Signature-Bass mit Longscale-Attitüde

Lakland HH-30 Hutch Hutchinson Signature Bass im Test

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(Bild: Dieter Stork)

Hutch Hutchinson kennt man vor allem als langjährigen Bassisten von Bonnie Raitt, aber auch von Aufnahmen und Shows mit Willie Nelson, Joe Cocker, Jackson Browne, Al Green, B. B. King, den Neville Brothers, Doobie Brothers, Ringo Starr, Ziggy Marley, Ozzy Osbourne und etlichen mehr. Besonders live verlässt er sich schon lange auf Lakland-Bässe.

Vor ein paar Jahren hat Lakland ihm einen Shortscale-Bass gebaut, den es jetzt als Signature-Modell in der Skyline-Serie gibt, die in Indonesien gefertigt wird, mit Endkontrolle am Firmensitz in Chicago.

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AUFBAU

Der tadellos in 3-Tone-Sunburst lackierte Korpus ist aus drei Teilen hübsch gemaserter Esche zusammengesetzt, die vor allem von vorne einen harmonischen Eindruck ergeben. Die Shapings der Jazz-Bass-Form fallen recht dezent aus, sowohl der rückseitige Ausschnitt als auch die Armauflage sind nicht sonderlich ausgeprägt.

Dafür gibt es eine Abschrägung am Halsfuß für leichtere Erreichbarkeit der hohen Lagen, wofür der Hals ohne Halsplatte, aber mit fünf Schrauben fixiert wird. Geröstete Hälse sind mittlerweile so allgegenwärtig, dass ein „naturbelassener” Ahornhals wie hier schon auffällt.

(Bild: Dieter Stork)

Handschmeichlerisch matt kommt er daher, mit einem Palisandergriffbrett, das Lakland-typisch recht weit auf die Kopfplatte gezogen ist. Die Saitenführung ist schön gerade, Hipshot-Licensed-Mechaniken sorgen für entspanntes Stimmen, und durch konische Wickelachsen in Zusammenarbeit mit einem Niederhalter für D- und G-Saite für ausreichend Druck im sauber gekerbten Sattel.

Für Orientierung in den Lagen sorgen Punkte in der Flanke und große, schicke Perlmutt-Inlays zwischen den Bünden. Die sind an den Enden sehr schön akkurat verrundet und haben nach Fertigung in Indonesien und Endkontrolle in den USA in Markneukirchen beim Vertrieb noch eine Runde in der Plek-Maschine spendiert bekommen.

Die Brücke hat die für Lakland übliche ovale Form mit dem Überhang über den Ball-Ends der durch die Bridge gefädelten D’Addario-Saiten. Außerdem sollte es noch die Möglichkeit geben, die Saiten durch den Korpus zu ziehen, die Betonung liegt hier auf dem Konjunktiv … In der Grundplatte sind dafür Löcher vorgesehen, auf der Korpusrückseite würden Metallhülsen die Saitenenden aufnehmen – nur sind die Bohrungen so versetzt, dass die verbliebene Öffnung zu klein ist, um die Saiten durchzufädeln. Seltsam.

Die leicht zu den Basssaiten verrutschte Brücke hat natürlich auch Einfluss auf die Saitenführung. Über dem Hals ist davon nicht viel zu sehen, aber über den Pickups laufen sie nicht so mittig zwischen den Polepieces, wie es möglich wäre.

(Bild: Dieter Stork)

Besagte Tonabnehmer kommen von Lakland selbst und werden in Chicago von Hand gewickelt. In Mittelposition arbeitet der Vintage Hot P4 Neopunch. Der kommt mit Alnico-V-Magneten, und – daher der Name – einem zusätzlichen Magnetstreifen Neodym unter jeder Spule. Das soll dem Ton zusätzliche Klarheit und Punch geben.

Am Steg gesellt sich ein Vintage Hot J4 Bridge Pickup dazu, diesmal ausschließlich mit Alnico-Magneten und etwas höherem Ausgang, sonst aber vintage-orientiertem Sound. Geregelt wird mit jeweils einem Lautstärkeregler je Abnehmer plus Höhenblende.

Ein Blick unter die typisch asymmetrisch kurvige Control Plate zeigt saubere Verlötung, große, koreanische Alpha-Potis und etwas überraschend eine Stereobuchse, bei der korrekterweise nur der heiße Draht angelötet ist. Ein weiß/schwarz/weißes Pickguard mit Decklage aus ansehnlichem, roten Tortoise ist montiert, mit einer sauberen Aussparung für den Zugang zum Stahlstab am Halsende. Trotz Fernost-Herkunft ist hier ein zölliger Inbus nötig, der auch beiliegt.

KLEINER BASS GANZ GROSS

Mit einem Gurt an den konventionellen Gurtpins stellt sich perfekte Balance ein, von der Kopflastigkeit der meisten Longscales ähnlicher Bauart keine Spur. Das hat mehrere Gründe. Die leichten Hipshot-Mechaniken helfen schon mal. Außerdem ist der Hutchinson dann doch nicht maßstabsgetreu verkleinert, der vordere Gurtknopf liegt fast zwei Bünde weiter links.

(Bild: Dieter Stork)

Und zu guter Letzt bringt der kleine Bass sehr erwachsene 4,65 Kilo auf die Waage. Da der Vertrieb das Gewicht des HH-30 mit 4,5 bis 4,7 Kilo beziffert, bin ich hier im grünen Bereich, wer nach etwas Kleinem und Leichten sucht, ist hier vielleicht nicht richtig aufgehoben. Vielleicht aber auch doch, denn so, wie er an mir hängt, trägt er sich leichter, als ich vom reinen Ergebnis auf der Waage vermutet hätte.

Mit 38 mm hat der Sattel klassisches Jazz-Bass-Maß, und auch die Brücke bietet mit 19 mm Saitenabständen ein gewohntes Arbeitsfeld. Die kurze Mensur rückt aber nicht nur die tiefen Lagen deutlich näher ran, sondern verkürzt logischerweise auch die Bundabstände, was mir die Illusion beschert, eine Handspanne wie Jaco zu haben (ohne so spielen zu können, dafür braucht es wohl mehr als einen Shortscale …).

Ich habe ein ausgeprägtes Faible für Kurzmensurige, die neben dem Faktor entspanntes Spielen und coole Optik auch Sounds liefern, die die großen Geschwister so nicht bieten. Ersteres kann ich auch dem Lakland attestieren, den letzten Punkt geht der Hutchinson aber anders an.

Schon trocken angespielt macht sich ein stabiler Ton breit, der an Klarheit, Definition und Wucht nichts vermissen lässt – ganz wie ein Großer. Deadspots gibt es keine, dafür präzise Ansprache und gutes Sustain.

Am Amp kommt der Bass genauso rüber, mit der typischen PJ-Mittenlücke, die subtil anders ist als bei JJ-Bestückung und mir immer wieder gut gefällt – so auch hier. Der Höhenbereich ist modern ausgeleuchtet, der Bass wie versprochen punchy und die unteren Mitten gut vertreten, so dass sich ein präsenter, tragfähiger Allround-Ton einstellt, der so gar nicht nach kurzer Mensur klingt.

Geslappt zeigt sich das leere tiefe E glockig und stabil – macht richtig Spaß! Wenn’s nicht ganz so modern sein soll, hilft die Höhenblende. Die ist über einen weiten Regelweg fein zu dosieren, bis sie kurz vor ganz zu gedreht einen deutlichen Sprung macht. Kann ich für meinen Geschmack gut mit arbeiten.

Das würde ich über die Lautstärkeregler auch gerne sagen, aber vor allem das Poti für den Jott-Abnehmer arbeitet zwar für sich genommen genauso fein wie der Tonregler, bei voll aufgedrehtem P-Pickup aber annähernd wie ein Schalter.

Etwas mehr Spielraum als die ersten paar Millimeter habe ich im umgekehrten Fall, wenn ich den Preci-Abnehmer gegenüber dem Stegpickup zurücknehme, die grundsätzliche Abstimmung (oder eben nicht) bleibt aber auch hier. Was sich dagegen als unbegründet herausstellt, ist die Sorge, der modern aufgemotzte Hot P4 könnte sich als übermächtig gegenüber dem Hot J4 aufführen.

(Bild: Dieter Stork)

Da hat Lakland sich aber offensichtlich Mühe gegeben und dem P4 einen modernen Touch verpasst, seinen Arbeitskollegen aber nicht aus dem Blick verloren. Allzu nah sollte vor allem der P4 den Saiten sowieso nicht kommen, da können die aus den Gehäusen herausstehenden Polepieces bei Kontakt mit selbigen unangenehme Geräusche aus dem Speaker hervorlocken.

So kann ich also zwischen näselig drückendem Jazz-Ton und moderner Precision-Interpretation wechseln und mich an den unterschiedlichen Sounds und – im beschriebenen Rahmen – Mischungen erfreuen, ohne Pegelanpassungen vornehmen zu müssen.

RESÜMEE

Ein Schwergewicht unter den Shortscales hat Lakland mit dem HH-30 Hutch Hutchinson Signature Bass an den Start gebracht. Nicht nur vom tatsächlichen Gewicht, was für eine exzellente Balance sorgt, sondern auch vom Ton her, der einem guten Longscale in nichts nachsteht.

Gut abgestimmte US-Pickups sorgen dafür, dass der massive Ton auch am Amp ankommt, während das gute Setup nebst letztem Feinschliff per PLEK-Maschine für beste Bespielbarkeit sorgt. Wenn die String-Through-Option wichtig ist, sollte man auf jeden Fall checken, ob Brücke und Bohrungen korrekt ausgerichtet sind, ich denke aber mal, das war ein Ausreißer beim Testbass.

So erwachsen wie der Ton, ist auch der Preis, für den ich mir zumindest ein Gigbag wünschen würde.

Plus

  • Sounds
  • Bespielbarkeit
  • Pickups
  • Ausgewogenheit der Pickups
  • Verarbeitung
  • Bünde geplekt

Minus

  • Bohrungen für String-Through falsch gesetzt
  • Charakteristik des Lautstärkereglers
  • kein Gigbag

Übersicht

Fabrikat Lakland Skyline
Modell HH-30 Hutch Hutchinson Signature Bass
Typ viersaitiger Shortscale-E-Bass
Herkunftsland Indonesien/ gecheckt in Chicago
Hardware chrom, Lakland Brücke, Hipshot Lic. Tuner
Hals Ahorn, 2-Wege-Trussrod
Griffbrett Palisander
Halsbreite Sattel 38 mm, XII. 56,3 mm
Bünde 20
Mensur 30 Zoll
Korpus Esche
Oberflächen Korpus und Headstockfront hochglanz, Hals matt
Tonabnehmer Hot P4 Neopunch, Hot J4
Elektronik passiv
Bedienfeld Volume, Volume, Tone
Saitenabstände Steg ca. 19 mm
Gewicht 4,65 kg
Internet www.lakland.com
Zubehör Inbusschlüssel
Preis (Street) ca. € 1950

(erschienen in Gitarre & Bass 07/2026)

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