Produkt: Since I’ve Been Loving You – Led Zeppelin
Since I’ve Been Loving You – Led Zeppelin
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Workshop

Jil’s Eartraining: Tonleitern

Abb. 1: Die Klaviatur

Zum Abschluss der Eartraining-Reihe möchte ich den Fokus auf das Verstehen und akustische Erkennen unterschiedlicher Tonleitern richten, da sie sozusagen die Zusammenfassung aller Intervalle darstellen und dabei gemeinsam mit den Akkorden das Basismaterial der gesamten Musik bilden – sei es für Melodien, Themen oder Improvisation.

Lass uns mit der fundamentalsten aller Tonleitern beginnen, gewissermaßen der Ur-Tonleiter, von der aus alles Weitere abgeleitet wird, mit C-Dur. Du findest sie in Beispiel 1, in dem ihre Töne von 1 bis 8 durchnummeriert wurden. Die Zahlen bedeuten gleichzeitig das Intervall bezogen auf den Grundton, sowie die jeweilige Stufe (z. B. 2 = Sekund zu C und 2. Stufe der Tonleiter). Bei Nummern ohne zusätzliche Angabe handelt es sich immer um große bzw. reine Intervalle (z. B. 2 = große Sekund). Die Tonabstände der Skalentöne zueinander sind vorwiegend große Sekunden (= Ganztonschritte), mit Ausnahme von zwei Stellen (zwischen 3. u. 4. und 7. u. 8. Ton), welche den Abstand einer kleinen Sekund (=Halbtonschritt) besitzen. Der Ton auf der 7. Stufe wird als Leitton bezeichnet, da er zur Oktave des Grundtons (8. Ton) hinleitet bzw. auflöst. Zum besseren Verständnis kannst du jederzeit die Klaviatur in Abb.1 zur Hilfe nehmen.

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Betrachten wir dieselbe Tonleiter beginnend von der 6. Stufe (Ton A) aus, erhalten wir in Beispiel 2 A-Moll, die parallele Molltonart zu C-Dur. Es gibt verschiedenste Formen von Moll-Tonleitern. Die ersten fünf Töne sind allerdings bei allen gleich und unterscheiden sich von Dur nur durch einen einzigen Ton, durch die Terz.

Sie ist, wie schon im Moll-Dreiklang, klein anstatt der großen Terz in Dur. In Beispiel 3 findest du die ersten fünf Töne vergleichend in Dur und Moll von C ausgehend. Spiele beide Formen abwechselnd und erinnere dich an die Abstände der einzelnen Intervalle am Griffbrett. Singe die Töne auch mit, um die Unterschiede besser zu verinnerlichen.

Das Gehörtraining Beispiel 4 stellt eine Übung zum Erkennen beider Formen dar.

Sehen wir uns nun die verschiedenen Moll-Tonleitern (von C ausgehend) im Detail an, von denen wir vier Formen unterscheiden:

  1. Wie eben besprochen die parallele Molltonart, welche eine kleine Sext und kleine Septime enthält (Beispiel 5).
  2. Harmonisch Moll in Beispiel 6, bei der die kleine auf eine große Septime erhöht wird, um auch in Moll einen Leitton zu erhalten. Zwischen dem 6. und 7. Ton entsteht dadurch ein Eineinhalb- Tonschritt, der sehr deutlich zu hören ist.
  3. Melodisch Moll in Beispiel 7, die sich aus Harmonisch Moll ableitet und bei der die kleine 6 auf eine große erhöht ist. Deshalb klingt sie wie eine Mischung aus Dur und Moll.
  4. Dorisch Moll (Beispiel 8), welches eine große 7 und kleine 7 besitzt und somit keinen Leitton. Es findet häufig Verwendung im Jazz und ist ein sogenannter Dur-Modus, genauer gesagt der zweite Modus, das heißt, er wird innerhalb einer Dur-Tonleiter vom zweiten Ton weg gebildet. In C-Dur bedeutet dies von D nach D, wie in Beispiel 9 dargestellt. Die parallele Molltonart in Beispiel 5 ist ebenso ein Modus, von der 6. Stufe ausgehend, und heißt äolisch.

Spiele die Beispiele 5 bis 8 und 10 (für Dur) öfters durch und singe mit, um die Unterschiede am Griffbrett und im Klang herauszuarbeiten.

Abb. 2: Die Dur-Tonleiter
Abb. 3: Die Moll-Tonleiter

Die Abb.2 und 3 stellen die Dur- sowie parallele Molltonleiter schematisch dar. Mit den Gehörtraining-Beispielen 11 (äolisch, harmonisch, melodisch, dorisch Moll) und 12 (selbiges inklusive Dur-Tonleiter) kannst du diese Tonleitern intensiv trainieren.

Für alle, die noch mehr ins Detail gehen wollen, möchte ich auch die verbleibenden Dur-Modes miteinander vergleichen. Grundsätzlich kann man sie in zwei Gruppen teilen, wobei erstere davon Dur-Sounds enthält. Dies wäre erstens der 4. Modus, von F nach F, der lydisch genannt wird und eine übermäßige Quart enthält (Beispiel 13) und zweitens der 5. Modus, von G nach G, mixolydisch genannt mit einer kleinen Septime ohne Leitton (Beispiel 14). Diese beiden Modes sind in den Beispielen 15 und 16 vergleichend von C ausgehend zum Spielen und Mitsingen aufgeschrieben.

Übe dazu auch das Beispiel 10, C-Dur, welches den 1. Modus ‚ionisch‘ darstellt.

Die zweite Gruppe bilden die verminderten Klänge. Zu diesen gehörten der 3. Modus ‚phrygisch‘, von E nach E, der eine kleine Sekund enthält (Beispiel 17) und der 7. Modus, von H nach H, lokrisch genannt, mit kleiner Sekund und verminderter Quint (Beispiel 18). Von allen Sounds ist dies der düsterste.

Mit den Beispielen 19 und 20 kannst du diese Tonleitern spielen und mitsingen, und somit ihre Klangvarianten verinnerlichen. Ein Hörbeispiel dazu findest du im Beispiel 21. Vergleiche zum Schluss alle Skalen miteinander und versuche, dir die Unterschiede fest einzuprägen. Gib dir bei so vielen unterschiedlichen Tonleitern aber auch etwas Zeit, all das komplexe Material zu verarbeiten!

Insgesamt hoffe ich, dass du deine Ohren und auch dein theoretisches Wissen mit dieser Reihe erweitern konntest und dir dein neues Können in vielen musikalischen Situationen weiterhilft. Alles Gute und viel Erfolg!

Auf meiner Homepage jilycreek.com findest du Infos sowie Links zu vorangegangenen Workshops!

(erschienen in Gitarre & Bass 11/2019)

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