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Out of the Box: Pentatonik – Teil 2

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(Bild: Viacheslav Lopatin/Shutterstock)

Heute wollen wir uns damit beschäftigen, wie man aus einer einfachen A-Moll/C-Dur-Pentatonik interessante Tonfolgen generieren kann. Wie auch bei Tonleitern ist ein mechanisches Auf- und Abwärts-Spielen von Pentatonik, schlimmstenfalls sogar innerhalb einer Box, oft ein Garant für Langeweile.

Änderungen der melodischen Richtung sind ein Schlüssel zu interessanteren Riffs und Solos. Aber anstatt willkürlich die melodische Richtung zu wechseln, schauen wir uns heute Sequenzen an, die nach glasklaren Prinzipien pentatonische Melodien organisieren.

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In Beispiel 1a sehen wir die in der letzten Folge vorgestellte Zelle 1 der A-Moll/C-Dur-Pentatonik, die mit dem G am dritten Bund der tiefen E-Saite startend, vier Töne aufwärts läuft. Sequenz 1 beginnt mit A am fünften Bund der tiefen E-Saite. Von dort geht es abwärts zum nächst tieferen Ton der Pentatonik, dem G am 3. Bund.

Nach dem gleichen Prinzip bilden wir dann die Ton-Paare C-A, D-C, E-D, G-E etc. Wollen wir das Ganze abwärts spielen, müssen wir bei den Ton-Paaren die melodische Richtung drehen, um Ton-Wiederholungen zu vermeiden. So entstehen abwärts die Ton-Paare C-D, A-C, G-A, E-G etc.

Beispiel 1b zeigt, wie Sequenz 1 durch mehrere Lagen hindurch bis zum E am 12. Bund der hohen E-Saite gespielt wird. Dieser Ton ist die Wendemarke, ab da geht es wieder abwärts, die melodische Richtung dreht sich, dann wie oben gerade beschrieben. Die so entstehende Melodie lässt auf den schweren Taktschlägen (Zählzeiten: 1, 2, 3, 4 etc.) eine aufsteigende und nach der Wendemarke eine absteigende A-Moll/C-Dur-Pentatonik erklingen.

Wie man mit einfachsten Mitteln sein Vokabular erweitern kann, sehen wir in Beispiel 1c. Es entspricht fast exakt Beispiel 1b, nur lassen wir den ersten Ton A weg und beginnen mit G, aber auf Zählzeit 1. So entsteht ein neues Muster, Sequenz 2.

Ein weiterer, hochwirksamer Trick ist die Änderung der Rhythmik. Spielen wir Beispiel 1b in Achtel-Triolen, erhalten wir mit Beispiel 1d eine Line, die völlig anders klingt. Die Töne der in Beispiel 1b schon beschriebenen A-Moll/C-Dur-Pentatonik fallen jetzt nicht mehr regelmäßig auf die schweren Taktschläge, sondern liegen im triolischen Raster auf 1 + di 2 + di 3 + di 4 + di.

In Beispiel 2a lernen wir mit Sequenz 3 ein triolisches Pattern kennen, das in unzähligen Rock-Soli zu hören ist. Es funktioniert wie Sequenz 1, nur kommt als dritter Ton der Ausgangston hinzu. Die Sequenz lautet also: A-G-A, C-A-C, D-C-D, E-D-E, G-E-G etc.

Beispiel 2b führt die Sequenz dann durch mehrere Lagen hoch bis zum E am 12. Bund der hohen E-Saite und wieder zurück. Hier ändert sich die melodische Richtung nicht. Und wieder hören wir auf den schweren Taktschlägen (Zählzeiten 1, 2, 3, 4 etc.) eine aufsteigende und nach der Wendemarke eine absteigende A-Moll/C-Dur-Pentatonik.

Analog zu Beispiel 1d ändern wir für Beispiel 2c wieder die Rhythmik, dieses Mal werden aber aus Achtel-Triolen Sechzehntel. Und unsere A-Moll/C-Dur-Pentatonik erklingt jetzt auf den Zählzeiten 1 e + e 2 e + e 3 e + e 4 e + e. Viel Spaß beim Ausprobieren und Üben!

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(erschienen in Gitarre & Bass 09/2026)

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