In eigener Sache

Design & Visionen: Neue Wege im Gitarrenbau

Gitarre & Bass Cover
Titelfoto: Relish Guitars Walnut Jane, fotografiert von Dieter Stork.

Folgende Statements höre ich ganz häufig:

Gitarristen sind konservativ! Sie spielen hauptsächlich Vintage-Gitarren oder Gitarren im Vintage-Stil.

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Moderne Gitarrenbauer kopieren doch nur bekannte Modelle bzw. Klassiker.

Beide Aussagen sind falsch! Natürlich kann man ein Instrument wie die Gitarre oder den Bass, das auf den Gesetzen der Physik basiert, nicht täglich neu erfinden und unendlich weiterentwickeln. Aber ohne die verrückten, visionären und oftmals gegen den Strom schwimmenden Gitarrenbauer und ohne Gitarristen, die sich auch trauen weiterentwickelte, moderne Instrumente zu benutzen, gäbe es unsere heutige Musik nicht.

Meine Lieblings-Aussage zu diesem Thema ist übrigens:

Jimi Hendrix hat nur Vintage-Equipment benutzt!

Mal kurz nachrechnen: Die Stratocaster war immerhin schon ca. zwölf Jahre am Markt, der Marshall sechs, WahWah, Fuzz Face, Univibe und Spiralkabel (!) waren brandneu, als Hendrix 1967 Pop-Star wurde!!! Hendrix hat also durchaus aktuelles Equipment gespielt – meist waren es sowieso ganz neue Gitarren von der Stange. Und was heißt in dem Zusammenhang überhaupt Vintage? Leo Fenders Telecaster, Stratocaster und der Precision Bass sind heute Klassiker – sie waren in den 50er-Jahren aber revolutionäre, neue Instrumente – modernstes Equipment!

Selbst die traditioneller designte Gibson Les Paul war 1952 eine für manchen Gitarristen irritierende Sensation. Gar nicht zu reden von Flying V und Explorer, die 1957 wie Raumschiffe gewirkt haben müssen. Auch Rickenbacker-Bässe waren zu ihrer Zeit außergewöhnlich futuristisch und mit ihrem Sound prägend für die folgenden Dekaden. Solche Innovationen haben nie aufgehört und auch heute noch werden außergewöhnliche Gitarren und Bässe gefertigt, die Potenzial für die Zukunft haben und die vielleicht irgendwann dann auch mal zum Mainstream werden – um weitere zehn Jahre später im Focus der Vintage-Fanatiker zu landen.

In unserer neuen Ausgabe widmen wir uns schwerpunktmäßig der immerwährenden Suche nach alternativen Wegen im E-Gitarren- und E-Bass-Bau! Unser Autor Dirk Groll hat es in seinem Artikel so ausgedrückt: „Zukunft war schon immer!“ Natürlich stellen wir auch einige neue, moderne Instrumente vor, u.a. von Aristides, Relish, Tao, BassLab und Electric Guitar Company.

Die Zukunft wird zeigen, welche der neuen Ideen und neuen Wege von den Musikern angenommen werden, welche vielleicht die Musik beeinflussen werden – und vor allem, über welche dieser Instrumente man in ein paar Jahren noch reden wird.

Viel Spaß beim Lesen!

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