Singlecut redesigned

Test: Hagstrom Krona BCC

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(Bild: Dieter Stork)

Nach Swede, Super Swede, Ultra Swede und Ultra Max kommt der schwedische Traditionshersteller mit dem ansprechend designten Solidbody-Singlecut-Modell Krona um die Ecke.

Erstmals bestückt Hagstrom eine Gitarre mit einem Hardtail-Steg nach dem Strings-thru-body-Prinzip. Dieser verfügt über sechs einzelne, zweidimensional justierbare, CNC-gefräste Stahlreiter auf einer gegossenen Grundplatte. Die Saiten werden von hinten durchgefädelt, deren Endringe von Stahlhülsen gehalten.

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SCHLANKE TAILLE & SCHNELLER HALS

Der geschmackvoll modern gestaltete Korpus besteht aus einer Mahagoni-Basis und einer mit Riegelahorn furnierten, ca. 14 mm dicken, flachen Ahorndecke, die über „German Carves” zu den Rändern abfällt. Dreifaches Binding betont die Korpus-Silhouette zusätzlich, während die Rückseite auf einen Belly Cut verzichtet, dies jedoch mit großzügig verrundeten Kanten ausgleicht. Die Krona wurde rundum makellos seidenmatt deckend lackiert.

Leider gibt die schattierte Deckenlackierung (Burnt) nur wenig vom Flamed Maple Furnier zu erkennen. Ein ovales Zargenblech trägt die zuverlässig packende Klinkenbuchse, zwei schwarze Strap Pins am unteren Korpusrand und ein silberner neben dem Halsfuß sichern den Gurt. Oberkante bündig eingelassene Kunststoffdeckel mit Alufolie verschließen die Kammern von Pickup-Schalter und Elektrik. Ein solider, satt einrastender Toggle wählt die Pickups an.

Im sorgfältig verdrahteten E-Fach regeln zwei Cherkfan-Mini-Potis mit Treble-Bleed-Schaltkreisen die Lautstärke, zwei Pull-Push-Potis fungieren als Klangreglung bzw. splitten die beiden Hagstrom-Humbucker.

(Bild: Dieter Stork)

Den Hals aus kanadischem Ahorn hat man mit der bewährten, langen Schlitz- und Zapfenverbindung (Mortise & Tenon) im Korpus verleimt. Als Griffbrettmaterial kommt bei Hagstrom traditionell Resinator zum Einsatz, ein drucklaminierter Holzverbundwerkstoff, der eine dichtere und stabilere Struktur als konventionelle Hölzer besitzt und eine ähnlich artikulierte Klangentfaltung liefert wie beispielsweise hochwertiges Ebenholz. Selbstverständlich hat die Krona auch den patentierten NewGen-2-Wege-H-Expander-Halsstab an Bord, der hohe Stabilität und Verwindungsfestigkeit garantiert.

22, inklusive der Kanten, vorbildlich bearbeitete Edelstahlbünde verteilen sich über das cremefarben eingefasste Spielfeld, dessen Lagen große Perloid Inlays und schwarze Sidedots markieren. Den GraphTech Black Tusq Sattel hat man zwar minimal (0,66 mm) nach links (E6-Saite) verschoben eingesetzt, die Kerben aber auf optimale Saitenlage abgerichtet. Die Trussrod-Abdeckung überquerend, erreichen die Saiten präzise arbeitende Hagstrom Locking Tuner mit rückseitigen Thumb Wheels.

Zwei in Rähmchen lagernde, neu entwickelte Hagstrom Humbucker wandeln die Saitenschwingungen, und zwar ein Agent X in der Halsposition und ein heißer Penetrator am Steg, jeweils bestückt mit AlNiCo-5-Magneten. Zieht man die Tone-Knöpfe hoch, verstummen die Stegspule des Hals- bzw. die Halsspule des Steg-Humbuckers.

KLANGPALETTE XXL

Wie angesichts von Locking Tunern und H-Expander-Halsstab erwartet, zeigt die Krona leichte Kopflastigkeit. Nichts Problematisches. Ansonsten punktet die Gitarre mit perfekter Ergonomie und angenehmer Haptik. Das schlanke C-Profil liegt wunderbar in der Hand, die verrundeten und polierten Bundkanten fördern schnelle Lagenwechsel, die gerändelten metallenen Reglerknöpfe lassen sich komfortabel handhaben.

Trocken angespielt präsentiert die Krona luftig transparente, drahtig brillante, aber dennoch ausgewogene, obertonreiche Klangbilder. Zwar kommen die Bässe ein wenig blass daher, runden jedoch das Spektrum geschmackvoll nach unten ab. Die Gitarre artikuliert sauber und detailreich, zeigt direkte präzise Ansprache und spontane Tonentfaltung, beeindruckt vor allem aber mit stabilem, langsam und kontinuierlich abklingendem Sustain.

Angesichts des leistungsstarken Steg-Humbuckers könnte der Eindruck entstehen, Hagstrom hätte die Krona primär für den beinharten Rock-Einsatz konzipiert. Das trifft zwar uneingeschränkt zu, allerdings überraschen mich die Clean-Qualitäten von Agent X und Penetrator. Während der Hals-Humbucker warme aber dennoch erfrischend transparente Akkorde mit samtigen Mitten, klaren Höhen und präziser Saitentrennung abliefert, sind unten herum satte druckvolle Basslinien zu vernehmen, die die Blässe des Trockeneindrucks vergessen lassen.

Hier mulmt nichts, die Bässe kommen selbst dann klar und definiert, wenn man sie in Akkorde einbezieht. Im Split Mode sinkt der Pegel naturgemäß etwas ab, das Klangbild erscheint luftiger und leicht ausgedünnt, bleibt aber vollmundig, charakter- und ausdrucksstark. Der beinahe doppelte kOhm-Wert des Penetrator-Steg-Pickups äußert sich kaum in höherer Lautstärke, sondern eher in straff punchenden Bässen, kraftvollen, durchsetzungsstarken Mitten, knackigen Höhen und reichem Obertongehalt.

Edelstahlbünde (Bild: Dieter Stork)

Auch hier zeigen sich klare, luftige, lebendige Akkorde mit präziser Saitentrennung und knackiger Attack. Dessen Coilsplit zeigt Anleihen bei einer Rickenbacker 6-String – klare obertonreiche Kante, ausgewogene Chords, drahtige Bässe. Das dürfte sogar Country-Rockern gefallen.

Das komplette Sound-Angebot überzeugt auch am crunchy bis stark zerrenden Amp, die Einzelspulen inbegriffen – diese allerdings erwartungsgemäß mit erhöhten Nebengeräuschen. Treibt man es mit Metal-Rhythm- oder -Leadzerre auf die Spitze, zeigen beide Pickups auch ihre High-Gain-Qualitäten. Druckvolle Bassriffs und samtig singende Leads vom Argent X, fette Powerchords und akzentuierte, ausdrucksstarke Soli vom Penetrator. Hier wie da lässt sich deren Klangfärbung allein mit dem Saitenanschlag variieren.

Beeindruckend ist dabei nicht nur das Sustainpotenzial der Krona, sondern auch die stets definierten Akkorde, die präzise Saitentrennung und, unabhängig von der Zerrintensität, das Durchsetzungsvermögen innerhalb des Band-Kontextes.

(Bild: Dieter Stork)

Die Volume-Potis agieren über ihren gesamten Regelbereich präzise und gleichförmig und kontrollieren gleichzeitig perfekt das Gain-Level, während die Treble-Bleed-Schaltkreise Höhenverluste beim Herunterregeln effizient minimieren. Im Gegensatz dazu entfalten die Tone-Regler ihre eigentliche Wirkung erst kurz vor Toresschluss.

RESÜMEE

Mit der Krona hat Hagstrom ein ziemlich heißes neues Eisen im Feuer. Schon allein das erfrischend geschmackvolle Singlecut-Design zieht die Blicke auf sich. Schade nur, dass das Flamed-Maple-Deckenfurnier nicht prominenter in Szene gesetzt wurde. Echtes Understatement also.

Klanglich ist die Gitarre über jeden Zweifel erhaben. Ihre exzellenten Resonanzeigenschaften und ihr rekordverdächtiges Sustain werden von den neuen Hagstrom-Humbuckern vorbildlich an den Amp gebracht, wo sie ein breites Klangangebot für alle erdenklichen Musikgenres bereithalten. Die Krona lässt sich höchst komfortabel spielen und handhaben. Lackierung und Verarbeitung sind vorbildlich. Eine erstklassige Gitarre zum überaus fairen Preis.

Plus

  • Design
  • Sounds
  • breites Klangangebot
  • Ansprache, Dynamik & Sustain
  • Qualität der Hölzer & Hardware
  • Spielbarkeit
  • Verarbeitung
  • Preis/Leistung

Minus

  • Regelcharakteristik der Tone-Potis

Übersicht

Fabrikat Hagstrom
Modell Krona Burnt Charcoal
Typ Solidbody-E-Gitarre
Herkunftsland China
Mechaniken Hagstrom Locking, gekapselt, 19:1
Hals Kanadischer Ahorn, verleimt, H-Expander Trussrod
Sattel GraphTech Black Tusq XL
Griffbrett Resinator Wood, Perloid Hagstrom Crest Inlays, Sidedots
Radius 15″
Halsform C, dünn
Halsbreite Sattel 42,69 mm; XII. 52,45 mm
Halsdicke I. 20,29 mm; V. 20,99 mm; XII. 22,19 mm
Bünde 22, Medium Jumbo (2,75 x 1,53 mm), Edelstahl
Mensur 648 mm
Korpus Mahagoni, Ahorndecke mit Flamed-Maple-Furnier, German Carves, 3-fach-Binding
Oberflächen Decke: Burnt Charcoal Satin, alles andere Charcoal Satin deckend
Schlagbrett Kunststoff schwarz, dreischichtig
Tonabnehmer 2x Hagstrom-Humbucker: Agent X (Hals, 7,90 k), Penetrator (Steg, 13,31 k), Alnico-5-Magnete
Bedienfeld 2x Volume mit Treble Bleed, 2x Tone mit Pull/Push (Coil Splits)
Steg Hagstrom Hardtail, Spritzguss, CNC-gefräste Stahlreiter, Strings-thru-body
Hardware schwarz
Gewicht 3,80 kg
Lefthand-Option nein
Internet hagstromguitars.com
Zubehör drei Justierschlüssel
Preis (Street) ca. € 999

(erschienen in Gitarre & Bass 05/2026)

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