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Workshop

Americana: It’s Country Time!

(Bild: Martin Schmidt)

Aloha und herzlich willkommen zu Americana-Folge Numero sieben. In den nächsten Folgen beschäftigen wir uns mit Country-Music!

Die Ursprünge

Country ist so etwas wie die Volksmusik der amerikanischen Arbeiterklasse und entstand in den Zwanzigerjahren des letzten Jahrhunderts. Sie weist viele Einflüsse der Einwanderer aus Europa auf und vereint englische, irische, deutsche und andere europäische Elemente mit einer Vorliebe für simple Harmonien und Texte, die Geschichten des täglichen Lebens erzählen. Europäische Einwanderer in den Appalachen – einem Gebirgszug im Osten der USA – hatten schon im 19. Jahrhundert mit Instrumenten wie Gitarre, Fiddle, Banjo und Dulcimer ihre eigene Musik kreiert, die sich aus den Einflüssen ihrer Heimatländer speiste und mündlich weitergegeben wurde. Erst um 1920 herum erfolgten die ersten Tonaufnahmen und der ursprüngliche Stil wurde mit Cowboy-Songs, Balladen und Popsongs der Zeit kombiniert.

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Genres

In den letzten 100 Jahren entstanden diverse Subgenres im Country – vom jazzigen Western-Swing über den toughen Rockabilly-Country Johnny Cashs bis zum Texas-Honky-Tonk, dem polierten Nashville-Sound, dem Outlaw-Country der 1970er und dem heutigen, kommerziell sehr erfolgreichen New-Country. Trotz aller Unterschiede in Sound, Attitüde und Produktion, beziehen sich fast alle Country-Stile auf die Ursprünge der 1920er- bis 50er-Jahre und beinhalten bis heute Gitarrentechniken und Licks, die man schon auf den frühen Aufnahmen findet. Hinzu gekommen ist eine technische Brillanz, gerade bei der Leadgitarre, die so manchen Heavy-Metal-Shredder blass werden lässt und eine sehr hochwertige Soundkultur, die sich aus Vintage-Amps und Gitarren speist, aber auch immer das Ohr am Puls der Zeit hat. Die Country-Hochburg Nashville, hat sich in den letzten Jahren so zum Studio-Musiker-Paradies entwickelt, in dem die unterschiedlichsten Stile in Perfektion aufgenommen werden.

Rhythm Guitar

Das Herzstück fast jeder Country-Nummer ist eine gut gespielte Rhythmusgitarre. Deswegen zeige ich dir als Einstieg in die Country-Gitarre erst mal ein paar typische Rhythmustechniken.

I IV V

Beispiel 1

Beispiel 1 zeigt eine typische I-IV-V-Verbindung in G-Dur, die mit einem Wechselbass gespielt wird. Zum Grundton kommt die Quinte des Akkords hinzu, die mal nach oben oder unten gelegt wird. Diese Akkordverbindung ist so etwas wie die Grundessenz des Country und sollte umgehend in dein Repertoire aufgenommen werden.

Beispiel 2

Beispiel 2 reichert das Wechselbass-Pattern mit ein paar Fills an – Banjo Rolls, Bassläufe und ein cooles Low-String-Bending lassen die drei Akkorde schon spannender klingen.

Beispiel 3

Beispiel 3 zeigt eine Figur im Stil von Luther Perkins, dem Gitarrist der frühen Johnny-Cash-Aufnahmen. Das Pattern eignet sich gut als Ergänzung zu einer Akustik, die die offenen Akkorde spielt, und ist aus einem Powerchord konstruiert.

Let‘s boogie

Beispiele 4, 5 und 6

Beispiele 5 und 6 zeigen zwei Möglichkeiten, eine Boogie-Figur im Honky-Tonk-Stil zu spielen. Beispiel 4 verschiebt eine typische Basslinie auf die drei Akkorde, während in Beispiel 5 noch die Oktave zwischen die Basstöne gelegt wird. Klingt fast wie zwei Gitarren. Schlag nahe am Steg an, um den nötigen Twang zu erzeugen.

Chicken pickin‘

Beispiele 4, 5 und 6

In Beispiel 6 und 7 spielt die rechte Hand im Hybrid Picking aus Pick und Mittel- und Ringfinger, was für den nötigen Snap im Sound sorgt. Beispiel 6 ist eine bluesige Begleitung, während Beispiel 7 etwas tiefer in die Country-Trickkiste greift: Double Stops, Banjo Rolls, Open Strings und schnelle Pull- Off-Licks lassen die simple Akkordverbindung schon recht spannend klingen.

Viel Spaß beim Üben!

Beim nächsten Mal geht es dann um die Country-Leadgitarre. Feedback, Kritik und Wünsche kannst du wie immer unter martin@the-incrediblemr-smith.com loswerden.

(erschienen in Gitarre & Bass 11/2019)

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