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Mark Knopfler & Dire Straits: Sultans Of Swing

In kaum einem Testbericht der vielen Gitarren, die dem wegweisenden Konzept von Leo Fenders Stratocaster folgen, fehlt die Antwort auf die Frage, ob das unter die Lupe genommene Instrument in der Lage ist, den authentischen „Knopfler-Sound“ zu reproduzieren.

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Der glasige Ton, den der Mastermind der Dire Straits seiner Gitarre entlockte, wurde quasi über Nacht, gegen den Trend der späten noch vom Punk geprägten 70er Jahre, zur Ikone ehrlicher, handgemachter Musik, deren Roots irgendwo im weiten Feld zwischen Country, Blues, Chet Atkins und Bob Dylan zu suchen sind. Fast jeder weiß, daß der Fünfweg-Schalter zur Pickup-Anwahl in der zweiten Position (die beiden dem Hals zugewandten Singlecoils sind dann aktiv) eine wichtige Vorbedingung für den amtlichen Knopfler-Ton erfüllt.

Schon nicht mehr Allgemeingut ist die Tatsache, dass die Urversion der Strat sich nur mit viel Fingerspitzengefühl dazu bewegen ließ, die beliebten Sounds in den Zwischenstellungen von sich zu geben. Denn noch bis ca. 1977 waren Fender Strats ab Werk mit einem Dreiwegschalter bestückt, und dessen Fünfweg-Variante avancierte zu einem der beliebtesten Replacement-Parts.

Wer so weit geht, zu behaupten, dass Knopflers Sound zu einem größeren Anteil auf das Konto einer raffinierten Kombination von Legatospiel der linken und Fingerpicking der Hand geht, und der gespielte Gitarrentyp nur die zweite Geige spielt, macht sich schon fast der Ketzerei schuldig. Dieser Workshop wird Marks Spieltechnik so umfassend analysieren, dass jeder selbst zu Hause nachprüfen kann, was an der oben aufgestellten These dran ist.


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Spieltechnik

Mark verzichtet auf ein Plektrum. Für die Abschläge ist der Daumen (D) zuständig, dessen letztes Glied fast parallel zu den Saiten liegt und diese durch eine kurze, kräftige Bewegung nach unten anschlägt. Gegenspieler ist der Zeigefinger (Z), dessen zwei letzte Fingerglieder in einem fast rechten Winkel zum Handrücken ihre ideale Ausgangsposition für ebenfalls energische Aufschläge finden. Durch unterschiedliche Anschlagstärke lassen sich viele verschiedene Sounds erzeugen, vom zarten Streicheln der Saite bis hin zu derbem Anreißen, das dann schon fast wie das Popping der Bassisten klingen kann.

Eine erste Übung, um mit dieser Grundtechnik vertraut zu werden, besteht darin, auf nur einer Saite und einem gegriffenen Ton langsam und gleichmäßig durchgehende Achtelnoten im Wechselschlag (D, Z, D, Z, D, Z …) zu spielen. Für schnelle Passagen über drei benachbarte Saiten kommt oft der Mittelfinger (M) als Helferlein ins Spiel.

Das Lick stammt aus der F-Dur-Pentatonik. Spielt es zunächst ganz langsam durch und beachtet genau die unter den Noten mit fetten Buchstaben angegebenen Anschlagsmuster. Die linke Hand füllt mit den üblichen Legatotechniken (in den Transkriptionen an den fetten Buchstaben über den Noten erkennbar) nahtlos die Lücken der rechten Hand. Das ausgefuchste Wechselspiel sollte zunächst an einzelnen Takten langsam eingeübt werden, bevor längere Passagen in Angriff genommen werden können.

Bei den Anschlagsmustern der rechten Hand sind natürlich Varianten möglich. Wer partout nicht von seiner geliebten Plektrumtechnik lassen will, kann natürlich die Licks auch in gewohnter Manier spielen, muß aber mit einigen deftigen String-Skips fertig werden.

Harmonik

Mark verwendet Dur- und Moll-Pentatoniken, Dreiklang-Arpeggien , Dur- und Molltonleitern, Chromatik und schon fast jazzige Dominantlines.

Equipment

Bei der Studio-Session für die Originalaufnahme von ‚Sultans Of Swing‘ (1978) wurde eine Fender Strat über drei verschiedene Amps (Roland Jazz Chorus, Fender- und Music-Man-Combo) verstärkt und auf drei separate Spuren aufgenommen.

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Kommentare zu diesem Artikel

  1. wie man bei mark knopfler bei z.b. min 1.34 sieht, benutzt er die pickup-stellung 2 wo die 2 pickups bridge und middle aktiv sind – und nicht wie im artikel beschrieben: die beiden dem Hals zugewandten Singlecoils sind dann aktiv) eine wichtige Vorbedingung für den amtlichen Knopfler-Ton erfüllt.”

    der knopfler ton ist hörbar mit bridge pickup!! 😉

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  2. Maxx’s Komentar ist 100% richtig. Die 4te Schalter Position ist allerdings bei MK auch keine Seltenheit, unter anderem – aber besonders – im Soundtrack von Local Hero. Mann kann gar nicht schnell genug hinzufuegen, das MK sich wie MK anhoert, egal welche Gitarre man ihm in die Hand drueckt.
    Wer sich intensiver mit dem Thema befassen moechte solte, sich Ingo Raven’s website MK-guitar ansehen. Ingo hat es geschafft, sich den authentischen Knopfler-Stil anzueignen, und viele Feinheiten kompetent weiterzugeben. Viel Spass!

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