Music City Berlin

Berlin: Die Musiker-Hauptstadt

 

„Dickes B., oben an der Spree …“ – keine andere deutsche Metropole bietet so viele Dienstleistungen, Angebote und Produkte rund um das Thema Instrumente und Musik: Gitarrenbauer und Servicewerkstätten, Musikwarenhändler und Tonstudios, Plattenläden, Museen, sogar ein Musikhotel. Selbst für das leibliche Wohl ist gesorgt, natürlich passend zum Thema Musik. Ein Überblick.Berlin-Fassade

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Berlin? Angeblich sowieso immer eine Reise wert. Aber gerade als Musiker lohnt es sich. Wir haben eine Tour mit den wichtigsten Tipps zusammengestellt. Diese Auswahl ist natürlich subjektiv, unvollständig und viel mehr als Anregung gedacht, selbst weiter zu schauen. Fangen wir einfach mal mit den Musikläden an.

Just Music

„Einfach Musik“? Klingt schon mal nicht schlecht. Mit zwei Ladengeschäften in der Pariser Straße namens „Sound & Drumland“ fing 1978 die Erfolgsgeschichte von Inhaber Joachim Stock an. Mittlerweile in „Just Music“ umbenannt, betreibt man auch Filialen in Hamburg und München unter dem Motto: „Alles für Musiker“. Und tatsächlich: Keyboards, Schlagzeuge, Blasinstrumente, P.A- und Licht-Systeme, Recording-Equipment, DJ-Tools, Noten, Bücher – die Auswahl ist amtlich. Besonders im Bereich Akustikund E-Gitarren, für die in Berlin Mark Bazaniak als Abteilungsleiter Guitar zuständig ist. Der gebürtige Siegener, Jahrgang 1964, verweist angesichts seiner glücklich machenden Instrumentenauswahl mit Stolz darauf, einziger Gibson- und Taylor-Händler in der Hauptstadt zu sein. Und das in Kürze in neuen Räumlichkeiten, steht doch der Umzug zum Kreuzberger Moritzplatz bevor.

Größer, schöner, besser soll dort alles werden:

„Die Gitarrenabteilung umfasst dort über 1.000 Quadratmeter“, verrät Bazaniak, „aufgeteilt in die Abteilungen Rock-, Metal-, Classic-Rock- und Acoustic. Beliebt sind bei Just Music die regelmäßigen Workshops renommierter Künstler, beziehungsweise Endorser, die neue Produkte vorstellen. Als Kundenservice bietet Just Music auch einen Online-Store inklusive kostenfreier Bestell-Hotline an. Das Motto: „Kümmern, kümmern, kümmern“, so Bazaniak, „darum geht es. Es ist dieses Quäntchen mehr, was man geben muss, um dem Kunden einen guten Service angedeihen zu lassen, damit er weiß, dass wir für ihn da sind.“ Gute Einstellung.

American Guitar Shop

Es lohnt sich in der Charlottenburger Goethestraße vorbeizuschauen, denn der dortige American Guitar Shop macht gleich doppelt Spaß: Er umfasst zwei Läden, einen für elektrische Instrumente, einen für akustische. Man braucht nur die Straßenseite zu wechseln. Inhaber Torsten Uhlmann, Jahrgang 1963, gelernter Gitarrenbauer und studierter Musiker übernahm den Shop im April 1999 und wirbt heute stolz damit, „das größte Angebot an Akustik-, E-, und Bass-Gitarren“ vorzuhalten. Die Auswahl an hochwertigen Marken – man ist unter anderem Fender Custom Shop mit einer exklusiven Auswahl attraktiver Instrumente – findet der Gitarrenliebhaber Modelle aller gängigen Hersteller, von Solidbodies über Semiacoustics bis hin zu Archtops. Obendrein steht eine große Auswahl an Amps zum Antesten bereit.

Im Akustik-Shop wiederum lockt eine breit gefasste Auswahl edler Brands, aber auch Instrumente preiswerterer Segmente. Dazu noch Resonatorgitarren, Ukulelen, Banjos und Mandolinen. Das Ambiente ist urgemütlich, die Beratung kompetent und freundlich. Ein umfassender Reparatur- und Einstell-Service komplettiert das Angebot. „Einer der gerade anfängt Gitarre zu spielen, wird hier genauso bedient wie der Profimusiker“, so Uhlmanns Motto. Recht so.

 

Berlin Guitars

Der Name ist ambitioniert: In Schöneberg haben sich die beiden Macher, der Berliner Musiker Khaled „Moe“ Hassan und der amerikanische Einzelhändler Leonard Lott seit Oktober 2002 mit ihrem gemütlichen Laden im Souterrain einen guten Ruf erarbeitet. Bei Berlin Guitars stehen mehr als 600 Instrumente ständig zum Antesten bereit: E-Gitarren, Steelstrings, Klassik- und Flamenco-Gitarren, Jazz- und Kinder-Gitarren aller gängigen Marken und Preissegmente. „Im akustischen Bereich sind wir sehr gut aufgestellt“, meint Moe. Abgerundet wird das Angebot mit einer reichhaltigen Auswahl an Zubehör.

„Freundlichkeit und Service“ beschreibt Leonard Lott die Philosophie des Shops: „Wir sind real vor Ort und nicht anonym online und zwar ganz bewusst. Und das kommt sehr gut an.“ Der ambitionierte Anfänger gehört genauso zu den Kunden wie Gunter Gabriel oder Joe Bonamassa. Neben einem umfangreichen Reparaturservice vermittelt man auch Gitarrenunterricht unter der Anleitung des Live- und Studio-Musikers Peter Ehrhardt, mit einem Angebot für Anfänger und Fortgeschrittene. Außerdem erfreuen sich die akustischen Instore-Konzerte großer Beliebtheit, „im Schnitt 20 Konzerte pro Jahr“, organisieren die Macher Gigs im intimen Rahmen des Ladens für jeweils 60 Gäste. Die Liste der bisherigen Konzerte ist beachtlich, mit Acts wie Alex De Grassi, Ulli Bögershausen, Vicki Genfan, Werner Lämmerhirt, Robert Carl Blank und Christina Lux, um nur einige zu nennen. Gutes Konzept.

 

Nick Page Guitars

Mit ungewöhnlichen, aufwendigen und detailverliebten Instrumenten sorgt „Gitarren-Designer“ Nick Page auf der Frankfurter Musikmesse immer wieder für Aufsehen. Die Homebase seines „Nick Page Guitars Professional Custom And Repair Shop“ liegt indes seit sechs Jahren im Berliner Bezirk Neukölln. „Alles rund um die Gitarre“, lautet das Motto des Gitarrenbauers und ebenso enthusiastischen Reparatur-Service-Technikers.

Mit seiner kleinen Crew („Tony macht mit mir Computer-Entwürfe und ätzt die Grafiken, Christian hilft beim Bauen, wir machen hier alles selbst“) bietet der Gitarrenbauer handgebaute E-Gitarren mit unverkennbar-eigenständigen Design, und Typenbezeichnungen wie Baron, Surfmaster, Lucid, Paisley, Custom und Songwriter an. Sein Bass heißt übrigens – Halleluja – „Gott“. Alle Instrumente punkten mit tollen Materialien, exklusiver Hardware und detailverliebten Applikationen. Clou und Markenzeichen sind Pages geätzte Aluminum-Schlagbretter und Decken-Tops, die nicht nur klanglich überzeugen, sondern auch echte Hingucker sind. Allein Pages Slotted-Headstock-Kopfplatte ist ein untrügliches Erkennungsmerkmal. Feinste Finishes, geagte Parts und Custom-Made-Pick-Ups gehören zur Ausstattung aller Instrumente.

Wer genau hinschaut, wird bei Pages Instrumenten immer wieder auf Vintage-Zitate stoßen. Kein Zufall. Der Mann hat Ahnung. Und Geschmack. „Sind wir Kunsthandwerker? Oder vielmehr Designer?“, fragt er rhetorisch. „Ich habe im Laufe der Jahre herausgefunden wie unglaublich schwer es ist eine gute, eigenständige E-Gitarre zu bauen.“ Die Entwicklung seines „Barons“ dauerte locker sieben Jahre.

Sein Kundenkreis ist ebenso weit gefasst wie die Sounds seiner Instrumente: von Musikern wie Peter Maffay und Till Kersting über Studiobesitzer bis zum Rechtsanwalt – und Mr. Lemmy Kilmister. „Mein Ritterschlag“, schwärmt der bekennende Motörhead-Fan.

 

Kreuchwig Guitars

Nach Jahren im Norden Berlins hat Helmut Kreuchwig im Bezirk Tempelhof Quartier bezogen. Hier erwartet den Gitarren-Fan ein freundlicher und kompetenter Ein-Mann-Betrieb unter der Überschrift:

„Custom-Shop und Reparaturwerkstatt“.

Tatsächlich bietet der 58-Jährige einen Vollservice mit allen erdenklichen Reparaturen, Einstellarbeiten und Sonderwünschen. Darüber hinaus bietet Kreuchwig eine stattliche Auswahl an Tonhölzern, Hälsen und Bodies (vornehmlich Strat- und Tele-Types) mit passender Hardware an – inklusive freundlichkompetenter Beratung.

Richtig spannend wird es in seinem Custom-Shop. Hier baut der Selfmade-Man auf Wunsch Trauminstrumente wie zum Beispiel eine Replik der legendären „Star-Caster“ von Abba-Gitarrist Björn Ulvaeus, mit der er 1974 ‚Waterloo‘ beim Eurovision Song Contest rockte. Oder den sogenannten „Dreifuß“ für Subway-To-Sally-Gitarrist Ingo Hampf, ein Instrument das E-Gitarre, Mandoline und Mandola vereint.

Nebenbei entwirft Kreuchwig auch schon mal eine Longscale-Bariton-Gitarre mit einer 72er Mensur, wenn‘s mal richtig tief werden und etwas mehr Sustain haben darf. Andersherum konzipiert er, wenn es für unterwegs besonders klein sein soll, eine Reisegitarre die auf den Namen „Shorty“ hört und mit einem Roland GK-3 Pickup bestückt ist. Anything goes.

 

Guitar Doc

Im Bezirk Kreuzberg, direkt an der Spree in einem idyllisch begrünten Hof hat Lutz Heidlindemann ein beneidenswert schönes Domizil gefunden. Der Mann, den alle nur „Guitar Doc“ rufen, hat dort seit 2001 in der Remise direkt am Spree-Ufer seine Werkstatt, Verkaufsraum und Vintage-Showroom eingerichtet. Heidlindemanns Motto: „Feinste Gitarren, feinster Service.“ Sein Angebot umfasst drei Bereiche: Als Guitar Doc verarztet er vom Kopfplattenbruch bis zur Neubundierung Instrumente aller Art. Bei Einstellarbeiten sagt man ihm magische Hände nach. Nicht umsonst vertrauen ihm Bands wie Die Ärzte, Wir sind Helden, Element Of Crime und viele Andere ihre Instrumente an. Die Liste seiner Referenzen ist endlos.

Der zweite Bereich ist seine „LuK Guitars“-Serie. Als ausgebildeter Gitarrenbaumeister fließen Erfahrung, Know-how und handwerkliches Geschick in seine Gitarren- und Bass-Modelle ein, die sich an den gängigen Solidbody-Klassikern orientieren. Alle Instrumente sind in Handarbeit gebaut und auch als Custom-Variante nach eigenen Vorstellungen zu haben. „Ton, Bespielbarkeit, Ästhetik“ lautet die LuK-Philosophie.  Und schließlich bietet Heidlindemann in seiner „Vintage Lounge“ so manches rare akustische und elektrische Schätzchen zum Kauf oder auch zur Vermietung an. Selbst-verständlich ist er auch Fachmann für Restaurationen aller Art und erstellt auf Wunsch Expertisen für Instrumente. Und einen leckeren Espresso gibt’s immer bei ihm dazu.

 

Kuhlo Guitars

Ebenfalls in Kreuzberg, in den schönen Südsternhöfen, hat Jörg Kuhlo seine Meisterwerkstatt eingerichtet.  Der gebürtige Bielefelder war lange Jahre in den USA für Washburn und Guild Guitars tätig, hat auch als Servicetechniker für Subway Guitars in Berkeley unzählige Vintage-Instrumente betreut, bespielbar gemacht und eingestellt. Durch seine Hände gingen zahllose Gibsons und Martins, aber auch Kays, Supros, Harmonys, Stellas und Silvertones.

Mit diesen Erfahrungen im Gepäck kehrte er nach Deutschland zurück und bietet seit 1993 in Berlin nicht nur einen umfassenden Reparaturservice, sondern als Gitarrenbaumeister auch eine eigene akustische Gitarren-Serie mit Korpusformen wie Jumbo, Parlour und Dreadnought nach Kundenwünschen an.

Auch elektrische Gitarren baut Kuhlo, an klassische Designs angelehnt die da „Blitz“, „Rawhide“, „Typhoon“ oder „Promaster“ heißen. Brandneu sind die beiden Gitarren-Serien „Espen“ und „Zuma“, deren Protoypen gerade zu bestaunen waren.

Kuhlos Clou: Gemeinsam mit Gerd Anke und Michael Dubach ist er seit 2008 Anteilseigner der Firma A+D plekHaus Berlin, die computergesteuerte Bundbearbeitung durch das Vermessen des Griffbretts unter Saitenspannung und die nachfolgende ultragenaue maschinelle Bearbeitung anbietet. Ein Verfahren, das weltweit für Furore gesorgt hat. Die patentierte Plek-Technologie nutzen Companies wie Gibson, Collings oder Martin und wird von Playern wie David Gilmour, Eric Clapton oder Jeff Beck geschätzt. Jörg Kuhlo bietet diesen Service natürlich auch all seinen Privatkunden an. Seine „geplekten“ Vorführmodelle sollte man unbedingt antesten.

 

Saitenreiter

Seit vier Jahren im Bezirk Kreuzberg ansässig, unweit der legendären Passionskirche, hat sich der Gitarrenbauer Jens Walter im Souterrain in der Mittenwalder Straße eine gemütliche Werkstatt eingerichtet. Sein Motto: „Guitars & Spaß“. Neben seinem Vollservice rund um Gitarren und Bässe erfreuen sich vor allem seine Gitarrenbau-Workshops wachsender Beliebtheit.  Schon in der Teenager-Zeit zerlegte der Gitarrenenthusiast Instrumente, erkundete Elektronik-Parts und fand über Formentera Guitars seinen eigenen Weg − ganz autodidaktisch.

 

Inzwischen hat der gebürtige Düsseldorfer, Jahrgang 1974, einen Geheimtippstatus als Gitarrenbauer erlangt. Zu Recht! Seine Philosophie: „Einfache Instrumente, stimmiges Design.“ Denn: „Kein Gitarrist spielt gut auf einer hässlichen Gitarre.“ So stehen auf seiner Referenzliste Namen wie Tito & Tarantula, Oberarzt Bela B. und Gary Schmalz, bekanntlich Sideman für Ben Becker und Gitarrist bei Jingo De Lunch. Außerdem bietet Walter in Handarbeit „mit viel Liebe zum Detail individuell gefertigt“ eigene Pickups an, als Replacement-Parts gängiger Tonabnehmermodelle bis hin zur Custom-Anfertigung nach Wunsch.  Brandaktuell arbeitet Walter derzeit an einer eigenen E-Gitarrenserie, deren Prototyp gerade fertig war.

Plattenläden

Das immer wieder totgesagte Format Vinyl feiert ein quicklebendiges Dasein. Die heißesten Scheiben von der britischen 7-Inch bis hin zur US-Indie-Pressung findet man hier:

Mr. Dead & Mrs. Free ist der legendärste Vinyl-Dealer Berlins. Seit 1983 bieten die Macher ein liebevoll betreutes Sortiment von Brit-Pop, Americana, Alternative, Songwriter, Punk und Rockabilly an. Ob neueste Importe, rare Sammlerstücke oder limitierte Editionen – hier gibt’s alles, neu oder gebraucht. Zum extrafreundlichen Service gehören internationale Musikpresse und ein Ticketservice für Berliner Clubs.

Der Name Spacehall verpflichtet: Mitten im bunten Kreuzberger Bergmannstraßenkiez liegt ein Plattenladen von geradezu beeindruckenden Ausmaßen. Unendliche Weiten? Size Matters? In diesem Fall schon. Die Auswahl an Electro, House, Techno, Dance und HipHop ist amtlich, wer Indie- und Rock-Scheiben sucht wird ebenfalls fündig. Dazu gibt’s für Sammler und Spezialisten Scheiben des Berliner Labels Ostgut Ton sowie Minimal Music.

 

Noch einmal Kult: Das Hard Wax gilt als Mekka unter DJs und Clubbern, die sich auch stilecht an den Fenstern und Wänden des Shops verewigt haben. Das Sortiment umfasst Electro, Techno, House, Dubstep, Dub Reggae, als neue und gebrauchte Scheiben. Die Beratung ist äußerst kompetent, da die meisten Mitarbeiter selbst auflegen. Suchen, finden und shoppen kann man auch bequem online.

Soultrade! Wer sich für die Facetten der Black Music interessiert, wird bei Soultrade in Neukölln fündig. Ob tatsächlich einst aus dem Umfeld von Jazzanova entstanden oder nicht: Hier findet der geneigte Vinyl-Fan Funk, Soul, Nu-Jazz, Reggae, Dancehall und HipHop. Die schwarzen Scheiben gibt’s neu oder gebraucht, dazu DJ-Tools, Accessoires und Tonabnehmer. Natürlich auch im Online-Store.

City Music hieß einst Cover Music und zog kürzlich von der Gedächtniskirche ein Stück weiter den Kudamm runter. Sonst ändert sich nichts: Hier findet man eine sehr breit gefächerte Musikauswahl die auch Pop, Mainstream und Chart-Hits einschließt, dazu Merchandise, Gimmicks, Shirts und Memorabilia.

 

Tonstudios

Nicht viele Studios in Deutschland besitzen ein vergleichbares Renommee wie die legendären HANSA TONSTUDIOS. Ob Depeche Mode mit ‚Construction Time Again‘, David Bowie während seiner „Berlin“-Phase, über U2s Kultscheibe ‚Achtung Baby‘ bis hin zu aktuellen Produktionen von Snow Patrol oder Herbert Grönemeyer: „Das Hansa“ in der Kreuzberger Köthener Straße, während der Mauerzeit liebevoll „studio by the wall“ genannt, hat eine bewegte Geschichte hinter sich, die allein diesen Rahmen sprengen würde. Vor allem der „Meistersaal“ mit seiner hervorragenden Akustik, in dem schon Orchesteraufnahmen und Live-Konzerte stattfanden, ist legendär. Unvergessen das Statement von Bono Vox nach dem U2-Konzert im Berliner Olympiastadion 2005: „Love to the people at Hansa Studios last night“ wo die Iren eine Geheim-Party mit geladenen Gästen feierten.

Im ehemaligen Flughafen Tempelhof betreiben zwei Klangenthusiasten ein Aufnahmestudio mit Stil und Charme, passend CANDY BOMBER STUDIO genannt. Die Betreiber Ingo Krauss, der als Tontechniker lange für Conny Plank arbeitete und der Musiker Paul Lemp, hegen eine ausgeprägte Liebe für analoge Produktionsweisen mit hochwertigem Vintage-Equipment. Herzstück des Studios ist ein altes Deutsche Grammophon Paris-München 18-4 Pult und eine 1956er Telefunken Vierspur-Bandmaschine, dazu zahllose betagte Vorverstärker und Mikrofone. Alles ist liebevoll restauriert, gewartet und hundertprozentig funktionstüchtig. Hier nahmen die Ärzte ihr Album ‚Auch‘ auf, aktuell Tocotronic ‚Wie wir leben wollen‘. Eine kleine Zeitreise.

Essen, Schlafen, Kulturen

Unter dem Motto „Love All, Serve All“ kann man seit 1992 am Kudamm in der Filliale des HARD ROCK CAFE Burger, Sandwiches, Nachos, Cocktails und Soft-Drinks genießen und dabei amtliche Rock-Tunes hören. Wie bei allen Cafés üblich, sind auch hier die Wände mit Memorabilia geschmückt. Im Berliner Bestand sind neben signierten Instrumenten unter anderem der Akkuschrauber von Mr. Big, eine „Lucille“ von B.B. King und ein originaler „Trabbi“ der U2-„Zooropa“-Tour zu bestaunen. Wer Glück hat, kommt sogar in den Genuss einer der spektakulären Inhouse-Live-Performances. In der Vergangenheit gab es bereits Gigs von Glenn Frey, Mr. Big und Bon Jovi zu erleben.  Zuletzt machte das Berliner Hard Rock Café auch als Ausstellungsort von sich reden, als dort der allererste Marshall-Amp, Jims legendärer „Amp No. 1“ zu bestaunen war.

Sterneküche und Rock & Roll? Geht das?

Sogar richtig gut, wie TV-Starkoch Kolja Kleeberg mit seinem RESTAURANT VAU am Gendarmenmarkt in Mitte beweist. Neben dem täglichen Betrieb lädt der passionierte Sänger und Gitarrist zweimal im Jahr zum Hoffest unter dem Motto „Rock’n’Food“, das sich inzwischen zu einem Kult-Event entwickelt hat. „Sterne vom Grill und Musik im Glas“ heißt es dann, dazu spielt die Band „Krüger rockt!“ mit Kolja Kleeberg selbst am Mikro, der dann stimmgewaltig manchen Rock-Klassiker schmettert. Dass der Mann nicht nur Sterne-mäßig kochen kann, sondern auch ein leidenschaftlicher Gitarrist ist, dürfte sich herumgesprochen haben. Kein Wunder, dass ihm die Firma C.F. Martin die Ehre eines eigenen GP Signature Modells Kolja Kleeberg zuteil werden ließ, limitiert auf 14 Stück.

Direkt am Spreeufer an der Strahlauer Allee, „dem Schmelztiegel der Musik-, Fashion- und Kreativszene“, eröffnete 2010 mit dem NHOW BERLIN HOTEL eine Lifestyle-Herberge unter dem Motto: „Check ein in die Welt der Musik.“ Vom Interieur, dem Room-Design bis hin zu Projekten wie Open-Mic-Nights, DJ-Sessions und Inhouse-Konzerten dreht sich hier alles um Musik. Kein Wunder, dass Plattenfirmen nur zu gerne ihre Künstler hier unterbringen. So begegnet einem morgens vielleicht Eric Sardinas ohne Stetson im Fahrstuhl oder man steht neben Robert Cray am Frühstücksbuffet. Der Clou: Wen die Muse küsst, kann im Hotel in zwei voll eingerichteten Studios spontane Sessions mitschneiden.

Unweit der Philharmonie im grünen Bezirk Tiergarten liegt das 1888 gegründete MUSIKINSTRUMENTEN-MUSEUM BERLIN, als Teil des Staatlichen Instituts für Musikforschung Preußischer Kulturbesitz. Das Institut erlangte 2011 einen Besucherrekord mit der Sonderausstellung „Faszination Gitarre“ bei der die Geschichte der Sechs und Mehrsaiter in ihrer historischen Vielfalt und Entwicklung vom Barock bis in die Gegenwart gezeigt wurde. Aber auch so ist das MIM mit mehr als 3.000 Exponaten von der Stradivari bis zur E-Gitarre einen Besuch wert.

Der nächste Trip geht nach London, Köln, Amsterdam oder San Francisco? Wir waren bereits da und haben für dich Tipps gesammelt!

 

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