G&B Testbericht

Ibanez JSA10-BK im Test

Akustik-Gitarre mit Cutaway von Ibanez, im Koffer liegend
FOTO: Dieter Stork

Satriani mit einer Acoustic? Ja klar – und als Rock-Ikone und Mitglied einer Super-Group spielt er natürlich nicht irgendeine Klampfe, sondern ein Signature-Modell. Wir haben die Ibanez JSA10-BK getestet. 

 

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Und zwar ein ultra-cooles, das Ibanez dem Meister auf den Leib geschneidert hat, damit er bei Chickenfoot die Sound-Abteilung “akustische Gitarre” amtlich im Klang und stylish in der Optik bedienen kann. Und dieses Teil können wir Durchschnitts-Shredder-Kandidaten jetzt käuflich erwerben und so Master Satch ein wenig näher sein.

Konstruktion der Ibanez JSA10-BK

Und dabei – jetzt mal Spaß beiseite – scheint es sich um ein äußerst realistisches Angebot zu handeln, denn die Zutaten sind vom Feinsten und der Preis schwebt nicht in fabulösen Star-Kult-Hemisphären.

Wir haben hier eine Mini-Jumbo-Steelstring in vollmassiver Bauweise mit einer Decke aus Engelmann-Fichte und Zargen und Boden aus Palisander. Hingucker ist hier auf jeden Fall das toll geschnittene und ebenso gearbeitete Cutaway. Ein Decken-Purfling und die Schallloch-Umrandung aus Abalone geben dem Korpus dann noch mehr Kontur. Unterstützt wird das noch von dem cremefarbenen Binding, welches auch das Griffbrett umschließt.

Das ganze Instrument – einschließlich Halsrückseite und Kopfplatte – ist schwarz lackiert, perfekt auf Hochglanz poliert und strahlt wie ein Steinway-Flügel. Der Mahagonihals ist mit einem Griffbrett aus Ebenholz belegt, dieses beherbergt 20 makellos eingesetzte, recht flache Medium-Bünde und Pearl-Dots an den üblichen Positionen. Die Saiten sind mit Endpins im Ebenholzsteg fixiert und laufen über die kompensierte Tusq-Einlage zum Ivorex-II-Sattel und weiter zu den geschlossenen Grover-Mechaniken. Zur Elektrifizierung der JSA10 ist der dezent im Schallloch platzierte Fishman Ellipse VT Preamp mit Acoustic Matrix Pickup an Bord. Die Ibanez ist insgesamt tadellos verarbeitet und eingestellt und kommt in einem schicken Luxus-Koffer mit Gurt, Kabel und div. Zubehör – eine runde Sache soweit.

Ibanez JSA10-BK in der Praxis

Die Eingewöhnungszeit auf dem flachen breiten Hals ist gleich Null. Das fühlt sich sofort großartig an und die Finger laufen frisch drauflos. Die Gitarre soll ja E-Gitarristen gefallen und mit dieser Bespielbarkeit und Saitenlage tut sie das auch ohne Abstriche bis zum höchsten Bund. Obwohl diese Ibanez auf einen bestimmten Gitarristen zugeschnitten ist, möchte ich sie als absolut vielseitigen Allrounder bezeichnen. Das Saiten-Spacing beflügelt Fingerpicker genau so wie die Saitenlage Speed-Solisten. Und auch rabiates Rhythmus-Strumming zwingt die JSA nicht in die Knie.

Am Verstärker/P.A. trumpft die dezente aber wirkungsvolle Fishman-Elektronik auf. Im Schallloch finden wir zwei Schieberegler, Volume und Tone, die sich mit dem rechten Zeigefinger sehr gut ertasten lassen und eine erstaunliche Klangvielfalt bieten. Der Tone-Fader beginnt bei „Flat“ mit einem neutralen Sound, mit dem sich gleich bestens arbeiten lässt. Schiebt man den Regler in Richtung „Scooped“, stellt man praktisch immer mehr ein V am EQ ein. Das führt am Ende des Regelweges zu einem fulminanten Rhythmus-Brett mit reichlich Bässen und Höhen. Man findet hier mit nur einem Fader auf jeden Fall einen Sound, der sich in der Band durchsetzt bzw. in der jeweiligen Räumlichkeit passt und/oder die aktuelle Spieltechnik unterstützt.

Resümee

In Bespielbarkeit und Klang eine perfekte Bühnen-Waffe. Und das wirklich nicht nur für Satch-Jünger. Tolles Instrument.

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