Tests der Fame Magician 15 & GC-112 Vintage 30 Cab
von Michael Dommers,
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(Bild: Dieter Stork)
Problemlos optimieren lässt sich dieses Modell mit der wirkungsvollen 3-Band-Klangreglung. Rectifier gehört auch in die US-Abteilung und schließt das Modeling-Angebot mit fetter, ausgewogener, sustainreicher Verzerrung ab – das Nonplusultra für metallenes Solieren.
Ein werksseitig fest eingestelltes Noise Gate blendet Nebengeräusche nach dem Ausklingen des Signals wirkungsvoll aus, wenn auch mitunter ein wenig bröckelig, insgesamt aber brauchbar. Dennoch würde ich mir wünschen, dass sich das Gate bei Bedarf deaktivieren ließe. Ausgenommen vom Gate-Einsatz sind die Modelle Acoustic, Deluxe Clean und Jazz Clean.
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Warum die drei Memory-Speicher von links nach rechts mit C, B und A und nicht umgekehrt bezeichnet wurden, erschließt sich mir nicht, ist jedoch letztlich egal. Hat man sich ein Sound- und Effekt-Preset mit Hilfe der Models und sämtlicher Regler (außer Master) erstellt, kann es durch kurzes Halten der gewünschten Memorytaste gespeichert werden. Das vorher in diesem Slot erstellte Preset wird ohne Vorwarnung überschrieben.
Ist einer der Speicher A (blaue LED), B (grüne LED) oder C (blaue LED) aktiv, erreicht man durch erneutes Betätigen des aktiven Memory-Tasters wieder den Edit Mode, wobei die B-Diode nach Rot wechselt. Kurzes Drücken und Halten des Tap-Tasters aktiviert den Tuner, bei dem die LEDs A und C die +/-Abweichungen signalisieren.
Ein Vergleich mit Peterson- und Korg-Tunern zeigt jedoch, dass der Magician stets zwischen 15 und 20 Cent zu hoch stimmt, die Präzision somit eher rudimentär ist. Im Edit Mode gestattet der Tuner-Taster auch die Tap-Eingabe von Modulation Speed und Delay Time, was von einer blau blinkenden Leuchtdiode begleitet wird.
Wie von vielen Budget-Verstärkern bekannt, werden die einzelnen Effekte über jeweils in 4 Sektionen unterteilte Regelbereiche gewählt, sodass präzises Reproduzieren von Settings nahezu unmöglich ist. Dreht man die Potis komplett zu, ist das jeweilige Effektmodul ausgeschaltet.
(Bild: Dieter Stork)
Während Delay und Echo Time von ca. 120 ms bis 460 ms einstellbar sind, können Chorus, Flanger, Phaser und Tremolo auch mit langsamer modulieren. Depth und FX-Level lassen sich hingegen nicht variieren. Gemessen an der Preisklasse zeigen alle Effekte gute Qualität, die Modulationen sind sauber, Echo erzeugt zunehmend gedämpfte Wiederholungen, Room und Hall brauchbare Raumeffekte. Allerdings würde ich mir eine Verringerung des FX Levels bei Delay und Echo wünschen.
Die Boxensimulation, die ausschließlich am D.I.-Out zur Verfügung steht, liefert praktikable Ergebnisse für Direktabnahme und Recording. Open Back zeigt sich etwas voluminöser in den Bässen als Sealed, Modern mittiger und Vintage höhenreicher und offener. Als extrem effizient erweist sich die Mikrofonpositionierung von Edge bis Center.
Da allerdings der XLR-Ausgang im Signalweg hinter dem Master-Volume angeordnet wurde, sind bei Direktabnahme auch Amp und Box zu hören. Somit sind stilles Üben unterm Kopfhörer oder Recording daheim ausgeschlossen, es sei denn man verwendet einen Speaker Attenuator (Lastwiderstand) anstelle der Fame GC-112 Vintage 30 Box.
Selbige klingt trotz ihrer Kompaktheit ausgewogen und relativ druckvoll. Der Celestion Speaker zeigt seine Stärken im Zerrbetrieb, meistert aber auch cleane Sounds mit ausgewogenem transparentem Klangbild. Die Box ist tadellos verarbeitet und empfiehlt sich für alle möglichen Einsatzbereiche.
Anschlussfeld des Cabinets (Bild: Dieter Stork)
RESÜMEE
Der Music Store hat uns im Rahmen seiner Hausmarke Fame schon einige Male mit Produkten, vor allem aber mit deren Preisen überrascht. So lässt mich auch das Magician 15 Head ziemlich verblüfft aussehen.
Die Kombi aus Modeling-Technologie mit Röhrenendstufe liefert vielfältige, flexibel einsetzbare Sounds inklusive Acoustic-, geschmackvollen Clean- und einem breit gefächerten aber keineswegs überstrapazierten Angebot an Crunch- bis High-Gain-Modellen. In diese Klangqualitäten reihen sich die praxisnah gewählten Modulation- und Delay/Reverb-Effekte ein.
Zudem sind sämtliche Settings außer Master-Volume und Cab Sim auf drei Slots speicherbar, wobei der Edit Mode quasi einen vierten Slot darstellt. Die kompakte 1×12 Box passt klanglich perfekt zum Magician 15.
Einzige Wermutstropfen sind der nicht ganz präzise Tuner und das winzige Format des Manuals. Angesichts des breiten Klangangebots wäre eine Speichererweiterung sicherlich nicht die schlechteste Idee, die sich allerdings auch wieder im Preis bemerkbar machen dürfte. Fazit: Kleines Besteck – ganz groß.