Workshop

Instant Shredding: Tapping Workout – Teil 1

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Hallo und herzlich willkommen bei Instant Shredding! In dieser und der nächsten Ausgabe werden wir uns mit der Tapping-Technik beschäftigen – no picks allowed! 😉

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Lass mich zuerst die verschiedenen Konzepte erklären. Das hilft dir, die richtige Technik zu entwickeln. Im Begleitvideo zu diesem Workshop spiele ich alle Konzepte langsam vor. Wenn wir die traditionellen 3-Noten-Pro-Saite-Skalen nehmen, können wir die dritte Note auf jeder Saite durch ein Tapping ersetzen. Spiele diese Tonleitern langsam auf- und abwärts. Wenn du aufwärts spielst, beginne mit einem „Hammer-On from Nowhere“. Das heißt, der Zeigefinger wird einfach auf die Saite gelegt, ohne die Saite anzuschlagen. Es ist wichtig, dass alle Töne gleichmäßig klingen, übe also langsam und kontrolliert! Nun gilt es, alle sieben Fingersätze mit dieser Idee zu üben. Vergiss außerdem nicht, die 3-NotenPro-Saiten-Skalen der Harmonisch- und Melodisch-Moll-Skala zu üben und natürlich auch andere Skalen. Es braucht etwas Zeit, um diese neue Idee in die Finger zu bekommen.

Wir entwickeln diese Skalen-Idee nun weiter, indem wir sie in hexatonische Skalen einsetzen und später wie Legosteine zu langen Licks und Sequenzen erweitern. Hexatonisch bedeutet, dass es sich um eine 6-Noten-Skala handelt. Diese kann man einfach aus den ersten sechs Tönen jeder Skalenposition ableiten und dann von Oktave zu Oktave verschieben. Das gilt nicht nur für die Saitenkombinationen E+A, D+G, H+E, sondern auch für die Saitenpaare dazwischen. Übe alle Positionen und kombiniere sie! Die pentatonische Skala wird auf die gleiche Weise entwickelt, allerdings mit String-Skipping. Hier kombiniere ich die A-, G- und E-Saite zu String-Skipping-Positionen der Moll-Pentatonik. Diese Fingersätze lassen sich eins zu eins auch auf die anderen drei Saiten übertragen.

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In den Diagrammen zeige ich dir die Dur-, Moll- und Sept-Arpeggien. Bei den Dreiklängen ist das Konzept recht einfach. Der Grundton und die Terz werden mit der Greifhand gespielt und die Quinte mit dem Tapping. Diese simple Tonkombination kann dann einfach in die nächsten Oktaven weitergespielt werden, also von der A-, G- und E-Saite oder von der E-, D- und H-Saite. Die Sept-Arpeggien sind etwas anders. Hier spielen wir immer noch zwei Töne mit der Greifhand und einen Ton mit der anderen Hand, die Verteilung der Töne bei den Sept-Arpeggien ergibt jedoch einen einfachen In-Position-Fingersatz. Übe all diese Konzepte im diatonischen Kontext und in verschiedenen Tonarten.

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Beispiel 1 ist ein Lick, das auf einer einfachen Skalenidee basiert. Hier spiele ich zuerst eine 3-Notensequenz in Okatvensprüngen, dann eine absteigende Skalensequenz mit der Hexatonik.

Bei Beispiel 2 handelt es sich um eine Folge von fünf und vier Tönen mit der Hexatonischen Skala. Tapping ermöglicht hier das einfache Spielen einer ungewöhnlichen Kombination von Notengruppen.

Beispiel 3 zeigt eine Skalensequenz von sechs Noten aufwärts und zwei Noten abwärts, die dann einfach mit den verschiedenen Fingersätzen der Hexatonischen Skala versetzt weitergespielt wird.

In Beispiel 4 spiele ich eine Folge von drei Tönen abwärts. Hier kombiniere ich die Ionische und Dorische Postion der 3-Noten-ProSaiten-Skalen, um den Fingersatz einfacher zu machen – übrigens ein typisches Greg-Howe-Lick!

Beispiel 5 zeigt dir eine Variation der Idee aus Beispiel 3. Die jeweiligen Positionen werden um eine Note mit Tapping ergänzt und dann von Position zu Position mit der Hexatonischen Skala kombiniert. Versuche, diese verschiedenen Ideen mit verschiedenen Fingersätzen und Kombinationen zu üben. Nimm diese Licks als Inspiration, um deine eigenen Ideen zu entwickeln. Es gibt so viele Ideen und Sounds zu erforschen!

Im zweiten Teil dieses Workshops beschäftigen wir uns dann mit Pentatonik-, Arpeggio- und Intervall-Tapping!

Das begleitende Video zeigt die Beispiele in verschiedenen Tempi, von langsam bis schnell, und im Kontext mit einem Backing Track. Der Backing Track ist in D-Lydisch/A-Dur (124bpm). Für Fragen und Anregungen bin ich immer dankbar und werde versuchen, alle zu beantworten. Bis zum nächsten Mal, und viel Spaß beim Shredden!


(erschienen in Gitarre & Bass 09/2023)

Produkt: Orianthi – die Queen of Shredding
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