Talent und Unzulänglichkeit

5 Gitarristen-Weisheiten von Slash

Slash ist kult. Und das schon seit über 30 Jahren. Doch wie hat der Lockenkopf mit dem Faible für coole Gitarrenriffs das geschafft? Versuchen wir einmal, dem Geheimnis des Erfolgs mit ein paar Slash-Weisheiten aus unseren Interviews auf den Grund zu gehen!  

Slash vor seinen Amps
(Bild: Matthias Mineur)
  1. Entwickle deinen eigenen Stil! 

Mein Gitarrenstil beruht auf Talent und Unzulänglichkeiten. Als ich anfing zu spielen – ohne irgendeine Ahnung zu haben – waren es Gitarren-Riffs die mich anmachten. Vor allem Single-Note-Hooks. So habe ich auch angefangen Gitarre zu lernen. Das hat mich mehr fasziniert, als Akkorde und den ganzen anderen Scheiß zu lernen.

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Als ich meine ersten Songs schrieb, ging es mir nur um zwei Dinge: ein cooles Riff und ein geiler Refrain! Ich musste später bei GN’R meine Arbeitsweise, wie man einen richtigen Song angeht, grundlegend überdenken. Der Grund, warum so viele meiner Songs auf einem Riff basieren, liegt bis heute in der Art und Weise, wie ich anfing Gitarre zu spielen.

 

 

Alle großen Gitarristen hatten coole Riffs drauf und haben damit die Songs ihrer Band geprägt. Ob Jimmy Page, Jeff Beck oder die Jungs von Aerosmith, sie alle sind coole Autoren. Selbst T. Rex hatte das ein oder andere nette Riff drauf (‚Children Of The Revolution‘ zum Beispiel). Oder denk nur an Michael Schenker bei UFO oder die frühen Scorpions in ihrer Zeit mit Uli Jon Roth.

 

  1. Sei immer ein Teamplayer!

Ich mag es einfach nicht, wenn man Leute, mit denen man Musik macht, wie Angestellte oder Lohnsklaven behandelt. Das ist nicht mein Stil. Sondern: Wenn du mit jemandem arbeitest und du seinen oder ihren Namen kennst, musst du diese Person auch so behandeln, als würdet ihr etwas Gemeinsames machen. Denn genau das tut ihr ja.

 

  1. Hast du deinen Sound gefunden, bleibe ihm treu!

 

Ich wusste immer, welchen Sound ich wollte, auch wenn es einige Zeit gedauert hat, um ihn genauso hinzubekommen. Aber als ich diese Kombi (Les Paul & Marshall Amp) zum ersten Mal hörte, wusste ich: „Das ist es!“ Und seitdem bleibe ich dabei. Einfach, weil es funktioniert. Und das schon seit 1986 – deshalb verändere ich da auch nichts.

Ich bin kein Gitarrensammler – ich bekomme nur ständig neue geschenkt. Ich erhalte Kram und trenne mich nicht davon. Ich bin eine richtige Sammelratte. Aber in den 90ern hatte ich eine kurze Phase, in der ich tatsächlich viele Gitarren gekauft habe, und zwar Vintage-Modelle.

Damit war es dann aber auch ganz schnell wieder gut – und ich habe da keinen Ehrgeiz mehr. Denn je länger ich das hier mache, desto mehr erkenne ich, dass du eigentlich nur eine gute Gitarre brauchst, und mehr nicht. Wobei es auch nicht so wichtig ist, aus welchem Jahr sie stammt. Und sie muss nicht unbedingt vintage sein.

 

 

Es kommt nur darauf an, dass es das richtige Modell für dich ist – für deinen individuellen Ausdruck. Wenn das der Fall ist, brauchst du auch nicht noch mehr, sondern kannst damit alles erledigen, was du willst. Und ich habe wahnsinnig viel Kram, den ich nie benutze, weil ich einfach bei der Les Paul bleibe, mit der ich auch aufnehme. Diese neuen Dinger, die mir Gibson gibt, setze ich dann auf Tour ein. Nur: Ich könnte mich nie von ihnen trennen, weil ich sie liebe. Genau das ist das Problem.

 

  1. Lass die Finger weg von Drogen!

 

Ich hätte so viele tolle Sachen verpasst. Ich meine, ich habe mit B.B. King gejammt. Und das hätte ich früher genauso verpennt wie eine Menge andere Sachen, die ich in den letzten Jahren gemacht habe. Sprich: Wenn ich immer noch drauf wäre, wäre ich nie so glücklich, wie ich es heute bin. Ich meine, ich habe 2006 aufgehört, aber richtig geschafft habe ich den Absprung erst 2008.

 

  1. Sag niemals nie!

 

Vor einiger Zeit erzählte uns Slash in einem Interview noch, dass schon die Hölle zu frieren müsste, bevor er wieder mit Axl auf die Bühne ginge. Auf die Frage, ob eine GN’R-Reunion für ihn in Frage käme, antwortete er:

Auf keinen Fall! Ich meine, man hat mir zwar jede Menge Geld dafür geboten. Also fast schon lächerlich viel – im sechs und siebenstelligen Bereich. Aber ich habe kein Interesse daran. Einfach, weil wir nicht mehr dieselben Leute sind, wie damals in den 80ern.

Weil wir uns so verändert haben, dass es nie mehr dasselbe sein könnte. Eben dieser wilde, hungrige und völlig skrupellose Haufen. Das sind wir nicht mehr – und das könnten wir auch niemandem vortäuschen. Insofern hätte es nicht dieselbe Klasse, dieselbe Relevanz und es würde auch bestimmt nicht mehr so viel Spaß machen. Deshalb lasse ich es bleiben – ich möchte die guten Erinnerungen, die ich habe, nicht zerstören.

Seit 2016 sind Guns N’Roses wieder zurück – mit Slash.

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