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DeArmond Pickups

Neben Fender und Gibson gab es einen weiteren Pickup-Pionier: Harry DeArmond, der bereits Mitte der 30er-Jahre Tonabnehmer zum Nachrüsten für akustische Gitarren anbot. Bekannt wurden DeArmond Pickups aber erst in den 50er-Jahren, als Gitarrenhersteller wie D‘Angelico, Epiphone, Gretsch und Guild diese Tonabnehmer in ihre Instrumente einbauten.

DeArmond-Dynasonic-Pickup
Gretsch Jet Firebird mit DeArmond-Dynasonic-Pickup

Die bekanntesten Demond-Modelle aus dieser Zeit sind folgende beiden Singlecoil-Tonabnehmer: Das Modell 2000, oder besser bekannt unter dem Namen Dynasonic, ist der erste Pickup mit sechs in der Höhe verstellbaren AlNiCo-Magneten (nicht zu verwechseln mit dem Polschrauben-System des Gibson P-90, der noch früher auf den Markt kam). Dieser Pickup wird, genau wie ein P-90, in eine dafür vorgesehene Fräsung in der Gitarrendecke gesetzt und mit Holzschrauben montiert.

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DeArmond-Singlecoil
DeArmond-Singlecoil von innen

Der Rhythm Chief 1000 ist ein Nachrüst-Pickup für Jazz-Gitarren, bei denen der akustische Klang des Instrumentes erhalten bleibt und die Gitarrendecke nicht aufgefräst werden muss. Dieser Pickup wurde 1954 herausgebracht und ist ein kompliziert zu bauender Einspuler. Er ist mit sechs AlNiCo-Magneten ausgestattet, die zwar nicht verstellbar, aber zur Lautstärke-Abstimmung der einzelnen Saiten unterschiedlich im Durchmesser abgestuft und auch verschieden hoch sind. So sind beispielsweise die Magnete für die tiefe E- und die G-Saite 6 mm im Durchmesser, während der Magnet für die H-Saite nur 4,5 mm dick und noch einen Millimeter kürzer ist als alle anderen Magnete. Aber das ist noch nicht alles! Harry DeArmond benutzte für die Feinabstimmung noch einen weiteren Trick: Der Spulenkörper wird zunächst nur mit vier Magneten bestückt, um den ein paar tausend Windungen Draht gewickelt werden.

Danach erfolgt die Montage der beiden Magnete für die Hund die hohe E-Saite, um dann die Spule voll zu wickeln. So werden die beiden hohen Saiten mit deutlich weniger Drahtwindungen ausgestattet, um eine gleichmäßigere Lautstärke für alle Saiten zu erzielen.

Kommentare zu diesem Artikel

  1. Warum gibt es die alten DeArmong Tonabnehmer nicht mehr. Durch die lange Schiene konnte man den Tonabnehmer über den ganzen Klangkörper verschieben, um alle Tonbereiche abzudecken. Ich habe vergleichbares noch nicht wieder gespielt. Meine erste Jazzgitarre war mit solch einem Teil bestückt -im Vergleich zu den gradezu monströsen Framustonabnehmern.
    Wer kann helfen?

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  2. Hallo Heiko,

    ich habe noch einen von 1965 in meinen Beständen. den hatte ich damals mit einer Levin gekauft, später gegen einen fest eingebauten Gibson Pickup ersetzt. das teil ist Top in Schuss, kann Dir gerne Fotos schicken falls Du Interesse hast.
    Gruß,
    Michael Zimmermann

    Berlin / m-z@urbanesgruen.de

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