Röhrenbetriebene Mischung aus Overdrive, Distortion und Vorstufe

Die Kraft der zwei Wölfe: Lichtlærm Audio Ragnarøk im Test

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(Bild: Dieter Stork)

Pedale mit echter Röhrentechnik sind bis heute eher eine Seltenheit. Das gilt erst recht, wenn Hochvolttechnik zum Einsatz kommt und die Röhre damit tatsächlich eine Kernfunktion im Signalweg übernimmt. Die Berliner Pedal-Spezialisten von Lichtlærm Audio haben sich mit dem Ragnarøk dieser Aufgabe gewidmet.

Das breite und robust gefertigte Pedal ist in einem Metallgehäuse mit zwei Fußschaltern, vier Reglern und zwei Minischaltern untergebracht. Die schwarze Lackierung wird durch eine kunstvolle goldene Grafik des Fenriswolfs geschmückt. Gleich zwei 6N2P-Röhren leuchten dekorativ im oberen Gehäuseteil und sind dabei sicher durch Metallbügel geschützt.

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FUNKTIONALITÄT

Regelbar sind die Intensität der Verzerrung, die Klangfarbe (Tone), die Ausgangslautstärke und ein auf die Bezeichnung Cut getauftes Hochpassfilter, das zunehmend Bässe aus der Verzerrung entfernt, um das Klangbild aufgeräumter zu gestalten. Der rechte Fußschalter versetzt die Schaltung in den Bypass-Modus, der linke Fußschalter wählt zwischen drei und vier Gainstufen (grün, rot). Schließlich gibt es einen dreistufigen Bite-Bright-Schalter sowie einen Schalter, mit dem sich das Pedal ausgangsseitig zu einer autarken Vorstufe konfigurieren lässt, die sich vor einem Verstärker oder einer Endstufe nutzen lässt.

(Bild: Dieter Stork)

Hinsichtlich der Schnittstellen gibt sich das Team um Daniel Ringl minimalistisch. Hier gibt es seitlich je einen Ein- und Ausgang sowie den Anschluss für das 12-Volt-Netzteil mit einer Leistung von 1 Ampere.

Ein Wort zur Röhrenauswahl: Die 6N2P ist verwandt zu der ECC83, die sich bei Bedarf auch einsetzen lässt. Allerdings verfügt die 6N2P über eine vollständige Trennung der beiden internen Systeme sowie eine bessere Abschirmung.

PRAXIS

Das Ragnarøk versteht sich in erster Linie als Erweiterung zu vorhandenen Verstärkern im Sinne eines Distortion-Pedals beziehungsweise zusätzlicher Gain-Stufen. Die Bedienung fällt dabei überaus geradlinig aus.

Wie erwähnt, kann man das Pedal aber auch direkt am Return eines Vollverstärkers betreiben. In Kombination mit dem hauseigenen Prometheus ergibt sich so ein zusätzlicher Doppelkanal, denn dessen Vorstufe lässt sich per MIDI deaktivieren. Entsprechend lässt sich das Ragnarøk im Loop betreiben und auf Knopfdruck direkt mit der Endstufe kombinieren.

Klang und Resümee auf Seite 2

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