(Bild: Max Crace)
Du bist jetzt seit mehr als 40 Jahren in der Branche und hast viele Veränderungen miterlebt. Die digitale Revolution hat ja nicht nur Auswirkungen auf die Produktion und das Aufnehmen, sondern auch auf den Konsum von Musik, Stichwort Streaming. Das hat dein Leben als Musiker sicher massiv verändert.
Total. Die Haupteinnahmequelle ist so gut wie weg. Was jedoch bleibt, ist die Liebe zur Musik und die Freude daran, jemandem für ein paar Minuten ein besseres Gefühl zu geben. Um dies weiter aufrecht erhalten zu können, muss man natürlich umdenken.
Es gibt andere Wege, wie man überleben kann, etwa auf Tour zu gehen oder Masterclasses anzubieten. Aber es ist natürlich nicht dasselbe. Dass man mit Platten kein Geld mehr verdient, ist ein echtes Problem. Musiker, Produzenten, Studios – all diese Menschen und Orte, die zur Produktion einer Platte gehören, müssen bezahlt zu werden. Wenn man die Kosten zusammenrechnet, die man dafür aufbringen muss, und dann merkt, dass man damit kein Geld verdienen wird, entsteht eine extreme Diskrepanz.
Diese ermutigt Kreative nicht gerade dazu, organische, live eingespielte analoge Platten in einem Studio zu machen – weil es keinen Handel gibt, der das unterstützt. Man bekommt von einer Plattenfirma keine 100.000 Dollar mehr für eine Platte. Das wiederum führt dazu, dass jeder seine Platte einfach in der Küche mit einem digitalen Gerät aufnehmen muss. Wir verlieren also eine bestimmte Kunstform. Und ich glaube nicht, dass das förderlich sein wird; das Ergebnis wird mehr und mehr KI-generiertes musikalisches Fast Food sein.
Zurück zu dir und den Shows: Leider spielst du nur ein Konzert in Deutschland, aber du trittst in den Niederlanden und in Luxemburg auf. Was können die Leute erwarten, wenn sie euch drei auf der Bühne sehen?
Ich werde Titel von verschiedenen Alben aus der Vergangenheit spielen. Dazu kommen wahrscheinlich ein Country-Song und ein paar Blues-Stücke, vielleicht auch ein paar jazzige Nummern. Außerdem hoffe ich, dass ich zumindest ein oder zwei Tracks auf der Akustikgitarre spielen kann. Es wird also eine Art Querschnitt durch Gitarrenmusik im Laufe der Zeit sein – und ich werde dazu auch ein paar brandneue Lieder spielen, die ich noch nicht aufgenommen habe.
Also eine Überraschungsmischung aus alten Tracks und Songs, die so neu sind, dass sie noch niemand kennt.
Ein letztes Thema: Du bist in erster Linie bekannt für die Strat. Hast du dich jemals für Teles interessiert?
Ich habe genau eine, eine 58er. Ich habe sie vor etwa sechs Monaten gekauft – und ich mag sie wirklich.
Aber die Tele hat deinen Ansatz als Gitarrist nie so beeinflusst wie eine Strat?
Ich mag es, den mittleren Tonabnehmer zu haben, weil sich dadurch mehr klangliche Möglichkeiten ergeben. Und dann war auch die Intonation immer ein kleines Problem, weil die Tele je einen Reiter für zwei Saiten hat. Klar, es gibt auch welche mit Einzelreitern … Jedenfalls: Ich habe jahrelang versucht, ein passendes Modell zu finden. Das hat lange nicht funktioniert. Aber jetzt habe ich tatsächlich eine erstanden, die mir wirklich gefällt.
Ich frage das, weil wir über den Bridge-Pickup der Strat gesprochen haben, der dir häufig zu schwach erscheint. Der Steg-Tonabnehmer einer Telecaster ist ein ganz anderes Kaliber. Da dürftest du eigentlich keine derartigen Probleme haben.
Stimmt, der ist viel kräftiger. Guter Punkt.
(erschienen in Gitarre & Bass 06/2026)