Classiker:

Gibson Les Paul Custom im Test

Obwohl die Les Paul ein ungebrochen erfolgreicher Klassiker ist, der eigentlich keinerlei Verbesserungen bedarf, ist Gibson dennoch stetig bemüht, die Modellpalette aktuell zu halten und bietet in den verschiedenen Serien technische Veränderungen im Detail und optisch neue Varianten an. So geschehen auch bei den Les Paul Classics.

Les Paul Classic Custom.01

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Konstruktion

Diese Serie wurde kürzlich um die Les Paul Classic Antique (G&B 04/2007) und die vorliegende Les Paul Classic Custom erweitert. Über die Konstruktion einer Les Paul muss man keine großen Worte verlieren. Mahagoni-Hals trifft eingeleimter Weise auf ahornbedeckten Mahagoni-Korpus. Der Klopftest verrät, dass der Body, wie auch schon bei der LP Classic Antique, über Hohlkammern verfügt. Das Griffbrett ist aus fein gemasertem und schön dunklem Ebenholz, schließlich haben wir es hier mit einer LP Custom zu tun. Dem allerdings widerspricht die Verwendung von Trapez-Inlays im Griffbrett; Block-Inlays wären die standesgemäße Variante gewesen.

Les Paul Classic Custom.03Weiterhin hat die Classic nur ein vorderseitiges Korpus-Binding und auf der Kopfplatte findet sich auch nicht das typische Custom-Rauten-Inlay, sondern eine Krone, wie man sie beispielsweise von einer SG kennt. Die 22 Bünde im Medium-Jumbo-Format sind sauber abgerichtet und poliert, die BundEnden vom Hals-Binding überzogen. Hier kommt auch schon die erste Neuerung. Wohl angeregt durch den Custom-Shop-Murphy-Aged-Run hat der Hersteller allen Bindings der LP Classic Custom eine sehr vergilbte Lackierung spendiert, die ein bisschen Vintage-Flair aufkommen lässt. Das ist allerdings die einzige Konzession ans vorgetäuschte Alter; also keine Angst vor künstlich zugefügten Kratzern oder Macken. Vielmehr sind alle Oberflächen sauber lackiert und poliert, deckend schwarz versteht sich.

Bei der Hardware, Stoptail und Tune-o-matic am einen, Grover-Mechaniken mit Tulpen-Flügen am anderen Saiten-Ende, handelt es sich Custom-gemäß um die Goldausführung. Und auch die Glocke, welche den Zugang zum Halsstab verschließt, kommt gülden … edel, edel. Die nächste Neuerung sind die Tonabnehmer. Anstelle der ansonsten in der Classic-Serie verbauten 496R und 500T mit Keramik-Magneten, kommen hier die gemäßigten Classic-57-Humbucker mit offenen Spulen und goldenen Polepieces zum Einsatz. 7,98 kOhm beim Steg- und 7,71 kOhm beim Hals-PU misst das Multimeter. Geschaltet und verwaltet werden beide Tonabnehmer ganz konventionell via Dreiweg-Toggle und jeweiligem Volume- und Tone-Poti.

Praxis

Les Paul Classic Custom.02Geringes Gewicht, gutes Werks-Setup und ein D-Halsprofil, mit dem wohl jeder zurechtkommen dürfte – die Les Paul Custom Classic fühlt sich einfach gut an. Auch das akustische Klangbild erscheint bekannt, bekommt allerdings durch die Hohlfräsungen eine perkussive und knackige Note hinzuaddiert, die aber den typischen LP-Charakter nicht verwässert. Das hat auch dem Gibson Custom Shop gefallen und so bietet dieser jetzt einige Modelle auch als sogenannte Chambered-Varianten an. Was also dazumal aus dem einfachen Grund der Gewichtsersparnis eingeführt wurde, bekommt jetzt eine ganz neue, tonale Bedeutung. Die beiden Classic-57-Humbucker transportieren all das gekonnt in elektrische Gefilde. Clean wie verzerrt steht einem hier eine breite Palette guter Sounds zur Verfügung – typisch Paula, aber mit dem gewissen Extra an Knack und Lebendigkeit.

Resümee

Klasse die Classic. Wer auf Vintage-Optik Wert legt, sich aber kein Custom-Shop-Instrument leisten kann und eine gut bespielbare und frisch klingende Les Paul sucht, sollte die hier mal anchecken.

Plus

  • Sound
  • Bespielbarkeit
  • Werkseinstellung
  • Verarbeitung

 

 

Les Paul Classic Custom

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Wie weiß ich wie alt meine gibson les Paul custom ist

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  2. Mit der Serien Nr. auf der Rückseite der Kopfplatte kannst Du im Internet recherchieren , habe ich bei meiner auch gemacht , als Ergebnis hatte ich sogar den Tag der Herstellung und auch die Nummer des Montagetisches

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