Reverb

Reverb ist der englische Begriff für Hall. Im Prinzip ist ein Reverb aber nichts anderes als unendlich viele Echos, die sich zu einem räumlichen Eindruck zusammenfügen. Der Hall-Effekt gehört zu den ältesten Gitarreneffekten überhaupt und war als Federhall in vielen Verstärkern, z. B. auch der Firma Fender, üblich. Ein Fender-Röhrenhall gilt heute immer noch als das Maß, an dem sich ein intensiver und warmer Halleffekt messen lassen muss. Die Regelmöglichkeiten des Federhalls beschränkten sich aber nur auf einen Intensitätsregler. Raumgröße oder Nachhalldauer des Effektes waren konstruktionsbedingt nicht regelbar.

Aus der Studiotechnik waren zwar weitere Möglichkeiten der Hallerzeugung, z. B. durch Hallplatten oder durch Bandhallgeräte bekannt, diese kamen aber wegen ihrer aufwendigen Konstruktion nicht als bühnentaugliche Gitarreneffekte in Frage. Die Lösung des Problems brachte wiederum die Digitaltechnik, die seit den 80er-Jahren erst im Studiobereich, dann auch speziell für Gitarristen erschwingliche Hall- und Delay-Geräte (meist im damals angesagten 19″-Format) anbot. Mittlerweile können Gitarristen auch auf digitale Hallpedale in Studioqualität als Bodentreter zurückgreifen, um den beliebten Halleffekt in den Gitarren-Sound zu integrieren. Die Auswahl ist zwar nicht so groß wie bei Delays oder gar Verzerrern, aber der Markt sollte für jedes Bedürfnis etwas anbieten.

Manche Digitalhalls, z. B. der Blue Sky von Strymon, verfügen über eine Vielzahl von regelbaren Parametern, mit denen z. B. die Raumgröße, die Halldauer oder das Reflexionsverhalten simuliert werden kann. Andere Hersteller konzipieren Geräte, die auf Röhrentechnik setzen, wie z. B. das Replex von Hughes & Kettner. Neben diesen Spezialisten, gibt es aber auch ganz einfache, eher LoFi-orientierte Geräte, wie z. B. das Holy Grail von Electro-Harmonix.

Delay-, wie auch Hall-Sounds, scheinen zu den essentiellen Effekten für Gitarristen zu gehören. Der Wunsch, dem Gitarren-Sound mehr Räumlichkeit hinzuzufügen, ist schon recht alt. Mit Hallspiralen in den Verstärkern wurde ab den 60er Jahren bereits erste Hilfe geleistet.

Autor:  Marc-Oliver Richter 

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