(Bild: DIETER_STORK)
Vor fünf Jahren hatte ich das Vergnügen, zwei Bässe aus der MetroExpress-Reihe zu testen, der Einstiegsklasse in die Sadowsky-Welt. Entstanden aus der Kooperation zwischen Sadowsky und Warwick als neuem Vertrieb und Hersteller, kombinierte die Reihe typische Features mit dem Know-how chinesischer Fertigung. Zeit für einen frischen Blick auf den aktuellen MetroExpress Hybrid Bass.
Hybrid steht hier für eine Bestückung mit PJ-Pickups, daneben gibt es wie gehabt JJ, aber auch M, MJ und reine P-Bässe. Was gibt’s Neues am Instrument?
SADOWSKY, LOGO
Die Überarbeitung geht schon beim Logo auf der Kopfplatte los. Während die erste Version noch ein schmuckloses „RSD” für „Roger Sadowsky Design” zeigte, prangt hier nun der Sadowsky-Schriftzug, darunter steht in kleineren Lettern „MetroExpress”. Schon optisch eine deutliche Aufwertung!
Eine praktische Aufwertung ist der Saitenniederhalter im Hipshot-Stil, der den quer über alle Saiten geschraubten Metallbügel ersetzt und jetzt das Einhängen der drei hohen Saiten ermöglicht. Gleich geblieben sind die Mechaniken, die ebenfalls nach Hipshot aussehen, aber gut zwanzig Gramm pro Stück schwerer sind. Wobei es von Sadowsky jetzt ganz neu neben den Light-Mechaniken auch Ultra-Light-Mechaniken gibt, die sogar die Hipshots unterbieten.
Das Material für den Hals ist geblieben, allerdings wird das Ahorn jetzt einer Torrefizierung, gemeinhin Röstung genannt, unterzogen. Geröstetes Ahorn wird auch für das aufgeleimte Griffbrett verwendet. Eine weitere deutliche Änderung und Aufwertung gibt es bei der Bundierung zu vermelden.
War die erste Version noch mit normalen, durchgehenden Bundschlitzen gebaut, kommt die neue Generation mit der von Warwick entwickelten „Invisible Fretwork Technology”, kurz IFT.
Hier werden die Schlitze ins Griffbrett ein- aber nicht durchgesägt und die Bundstäbchen vor dem Einsetzen entsprechend bearbeitet, sodass sich ungebrochene Griffbrettkanten ergeben. Zusätzlich sind die Bundenden aufs Allerfeinste verrundet – wirklich beeindruckend.
Etwas mehr Kontrast könnten die Punkteinlagen bieten, die vor allem auf der Vorderseite bei schummeriger Bühnenbeluchtung kaum noch auszumachen sind. Ein Anreiz mehr, ohne Hinkucken zu spielen! Angeschraubt ist der Hals ohne Halsplatte mit vier einzelnen, eingelassenen Halsbefestigungs-Muffen, wie gehabt ist der Korpus aus Okoume.
Sadowsky-typisch ist er leicht verkleinert, ein ⅞-Jazz-Bass also. Zusätzlich zu den üblichen Shapings für die Armablage und die Rippen gibt es eine Aussparung von hinten im unteren Cutaway, um den Zugang zu den hohen Lagen zu erleichtern.
Zu den Neuerungen gehören auch die Tonabnehmer. Nicht der Stil an sich, PJ gab es vorher auch schon. Ein Kritikpunkt war allerdings, dass neben dem von Haus aus brummfreien P-Style-Pickup der J-Style ein Single Coil war, mit den unvermeidlichen Einstreuungen. Das hat sich nun geändert, auch der Abnehmer am Steg ist jetzt ein Humbucker.
Bei der Überarbeitung sind die Pole Pieces bei beiden weiter aus den fest sitzenden Kappen gewandert, was je nach Spielweise schon mal unangenehm werden kann. Positiv zu vermerken sind dafür die Gewindeschrauben, mit denen sich die passabel unterfütterten Pickups in der Höhe fein justieren lassen.
Der Vintage-Look wird durch ein vierschichtiges Schlagbrett in einem schönen rot-braunen Schildpattmuster untermauert. Das Tortoise passt gut zum perfekt ausgeführten Finish in „Sherwood Green Metallic High Polish”, einem satten Dunkelgrün mit mildem, feinem Sparkle.
Die Elektronik befindet sich auf der ebenfalls im Vintage-Stil gehaltenen Control Plate aus Metall. MetroExpress-typisch ist der Verzicht auf die „Vintage Tone Control”, also die passive Höhenblende, sodass sich die Anordnung Volume, Balance, Höhen und Bass ergibt. Ein passiver Betrieb ist trotzdem möglich, indem das Bass-Poti gezogen wird.
Zugang zur Batterie gibt es von achtern über die große, Warwick-typisch ohne Werkzeug zu öffnende E-Fach-Abdeckung. Saubere Abschirmung mittels Kupferfolie gibt es hier zu sehen, und dass die Elektronik überarbeitet wurde und jetzt mit Steckverbindern kommt, was die Optik nochmal weiter aufräumt.
Was es nicht mehr gibt, ist der VTC-Nachrüstsatz. Wer die Höhenblende haben möchte, muss die komplette Elektronik tauschen – was zu einem, wie ich finde, fairen Preis machbar wäre.
Die Brücke ist gegenüber der ersten Inkarnation noch solider geworden und bietet weiterhin die Möglichkeit, die Ball Ends einfach einzuhängen. Gurtpins, die an Schaller erinnern, aber damit nicht kompatibel sind, komplettieren die Hardware – Gegenstücke für den Gurt liegen natürlich bei.
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