas aufpassen muss man mit der Lautstärkeeinstellung, da der Master-Regler nur auf den Klinken-Output zum Amp wirkt. Das macht in Bezug auf die DI-Buchse Sinn, da die Bühnenlautstärke unabhängig von PA oder Interface zu regeln ist, was die Tonmenschen freut.

Unter Kopfhörern muss ich mir die Lautstärke eben über die beiden Kanäle einrichten. So, jetzt bin ich aber neugierig und schalte den Ausgang auf LA·IR. Und bin unterwältigt. Die feine Klarheit ist weg, es wirkt, als hätte ich eine Wolldecke über den Ton geworfen. Im Kontext einiger Songs, die ich über Aux-In zuspiele, passt das dann doch wieder gut.

Kann ja aber nicht alles sein? Ist es auch nicht, nicht mal ansatzweise. Dafür geht es per USB an den Rechner, Software runterladen, ab geht’s. Vier IRs stehen zur Auswahl, der ab Werk mit dem Nathan East DBV-410 belegte Input 1 entpuppt sich als “Übeltäter”, mit dem NE DBV-212 (ab Werk am Input 2) klingt es gleich ausgewogener.

Die reale Laney GS412 ist für Gitarre gebaut, kommt aber als IR am Bass schön offen und holzig rüber, während die ebenso gitarristische GS112 doch sehr nach kleiner Kiste klingt. Je Kanal kann also eine andere IR geladen werden, der fünfte Platz kann jeweils mit einer eigenen IR belegt werden.

Weiteres und sehr weitreichendes Tuning lässt sich dann noch mit dem internen, digitalen EQ bewerkstelligen. Acht Bänder stehen zur Verfügung, die als vollparametrische Filter mit Glockencharakteristik genutzt werden können, also in Frequenz, Bandbreite und Boost/Cut einstellbar sind. Was ich da mache, meldet mir das Programm grafisch zurück – und natürlich höre ich’s auch.

Jedes Band kann einzeln zu- und abgeschaltet werden, außerdem kann umgeschaltet werden auf Kuhschwanz (bei dem ab der eingestellten Frequenz im Bass alles darunter, in den Höhen alles darüber breitbandig mit bearbeitet wird) und High-Pass oder Low-Pass. Gerade der High-Pass ist super, um unnötigen Sub-Bass zu reduzieren.

Noch mehr Flexibilität gefällig? Beide Inputs können mit der gleichen EQ-Kurve versehen werden, sie können aber getrennt eingestellt werden, so dass zwei Instrumente mit optimal passender IR plus EQ abgestimmt werden können. Und die Hardware-Klangregelung bleibt ja weiter aktiv. Nebenbei gibt die USB-Buchse an den Rechner zwei Spuren ab, eine Pre-EQ, eine Post-EQ in guter Qualität. Abhören über das Pedal geht allerdings nicht.

OFF LABEL USE

Mit einem Splitter habe ich das Basssignal gleichzeitig auf beide Inputs gelegt und das DI-Signal plus LA·IR per XLR/Klinke-Adapter auf den Amp. (Ich weiß, für viele ist es Anathema, nach einer Cab-Sim oder einem IR in den Verstärker zu gehen, ich finde das als zusätzliche Farbe manchmal ganz cool.) Das Signal zur PA geht dann aus dem Amp mit Pre geschalteter DI.

Damit habe ich zwei Kanäle, die sich eine Klangregelung teilen, aber über EQ und IR krass unterschiedlich eingestellt werden, plus die Möglichkeit, Drive und FET umzuschalten oder Drive zum Mix zuzuschalten. Krass flexibel, macht mir richtig Spaß, und das bei überschaubarem Aufwand.

RESÜMEE

Mir hat schon der erste DB-PRE gefallen. Laney hat in Zusammenarbeit mit Nathan East für die Black-Country-Customs-Version aber sinnvolle Ergänzungen und Veränderungen an der Hardware selbst vorgenommen: einen zweiten schalt- und anpassbaren Eingang, Master, Drive Range, Drive Mode und die Abstimmung des Höhenreglers.

Vor allem steigert aber die Integration der digitalen Ebene als LA·IR mit IRs und 8-Band EQ die Flexibilität enorm. Die nicht wahrnehmbare Latenz und die Möglichkeit, eigene IRs einzubinden, runden das Vergnügen ab. Da die App rechnergebunden ist, sind schnelle Änderungen an EQ und IR im Studio denkbar, live dagegen eher nicht, aber wer immer mit der gleichen PA-Anlage unterwegs ist, hat die Möglichkeit, das einmal perfekt einzurichten und dann jedes Mal wieder genießen zu können.

Aber auch als Global-EQ für den DI-Out, der ja immer noch mit der Hardware weiter abgestimmt werden kann, macht das richtig Laune und das Pedal zu einem mächtigen Soundwerkzeug. Den Preis finde ich für das Gebotene mehr als fair – zum persönlichen Antesten absolut empfohlen!

Plus

  • Soundmöglichkeiten
  • Flexibilität
  • stabile Bauweise
  • LA·IR
  • Nebengeräuschverhalten
  • Preis-Leistungs-Verhältnis

Minus

  • scharfe Gehäuseränder
  • keine Anleitung

Übersicht

Fabrikat Laney
Modell DB-EAST-PRE
Gerätetyp Bassvorverstärker
Herkunftsland UK
Anschlüsse Input 1/2, Tuner-Out, Send, Return, Aux-In, Headphone-Out, 9V-Netz, Output, DI-Out, USB-C
Regler FET Volume, Tube Drive, Tube Volume, Drive Range, Bass, Lo-Mid Gain, Hi-Mid, Treble, Tilt, Master
Schalter Input 1 / 2, FET/Tube, Bypass/Mute, Mix / Tube/FET, Mute / Bypass, Lo-Mid Select, Drive Mode, DI Pre/Post/LA·IR, Ground-Lift
Zubehör Aufkleber, USB-C-Kabel, Adapter USB-C auf USB-A, Download-Code für Anleitung
Gewicht 1,2 kg
Internet www.laney.co.uk
Preis (Street) ca. € 349

(erschienen in Gitarre & Bass 07/2026)

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