Yamaha Gitarren

Erfahre alles über Yamaha Gitarren und die Produktion des größten Herstellers von Musikinstrumenten weltweit!

Yamaha ist ein japanischer Konzern, der so verschiedene Produkte wie Motorräder, HiFi-Equipment und Golfschläger anbietet. Yamaha ist aber auch seit langer Zeit der größte Hersteller von Musikinstrumenten weltweit: Mit Musik fing alles an, wie man unschwer am Firmenlogo mit den drei gekreuzten Stimmgabeln erkennen kann.

yamaha logo

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Wo werden Yamaha Gitarren produziert?

Die Firmengeschichte von Yamaha

Hamamatsu

Yamaha Music Craft

Die Philosophie von Yamaha

Tradition im Yamaha Gitarren-Museum

Welche Yamaha Gitarre eignet sich für Anfänger?

Wo werden Yamaha Gitarren produziert?

Man denkt zunächst vielleicht einmal, dass es in Japan irgendwo eine riesengroße Fabrik gibt, in der alle verschiedenen Produkte von Yamaha gefertigt werden, egal ob Klavier, Motorrad oder CD-Player. Falsch! Natürlich hat Yamaha eine Firmenzentrale, die ist in Hamamatsu, einer Großstadt zwischen Tokyo und Osaka. Eine sehr musikalische Stadt übrigens, denn dort ist auch die Firma Roland zu Hause.

Werkhalle mit Reihenfertigung
Werkhalle mit Reihenfertigung (Bild: Franz Holtmann)

Hier sind einige der verschiedenen Yamaha-Fabriken angesiedelt, ein paar direkt in der Nähe der Firmenzentrale, eine andere etwas außerhalb, wo Gitarren gefertigt werden. Aber wie alle anderen Hersteller auch, hat auch Yamaha Fabriken in mehreren anderen asiatischen Ländern, dort, wo die Produktion allein schon wegen der Löhne preiswerter und kostengünstiger sein kann.

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Yamaha 424 Modelle

Bis vor ein paar Jahren wurde ein Großteil der Gitarren in Taiwan hergestellt, in einer modernen, großen Fabrik, die auch noch Kapazitäten für die Produktion von OEM-Instrumenten von Takamine und Fender hatte. Aber schon viele Jahre lang hatte man nichts mehr in diese Fabrikation investiert, weil die politische Lage unsicher war – Taiwan war ja bis vor kurzem noch von China unabhängig, und man wusste nicht wie sich die Situation zuspitzen würde.

Zudem hat sich die wirtschaftliche Lage und vor allem die Lohnsituation nach dem Zusammenschluss mit China so verändert, dass die Produktion dort viel zu kostenintensiv wurde. Yamaha hatte aber die Zeichen schon früh erkannt, und neben einer eigenen Produktion in Indonesien, wo auch schon seit vielen Jahren die preisgünstigsten Einsteigermodelle gefertigt werden, und einer Produktion in Korea, schon 2003 mit dem Bau einer weiteren eigenen Fabrik in Hangzhou, China, begonnen, die dann 2004 die Produktion aufnahm. Dort werden Akustik-Gitarren und Klaviere gefertigt.

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Yamaha LL-TA & LS-TA (Bild: Dieter Stork)

Yamaha hat außerdem im Vergnügungsviertel Shibuya von Tokio eine Anlaufstation für nationale und internationale Künstler geschaffen. Im ART sind Instrumente ausgestellt, eine kleine Werkstatt kann Reparaturen durchführen, und ein perfekt ausgestattetes Studio dient zum ausführlichen testen und probieren von Instrumenten.

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Die Firmengeschichte von Yamaha

Seit der Gründung im Jahr 1887 stellt Yamaha Musikinstrumente her, und bietet ein umfassendes komplettes Programm von akustischen Instrumenten – mit dem Focus auf Pianos und Holzblasinstrumenten – bis zu digitalem und elektronischem Equipment. Hier die wichtigsten Stationen:

1887: Firmengründer Torakusu Yamaha hatte ein Harmonium zur Reparatur bekommen. Er war so begeistert, dass er ein eigenes Instrument anfertigte. Sein erstes selbstgebautes Harmonium transportierte er zu Fuß von Hamamatsu nach Tokyo – das sind ca. 250 km! − um es dort vom Tokyo Institute of Music begutachten zu lassen

1889: Schon 2 Jahre später hatte die neue Firma 250 solcher Instrumente gefertigt.

1897: Die Firma erhält die offizielle Bezeichnung Nippon Gakki Co. Ltd., kurz darauf werden auch die Stimmgabeln als Firmenzeichen eingeführt.

1900: Ca. 1900 wird das erste Klavier gebaut, und zwei Jahre später die Serienfertigung aufgenommen.

1930: Das weltweit erste Akustik-Labor wird gegründet. Ingenieure werden zu Studien nach USA und Europa geschickt.

1954: Es werden die Orgel-Wettbewerbe durchgeführt, und es entstehen die ersten der bis heute erfolgreichen Yamaha Music Schools.

1955: Die Yamaha Motor Co. Ltd. wird gegründet.

1959: Die Produktion der Yamaha D-1 Electone Electronic Organ beginnt.

1965: Yamaha produziert die erste Trompete, Modell YTR-1. 1987: Anlässlich des 100. Jubiläums wird der Firmenname in Yamaha Corporation geändert.

1996: Die erste Yamaha-Website wird ins Internet gestellt.

2005: Umweltschutz ist vorrangig: Alle Yamaha-Fabriken in Japan erfüllen den „Zero Emission Standard“. In Indonesien wird eine Initiative zur Aufforstung der Wälder gestartet. In der Firmenzentrale in Hamamatsu sind einige der ursprünglichen Instrumente sowie neue Modelle ausgestellt und zeigen eindrucksvoll die Entwicklung dieser Firma.

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Hamamatsu

In dieser Millionenstadt befindet sich das Yamaha Headquarter, die Abteilungen „Pro Audio“, „Electronic Keyboards“ und die Fabrik „Toyooka Plant“, wo die berühmten Yamaha-Flügel gefertigt werden, aber auch Blasinstrumente wie Saxofone, Trompeten u. v. m. In Hamamatsu befindet sich auch der Custom-Shop für Yamaha Gitarren; hier werden Prototypen, Sonderanfertigungen, exklusive Konzert-Gitarren und auch die berühmteste Yamaha E-Gitarre, die SG2000LTD, gefertigt.

Für exklusive Konzert-Gitarren wird hier z. B. noch der natürliche Schellack verwendet, eine äußerst aufwendige Art des Finishing, das auszusterben droht – schön, dass es hier noch angewendet und gelernt wird. Auch dient dieser Custom-Shop der Ausbildung der Gitarrenbauer, die alte Traditionen vermittelt bekommen, um sie dann in den anderen Fabriken umzusetzen.

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Yamaha Music Craft

In einem Vorort von Hamamatsu befindet sich die Yamaha Music Craft, eine Akustik-Gitarren-Fabrik, in der die exklusiven und hochwertigsten Instrumente der Yamaha-Produktlinie gefertigt werden. Das Motto: „State of the Art craftmanship“ steht hier ganz oben. Es werden die hochwertigen akustischen Gitarren der Serien L (26 und 36), die CPX15II Serie, die Konzert Gitarren GC21, GC31 und GC41 und die Klassiker FC gefertigt, aber auch die exklusive Signature-Semikakustik-Gitarre CV820WBWes Borland (Limp Biskit), sowie die Serienmodelle der vor über 30 Jahren durch Carlos Santana berühmt gewordenen SG; außerdem wird der E-Bass TRB5 hier gefertigt. Und natürlich die einzigartigen Silent-Instrumente (Silent Guitar, Silent Violin usw.).

Außerdem werden hier einige Percussion-Instrumente wie Xylophone, Marimbas, Pauken und Chimes hergestellt.

Viel wichtiger aber ist die Fabrik, weil sie als Modell für die anderen Produktionsstandorte in China und Indonesien dient: Hier werden auch die Vorarbeiter ausgebildet, und der Herstellungsprozess wird perfektioniert. Gitarrenbauer erhalten die Möglichkeit, ihr Wissen weiterzugeben. Es wird eine gesunde Mischung aus traditioneller Handarbeit und moderner Fertigung gelehrt und gelernt. Absolut modern ist z. B. die UV-Lackierung, die die Trocknungszeit auf ein absolutes Minimum reduziert.

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Die Philosophie von Yamaha

Yamaha ist ein großer Konzern. Aber neben allem Streben nach Größe, nach Umsatz und Marktanteilen muss man der Firma zu Gute halten, dass dieser Hersteller im Gitarrenbau Traditionen fortführt, Handwerkskunst bewahrt und weiterhin neben allen Großserien auch die Musiker und Künstler im Auge behält und ihnen gute und perfekte Instrumente liefert. Und dass Yamaha viele der kleinen Details und Kniffe auch in die Großproduktion weitergibt und somit auch den Musikern mit kleinerem Geldbeutel ausgezeichnetes Handwerkszeug in gleichbleibender Qualität anbietet.

Text: Dieter Roesberg

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Tradition im Yamaha Gitarren-Museum

Tradition gilt in Japan gemeinhin als großer gesellschaftlich-kultureller Wert und ein Unternehmen von Weltruf wie Yamaha verweist mit einigem Stolz auf seine tiefgreifende, mehr als 60 Jahre zurückreichende Geschichte im Bau von akustischen Gitarren.

Das firmeneigene Gitarrenmuseum präsentiert dem Besucher demgemäß Modelle in großer Vielfalt – nicht nur eigene, sondern auch historisch maßgebliche Instrumente anderer Hersteller – die über Jahrzehnte gesammelt, analysiert, gepflegt und katalogisiert wurden.

Eine Ausstellung, die Zeugnis ablegt über den ambitionierten Gestaltungswillen, im Sektor der Konzertgitarre als auch im amerikanisch vorgeprägten Bereich der Steelstring eine eigene Position und authentische Stimme zu finden. Eindringlich vermittelt diese Kollektion aber auch die Beständigkeit in der Modellentwicklung und die damit einhergehende Fortschreibung im Gitarrenbau.

Mehr noch, man verweist für den Konzertgitarrenbau sogar auf die direkte Linie zum Erfinder der modernen klassischen Gitarre Antonio de Torres, dessen Prinzipien über die ihm nachfolgenden Schüler Eduardo Ferrer und Manuel Hernandez Eingang in den japanischen Gitarrenbau gefunden haben.

Ferrer unterstützte Yamaha in den 60er-Jahren beim Aufbau des Custom Shops und bei der Entwicklung der großen Modelle GC5, GC7 und GC10; 1973 kam dann auch noch der renommierte spanische Gitarrenbauer Manuel Hernandez für sechs Wochen nach Hamamatsu, um die Fertigkeiten der Gitarrenbauer im inzwischen etablierten Custom Shop weiter zu vervollständigen.

Darüber hinaus förderten prominente Spieler wie Narcisco Yepes, Leo Brower und Eduardo Falu die ambitionierten Yamaha-Entwickler, ließen sich ihre ganz persönlichen Instrumente bauen, kommentierten die Klanggestaltung und spielten die Gitarren natürlich auch in ihren Konzerten, ja selbst Maestro Andrés Segovia half Yamaha bei der Entwicklung des GC70C Grand Concert Custom Model, und die brasilianische Legende Baden Powell spielte seine geliebte GC71 in den letzten 10 Jahren seines Lebens beinahe ausschließlich.

Yamaha Custom Workshop

Wie ein Relikt aus längst vergangener Zeit wirkt denn auch der abseits von der Serienproduktion platzierte kleine Custom Workshop, in dem in Hamamatsu auch heute noch von alten erfahrenen Männern auf vollkommen traditionelle Art mit Hingabe Konzertgitarren gebaut werden. Bereits 1946 stellte Yamaha erste eigene klassische Gitarren vor und bis heute pflegt man den inspirierenden Geist dieser Quelle.

Kaum zu glauben, dass in dieser hochmodernen Firma auch aktuell noch ein höchst filigranes Kunsthandwerk gepflegt wird, das, um nur ein Detail zu nennen, nach einer 30-tägigen Schellackpolitur mit rund 30 Aufträgen pro Tag durch einen allein dafür zuständigen Spezialisten verlangt. Ein derart konsequent ausgeführtes, akribisches Handwerk macht den hohen Preis der Meisterinstrumente verständlich, von denen auch lediglich etwa drei pro Monat erstellt werden.

Im Yamaha Custom Shop arbeiten zurzeit sechs erfahrene Gitarrenbauer an klassischen Gitarren und darüber hinaus werden in der Music Craft-Fabrik nebenan u. a. auch die elektrischen und akustischen Custom Lines gefertigt.

Steelstring-Akustik-Gitarre

Die Geschichte der Steelstring-Akustik-Gitarre beginnt 1966 mit den Modellen FG150 und FG180. Es folgten 1971 die Modellversionen FG 1500, FG 2000 und FG 2500 und bereits 1974 wurde die erste Generation der L Series ins Rennen geschickt. Nach und nach kamen weitere Modelle heraus: 1983 CWE (FN & CN), 1987 APX Series, 1998 CPX Series, 2001 die Silent Guitar, 2011 die Gitarren der A Series mit S.R.T. Tonabnehmer-System, dazwischen Reissues und die Einführung von zeitgerechten Innovationen, wie 2008 etwa das A.R.E.-Verfahren zur effektiven Holztrocknung.

Die erfolgreiche L-Serie wurde im Laufe der Zeit immer wieder durch eine jeweils neue Generation abgelöst. Die vierte überarbeitete Neuauflage dieses Evergreens war denn auch Anlass für diese Factory Tour. Als Spieler zeigten sich Stars wie Paul Simon, James Taylor, John Denver, Bert Jansch, Bob Seger, Bruce Springsteen, Jimmy Page und viele andere mehr mit Yamaha-Acoustics.

Text: Franz Holtmann (Gitarre & Bass 3/2014)

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Welche Yamaha Gitarre eignet sich für Anfänger?

Eine klassische Yamaha Anfänger-Gitarre ist die C40. Mit rund 120 Euro ist die Konzertgitarre günstig und weist dennoch einen guten Klang auf. Das Griffbrett ist aus Palisander, Boden und Zargenelemente aus Meranti und die Decke aus Fichte. Ebenfalls preisgünstige Modelle für Einsteiger sind die Yamaha C40 BL, Yamaha C40M, CX40 II und die Yamaha CG-Serie. Auch für den Nachwuchs hat Yamaha mit der CGS102 eine Kindergitarre für Anfänger im Sortiment. Preis: ca. 110 Euro.

Yamaha E-Gitarren im unteren Preissegment findet man in der Pacifica Serie, die schon seit 1990 auf dem Markt ist. Den Test der Yamaha Pacifica 311H E-Gitarre könnt ihr hier nachlesen.

Ebenfalls für Anfänger zu empfehlen ist das Yamaha YT-100 Stimmgerät für Gitarre und Bass.