How to sound like

Slash im Workshop-Special

Workshop Slash Special

Slash – mit Guns N‘ Roses hat er in den 80er und 90er Jahren Rock-History geschrieben und avancierte durch sein bluesiges Gitarrenspiel zu einem der angesagtesten Guitar Heroes. Slash fiel allein durch seine Optik – Zylinder, Les Paul in Höhe der Kniescheiben, Tattoos, abgerissene Jeans – aus dem Rahmen, und verkörperte im Vergleich zu den blondierten Hair-Metal-Gitarristen der 80er alte Rock-’n‘-Roll-Show-Tugenden.

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Eigentlich war Slashs Spielweise gar nicht so spektakulär, aber gerade durch seine überzeugend auf den Punkt gebrachten Roots-Riffs/Licks im Stile von Jimmy Page (Led Zeppelin) und Joe Perry (Aerosmith) setzte er sich für viele Musik- und Gitarren-Fans wohltuend ab von den manchmal allzu technisch perfekt spielenden Shredding-Gitarristen der 80s.

Auch sein Sound war sehr straight Slash ging, abgesehen von seinem markanten WahWah-Einsatz, mit Effekten wie Chorus, Flanger, Delay etc. sehr sparsam bis gar nicht um, und diese simple Sound-Philosophie dürfte viele Gitarristen dazu gebracht haben, sich wieder mehr mit der spielerischen Seite ihres Instruments zu beschäftigen.

Um Slashs Equipment zu benennen reichen vier Worte: Les Paul plus Marshall. Das sind die soliden Säulen seines Sounds. Slash gilt zwar seit je her als fanatischer Gitarrensammler, jedoch ist er meist mit seiner Gibson Les Paul Standard von 1987 (oder seiner berühmten 1959er-Les-Paul-Kopie von Chris Derrig) und mehreren Marshall-JCMTopteilen auf der Bühne.

Viel interessanter als die Techniken, die Slash benutzt, ist, welche er weglässt. Aufgewachsen in einer Zeit, in der Guitar Heroes nur so aus dem Boden schossen und mit ihnen neue Techniken wie Sweeping, Tapping, Whammy-Bar-Gewitter etc. populär wurden, hat er sich nie für virtuose Show-Einlagen erwärmen können. „Ich bin kein begnadeter Solist“ konstatierte er einmal in diesem Magazin. Wenn man es sportlich betrachtet, hat er Recht, musikalisch gesehen liegt er mit dieser Einschätzung völlig daneben.
Er beschränkt sich auf profane Techniken – wie Bending, Legato und Vibrato – und lässt damit oftmals sehr viel mehr Musik entstehen als seine effektheischenden Kollegen.

Auffällig ist bei Slash die lockere, aber hart anschlagende rechte Hand. Durch die tief hängende Gitarre ist sein Arm fast gestreckt, dafür aber das Hand-gelenk sehr stark geknickt, um eine parallele Position der Hand zu den Saiten herzustellen. Von Slashs linker Hand kommen meist nur Zeige-, Mittel- und Ringfinger zum Ein-satz, was in häufigem Positionenwechsel resultiert. Dies überrascht, da Slash in fast allen Soli die zwei bekanntesten Grundpositionen der Moll-Pentatonik (mit dem Grund-ton auf der tiefen E- bzw. A-Saite) als Angelpunkt nimmt und somit tonal recht festgelegt ist. Durch die beschränkte Spannweite der drei Finger bricht er aus dieser Position immer wieder zwei bis drei Bünde nach oben und unten aus.

Da kann man sich für sein eigenes Spiel eine Menge abgucken. Gitarre&Bass hat auf mehr als 29 Seiten Workshop-Special rund um den Gitarrenvirtuosen Slash zusammengestellt!

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