Tests der Fame Magician 15 & GC-112 Vintage 30 Cab

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(Bild: Dieter Stork)

Mit dem Fame Magician 15 überrascht der Kölner Music Store einmal mehr – und zwar gleich doppelt: mit dem, was drin ist, und mit dem, was draufsteht. 289 Euro für ein Röhrentopteil mit digitalem Vorverstärker, elf Amp-Modellen und Cab-Simulation.

Sämtliche Regler- und Effektsettings des 15-Watt-Amps – außer Master – können in drei Slots gespeichert werden. 11 Amp Models, ein regelbarer D.I.-Out mit 4 Cab Sims und variabler Mic-Position sowie Modulation- und Delay-Effekte, Tuner, serielle FX Loop und Aux Input komplettieren die imposante Ausstattung; das alles zu einem schwer nachzuvollziehenden Preis. Zusammen mit der Fame GC-112 Vintage 30 Box wird das Top auch als Set angeboten.

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TUBES & MODELING

Während eine 12AX7 als Treiberröhre für die Endstufe dient, beschicken zwei EL84 den Celestion-Vintage-30-Speaker mit nicht zu unterschätzenden 15 Watt. Dank Master Volume eignet sich das kleine Stack nicht nur zum Üben daheim, für Proben und sogar Gigs, sondern per XLR D.I. Output auch für Direktabnahme und Recording.

In dem solide verarbeiteten MDF-Gehäuse finden wir ein bodenseitig montiertes Stahlblechchassis, in dem vier üppig bestückte Platinen sorgfältig montiert wurden und über gesteckte Flachbahnkabel verbunden sind. Potiachsen, Klinkenbuchsen und XLR-Ausgang hat man mit dem Chassis verschraubt.

Insgesamt machen Verarbeitung und Verdrahtung einen überaus vertrauenerweckenden Eindruck. Schwarzer Vinylbezug, 4 Gummifüße, 8 verschraubte Metallecken und ein großer stabiler Griff bilden das Exterieur. Die frontseitige Plexiglasscheibe, die im Amp-Betrieb innen von weißen LEDs eingerahmt wird, gewährt einen Blick auf die drei Röhren und die relativ großzügig bemessenen Ein- und Ausgangstrafos.

Im linken Bereich trägt die goldfarbene Plexifront den Input und die Preamp-Regler Gain, Bass, Middle, Treble und Volume. Ein Drehschalter wählt die Amp Models an, zwei jeweils in 4 Sektionen unterteilte Potis die Modulations- bzw. Delay/Reverb-Effekte.

In einem kleinen schwarzen Feld finden wir die drei Memory-Taster mit Status-LEDs, den Tap/Tuner-Taster mit Tempo-LED für die Steuerung der Modulation- und Delay-Effekte, sowie das rot leuchtende 7-Segment Display der Notenanzeige für den Stimmvorgang. Sämtliche Leuchtdioden sind auch im Tuner-Betrieb am Start.

Cab Simulator und Memory Slots (Bild: Dieter Stork)

Oberhalb der Memory/Tuner-Sektion gibt es die Cab Simulation, bestehend aus den Minischaltern In/Bypass, Open/Sealed Back, Modern/Vintage und dem Regler für die Mikrofonposition vor dem Lautsprecher, stufenlos regelbar von Edge bis Center. Aux In (TRS-Miniklinke), Master Volume, Standby- und Power-Schalter komplettieren die Front.

Die Rückseite bietet die Netzkabelbuchse mit Hauptsicherung, drei Speaker Outs, den XLR D.I. Out mit Level-Regler, FX Send und Return sowie einen mit CH/REV markierten Fußschalteranschluss, dessen Funktion im mikroskopisch kleinen Manual lediglich mit „1 Möglichkeit, den A/B/C-Speicher fernzusteuern” erläutert wird.

(Bild: Dieter Stork)

Nach der Methode „Trial & Error” habe ich eruiert, dass ein simpler Einzelfußtaster – vorzugsweise ein „Öffner” – die 3 Speicher schrittweise in Loop-Form anwählt. verwendet werden. Selbstverständlich lassen sich die Speicher auch manuell abrufen.

INTUITIV & FLEXIBEL

Der Magician 15 lässt sich gänzlich ohne Manual (deutsch und englisch!) bedienen. Ohnehin kann man dieses nur mithilfe einer Lupe lesen. Nach dem Einschalten ist stets zuerst der Edit Mode aktiv, bei dem die Diode über der Memory-B-Taste rot leuchtet, sämtliche Preamp- und Effektregler aktiv sind und sich der Magician 15 wie jeder konventionelle Amp handhaben lässt.

Herzstück sind die 11 Amp-Modelle, zu denen auch die m.E. gelungene Simulation eines Acoustic-Gitarren-Amps zählt, erst Recht wenn man eine elektrifizierte A-Gitarre anschließt. Das Spektrum der übrigen 10 Modelle beinhaltet erwartungsgemäß die üblichen Verdächtigen, darunter mit Deluxe Clean und Jazz Clean zwei Vertreter, denen selbst bei voll aufgedrehtem Gain und Volume nur mit hohen Master-Settings Endstufenverzerrungen zu entlocken sind.

UK Blues und UK Classic, Letzteres mit ausgeprägteren oberen Mitten, starten schon bei zugedrehtem Gain mit Medium Crunch, das sich bis zu durchsetzungsstarkem Hardrock-Rhythm steigern lässt. UK HiGain vertritt unüberhörbar einen übersteuerten Plexi, hält allerdings eine nicht ganz so breit angelegte Zerrpalette bereit. Natürlich, homogen und differenziert klingend, zeigt sie gesundes Durchsetzungsvermögen.

US Blues erweist sich als die eindeutig rockigere Blues-Variante und startet gain-mäßig schon bei sattem Crunch. Mit US Classic und US HiGain schiebt sich das Zerrspektrum durch fett punchende Rocksounds immer weiter hoch. DE Metal … Deutscher Metal? Heiße Zerre, wenn auch etwas höhenlastig, das deutet klar in Richtung Engl.

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