„Prince hat stets 100 Prozent gegeben. Er wollte immer nur Musik machen …“

Bassprinzessin: Ida Nielsen im Interview

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Könntest du erklären, was du von Prince gelernt hast?

Ich weiß nicht, wo ich da anfangen sollte, denn ich habe unfassbar viel von ihm gelernt. Prince war der „Master of everything“. Vor allem war er perfekt darin, die richtigen Live-Arrangements zu entwickeln. Davon habe ich später bei den Medleys meiner eigenen Band sehr profitiert. Außerdem hat Prince stets 100 Prozent gegeben. Er wollte immer nur Musik machen, nie woanders sein, er war voll auf das konzentriert, was er machte. Deshalb umgab ihn diese unglaubliche Aura. Seine Fans haben intuitiv gespürt, dass Prince und seine Musik eine absolute Einheit waren. Von ihm ging pure Magie aus. Bei ihm habe ich mir abgeschaut, wie man mit seiner Musik verschmilzt, wie man beim Spielen an nichts anderes denkt, sondern in diesen besonderen Momenten komplett in die Musik versunken ist.

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War es in menschlicher Hinsicht leicht, mit Prince zu arbeiten?

Oh ja, in seiner Band herrschte ein großes Zusammengehörigkeitsgefühl, jeder hat den anderen unterstützt. Er schaffte es, das Beste aus seinen Bandmitgliedern herauszuholen. Prince wollte, dass alles und jeder perfekt ist. Er hat es geschafft, Dinge aus uns herauszuholen, die wir selbst nicht für möglich gehalten haben. Auf diese Weise hat er die spielerischen Grenzen ständig weiter nach oben verschoben. Dabei sind oft Dinge herausgekommen, mit denen wir selbst nicht gerechnet hätten. Das ging nicht nur mir so, sondern auch seinen anderen Musikern. Es war harte Arbeit, aber immer eine mit einem großen Belohnungspotential.

Lass uns über deinen Signature-Bass sprechen: Was zeichnet ihn aus?

Für mich ist der Sandberg eine perfekte Mischung all jener Features, die mir bei einem Instrument wichtig sind, also das Holz, das Gewicht, die Balance, der Ton. Mein Sandberg California ist sehr einfach zu spielen, hat einen ausgesprochen guten Sound und die ideale Pickup-Konfiguration, die ich mir in der Werkstatt von Sandberg selbst aussuchen durfte. Dadurch passt der Bass zu nahezu allen Arten von Musik. Je nachdem, wie man ihn spielt, klingt er mal oldschool wie etwa bei Larry Brown oder auch moderner. Ich mag es, wenn ein Bass etwas oldschool klingt, also nicht ganz so weit vorne im Gesamtsound, nicht so HiFi-mäßig, sondern eher etwas bedeckt.

Welches Holz hast du gewählt?

Ich mag Ahorn-Hälse und Erle-Korpus, diese Kombination klingt perfekt, wenn man viel slappen möchte. Sandberg hat übrigens ein neues Holz gefunden, das ebenfalls super klingt und deutlich leichter ist als andere Holzsorten. Die neue Generation meines Signature-Basses wird aus diesem leichteren Holz gefertigt werden. Ich finde das großartig, denn je schwerer ein Bass ist, umso mühsamer ist es auf Tour, ihn zu transportieren und zu spielen.

Das bedeutet, dein Signature-Bass wird von Zeit zu Zeit überarbeitet?

Und darüber hinaus.

Was heißt das?

Ich darf noch nichts verraten, aber es bleibt spannend, so viel kann ich schon sagen. Ich freue mich riesig auf das, was da noch kommen wird.

Eich T-1000 (Bild: Matthias Mineur)

Wie bist du zum Eich-T-1000-Amp gekommen?

Eher durch Zufall. Während einer Europatour, bei der mir mein damaliger Endorser meinen Amp nicht bereitstellen konnte, bekam ich als Ersatz den T-1000 zur Verfügung gestellt. Ich war sofort total begeistert, da dieser Verstärker perfekt zu meinem Bass passt. Darüber hinaus klingt er bei allen Bässen absolut super, weil er die typische Klangcharakteristik des jeweiligen Instruments perfekt unterstützt. Ich liebe diesen natürlichen Ton, der gleichzeitig offen, kraftvoll, klar und auch ein wenig crispy klingt.

Wozu brauchst du dann zusätzlich den Skrydstrup-Caveman-Preamp?

Das habe ich mich auch gefragt. Aber mein Soundmann bat mich darum, weil er sich davon einen besseren PA-Sound erhoffte. Er hatte Recht, wie ich anschließend selbst feststellen konnte. Viele Leute machen während meiner Show Aufnahmen mit dem Handy, die man dann anschließend im Netz finden kann. Dort konnte ich den Unterschied hören, den dieser Preamp bewirkt. Man hört jetzt das gesamte Spektrum meines Basses auch im PA-Sound. Ich dachte: „Wow! Wer hätte damit gerechnet?“ Ja, der Caveman bringt es wirklich!

Der Caveman-BP1-Preamp + Line 6 HX Stomp XL (Bild: Matthias Mineur)

Letzte Frage: Was steht in diesem Jahr noch so in deinem Terminkalender?

Ich werde im Sommer in Norwegen ein klassisches Stück mit einem Symphonie-Orchester aufnehmen, für das ich direkt im Anschluss an diese Tour intensiv üben muss. Ich habe zwar schon mit den Proben begonnen, aber es ist wirklich eine riesige Herausforderung. Ansonsten werden wir im Sommer einige Festivals spielen und im Herbst die Europatour fortsetzen. Zudem wurde im Juni mein neues Studioalbum ‚More Sauce, Please!‘ veröffentlicht. Es ist also einiges los bei mir!


(erschienen in Gitarre & Bass 09/2023)

Produkt: Gitarre & Bass 5/2022 Digital
Gitarre & Bass 5/2022 Digital
IM TEST: Zoom B6 +++ Framus Wolf Hoffmann WH-1+++ Valco FX KGB Fuzz, Bloodbuzz und Five-O +++ Sandberg California Central +++ Origin Effects Bassrig +++ Lava ME 2 Freeboost & ME 3 +++ One Control Strawberry Red +++ Fender Player Plus Meteora HH & Active Meteora Bass +++ Marshall 2525H & JVMC212 Black Snakeskin LTD

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