Pickepackevoll ausgestattetes Gadget für Gitarristen und Bassisten

Gadget mit Vollaustattung: Hotone Pulze Mini im Test

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(Bild: Hotone Audio)

SOUND UND PRAXIS

Für das Modeling setzt Hotone auf die besagte „CDCM HD + F.I.R.E.“-Technologie, die auch in den Ampero-Modellen zum Einsatz kommt. Folglich ist beim Pulze Mini lediglich das Äußere anders.

Die inkludierten Soundmöglichkeiten sind schon aufgrund der schieren Menge an Effekten, Amp-Models und Impulse-Responses gar nicht vollständig in einem solchen Test zu besprechen. Tatsache ist: Die kleine Kiste liefert über die verschiedenen Genre-Spektren hinweg erstklassige Sounds. Beim Durchscrollen bleibt man sicher bei dem ein oder anderen Amp-Modell mal hängen und sagt sich, ja, so mag ich es. So ging es mir beispielsweise beim „Marshell 800“ oder beim „Boger XT Red“ – wenn es um erdige Rocksounds geht. Das soll keine Hervorhebung sein, lediglich ein Beispiel. Im Grunde spiegeln die Amp-Modelle die Vorbilder sehr gut wider.

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Und mal ehrlich: Wer nutzt am Ende wirklich 52 verschiedene Amps? Man wird sich seine Handvoll Lieblinge aussuchen, daraus seine Sounds kreieren und als Preset speichern. Da sollte für jeden etwas Passendes dabei sein, was sich dann über die weiteren Parameter wie EQ und mit inkludierten Effekten wunderbar und vor allen Dingen einfach feintunen lässt. Den größten Soundeinfluss haben letztlich ohnehin die Impulse Responses. Sie sind der stärkste Eingriff in den Sound. Und da muss man konstatieren, dass neben den offiziellen von Celestion auch die hauseigenen von wirklich ausgezeichneter Qualität sind. Zudem können sämtliche IRs in der App noch mit „Low Cut“ und „Hi Cut“ angepasst werden. Auch die Effektqualität ist prima und die Effekte verleihen einem Preset entweder subtile Veredlung oder auf Wunsch auch enorme Breite. Da gibt es nichts zu mäkeln.

Nun kann man sich fragen, inwieweit sich all dies über den 2“-Lautsprecher des Pulse Mini überhaupt bemerkbar macht. Logisch, nur ein wenig. Gleichwohl kann der Hotone über den Stereo-Ausgang per Kopfhörer für leises Üben genutzt werden oder dieser Ausgang als Line-Out in ein Interface oder auch in eine FRFR-Box gesteuert werden. Das ergibt durchaus Sinn, wenn man das Gerät auf diesem Wege für Aufnahmen oder Live-Sessions verwenden möchte. Funktioniert einwandfrei und macht Laune. Stichwort Aufnahme: Der Pulze Mini kann über USB-C auch als Recording-Interface verbunden werden. So wird das Signal digital mit zwei In und Outs in 24 Bit / 48 kHz an den Rechner gegeben.

Praktisch dabei: Sofern man eine DI-Gitarrenspur in der DAW hat, kann diese darüber mit dem Hotone gereampt werden. Wem das zu aufwendig ist oder wer bereits ein anderes hochwertiges Interface im Einsatz hat, nutzt die Stereo-Mini-Klinke eben wie beschrieben als Stereo-Ausgang in das externe Interface. Die erzielten Ergebnisse sind prima. Das funktioniert übrigens ebenso gut mit Bass und Akustikgitarre. Wie schon gesagt, dazu stehen ebenfalls Presets, Amps und Cabs zur Verfügung. Gerade bei Akustikgitarren mit integriertem Pickup-System gelingen ansprechende Sounds mit den Akustik-IRs im Handumdrehen. Ein schönes Extra-Feature.

Das Haupteinsatzgebiet des Pulze Mini wird jedoch eher die Übungssituation sein. Wer viel unterwegs ist, dabei zwischendurch immer mal wieder zur Gitarre greift und wenig transportieren will, hat hier das passende Gadget im Koffer oder Gigbag. Selbst mit dem 2“-Lautsprecher kann man Spaß haben. Und der integrierte Drumcomputer mit seinen Patterns ist dabei ein zusätzliches sinnvolles Tool. Insbesondere dann, wenn man spontane Songideen hat.

RESÜMEE

Umfangreiches Soundbesteck im Taschenformat: Der Hotone Mini Pulze ist ein pickepackevoll ausgestattetes Gadget für Gitarristen und Bassisten. Jede Menge sehr gut umgesetzter Amp-Modelle, Boxensimulationen und Effekte sind an Bord. Als Übungs-Amp auf dem Küchentisch oder im Hotelzimmer, als Session- oder Aufnahme-Werkzeug oder einfach als Bluetooth-Lautsprecher im Urlaub: In diesen Situationen weiß der Pulze Mini zu gefallen. Ein echter Pluspunkt ist die Modeling-Technologie von Hotone. Zudem hat der Hersteller es geschafft, eine Steuerungs-App zu entwickeln, die zum einen im Test sehr stabil lief und zum anderen sehr einfach und intuitiv zu bedienen ist. Das Konzept des handlichen Übungs-Amps mit Qualitäten eines Schweizer Taschenmessers geht auf. Preislich ist er auf dem Level eines Standard-Effektpedals und leistet doch wesentlich mehr. Da kann man wahrlich nicht meckern. ●

Plus

  • Konzept
  • Riesige Sound- und Effektbibliothek
  • Intuitiv nutzbare Pulze Editor App


(erschienen in Gitarre & Bass 03/2026)

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