Monterey Pop!

Test der Fender California Standard Monterey E

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(Bild: Dieter Stork)

Monterey – das klingt nach Summer of Love und nach Peace, Love & Understanding. Könnte die Welt gut gebrauchen.

Es war das Jahr 1962, als die Fender Company das Kapitel „Acoustic Guitar” aufschlug. Und es war kein Geringerer als der deutsche Auswanderer Roger Rossmeisl – vorher für Rickenbacker tätig – der die Sache für Leo Fender ans Laufen brachte. Einmal mehr deutsche Einflüsse im amerikanischen Gitarrenbau … Die Jugend wollte frische moderne Designs und bezahlbare Instrumente abseits von Martin- und Gibson-Traditionen, die man einfach auf den Rücksitz schmeißen konnte, um an den Strand zu fahren.

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So oder ähnlich ist das heute auch noch, und da kommen die California-Modelle ins Spiel, die zu einem Kurs von etwa 220 Euro einen interessanten Einstieg in die E-Acoustic-Welt bieten.

GOOD LOOKS

Bei der Monterey haben wir es mit einem Orchestra Model zu tun, sie ist also kleiner und schlanker als etwa eine Dreadnought – das verspricht bequemes Handling. Die Gitarre ist komplett aus laminierten Hölzern gebaut, was einerseits den günstigen Preis möglich macht und andererseits eine gewisse Unempfindlichkeit mit sich bringt.

Die Decke mit ihrem 3-Color-Sunburst-Finish ist aus Fichte, die Zargen und der zweiteilige Boden sind aus Sapele gefertigt. Ein schlichtes schwarzes Kunststoff-Binding sorgt für stabile Korpuskanten. Zwei einfache Ringe als Schalllochumrandung, ein schwarzes Schlagbrett – alles schön basic und ohne Lametta.

Der Steg hat eine coole Moustache-Form und ist aus Walnussholz. Kunststoff-Pins fixieren hier die Saiten, die über die kompensierte Stegeinlage aus Micarta zur Kopfplatte laufen. Der Hals aus Okoume ist am 14. Bund an den Korpus gefügt und ist mit einem Walnussgriffbrett belegt. Dieses wirkt ein bisschen trocken und würde von mir ein paar Tropfen Lemon-Oil spendiert bekommen.

(Bild: Dieter Stork)

Die zwanzig schlanken Bundstäbchen sind sauber eingesetzt und recht ordentlich poliert und verrundet worden, auch der Sattel ist tadellos geschlitzt. Da gibt es nichts zu meckern, was in dieser Preislage nicht selbstverständlich ist.

Was diese Gitarre natürlich final als eine Fender ausweist, ist die Kopfplatte. Sie hat die unverkennbare Form eines großen Strat-Headstocks, der hier allerdings – anders als bei den E-Gitarren – nach hinten abgewinkelt ist, was für mehr Saitendruck auf den Sattel sorgt und einen String-Tree überflüssig macht. Die verchromten geschlossenen 6L-Mechaniken geben keinen Anlass zu Kritik.

Der Zugang zum Halsstellstab ist übrigens nicht hier an der Kopfplatte, sondern am anderen Ende des Griffbretts im Schallloch. Positiv fällt auch noch auf, dass bereits zwei Gurtpins installiert sind, sodass die Gitarre sofort am Gurt hängend gespielt werden kann.

Damit man dies auch auf einer Bühne vor Publikum tun kann, ist ein Pickup-System an Bord. Die Regeleinheit auf der Zarge ist mit Fender gelabelt und bietet zwei Drehknöpfe für Volume und Tone, sowie ein Stimmgerät mit kleinem aber gut ablesbarem Display. Der Piezo-Pickup sitzt wie üblich unter der Stegeinlage, unten an der Zarge (separiert vom Gurtpin) ist ein Steckfeld mit Klinke-Output und Batteriefach.

(Bild: Dieter Stork)

Insgesamt betrachtet präsentiert sich dieses chinesische Großserien-Instrument aus dem unteren Preissegment mit sauberer Verarbeitung, tadelloser Highgloss-Versiegelung und ordentlicher Werkseinstellung (bei der Saitenlage würde noch a bisserl was gehen). Soweit alles mehr als ok – schauen wir mal, was klanglich so rüberkommt.

CLEAN SOUNDS

Der Hals liegt – im positiven Sinne – unauffällig in der Hand. Das C-Profil ist einfach genau richtig, so auch die Sattelbreite von ca. 42 mm und die 12″ Griffbrettwölbung. Die Mensur von 648 mm sorgt für ein straffes, tightes Spielgefühl.

Schlägt man die ersten Akkorde an, zeigt die Fender Monterey sehr ehrlich, was man von ihr erwarten darf, und was nicht. Diese Gitarre aus laminierten Hölzern hat nicht die sonore Wucht in den Bässen und die trockenen Mitten eines vollmassiven Instruments – kann sie auch nicht. Sie hat aber einen ansprechend seidigen Klangcharakter mit fast schon etwas Twang in den klaren, schlanken Bässen, eher zurückhaltenden Mitten und glockenklaren, angenehmen Höhen.

Die Gitarre ist überraschend resonant und schwingfreudig und liefert ein durchaus beeindruckendes Sustain. Die Saitenlage ist nicht ganz optimal, obwohl der Halsstab schon gut angezogen ist. Man könnte mit geringem Aufwand die Stegeinlage ein wenig herunterfeilen, dann wär’s perfekt. Auch so spielt es sich schon sehr gut durch alle Lagen. Intonation, Stimmstabilität … tutto bene.

Na dann mal Kabel rein! Meine erste wichtige Frage ist immer: Werden die Saiten ausgewogen (gleich laut) verstärkt? Oft ist bei E-Acoustics die H-Saite zu laut, das ist hier nicht der Fall. Die Bestnote gibt es aber dennoch nicht – die tiefe E-Saite ist einen Hauch leiser als die anderen fünf Kollegen. Ist aber nicht weiter tragisch.

(Bild: Dieter Stork)

Ansonsten hat man hier einen E-Sound zur Verfügung, mit dem sich bestens arbeiten lässt. Der Tone-Regler arbeitet eher dezent, aber sinnvoll, Extremeinstellungen sind hier nicht verfügbar. Aktiviert man den Tuner, wird das Signal stummgeschaltet, was sehr praktisch ist, wenn man Zuhörer hat.

RESÜMEE

Die Fender California Standard Monterey E ist ein kerngesundes Angebot für Einsteiger, Preisbewusste und Gitarristen, die vielleicht eine robuste, unkomplizierte (Zweit-)Gitarre für alle Einsatzzwecke suchen.

Plus

  • Design, Finish
  • Verarbeitung, Handling
  • Sustain
  • Preis/Leistung

Minus

  • Stegeinlage etwas hoch

Übersicht

Fabrikat Fender
Modell California Standard Monterey E
Typ Orchestra Model E-Acoustic Steelstring
Herkunftsland China
Mechaniken Die Cast, verchromt, 6L
Hals Okoume
Sattel Micarta
Griffbrett Walnut
Radius 12″
Halsform C-Profil
Halsbreite Sattel 42,1 mm; XII. 52,6 mm
Halsdicke I. 21,4 mm; V. 22,9 mm; X. 24,7 mm
Bünde 20
Mensur 648 mm
Korpus Sapele, laminiert
Decke Fichte, laminiert
Oberflächen Hochglanz
Steg Walnut
Stegeinlage Micarta, kompensiert
Saitenbefestigung Pins aus Kunststoff
Saitenabstand Steg 55,5 mm
Elektronik Fender
Gewicht 2,0 kg
Lefthand nein
Internet www.fender.com
Zubehör Inbusschlüssel, Manual
Preis (Street) ca. € 220

(erschienen in Gitarre & Bass 07/2026)

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