Frag den Guru!

Guitar Guru: „Lucian“ und Framus

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Hast du Fragen zum Thema „alte und/oder merkwürdige Gitarren”? Wir beantworten sie auf dieser Seite. Monat für Monat. Diesmal geht es um eine „Lucian”-Gitarre und eine Framus Wandergitarre.

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Ich wüsste gerne, von welchem Hersteller diese Gitarre stammt. Sie ist mit „Lucian by Fender” betitelt. Die Seriennummer (Aufkleber auf der Rückseite der Kopfplatte) lautet 559-1471 || WO 21084.

Alle drei Tonabnehmer weisen dieselbe magnetische Polarität auf. Ich habe diese Gitarre vor einigen Jahren bei eBay erworben. Der Vorbesitzer gab an, sie Anfang der 80er-Jahre in Kalifornien gekauft zu haben.Uwe

Leider hat diese Gitarre gar nichts mit Fender zu tun. Eine eingetragene Marke namens „Lucian by Fender” gab es nie. Das bedeutet, dass jemand eine Fantasie-Marke kreiert und seine Gitarre damit verziert hat.

Um was für eine Gitarre handelt es sich? Darüber geben zum einen die von dir genannte Modellnummer und zum anderen die Form der Kopfplatte Aufschluss. Die „W0″ in der Modellnummer weist immer auf den Hersteller Cort (Cor-Tek) hin. Die Gitarre wurde somit in Südkorea in den späten 1980er- oder frühen 1990er-Jahren gebaut, basierend auf der Form der Kopfplatte.

Diese Form findet man auf vielen koreanisch produzierten Gitarren aus jener Zeit, beispielsweise auch auf den Modellen, die unter der Marke „Hohner” vertrieben wurden. Den erzielbaren Marktpreis dieses sicherlich guten Instruments sehe ich bei etwa € 200.


Leider besitze ich dieses Instrument nicht mehr. Ich habe die Gitarre Anfang der 70er-Jahre gebraucht von meinen Eltern bekommen und damit meine ersten Unterrichtsstunden absolviert. Es handelte sich um eine sogenannte „Wandergitarre” von Framus mit kleinem Korpus. Was könnt ihr mir darüber erzählen?Wolfgang

Bei der Gitarre auf dem Bild handelt es sich um das Framus-Modell 5/1 „Amateur”, die wahrscheinlich häufigste Wandergitarre aus dem Framus-Programm. Es gab viele ähnliche Modelle von Framus, aber anhand einiger Merkmale und der Datierung „Anfang der 70er-Jahre” kann man davon ausgehen, dass es sich um eine „Amateur” handelt und nicht um eines der eher obskuren Modelle aus den 1960er-Jahren.

Die Gitarre hat den für Framus-Gitarren der späten 60er- und frühen 70er-Jahre typischen Saitenniederhalter: ein Trapez-Tailpiece und kein Schlagbrett − es gab jedoch zahllose Variationen, nicht nur diese Ausfertigung. Diese Gitarre taucht auch heute noch relativ häufig bei eBay und Kleinanzeigen auf und kostet meist unter € 100.

Ob sie nach heutigen Maßstäben „genießbar” ist? Meistens nicht − etwas Kunstfertigkeit bei der Restauration muss man mitbringen. Da der Hals angeschraubt war, kann man bei diesem Modell mit einem Shim wenigstens relativ leicht eine vernünftige Saitenlage erreichen.

Ich empfehle, höchstens 11er Western- oder Flatwound-Saiten aufzuziehen, um das Trapez-Tailpiece in Sachen Saitenzug nicht zu überfordern. Ist dieser zu hoch, entstehen mit der Zeit Schäden an der unteren Zarge und an der Decke.


(erschienen in Gitarre & Bass 07/2026)

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