Gelungener Einstieg in die Profi-Klasse!

Test: Palmer Orbit 11 – Ein Kraftzwerg!

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(Bild: Adam Hall)

KLANG UND VERGLEICH

Es ist nicht leicht, den Klang eines Lautsprechers für alle verständlich in Worte zu fassen. Ich will dennoch mein Bestes geben. Als Vergleichswerte, die bei der Einordnung des Geschriebenen helfen sollen, kann ich auf Direktvergleiche mit zwei weiteren Monitoren zurückgreifen:

  • Focal Alpha 65 (altes Modell, nicht Evo)
  • Neumann KH 120 II

Nach dem Einschalten der Orbit macht sich deutlich hörbar ein Eigenrauschen bemerkbar. Dies wird bedeutend schwächer, wenn das Pad auf -20dB eingestellt wird. Im Vergleich der drei Modelle säuseln die Orbit am auffälligsten.

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(Bild: Adam Hall)

Ob das Rauschen stört, hängt von vielen Faktoren ab. Neben der eigenen Toleranz spielt auch die Geräuschkulisse der Umgebung und natürlich die Abhördistanz mit herein. Meinen Besuch, dem ich die Lautsprecher vorgeführt hatte, hat es nicht gestört.

Der Frequenzgang der Orbit 11 ist im Freifeld dank internem DSP schnurgerade. In meinem Raum erreiche ich am Abhörplatz eine lineare Wiedergabe mit ±2,5dB Toleranz.

Beim Abspielen der ersten Testtracks komme ich nicht umhin, etwas dümmlich in mich hineinzugrinsen. Was diese Lautsprecher mit der Grundfläche eines DIN-A4-Blatts abliefern, ist nichts weniger als beeindruckend. Trockener, drückender und vor allem wirklich tiefer Bass füllt den Raum. Die Tiefbass-Eskapaden der Band Noisia werden derart souverän wiedergegeben, dass ich im Blindtest definitiv einen gut eingestellten Subwoofer im Setup erwartet hätte.

Dank des 3-Wege-Systems hat die sichtbar starke Auslenkung der Tieftöner keinen negativen Einfluss auf die Wiedergabe der Mitten, weshalb der Klang auch bei gehobenen Lautstärken transparent, klar und punchy bleibt. Im Vergleich zu den Focal ist das Klangbild über alle Frequenzbereiche ausgesprochen klarer und druckvoller.

Ziehe ich die Neumann als Vergleich heran, fällt vor allem die Wiedergabe der Mitte und die Stereobühne auf. Während die Neumann sehr präsent aufspielen und die Phantommitte direkt vor meinem Gesicht platzieren, schaffen die Orbit 11 eine spürbar weitere Bühne. Der Klang gestaltet sich räumlicher und etwas mehr wie aus einem Guss.

(Bild: Adam Hall)

Insbesondere bei kurzen Abhördistanzen sind die Ortbarkeit und das Stereobild der Orbit 11 wirklich beeindruckend. Hier dürften sich die etwas weitere Abstrahlcharakteristik des Hochtöners sowie die koaxiale Bauweise entsprechend auswirken.

Im Mittenbild gestalten sich die Orbit 11 als unangestrengt, klar und unaufdringlich. Die Focal zeigen sich hier deutlich matschiger und die Neumann bringen insbesondere die Tiefmitten stärker zur Geltung, beinahe (!) in einem unnatürlichen Maße.

Bei sehr hohen Abhörpegeln schalten sich Limiter zum Schutz der Membranen (und Ohren) dazu, eine Zerstörung durch unvorsichtig gewähltes Abhörmaterial ist also quasi ausgeschlossen. Im Test erreichten die Lautsprecher im Nahfeld allerdings bereits ohrenbetäubende Pegel bevor die frontseitige LED mit rotem Leuchten die Aktivität der Limiter signalisierte. Sorge um begrenzte Dynamik muss man also zumindest bei kurzen Abhördistanzen nicht haben.

RESÜMEE

Das Hören, Produzieren und auch Musizieren über die Orbit macht ungeheuren Spaß. In Anbetracht des Preises wirken die technischen Eckdaten fast schon unglaublich, umso positiver bin ich gestimmt, dass sie auch tatsächlich eingehalten werden, was im Audio-Segment nicht ganz selbstverständlich ist.

Im typischen Homestudio ersetzen die Orbit 11 dank 3-Wege-Konzept und potenter Endstufe mühelos ein Setup mit dediziertem Subwoofer, ohne an Detailtreue einbüßen zu müssen. Ein gelungener Einstieg in die Profi-Klasse. Hut ab!

PLUS

  • kompakt
  • massives Aluminiumgehäuse
  • Klang
  • echter Tiefbass

MINUS

  • kein Standby
  • Rauschen kann stören

Übersicht

Fabrikat Palmer
Modell Orbit 11
Typ Nahfeldmonitor
Leistung 2x 40W, 1x 320W RMS
Frequenzgang (-3dB): 28 Hz – 28 kHz
Bestückung 2x 8″ LF, 6.5″ MF, 1″ HF
Gewicht ca. 14 kg
Bedienfeld 3 Taster, Netzschalter
Größe 216 x 293 x 292 mm
Preis (Street) ca. € 789 pro Stück

 

(erschienen in Gitarre & Bass 08/2026)

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